
Grömitz – Der SC Cismar geht nun bereits in sein drittes Kreisligajahr. Nach einem ersten, in dem es viel Licht und Schatten gab, gelang es bereits im zweiten Jahr, deutlich mehr Ruhe und Konstanz reinzubekommen. Unter Sascha Pretzel und seinem Team um Lothar Pretzel, Jenner Baden und Daniel Temme gelang es den Ostholsteinern nach dem Aufstieg 2024, den nächsten Schritt zu machen. Man ist in der Kreisliga angekommen und mit Blick auf die Zukunft sieht es sehr positiv an der Gildestraße aus.
Mit Pretzel kam die Stabilität
Der SC Cismar und die Kreisliga waren nicht immer ein passendes Match. Nach dem Aufstieg 2022 ging es bereits im Folgejahr trotz guter Rückrunde wieder runter in die A-Klasse. Auch 2024/25, als man erneut den Sprung in die Kreisliga schaffte, sollte es nicht einfach werden. Mit Michael Bergmann und großen Visionen nahm man einen neuen Anlauf, doch die Hinrunde zeigte, dass es deutlich schwieriger werden würde, als man gehofft hatte. Es gab viele Höhen, doch noch mehr Tiefen und das leidige Thema war einfach die fehlende Konstanz. So steckte man durchaus früh im Abstiegskampf, musste eher den Blick nach unten statt wie erhofft nach oben richten. Das Kapitel mit Bergmann endete noch vor dem Winter und mit Sascha Pretzel übernahm niemand Geringeres als „Mr. Cismar“. Jeder kennt und schätzt ihn an der Gildestraße, sein Engagement an der Gildestraße beeindruckte und nun kehrte er zurück auf die Trainerbank des SCC. Es sollte die Wende sein, denn er schaffte die Balance zwischen den jungen, hungrigen Talenten aus der Region und den echten „Cismaranern“, die jahrelang dabei sind und nicht nur den Aufstieg im Vorjahr realisierten.
Heimmacht Cismar
Mit Pretzel kam deutlich mehr Ruhe, die es in der Arbeit und bei der Integration der jungen Spieler ins Team auch brauchte. Der Klassenerhalt wurde am Ende der Saison souverän eingetütet und man konnte in ein weiteres Kreisligajahr gehen. In diesem sollte der SCC bereits das zeigen, was er nach dem Trainerwechsel bereits angedeutet hatte. Diese Mannschaft ist keineswegs eine, die sich in der unteren Tabellenregion wiederfindet. Sie wurde verstärkt mit Rückkehrern wie Florian Nothnagel und weiteren jungen Talenten wie Luis Treutler und Thias Reincke, die schnell zu Soforthilfen wurden. Somit bewegte man sich in anderen Tabellenregionen und klopfte sogar oben an. Als beste Heimmannschaft der Liga, die sowohl Meister Dobersdorf als auch Eutin auf dem heimischen Platz bezwang, sorgte man für Furore. Ein Dorn im Auge war dabei allerdings die Auswärtsschwäche, denn man ließ Punkte in der Fremde liegen, die nicht nötig waren. So reichte es am Ende nicht ganz, um eine noch größere Rolle oben mitzuspielen. Dennoch zeigte man, welches große Potenzial in der Mannschaft steckt. Dieses möchte man nun in der neuen Saison noch mehr entfalten.
Drei Neue an der Gildestraße
Das dritte Jahr steht nun also in der Kreisliga für den SCC an und es ist an der Gildestraße etwas gewachsen. Die Sportanlage entwickelt sich stetig weiter, die Strukturen werden immer besser und auch die sportliche Ausgangslage. Mit Johann Broschinski haben die Grömitzer zwar einen Abgang zu verzeichnen, den es zum TSV Neustadt zieht, doch dafür finden sich auf der Zugangsseite gleich drei Neue wieder. Hinrich Langbehn (TSV Dahme), Kevin Borgwardt sowie Danny Jerchel (beide FC Riepsdorf) stoßen dazu. Letztere beiden haben bereits höher, als es zuletzt der Fall war, gespielt. Borgwardt bietet mit seinem starken Abschluss eine zusätzliche Option. Langbehn ist Mittelfeldspieler mit starker Physis und Jerchel, der im Laufe der Saison aus einer Verletzung zurückkehren wird, ist ein sehr torgefährlicher und junger Flügelspieler. Man verstärkt sich also vor allem in der Breite, doch durchaus auch qualitativ.
