Einwurf-Doppelpack, Ende einer Serie und Lauenburger Tabellenführer: Spektakulärer Auftakt in der Kreisliga Süd

Büyükdemir und Langner schnüren den Dreierpack

Der Eichholzer SV II und TSV Kücknitz trafen sich am Sonnabend zum Topspiel. Das Ergebnis sprach eine klare Sprache, doch dieses täuschte. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Lübeck – Das war er also. Der erste Spieltag der Kreisliga Süd steht in den Geschichtsbüchern und ist nun offiziell eröffnet. Es gab dabei spannende Partien, wie am Freitag, sowie einige, in denen die Zuschauer einige Tore zu sehen bekamen. Zudem gab es echte Topspiele, wie am Sonnabend in Eichholz. Am Sonntag setzten sich zwei Aufsteiger durch, womit man im Vorfeld nicht unbedingt gerechnet hat. Zudem gab es einen deutlichen Sieg einer Lauenburger Mannschaft, die somit nach dem ersten Wochenende der Saison auch von der Tabellenspitze grüßt.

Eichholzer SV II – TSV Kücknitz 3:0 (1:0)

Bereits am Sonnabend trafen der Eichholzer SV II und TSV Kücknitz aufeinander. Es sollten gleich zwei Mannschaften sich begegnen, die von vielen durchaus im oberen Drittel der Tabelle gesehen werden. Der TSV bringt eine hohe Qualität aus der vergangenen Saison mit, wo man in vielen Spielen bereits andeutete, was ein Potenzial in ihm steckt. Zudem verstärkte man sich mit Maurice Maletzki namhaft für die Offensive. Gegenüber stand ihnen der klare Top-Favorit der Liga. Nicht nur durch eine Serie von 15 Spielen ohne Niederlage, sondern auch aufgrund einiger echter Transferausrufezeichen wie Marcel Stellbrinck oder Niklas Hamer. Daher wurde das Duell am Pöbeelberg mit Spannung beäugt. In der ersten Elf fanden sich beim ESV II die beiden besagten Neuzugänge wieder. Nico Hoffmann und Tom Meier sollten fehlen. Auf Seiten der Gäste startete Maletzki auf der Zehn, hinter Alexander Birkholz und Pierre Witt. Der Respekt gegenüber der Zweitvertretung war beim TSV durchaus vorhanden und dennoch wollte man sich diesem nicht anpassen. Das eigene Spiel sollte auf den schmalen Kunstrasen gebracht werden.

Alu-Glück für Eichholz

Aus einer Dreierkette heraus, in der Cheftrainer Mirco Groß überraschend auf Julian Müller in der Innenverteidigung setzte, sollte es ein mutiger Auftritt sein. Es war durchaus ein intensiver Beginn, bei dem die Hausherren die erste Gelegenheit hatten. Ein weiter Einwurf fand Caspar Stark, der allerdings über das Tor köpfte. Vier Minuten später war es erneut ein Kopfball, bei dem Kevin Boydenow gefordert wurde. Im Anschluss kam Kücknitz immer besser ins Spiel und war keineswegs die schlechtere Mannschaft. Moritz Wisch zog mal ab, doch traf nur das Lattenkreuz. Es war eine Riesenchance für die Gäste, die erneut von zahlreichen Fans unterstützt wurden. Drei Minuten später leitete Katran, der über die rechte Schiene kam, gut ein, doch Witt zog den Ball aus rund fünf Metern deutlich über den Querbalken. Es waren zwei gute Gelegenheiten, bei denen durchaus die Führung möglich gewesen wäre.

hamer freistosstor @ Einwurf-Doppelpack, Ende einer Serie und Lauenburger Tabellenführer: Spektakulärer Auftakt in der Kreisliga Süd
Niklas Hamer trat zum Freistoß an und verwandelte diesen mit etwas Glück. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Hamer verwandelt Freistoß zur Führung

