Dominanter Auftritt am Dienstagabend: Bösdorf/Malente macht es gegen Aufsteiger deutlich

Gremersdorf und Großenbrode holen je einen Punkt

Acht Tore fielen am Dienstagabend in Malente. Foto: Lobeca/Niklas Runne
Anzeige

Malente – In der Kreisliga Südost wurde am Dienstagabend die Englische Woche eröffnet. Drei Spiele standen an, wobei es am Ende allerdings nur einen Sieger geben sollte. Dieser war am Ende glasklar. Ansonsten hieß es zweimal 1:1, was die Ausgeglichenheit in dieser Liga nochmals unterstreicht.

SG Bösdorf/Malente – TSV Dannau 7:1 (2:1)

Die SG Bösdorf/Malente holte aus den ersten beiden Spielen vier Punkte und ging daher ungeschlagen ins dritte Kreisligaspiel der Saison. Zu Gast war der TSV Dannau, der mit einem Sieg und einer Niederlage im Gepäck anreiste. Gegen den Aufsteiger wollte die SG einen deutlich besseren Auftritt hinlegen als noch in Gremersdorf, wo es einen glücklichen Punkt gab und so rief SG-Coach Benjamin Berger seine Mannschaft zu folgendem auf: „Wir wollen den Aufsteiger bei uns ins Malente aus dem Stadion schießen!“ Es war eine klare Ansage, sodass man gespannt sein konnte, wie die favorisierten Hausherren auftreten würden. Bereits die Aufstellung verriet, in welche Richtung es gehen würde. Diese sollte sehr offensiv ausgerichtet sein, denn insgesamt begannen gleich sechs Spieler, die ihre Stärken in Richtung gegnerisches Tor haben. Die Marschroute war also klar und somit genauso auch für den Gegner, denn Dannau wollte keineswegs im ersten Auswärtsspiel der Saison ins offene Messer laufen. Daher setzte Trainer Stefan Gärtner im gewohnten 4-2-3-1 auf eine eher abwartende Taktik. Man stand tief, ließ den Gegner kommen und wollte mit den schnellen Offensivspielern um Eslam Amiri und Tristan Anders auf Umschaltmomente warten.

Viele Chancen in der Anfangsphase

Die SG legte von Beginn an sehr dominant und druckvoll los. Der erste Angriff rollte über Brandtner in Richtung Grundlinie, doch Kim Kauns Abschluss wurde abgefälscht und ging daher deutlich über das Tor. Zwei Minuten später war es erneut der schnelle Außenspieler, der sich diesmal gut durchsetzte und Matti Radzuhn bediente, doch der junge Mittelfeldspieler schob am Tor vorbei. Es war früh zu erkennen, in welche Richtung es hier gehen würde, denn Dannau bekam kaum Entlastung. Selten verzeichnete der Aufsteiger mal längere Ballbesitzphasen, denn Bösdorf/Malente zeigte genau die Gier, die ihr Trainer im Vorfeld einforderte. Nach sechs Minuten gab es dann die erste Riesenchance im Spiel, als Kaun aus der Abwehr heraus einen langen Ball schlug, der genau bei Jonas Lüdtke landete, dessen Abschluss am Pfosten landete. Die Führung lag in der Luft und nach weiteren Versuchen von Radzuhn und Jan-Ole Wiebcke sollte diese dann auch gelingen. Ein ruhender Ball führte zu diesem, denn nach einem vermeidbaren Foul vor dem Sechzehner trat Fabian Riemann (13.) den Freistoß und verwandelte diesen zur bereits früh überfälligen Führung.

img 0429 @ Dominanter Auftritt am Dienstagabend: Bösdorf/Malente macht es gegen Aufsteiger deutlich
Bösdorf/Malente war gegen den TSV Dannau die klar spielbestimmende Mannschaft. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Anschluss nach Ecke