Optimale Vorbereitung
Mit Blick auf die Vorbereitung war es durchaus intensiv an der Gildestraße. Ob Strandeinheiten oder aber ein Trainingstag, an dem man den ganzen Tag sich körperlich und fußballerisch auf die neue Spielzeit vorbereitete. Man hat viel vor in dieser Saison, möchte den positiven Weg der vergangenen Jahre fortsetzen und den nächsten Entwicklungsschritt machen. In der Vorbereitung standen bereits zwei Testspiele an, die durchaus Mut machten. Gegen Verbandsligaaufsteiger TSV Pansdorf II gewannen die Grömitzer mit 2:1. Zwar verlor man fünf Tage später gegen den ambitionierten und gut verstärkten Verbandsligisten SG Sarau/Bosau, doch beim 0:1 war viel Positives dabei. Die Chancenverwertung verhinderte am Ende ein besseres Ergebnis. Zuletzt stand das Pokalspiel gegen den Oberligisten Oldenburger SV an. Ein Highlight für den SCC in diesem Sommer, denn vor insgesamt über 300 Zuschauern bot man diesem lange Zeit Paroli. Zwar gab es am Ende dann doch die deutliche 0:4-Niederlage, doch der Eindruck, den die Pretzel-Elf hinterließ, war nicht schlecht. Das Fazit zur Vorbereitung fällt dabei sehr positiv aus, wie Daniel Temme verriet: „Die Vorbereitung verlief optimal. Die Trainingsbeteiligung ist durchgängig bei 16-20 Leuten. Wir hatten knackige Einheiten am Strand, einen achtstündigen Trainingstag sowie die normalen Trainingseinheiten, die es maximal in sich hatten. Für unser Spiel benötigt jeder Spieler eine gute Fitness, daran haben wir gut gearbeitet. Natürlich werden wir aber auch weiterhin an unserem Spiel arbeiten. Wir haben im letzten Sommer einen Weg eingeschlagen, den wir weiter fortführen. Positiv ist da natürlich, dass der Kader zusammen geblieben ist und wir weiter an unserem Spielsystem arbeiten können. Die Basis ist da, jetzt kommt der Feinschliff.“
Zwei klare Verbesserungspunkte
Mit der Kreisliga Südost wartet auf den SC Cismar eine Liga, in der im Vergleich zur Vorsaison durchaus neue Mannschaften dabei sind. Gleich sieben Teams sind dies an der Zahl, sodass es derzeit auch für die Grömitzer noch schwer ist, die Staffel einzuschätzen. Dennoch kann man der Pretzel-Elf durchaus viel zutrauen, denn das Potenzial ist definitiv da und wurde in der abgelaufenen Spielzeit auch oftmals abgerufen. Daher möchte man nun gerne nach Platz sechs im Vorjahr sich nochmals verbessern: „Wir haben letzte Saison eine starke Rückrunde gespielt und uns im oberen Drittel festgesetzt. Diese Saison wollen wir den nächsten Schritt gehen und weiter nach oben rücken. Wo wir am Ende landen, schauen wir nächstes Jahr im Mai. Unser Spiel ist sehr intensiv. Wir wollen nicht reagieren, sondern agieren. Wir sind eine mutige, sehr junge Mannschaft, die alle sehr lernwillig sind und unser System annehmen und verinnerlichen. Das ist für uns natürlich gut, dass wir alle zusammen bleiben und uns in dem Punkt weiterentwickeln können.“ Für eine bessere Platzierung muss man sich sicherlich auch in einigen Punkten verbessern. Der Co-Trainer sieht dort vor allem: „In der letzten Saison gab es zwei Dinge, die wir besser machen müssen. Zum einen ist das das Spiel im letzten Drittel. Da müssen wir zielstrebiger werden und natürlich unsere Auswärtsbilanz, die war leider sehr dürftig.“
Spannender Start
Der Start in die neue Saison hat es für den SCC direkt in sich. Man trifft direkt im ersten Spiel auf einen der Top-Favoriten mit dem TSV Lensahn. Dort könnte es im Derby schon gleich ordentlich zur Sache gehen. Anschließend warten auf Cismar noch weitere knifflige Aufgaben. So folgt das Auswärtsspiel beim noch unbekannten SV Kirchbarkau, bevor man die SG Dersau/Kalübbe empfängt. Anschließend geht es nach Eutin, bevor die Spiele gegen Gremersdorf (H) und in Dannau den August abrunden. Da wird sich früh zeigen, wo man steht und wohin es gehen kann, doch die Vorfreude auf die Spielzeit ist an der Gildestraße spürbar.