Im Anschluss flachte es etwas ab, wobei es eine Annäherung nach Ecke durch Hamer gab. Nach einer halben Stunde sollte dann Stark gelegt werden, sodass es einen Freistoß für die Gastgeber gab. Aus etwas mehr als 20 Metern halblinker Position übernahm Hamer (30.) die Verantwortung. Sein Schuss touchierte die Mauer, sodass der Ball den Weg ins Tor fand. Ein unglückliches Gegentor aus Sicht der Gäste, denn der Ball wäre ohne den Kontakt womöglich leichte Beute für Boydenow gewesen. So lief man dem Rückstand hinterher, doch es gab gute Chancen auf den Ausgleich. Vor allem Maurice Maletzki sollte zwei richtig gute Möglichkeiten auslassen. Zunächst ein Freistoß und kurz darauf kam er frei vor dem Tor zum Abschluss, doch Lasse Borkenhagen war zur Stelle. Der Neuzugang der Kücknitzer sagte: „Den einen muss ich machen, da habe ich vorher das Zielwasser nicht getrunken. Da ist es am Ende vielleicht die fehlende Gier, dass beim letzten Querpass nochmal einer reinläuft. Bis zum letzten Pass haben wir es aber sehr gut gespielt und ich denke mal, in Zukunft werden wir uns dafür dann auch belohnen. Heute war es natürlich schade, dass es so gelaufen ist, aber ich denke, wir haben uns gut präsentiert und werden dies auch in den weiteren Wochen tun.“

maletzki schuss @ Einwurf-Doppelpack, Ende einer Serie und Lauenburger Tabellenführer: Spektakulärer Auftakt in der Kreisliga Süd
Maurice Maletzki kam zum Abschluss, doch schieterte an Torhüter Lasse Borkenhagen. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Groß sieht seine Mannschaft phasenweise besser

Eine Minute vor der Pause gab es dann einen Strafstoß für die Eichholzer. Stark war auf dem Weg in den Strafraum, wo Katran allerdings zu ungestüm den Angreifer fällte. Somit hatte Hamer die große Chance, mit dem Pausenpfiff vom Punkt auf 2:0 zu stellen, doch er scheiterte an Boydenow. So blieb es vor der Pause beim 1:0. TSV-Coach Mirco Groß sagte: „Ich glaube, dass wir in der ersten Halbzeit phasenweise sogar die bessere Mannschaft sind. Wir haben unsere Tore nicht gemacht, haben mindestens drei hundertprozentige liegengelassen und einen Lattentreffer und dann nimmt das Spiel seinen Lauf. Das ist dann halt auch Fußball.“

Einwürfe als Waffe

Nach dem Seitenwechsel sollte zunächst Kuckeritz nach einer Ecke für Gefahr sorgen, doch Borkenhagen war zur Stelle. Drei Minuten später schalteten die Gäste schnell, doch Birkholz setzte den Ball aus spitzem Winkel an den Außenpfosten. Es war die letzte nennenswerte Gelegenheit der Mannschaft vom Roten Hahn. Stattdessen kam mal wieder ein Germann-Einwurf in den Sechzehner, direkt auf den Kopf von Matthis Schock (63.), der erhöhte. Man zeigte sich enorm effizient und zog dem Gegner damit den Stecker. Elf Minuten vor dem Ende gab es nochmal einen Kopfball der Zweitvertretung an den Pfosten. Mit dem 3:0 durch Tim Blociszeski (87.), erneut nach Einwurf, waren die letzten Zweifel am Auftaktsieg des Top-Favoriten beseitigt. Der Sieg war nicht unverdient, denn ab der 35. Minute war die Mannschaft von Stephan Lindhoff die bessere. Bis dahin hätte das Spiel durchaus auch in Richtung Kücknitz kippen können, doch die Effizienz fehlte. Auch der siegreiche Co-Trainer Dustin Funck sah einen Gegner, der phasenweise am Drücker war: „Es war auf jeden Fall das erwartet schwere Spiel. Es sind alle heiß wie Frittenfett gewesen, Kücknitz genauso. Das hat man gemerkt, von der ersten Minute an waren sie auch besser im Spiel als wir. Lasse war überragend, hat da ein, zwei Dinger gehalten. Wir machen am Ende zum richtigen Zeitpunkt die Tore, es war ein heißes Ding wie immer gegen Kücknitz, aber ich wünsche denen noch viel Erfolg und freue mich auf die weiteren Spiele mit meinen Jungs.“