Im Anschluss sollte die SG allerdings den Faden verlieren. Zwar blieb diese weiterhin das klar tonangebende Team, doch es häuften sich viele falsche Entscheidungen. So gab es auch nicht mehr allzu viel Zug zum Tor, wie in der Anfangsviertelstunde, auch wenn es weiterhin Chance und Chance gab. So köpfte Wiebcke vorbei, drei Minuten später vertändelte Paulauskas einen Ball bei einem Konter im gegnerischen Sechzehner oder aber der Abschluss wurde verpasst. Es boten sich genügend Möglichkeiten, nach bereits einer halben Stunde mit drei bis fünf Toren zu führen. Das Torschussverhältnis sprach eine sehr klare Sprache, denn während Gästekeeper Marcel Peetz einen Ball nach dem anderen in seine Richtung bekam, erlebte Jesko Saggau auf der anderen Seite eine ruhige erste Hälfte. Zwei Konter, wo es allerdings entweder beim letzten Pass oder aber dem Abschluss haderte, rollten auf sein Tor zu, doch auszeichnen musste sich der Keeper nicht. Drei Minuten vor der Pause sollte dann ein Ball durchrutschen, sodass Niklas Bandtner (42.) halbrechts frei aufs Tor zulief und eiskalt traf. Es war das überfällige zweite Tor, doch im Anschluss schien sich die Heimelf bereits frühzeitig in die Pause zu verabschieden. Man war völlig abwesend und so erspielte sich der Aufsteiger eine Ecke. Diese segelte an den zweiten Pfosten, wo gleich drei Angreifer völlig blank standen und der großgewachsene Lucas Timm (44.) nicht einmal mehr hochspringen musste, um den Ball im Tor unterzubringen.

Um die Pause herum fehlte die Gier

Es ging also nur mit 2:1 aus Sicht der SG Bösdorf/Malente in die Pause, was eigentlich kaum zu glauben war. Zum einen war die Torausbeute aus so vielen Chancen viel zu gering und das Gegentor mit der ersten richtigen Chance vermeidbar. Daher galt es, sich im zweiten Durchgang zu steigern und die Überlegenheit noch mehr im Ergebnis widerzuspiegeln, doch der Gegner hatte nach den Schlussminuten im ersten Durchgang auch Blut geleckt. Daher trat die Mannschaft von Trainer Gärtner auch taktisch verändert auf. Man stand deutlich höher und war nicht mehr ganz so abwartend wie in den ersten 45 Minuten. Damit musste Bösdorf/Malente erst einmal zurechtkommen, sodass die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel an den Aufsteiger gingen. Zwei Minuten nach Wiederbeginn sollte es dann einen Aufreger geben, denn nachdem Amiri durchsteckte, war ein Dannauer durch, doch Torhüter Saggau holte diesen von den Beinen. Gespannt ging der Blick auf den Schiedsrichter, der sich allerdings gegen eine Notbremse entschied. Es blieb beim Elf gegen Elf, doch es gab auch eine gute Freistoßposition für die Gäste. Amiri zog diesen ziemlich mittig aufs Tor, Saggau klärte zur Ecke. Es war der beste Abschluss in der Partie und gleichzeitig auch der letzte für den Aufsteiger. In dieser war die SG nicht so richtig im Spiel, was auch Berger so sah: „Da fehlte so ein bisschen diese Gier, um einfach der Zentimeter der Bessere zu sein auf dem Platz. Das fehlte, aber haben wir nachher gut kompensiert und brutale Qualität von der Bank bringen können.“

