
Lübeck – In Lübeck hat die Familie Ciudad Benitez bereits jetzt ihre eigene Handball-Sportgeschichte geschrieben. Für viele ist der Handballsport ein Hobby, nicht so für die Familie Ciudad Benitez, die lebt den Handball mit Leidenschaft, es ist Alltag und Lebensinhalt zugleich. Während einer der Söhne inzwischen den Sprung in die stärkste Liga der Welt schaffte, stehen seine Brüder bereits in den Startlöchern. Doch längst geht es nicht mehr nur um drei Brüder – die gesamte Familie lebt den Handball wie kaum eine andere in Norddeutschland.
Elias Ciudad Benitez beim Erstligisten Rhein-Neckar Löwen
Den größten Schritt machte Elias Ciudad Benitez. Der gebürtige Lübecker wagte bereits mit 16 Jahren den mutigen Schritt vom MTV Lübeck ins Internat der Rhein-Neckar Löwen nach Kronau – weit weg von Familie und Heimat. Dort entwickelte sich der Kreisläufer Jahr für Jahr konsequent weiter, durchlief sämtliche Nachwuchsmannschaften der Junglöwen, etablierte sich in der U23 und feierte bereits in der vergangenen Saison sein Debüt in der Handball-Bundesliga. Mit der kommenden Saison 2026/27 gehört der inzwischen 20-Jährige mit einem Profivertrag fest zum Bundesliga-Kader der Löwen. Für den ehemaligen Junioren-Nationalspieler erfüllte sich damit ein Kindheitstraum.
Elias ist längst nicht das einzige Aushängeschild der Familie
Der Bruder von Elias, Noah Ciudad Benitez, gehört beim MTV Lübeck bereits im zweiten Jahr zum Kader der A-Jugend-Bundesliga. Dort misst er sich Woche für Woche mit den besten Nachwuchsspielern Deutschlands und entwickelte sich kontinuierlich weiter, was viele Beobachter ihm nicht zugetraut hatten.
Auch der jüngste Bruder Henri Ciudad Benitez ist vom Handball-Virus längst infiziert. Er spielt für den MTV Lübeck in der C-Jugend-Regionalliga und gilt ebenfalls als großes Talent. Damit stehen bereits drei Brüder gleichzeitig auf leistungsorientiertem Niveau auf dem Spielfeld – ein Bild, das selbst im deutschen Handball Seltenheitswert besitzt.
Damit endet die Geschichte noch lange nicht
Mit Lilly Ciudad gehört auch die Cousine der Brüder zu den größten Talenten der Region. Sie spielt in der A-Jugend-Bundesliga für den VfL Bad Schwartau und sammelte gleichzeitig über ein Zweitspielrecht bereits wertvolle Erfahrungen im Kader des Zweitligisten SV Todesfelde. Auch ihr wird eine vielversprechende Zukunft im Frauenhandball zugetraut.
Ein weiterer Name ist Leon Ciudad Benitez. Sein Weg führte ihn über den THW Kiel, den TSV Altenholz und den VfL Lübeck-Schwartau in den Profihandball. Seit dieser Saison gehört er zum Kader des Zweitligisten Dessau-Roßlauer HV und erfüllte sich damit ebenfalls seinen Traum vom Leistungshandball.
Weiter ist da noch Luis Ciudad. Auch er galt über Jahre als eines der größten Talente der Region. Nach seinen Anfängen beim TSV Eintracht Groß Grönau, später beim MTV Lübeck, spielte er unter anderem in der Jugend des THW Kiel und anschließend in der A-Jugend-Bundesliga des MTV Lübeck. Statt einer Profikarriere entschied sich Luis jedoch bewusst für den Weg zur Polizei. Wer ihn spielen sah, weiß allerdings, dass auch ihm viele den Sprung in den Profihandball durchaus zugetraut hätten. Vielleicht führt ihn sein Weg irgendwann noch einmal zurück auf die Platte.
Bemerkenswert ist dabei eines: Die sportlichen Wurzeln der Familie liegen nicht beim MTV Lübeck, sondern beim TSV Eintracht Groß Grönau. Dort machten nahezu alle Familienmitglieder ihre ersten Schritte mit dem Handball, lernten die Grundlagen des Spiels und entwickelten die Begeisterung für den Sport. Erst später führte der Weg vieler Talente zum MTV Lübeck, der sie auf ihrem weiteren leistungsorientierten Weg entscheidend förderte.
Der Handball spielt in der Familie nicht nur auf dem Spielfeld eine Hauptrolle
Familienoberhaupt Henning Ammen zählt inzwischen zu den bekanntesten Trainern im norddeutschen Frauenhandball. Mit den Frauen des SV Todesfelde gelang ihm der sensationelle Durchmarsch bis in die 2. Handball-Bundesliga. Seine Mannschaft begeisterte mit mutigem Tempo-Handball und schrieb Vereinsgeschichte. Gleichzeitig war Ammen über viele Jahre prägend für die Nachwuchsarbeit des MTV Lübeck und begleitete zahlreiche Talente auf ihrem Weg in den Leistungssport.
Wer die Familie kennt, weiß schnell: Hier dreht sich nahezu alles um Handball. Trainingszeiten werden koordiniert, Spiele besucht, Videos analysiert und Erfolge gemeinsam gefeiert. Der Sport ist Gesprächsthema beim Frühstück genauso wie beim Abendessen. Freie Wochenenden sind selten – irgendwo in Deutschland spielt fast immer ein Mitglied der Familie.
Schon vor einigen Jahren berichtete HL-SPORTS über die außergewöhnliche Handballfamilie. Seitdem ist die Geschichte eindrucksvoll weitergeschrieben worden. Aus Nachwuchstalenten wurden Bundesliga- und Zweitligaspieler, weitere Talente klopfen an die Tür des Spitzenhandballs und die nächste Generation wächst bereits heran.
Vielleicht ist genau das das Besondere an dieser Familie: Es geht nicht darum, wer der Erfolgreichste ist. Es geht darum, sich gegenseitig zu unterstützen, voneinander zu lernen und die gemeinsame Leidenschaft zu teilen.
Die Geschichte der Familie Ciudad Benitez ist deshalb weit mehr als die Geschichte eines Bundesliga-Profis. Sie ist die Geschichte einer Familie, die zeigt, wie Leidenschaft, Disziplin, Zusammenhalt und unzählige Stunden in der Sporthalle über Generationen hinweg außergewöhnliche Handballkarrieren hervorbringen können.
Und wer weiß – vielleicht ist die nächste große Erfolgsgeschichte der Familie bereits heute in einer Sporthalle in Schleswig-Holstein unterwegs. Bei der Familie Ciudad Benitez würde das jedenfalls niemanden mehr überraschen.
Bildquellen
- Familie Ciudad Benitez: Sabrina Ciudad Benitez
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