Gästecoach ist zufrieden

Groß sagte: „Ich glaube nicht, dass wir hier drei Tore schlechter waren. Ganz im Gegenteil, wenn das hier ein knappes Unentschieden wird, dann ist das Spiel trotzdem in meinen Augen in Ordnung. Trotzdem Glückwunsch an Eichholz, am Ende haben sie 3:0 gewonnen und das ist das, was zählt.“ Zudem gab es Punkte, die den Cheftrainer zufriedenstellten: „Mir gefiel die Mannschaftsleistung, konditionell waren wir gut dabei. Wir haben phasenweise versucht, Fußball zu spielen und gerade in der ersten Halbzeit gut verteidigt. Am Ende ist es ein abgefälschter Freistoß zum 1:0, ein Lucky-Ding und dann sind es zwei lange Einwürfe. Man muss wirklich sagen, dass aus dem Spiel heraus von Eichholz wirklich nichts kam und wir wenig zugelassen haben.“

SV Fortuna St. Jürgen – TSV Schlutup 2:4 (0:1)

Der SV Fortuna St. Jürgen hat einen klaren Angstgegner. Gegen den TSV Schlutup konnte die Mannschaft vom Kalkbrenner seit sieben Spielen nicht mehr gewinnen. Nun gastierte dieser zum Start in die neue Saison auf der heimischen Sportanlage, sodass man ein klares Ziel verfolgte. Der Fluch sollte besiegelt werden und nicht nur die Mannschaft vom Palinger Weg bezwungen, sondern auch mal wieder das Auftaktspiel gewonnen werden. Dazu hoffte die Mannschaft von Cheftrainer Andre Meese auf die Eingespieltheit seines Teams. Es gab schließlich keine Abgänge und nur punktuelle Verstärkungen. Von den insgesamt drei Neuen sollten zwei im Kader sein, wobei Ali Malikzadeh sogar startete. Paul Grewecke nahm nur auf der Bank Platz. Beim Gast sollte kein Neuzugang starten. Mehmet Sütlü und Ömer Ünsal blieben zunächst draußen. Ansonsten hoffte Robertino Borja, der sein Pflichtspieldebüt beim letztjährigen Tabellendritten feierte, auf Lars Steinhauer und Mert Büyükdemir in der Offensive.

Führung kurz vor der Pause

Fortuna machte in den ersten Minuten das Spiel, während die Gäste lauerten, um nach Ballgewinnen umzuschalten. Eyad Alshekhi kam zum ersten Abschluss. Nach fünf Minuten wurde die Heimmannschaft erstmals gefährlich, nachdem Noah Bargmann einen Kopfball knapp am Tor vorbeisetzte. Es blieb dabei, dass Schlutup eher abwartend war und kontern wollte. Fortuna fehlte noch etwas der Mut, sodass die klaren Chancen Mangelware waren. Nach einer knappen halben Stunde gab es dann eine richtig gute Gelegenheit für Fortuna, doch Malikzadeh bekam den Ball nicht über die Linie und auch der Nachschuss fand nicht den Weg ins Tor. Neun Minuten vor der Pause war es dann aber mal Schlutup mit einer Riesenchance, doch Daniel Pfaff schob die Kugel frei vor Torwart Rohde vorbei. In der Schlussphase der ersten Hälfte wurde der TSV stärker und kam zu Möglichkeiten. Kurz vor der Pause unterlief Fortuna dann ein Fehlpass im Spielaufbau, den Mert Büyükdemir (42.) zur 1:0-Halbzeitführung bestrafte. Gästecoach Borja sagt: „Das war das erwartet schwere Spiel. In der ersten Halbzeit war es eine ausgeglichene Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Gegen Ende der ersten Hälfte haben wir den Druck erhöht und sind deshalb verdient mit einer Führung in die Pause gegangen.“