Bösdorf/Malente macht es deutlich

Danach fuhr sich die Heimmannschaft nämlich wieder hoch und überrannte den Gegner förmlich. Zunächst ließen sie weitere Gelegenheiten ungenutzt, doch dann sollte Matti Radzuhn im Sechzehner gelegt werden, sodass es den Elfmeter gab. Fabian Riemann (67.) traf und eröffnete den Torrausch nach der Pause. Nur drei Minuten später sollte nämlich zunächst Thore Meyer am Torhüter scheitern, doch den Nachschuss schob Niclas Timm (70.) ins Tor. Dieser legte etwa zehn Minuten später nach (81.), bevor nur wenige Sekunden später der ebenfalls eingewechselte Jannes Radzuhn (81.) nach Vorlage von Ole Hoffmann zum 6:1 traf. Mit dem Schlusspfiff erhöhte Leo Korn (90.) nach schöner Einzelaktion an der Grundlinie und anschließendem Abschluss ins lange Eck zum 7:1, was auch gleichzeitig der Endstand war. Es gab am Ende doch noch den leistungsgerechten deutlichen Sieg der SG gegen immer passiver werdende Gäste. Der siegreiche Trainer, Benjamin Berger, sagte: „Die ersten 45 Minuten waren von uns nicht gut, aber auch nicht schlecht. Wir haben viele falsche Entscheidungen getroffen. Dies haben wir in der Halbzeit angesprochen und ich finde, dass wir es in der zweiten Halbzeit besser gemacht haben. Wir haben Dannau gut laufen lassen, kamen zu unseren Chancen und haben diese auch mal genutzt, nicht wie in der ersten Halbzeit. Da kann Dannau schon froh sein, dass es nicht 3:0, 4:0 oder 5:0 zur Pause stand.“

Anzeige
AOK
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
VfB Lübeck

FSG Saxonia – TSV Gremersdorf 1:1 (1:1)

Nach dem Abstieg aus der Verbandsliga sollte der TSV Gremersdorf mit vier Punkten aus zwei Spielen gut in die neue Liga starten. Dabei wäre vor allem am vergangenen Sonnabend, als es ein 2:2-Remis gegen Bösdorf/Malente gab, deutlich mehr drin gewesen, doch die Chancenverwertung verhinderte einen Dreier im ersten Heimspiel. Nun ging es am Dienstagabend in die Fremde und auf den TSV wartete mit der FSG Saxonia eine Mannschaft, die in den ersten beiden Duellen sieglos blieb. Einen Punkt gab es dort, doch das Startprogramm war mit den Spielen gegen Dersau/Kalübbe und Eutin 08 II auch enorm schwer. Nun stand eine weitere schwierige Aufgabe an gegen personell gebeutelte Mannen aus Gremersdorf. Deren Trainer, Christian Ippig, fand im Vorfeld scharfe Worte in Richtung Staffelleiter, denn die Ansetzung am Dienstagabend in Bornhöved war fragwürdig. Dennoch blieb dem TSV nichts anderes übrig, als sich auf den Weg zu machen, auch wenn dabei der ein oder andere Spieler fehlen sollte.

img 5259 @ Dominanter Auftritt am Dienstagabend: Bösdorf/Malente macht es gegen Aufsteiger deutlich
Michel Rüddiger glich für den TSV Gremersdorf aus. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Rüddiger antwortet vor der Pause

Mit Rune Jäkel sollte einer allerdings sein Comeback in der Startelf feiern, sodass Ippig nun wieder ein gelernter Stürmer zur Verfügung stand. Dabei war hier eigentlich eine andere Option eingeplant, wie der Trainer verriet: „Wir begannen mit Rune Jäkel in der Startelf, da Felix Severin aus beruflichen Gründen nicht rechtzeitig zu Spielbeginn da war.“ Daher war die Hoffnung groß auf den Sturmriesen. In der Anfangsphase sollte der Führungstreffer allerdings auf Seiten der Hausherren fallen. Diese jubelten, nach einer Ecke. Gegen die große „Unbekannte“, wie es die FSG Saxonia für die Mannschaft vom Bankendorfer Weg war, sollte nun also einem Rückstand hinterhergelaufen werden, doch dieser wurde noch vor der Pause egalisiert. Michel Rüddiger (39.) traf zum 1:1. Am Ende sollten es erneut zwei verlorene Punkte für die Ostholsteiner sein, denn Ippig fasste das Spiel wie folgt zusammen: „“In den ersten gut 25 Minuten waren nicht auf dem Platz weder gedanklich noch wirklich körperlich. Tim-Ole Uhtenwoldt köpft nach einer Ecke den Ball wunderbar in eigene Netz, so dass wir mit 1:0 in Rückstand gingen. So langsam haben wir dann auf dem großen Platz, aber sehr stumpfen Rasen, begonnen Fussball zu spielen. Rune Jäkel scheiterte noch mit einem Kopfball aus acht Metern, aber Michel Rüddiger traf dann nach einem weiten Ball von der rechten Seite mit einem strammen Schuss aus halblinker Position zum Ausgleich.“

