
Ratzeburg – Der Ratzeburger SV II stieg in der vergangenen Saison beeindruckend in die Kreisliga auf. Mit Ausnahme eines Spiels wurden alle gewonnen, sodass man sich souverän zum Titel krönte. Es war nach bereits in den Jahren zuvor guten Platzierungen der ersehnte Erfolg. Nun steht eine neue Herausforderung an, denn man geht als Aufsteiger in der Kreisliga Süd ins Rennen. Dort wird man auf sicherlich deutlich mehr Gegenwehr treffen, denn die Qualität der Liga ist hoch. Ihre eigene allerdings ebenfalls, sodass man gespannt auf die Zweitvertretung sein kann.
Beeindruckende Aufstiegssaison
Erst in der Saison 2022/23 stieg der Ratzeburger SV II in die Kreisklasse A auf. Man holte 57 von 66 möglichen Punkten und stieg als Meister auf. In der neuen Liga brauchte man nicht viel Zeit, um sich an diese zu gewöhnen, sodass bereits im ersten Jahr der vierte Platz erreicht wurde. Im Folgejahr war es sogar Rang drei und dies in der wohl stärksten A-Klasse der jüngeren Vergangenheit. Hinter Eichholz II und SV Azadi II verpasste man nur knapp um einen Punkt die Aufstiegsspiele. Dennoch war die Ausbeute wirklich beeindruckend, denn als Tabellendritter im Schnitt 2,2 Punkte zu holen, ist alles andere als üblich. Daher kam es auch nicht allzu überraschend, dass die Zweitvertretung sich im Folgejahr auch belohnte. Dies allerdings auf eine Art und Weise, die höchst beeindruckend war. 70 von 72 Punkten, 2,9 im Schnitt und 23 Siege aus 24 Spielen sind die Ausbeute eines absoluten Ligaprimus. Nur gegen den SSV Güster II sollte man Punkte lassen, doch verloren wurde auch dieses Spiel nicht. So datiert die letzte Liganiederlage vom 4. Mai 2025. Mit 108 Toren war die Offensive in der vergangenen Saison kaum aufzuhalten. Im Schnitt traf der RSV II alle 20 Minuten. Vor allem Jan-Hendrik Braasch mit 21 Toren hatte einen großen Anteil daran, doch auch Patrick Wulf (14). Neben den vielen geschossenen Treffern und der Offensivstärke muss man allerdings ganz klar die Defensive hervorheben. Gerade einmal zehn Gegentore wurden kassiert, was ein irrer Wert ist.
Vorbereitung durchwachsen
Behält man diese Stabilität bei, dann könnte die Zweitvertretung von der Riemannstraße eine gute Rolle spielen. Doch man hat personelle Abgänge hinnehmen müssen. Kapitän Lars Behnk und Niklas Hillmann sind nach Gudow gewechselt, zudem haben auch Jan Wierlemann und Jonas Gurk den Meister verlassen. Auf der Zugangsseite kamen dafür allerdings David Berikyan, Tjark Münstermann, Tade Cordes, Finley Sund, Pelle Vogel, Andreas Paulsen und Maxi Brüdersdorf dazu. Vor allem Vogel und Paulsen, die aus der Ersten dazustoßen, könnten echte Soforthilfen sein und die Mannschaft in der Kreisliga verstärken. Durch die bereits frühzeitig feststehende Meisterschaft hatte man relativ viel Zeit, für die neue Liga zu planen. Mit Blick auf die Vorbereitung hätte es allerdings durchaus besser laufen können. Diese lief nicht so, wie man es sich vorgestellt hatte. Trainer Paul Dietz sagte zur Vorbereitung: „Unsere Vorbereitung läuft durchwachsen, leider konnten wir noch nicht in den gewünschten Rhythmus kommen, da einige Testspiele aus verschiedenen Gründen abgesagt worden sind. Die Trainingseinheiten waren bisher sehr gut, man merkt, dass die Mannschaft Bock hat, sich in der Kreisliga zu beweisen. Besonders im Test gegen Büchen konnten wir viele gute Momente mitnehmen und die Neuzugänge wissen zu überzeugen.“
In der Vorbereitung gab es nur ein einziges Testspiel, das nach Plan verlief. Nach einem Spielabbruch aufgrund der Platzbedingungen in Möhnsen traf man nur noch auf den Verbandsligisten Büchen-Siebeneichener SV. Mit 2:4 wurde dieses verloren, doch es wurden viele positive Erkenntnisse gesammelt. Fünf Tage später stand schon das erste Pflichtspiel im Pokal an. Zu Gast war Ratzeburg beim SSV Güster II, ausgerechnet dort, wo man in der vergangenen Saison als Einziger nicht gewann. Diesmal sollte es erneut ein hartes Stück Arbeit werden, denn nach einem 1:1 nach 90 Minuten musste der Sieger im Elfmeterschießen ermittelt werden. Dort setzte sich der Kreisligaaufsteiger durch. Nun liegt der Fokus auf der Liga. Worauf man sich in dieser am meisten freut, verriet Dietz: „Wir freuen uns auf ein paar geile Derbys und spannende Duelle. Wir wollen unsere Ungeschlagen-Serie möglichst lange fortsetzen und schauen von Spiel zu Spiel, was möglich ist.“
Trotz nur zehn Gegentoren: Defensive soll weiter stabilisiert werden
Tabellarisch hat man kein klares Ziel ausgerufen, dennoch hat man klare Vorstellungen. Zur Zielsetzung sagt der Cheftrainer: „Die Saison ist lang, weshalb wir bewusst kein starres Tabellenziel vorgeben. Unser Fokus liegt darauf, von Spiel zu Spiel zu denken und uns so früh wie möglich im gesicherten Mittelfeld zu etablieren.“ Bei 108:10 Toren in der vergangenen Saison könnte man meinen, dass es nicht wirklich etwas gibt, woran man arbeiten und verbessern möchte. Dennoch gibt es etwas, worauf man klar den Fokus legt: „Obwohl wir in der vergangenen Saison lediglich zehn Gegentore kassiert haben, wollen wir unsere defensive Stabilität weiter verbessern und insgesamt noch erwachseneren Fußball zeigen. Wir stellen eine sehr junge Mannschaft, die im Laufe der Saison sicherlich noch das eine oder andere Mal Lehrgeld zahlen wird. Entscheidend wird sein, wie wir mit diesen Erfahrungswerten umgehen und gestärkt aus Rückschlägen hervorgehen.“ Zum Start in die Kreisliga trifft man direkt auf einen weiteren Aufsteiger. Der Krummesser SV wartet, bevor man den ATSV Stockelsdorf empfängt. Es folgt ein Heimspiel gegen den SV Azadi Lübeck II, bevor der Monat in der Liga mit den Spielen gegen Schlutup (A), Siebenbäumen (H) und Lübeck 1876 (A) abgerundet wird. Der Start ist zunächst machbar, bevor schwierige Aufgaben warten. Der erste Monat könnte direkt zeigen, wo man steht, sodass es direkt spannend für die Zweite des RSV wird.