Fortuna dreht die Partie, doch kassiert den Knackpunkt

Nach dem Seitenwechsel sollten die Hausherren mit deutlich mehr Mut auftreten. Zunächst scheiterte Ezzo, doch die anschließende Ecke führte zum Ausgleich. Am langen Pfosten war es Moritz Mitterhuber (56.), der einköpfte. St. Jürgen machte weiter und kam durch den Torschützen zur Riesenchance, doch das Alu verhinderte die Führung. Diese fiel dann drei Minuten später doch. Sven-Erik Mansel (66.) traf aus der zweiten Reihe. Das Spiel war gedreht, doch nur kurz. Keine 60 Sekunden später sollte Büyükdemir (66.) seinen zweiten Treffer erzielen. Es war ein Knackpunkt im Spiel, denn nun kippte dieses in Richtung Gäste. Der Doppelpacker war der Unterschiedsspieler für die Borja-Elf, denn der schnürte den Dreierpack (78.). Mit dem 4:2 durch Neuzugang und Joker Ömer Ünsal (86.) war die Messe gelesen. Der TSV Schlutup setzte sich doch noch durch, weil man eine starke Moral zeigte und sich als deutlich effizienter erwies als der Gegner. Dieser haderte, denn es war kein schlechtes Spiel. Nikolay Frech sagt: „Schlutup bleibt weiterhin unser Kryptonit. Die Partie ist eigentlich relativ einfach erklärt: In den ersten 20 bis 25 Minuten der ersten und zweiten Halbzeit sind wir die stärkere Mannschaft, die restliche Spielzeit gehört jedoch Schlutup. Am Ende macht Schlutup aus seinen starken Phasen deutlich mehr als wir. Gerade zu Beginn des zweiten Durchgangs haben wir eine richtig gute Phase, in der wir zwei Tore erzielen und uns weitere hochkarätige Chancen erspielen. Der direkte Ausgleich nur eine Minute nach unserer Führung bricht uns jedoch gefühlt das Genick. Danach finden wir überhaupt nicht mehr zurück in die Partie. Am Ende entscheidet dann der starke Büyükdemir das Spiel.“

Der TSV Schlutup sammelte somit die ersten drei Punkte der Saison. Der Cheftrainer sagt: „Bei beiden Gegentoren haben wir nicht konsequent genug verteidigt. Umso wichtiger war die Reaktion der Mannschaft. Die Jungs haben bis zum Schluss an sich geglaubt, eine starke Moral bewiesen und sich am Ende den Sieg verdient.“ Nach einer schwierigen Vorbereitung und vielen Abgängen sollte der Start also positiv sein. Dennoch lief noch nicht alles perfekt: „Auch wenn längst noch nicht alles rund lief, bin ich mit unserem Auftritt im Großen und Ganzen zufrieden. Wichtig war, dass wir zum Auftakt die drei Punkte eingefahren haben. Natürlich liegt noch viel Arbeit vor uns, aber mit einem Sieg startet es sich deutlich besser in die neue Woche.“

TSV Zarpen – SV Azadi Lübeck II 4:1 (2:0)

Der TSV Zarpen feierte am Sonntagmittag sein Comeback in der Kreisliga. Mehr als 4000 Tage waren vergangen seit der letzten Partie in dieser Spielklasse. Nun war es wieder so weit und zum Start traf der Aufsteiger auf den SV Azadi Lübeck II. Die Vorbereitung war zufriedenstellend, denn die Offensive funktionierte einwandfrei und auch defensiv hat man sich nach anfänglichen Schwierigkeiten stabilisiert. Daher war man bereit für die Zweitvertretung, die in dieser Saison ins obere Drittel der Tabelle schielt. Mit Torhüter Julian Kramek und Defensivmann Halo Ali starteten zwei Spieler aus dem Landesligakader. Zarpen dagegen musste mit Philipp Lucas Pohl (Muskelfaserriss in der Wade) und Nico Henkel (Bänderdehnung) auf zwei Offensivspieler verzichten. Mit Nico Scheel war allerdings ein anderer Knipser von der Partie. Daher war man bereit für den ersten Auftritt in der Liga. Dass es keine leichte Aufgabe werden sollte, zeigte sich früh, sodass man erst einmal mit Vorsicht an die Sache ging. Zarpen-Coach Tobias Clasen sagte: „Zunächst neutralisierten sich beide Mannschaften. Es war ein bisschen so, dass keiner einen Fehler machen wollte.“ Dann kam allerdings Azadi nach neun Minuten zu einer Riesenchance, als ein abgefälschter Schuss die Latte touchierte. „Dort hatten wir ein bisschen Glück, aber dann sind wir in der ersten Halbzeit wesentlich besser in die Partie gekommen und haben uns gute Möglichkeiten erarbeitet. Wir gehen dann auch meiner Meinung nach verdient mit einer 2:0-Führung in die Pause.“ Sindney Munier (29.) köpfte nach einem Alutreffer zuvor den Ball rein und drei Minuten später war es Luca Rohr (41.), der Kramek keine Chance ließ.

Neue Hoffnung vom Punkt, doch nur kurz…

Nach dem Seitenwechsel kam Azadi II dann schwungvoll in den zweiten Durchgang und belohnte sich mit einem Elfmeter. Serdar Hassan (59.) verwandelte diesen, sodass die Partie wieder offen war. Doch nicht von langer Dauer, denn nur sieben Minuten später traf Nico Scheel (66.) zum 3:1. Man zog Azadi II den Stecker und nur wenige Momente später fiel sogar der vierte Treffer. Luca Rhein (69.) erzielte das 4:1 und machte somit den Heimsieg perfekt. Es war genau der Start, den man sich vorgestellt hatte. Für den siegreichen Coach war dieser auch keineswegs unverdient: „Ich würde sagen, dass dieser Sieg völlig verdient für uns war. Wir haben defensiv sehr gut gearbeitet, genauso wie wir uns offensiv gute Möglichkeiten erspielt haben. Was manchmal ein bisschen zu viel war, war der lange Ball. Wir wollen ganz gerne mehr Kombinationsfußball sehen, da werden wir noch ein bisschen dran arbeiten, aber für das erste Punktspiel in der Kreisliga, um einen Dreier zu holen, war das völlig in Ordnung.“ Nun steht am Sonntag das Auswärtsspiel beim TSV Schlutup an, wo man es mit einer Spitzenmannschaft der vergangenen Jahre zu tun hat. Azadi setzte ihre Form aus der vergangenen Rückrunde fort und enttäuschte zum Start. Die eigentlich so gut funktionierende Offensive tat sich enorm schwer und hinten gab es gleich vier Gegentreffer. Daher gibt es für die Mannschaft von Omar Yassin vor dem Heimauftakt gegen den Krummesser SV durchaus noch Arbeit.

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TSV Travemünde – SV Viktoria 08 5:1 (2:1)

Der TSV Travemünde gehört mit zum Favoritenkreis auf die Spitzenplätze der Liga. Dort möchte man selbst hin, was man nicht nur mit starken Verstärkungen wie Thomas Aldermann, Christian Furchtmann oder Wilhelm Citea zeigt. Daher war ein Sieg zum Start, gerade nach einer durchwachsenen Vorbereitung, trotz klarem Positivtrend zum Ende, in der Liga enorm wichtig. Zu Gast war eine Mannschaft, die sich im Umbruch befindet, denn der SV Viktoria 08 verlor wichtige Spieler. Neben dem besagten Citea, der zum ersten Gegner wechselte, sollten auch Lönne Christiansen, Moritz Mente und Daniel Scheuermann die Falkenwiese verlassen. Viele Spieler aus der eigenen Zweiten, wie Torjäger Tilo Karsten, sollen es daher nun regeln. Klar ist aber auch, dass diese Spieler Zeit brauchen, was Trainer Timur Akgün im Vorfeld der Partie auch nochmal betonte. Personell stellte man sich darauf ein, dass die Monte-Kicker die Defensive ordentlich fordern würden. Man wollte daher vor allem die auffälligen Rockrohr und Aldermann versuchen aus dem Spiel zu nehmen. Doch der TSV hatte durchaus auch noch einige andere Spieler, die für Torgefahr sorgten. Vor allem Martin Langner, der aus Bad Schwartau an die Trave wechselte, sollte an diesem Nachmittag kaum zu stoppen sein.

Viktoria tat sich schwer

Viktoria tat sich durchaus noch schwer, sowohl gegen den Ball als auch im eigenen Aufbau. So dauerte es elf Minuten, bis Langner (11.) zur Führung. Travemünde war spielbestimmend und erhöhte durch „Wühlbüffel“ Lennard Prüßmann (38.) zum 2:0. Gästetrainer Akgün sagt: „Wir haben uns immer mal schwer getan, bereits vorne mit der Verteidigung zu starten und waren im eigenen Spielaufbau nicht konzentriert genug. Travemünde war griffiger und giftig in den Zweikämpfen.

martin langner @ Einwurf-Doppelpack, Ende einer Serie und Lauenburger Tabellenführer: Spektakulärer Auftakt in der Kreisliga Süd
Travemündes Neuzugang Martin Langner legte ein beeindruckendes Debüt in der Kreisliga hin. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Langner schnürt Dreierpack


Nach dem Anschlusstreffer haben wir das spielerisch besser gemacht und sind in die Partie gekommen.“ Ex-Travemünder Jan Carlos Spoddig (44.) verkürzte kurz vor der Pause vom Elfmeterpunkt. Zur zweiten Hälfte reagierte TSV-Coach Christian Jetz mit zwei Veränderungen im Zentrum. Citea und Tobias Lüth kamen für Pascal Behrens und Alexander Bronnert ins Spiel. Nach rund einer Stunde schnürte Langner (59.) den Doppelpack zum 3:1, was „Vicky“ den Stecker zog. „Mit dem 1:3 war es dann auch im Kopf vorbei und so haben wir uns dem Verlauf ergeben. Wir müssen deutlich mehr an unserer Ordnung arbeiten und werden dies auch kommende Woche angehen.“ Der Flügelspieler machte kurz darauf seinen Dreierpack perfekt (64.). Auch Prüßmann (73.) traf ein weiteres Mal, sodass der 5:1-Heimsieg zum Auftakt perfekt war. Es gab den erhofften Dreier zum Start für die Jetz-Elf. Der siegreiche Coach sagte: „Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden, wohlwissend aber, dass wir uns in vielen Bereichen noch steigern müssen, um uns im oberen Tabellendrittel festsetzen zu können. Offensiv sind wir zufrieden, gegen den Ball müssen wir uns verbessern.“

Krummesser SV – Ratzeburger SV II 4:2 (2:0)

Für den Ratzeburger SV II gab es am Sonntagnachmittag ein ungewöhnliches Gefühl. Seit 455 Tagen sollte die Zweitvertretung vom „Riemann“ gegen den Krummesser SV mal wieder ein Ligaspiel verlieren. Es war bitter für den RSV, denn es war zugleich das erste Spiel in der Kreisliga. Man landete nach der langen Serie hart auf dem Boden der Realität. Vor allem gegen den Ball war man nicht zufrieden mit dem Auftritt: „Glückwunsch an Krummesse zum verdienten Sieg. Wir haben das Spiel am Ende verloren, weil wir über die gesamten 90 Minuten zu weit weg von den Gegenspielern waren und es nicht geschafft haben, die nötigen Zweikämpfe anzunehmen. Krummesse hat immer wieder denselben Spielzug aufgezogen, den wir trotz einfachster Mittel nicht konsequent verteidigt bekommen haben“, sagt RSV-Coach Paul Dietz. Nach 25 Minuten war es KSV-Goalgetter Bekir Kasikci (25.), der für die Führung der Hausherren sorgte. Der Stürmer traf aus 14 Metern. Anschließend gab es Annäherungen beider Teams, doch ohne richtig torgefährlich zu werden. Tim Jäger (41.) war es dann vor dem Pausenpfiff, der den Ball ins lange Eck schob zum 2:0-Pausenstand. Dietz sagte: „In der ersten Halbzeit waren wir viel zu passiv und haben es nicht geschafft, den tiefstehenden Gegner in Bewegung zu bringen. Zur zweiten Hälfte haben wir umgestellt und waren über weite Strecken spielbestimmend. Leider haben wir unsere Aktionen im letzten Drittel nicht gut genug ausgespielt oder hatten schlichtweg Pech im Abschluss.“

krummesse jubel @ Einwurf-Doppelpack, Ende einer Serie und Lauenburger Tabellenführer: Spektakulärer Auftakt in der Kreisliga Süd
Der Krummesser SV feierte einen Sieg zum Auftakt in der Kreisliga Süd. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Schlag auf Schlag

Nach der Pause sollte Ratzeburg im Gewühl den Ball zum Anschlusstreffer über die Linie drücken. Jeremy-Owen Buchholz (63.) erzeugte nach Eckball neue Hoffnung. Dies allerdings nur von kurzer Dauer, denn Kasikci leitete ein, Giesen legte ab und Nicolas Heinrich (69.) köpfte zum 3:1 ein. Zwei Joker stellten den Abstand wieder her, doch nur für wenige Momente. Sven Knuth (70.) traf zum 2:3. Es ging Schlag auf Schlag auf dem Hans-Georg-Börstler-Platz, denn erneut keine 60 Sekunden später fiel der Treffer bereits wieder auf der anderen Seite. Giesen legte ein weiteres Mal auf und Kasikci (71.) schob zum 4:2 ein. Es war der Schlusspunkt, sodass der Auftaktsieg für Krummesse gelang. Der siegreiche Coach, Andre Bargholt, sagt: „Taktisch gesehen war die Mannschaft heute on Point und da täuscht unsere vollbesetzte Auswechselbank, die immer noch aufgrund von Verletzungen und Urlaubern aus zum Teil Spielern der Zwoten bestand. Diese fügten sich nahtlos ins System ein und schossen sogar in Person von Nicolas Heinrich das zwischenzeitliche 3:1. Für uns war es der gelungene Auftakt in die langersehnte Kreisligasaison.“

Zwei Gefühlswelten

Besonders gut gefiel Bargholt: „Wir hatten auf jede Spielsituation die passende Antwort und nutzten unsere Torchancen eiskalt. Auch Spieler, die in der vergangenen Saison weniger Spielzeit bekommen hatten, lieferten ein ordentliches bis überragendes Spiel ab, weshalb der Sieg aus meiner Sicht völlig in Ordnung geht. Die beiden Gegentore murmeln wir uns fast selber rein, ansonsten haben wir nicht viel zugelassen und standen defensiv sicher und stabil. Wir danken der Zweitvertretung des Ratzeburger SV für das faire Spiel und wünschen viel Erfolg für die Kreisligasaison.“ Sein Gegenüber sagte zur 2:4-Niederlage: „Wir haben heute klar aufgezeigt bekommen, woran wir in der kommenden Woche arbeiten müssen. Gegen Stockelsdorf werden wir definitiv ein anderes Gesicht zeigen.“

SG Breitenfelde/Mölln – Lübeck 1876 6:1 (1:0)

Bei Lübeck 1876 weiß man noch nicht so richtig, wo man steht. Die Abgänge einiger Leistungsträger, wie Jonas Jacobsen und Gabib Aliev, wiegen schwer für den Kreisligisten und waren nicht gleichwertig zu ersetzen. So verlor man in allen Mannschaftsteilen wichtige Spieler, die in der abgelaufenen Saison zu den Leistungsträgern gehörten. Doch man hat mit Daniel Möllner auch einen Transfercoup landen können, der als absolute Top-Verstärkung gilt. Dieser wird allerdings auch nicht alle Lücken schließen können. Dies zeigte sich bereits in den Vorbereitungsspielen und auch im Pokal gegen Ligakonkurrent ATSV Stockelsdorf, wo man nach einem enttäuschenden Auftritt ausschied. Daher blickte man gespannt auf das erste Ligaspiel bei einer jungen, selbstbewussten Truppe aus Lauenburg. Trotz neun Abgängen hat man bei der SG Breitenfelde/Mölln große Teile der ersten Elf halten und mit zusätzlichen A-Jugendlichen verstärken können. Mit Frederik Pfalzgraf sollte einer davon auch direkt starten, genauso wie das Offensivduo, das in der Vorbereitung kaum aufzuhalten war. Philipp Reimann und Marvin Edler schossen sich für die Liga warm.

Lübecker Köpfe gehen runter

Im ersten Durchgang sollte man auf beiden Seiten noch klar merken, dass es der erste Spieltag der neuen Saison war. Beide gingen noch nicht das höchste Tempo, sodass es eher wenige Torchancen gab. Lübeck 1876 verpasste durch Möllner, während die Heimelf zwei Gelegenheiten verzeichnete. Eine davon nutzte Philipp Reimann (29.) zur 1:0-Pausenführung. Arne Riewe sagte zu Anpassungen in der Pause und einer Steigerung seines Teams: „Meine Truppe hat es über weite Strecken super gemacht. Mit der in der Halbzeit vorgeworfenen Ruhe im letzten Drittel sind sie in der zweiten Halbzeit besser umgegangen.“ Doch der Treffer fiel auf der anderen Seite. Der Breitenfelde-Coach sagt: „Ärgerlich ist allerdings das 1:1, in der logischen Druckphase beim Stand von 1:0 nach der Pause ist es zu locker verteidigt von uns, sodass Lübeck 1876 nur quer spielen muss und den Anschluss macht.“ Norman Bierle (54.) traf. Der Lübecker Coach, Uwe Buchholz, sagte: „Zweite Halbzeit sind wir gut im Spiel, erzielen das 1:1 und haben eine Möglichkeit auf 2:1 zu stellen, aber Breitenfelde klärt auf der Linie. Dann bekommen wir einen Doppelschlag zum 1:3. Bei uns gingen die Köpfe runter und Breitenfelde hatte leichtes Spiel.“ Hendrik Timm (58.) und Jannes Stöver (60.) gelang der Doppelschlag zum 3:1.

breitenfelde molln kabine @ Einwurf-Doppelpack, Ende einer Serie und Lauenburger Tabellenführer: Spektakulärer Auftakt in der Kreisliga Süd
Der erste Tabellenführer der Kreisliga Süd: die SG Breitenfelde/Mölln. Foto: SG Breitenfelde/Mölln/o.H.

Breitenfelde/Mölln grüßt von ganz oben

Die Lübecker zerfielen in ihre Einzelteile, denn Reimann (68.) und Timm (70.) stellten auf 5:1, sodass es eine deutliche Angelegenheit wurde. Zehn Minuten vor der Pause stellte Marvin Edler (80.) auf 6:1, womit Breitenfelde/Mölln an die Tabellenspitze sprang. Man ist der erste Tabellenführer der neuen Saison und dies nach einem echten Ausrufezeichen. „Wir waren einen Schritt schneller in allen Belangen sowie mehr 50/50-Bälle zu unseren Gunsten.“ Sein Gegenüber sagt: „Am Ende eine bittere Niederlage, die wir in der Trainingswoche aufarbeiten werden. Glückwunsch an Breitenfelde.“

Der 1. Spieltag im Überblick

SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg – SV Grün-Weiß Siebenbäumen 2:3
ATSV Stockelsdorf – VfL Rethwisch 1:3
Eichholzer SV II – TSV Kücknitz 3:0
Fortuna St. Jürgen – TSV Schlutup 2:4
TSV Zarpen – SV Azadi Lübeck II 4:1
TSV Travemünde – SV Viktoria 08 5:1
Krummesser SV – Ratzeburger SV II 4:2
SG Breitenfelde/Mölln – Lübeck 1876 6:1

1.Breitenfelde/​Mölln16 : 13
2.TSV Travemünde15 : 13
3.TSV Zarpen14 : 13
4.Eichholzer SV II13 : 03
5.Krummesser SV14 : 23
5.TSV Schlutup14 : 23
7.VfL Rethwisch13 : 13
8.Grün-Weiß Siebenbäumen13 : 23
9.SGWSS12 : 30
10.Ratzeburger SV II12 : 40
10.SV Fortuna St. Jürgen12 : 40
12.ATSV Stockelsdorf11 : 30
13.SV Azadi Lübeck II11 : 40
14.TSV Kücknitz10 : 30
15.SV Viktoria11 : 50
16.Lübeck 187611 : 60


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