SV Großenbrode – FT Preetz 1:1 (0:1)

Der SV Großenbrode wollte nach dem ersten Saisonsieg am vergangenen Freitag in Dannau nun zu Hause nachlegen. Dort fühlt sich der Aufsteiger von 2025 am wohlsten, sodass man mit einer großen Portion Zuversicht, doch auch Respekt ins Spiel ging. Schließlich sollte mit der FT Preetz eine Mannschaft anreisen, die vier Punkte aus den ersten beiden Spielen holte und zuletzt mit 10:2 den SV Rickling bezwang. Großenbrode-Coach Peter Thomm sprach von mehreren Unterschiedsspielern beim Gegner, wobei vor allem Spielertrainer Florian Manstein hervorgehoben wurde. Der Stürmer erzielte zuletzt einen Dreierpack und war in den vergangenen Jahren ein verlässlicher Torgarant. Auf ihn galt es also aufzupassen. Die Ostholsteiner wollten vor allem den Kampf annehmen und mit einer erneut starken mannschaftlichen Geschlossenheit den Gegner ärgern. Versteckt sollte sich allerdings nicht werden. Auf Seiten der Gäste sollte in der Startelf mit Mats Böckmann-Rixen nicht nur ein wichtiger Verteidiger fehlen, sondern gleichzeitig auch ein Dreierpacker aus dem Rickling-Spiel. Dieser galt es zu ersetzen.

Torhüter und Mentalität retten einen Punkt

Von Beginn an sollte die FT Preetz das Spiel kontrollieren. Sie wollten den Ball und hatten daher auch klare Ballbesitzvorteile. Großenbrode tat sich schwer und hatte zur Pause großes Glück. Es gab einige gute Chancen, die Preetz allerdings ungenutzt ließ, sodass es nach 45 Minuten nur 0:1 stand. Florian Manstein (40.) traf. Dies war aus Sicht der Gäste allerdings zu wenig, denn sie waren klar besser. Großenbrode-Coach Peter Thomm sah dies ebenfalls so: „Wenn wir ehrlich sind, muss Preetz zur Halbzeit 2:0 oder 3:0 führen. Sie waren die klar bessere Mannschaft, wir hatten wenig Zugriff und wenige Szenen nach vorne, aber erste Halbzeit waren wir einfach nicht gut genug da.“ Wenn man gefährlich wurde, dann sollten es Distanzschüsse sein, die allerdings selten große Herausforderungen für den FT-Keeper waren. „Zweite Halbzeit haben wir dann dreimal gewechselt und dann auch deutlich mehr Zugriff. Wir sind den Gegner früher angelaufen, haben diese höher gestört und machen folgerichtig das 1:1. Nichtsdestotrotz war es so, dass wir uns nicht beschweren dürfen, wenn Preetz das Spiel gewinnt. Wir nehmen den Punkt mit, freuen uns darüber, aber diesen hat unser Torwart und unsere Mentalität festgehalten.“ Ein gefährlicher Freistoß sollte die beste Chance der Heimelf sein, doch Deniz List war zur Stelle. So gab es einen Punkt, der ganz klar ein gewonnener für die Thomm-Elf ist. Ein starker Sebastian Ziegler im Tor, sowie Torschütze Yannic Slowy (67.) sollten der Heimelf den vierten Zähler der Saison bescheren. Preetz hat auswärts weiterhin Probleme, was sich nach der vergangenen Spielzeit bereits nun fortsetzt.

Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.

- Anzeige -

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein