
Norderstedt – Der FC Eintracht Norderstedt empfing im Rahmen der Englischen Woche am Mittwochabend Kickers Emden in der Regionalliga. Die Segeberger bereiteten sich auf eine anspruchsvolle Aufgabe vor – und präsentierten sich auf dem Rasen in bestechender Form. Mit 6:2 schoss man die Ostfriesen aus dem heimischen Edmund-Plambeck-Stadion.
Behounek, Behounek und nochmal Behounek
Es dauerte gute 20 Minuten, bis Ampofo auf Seiten der Norderstedter mal wieder einen Treffer vorlegte. Jonas Behounek (22.) schloss platziert zur Führung ab. Damit fing die Behounek-Show aber gerade erst an. Zehn Minuten vor der Pause fand seine Hereingabe am zweiten Pfosten Lukas Krüger (35.), der den 2:0-Halbzeitstand markierte. Nach dem Seitenwechsel nahm Behounek (50.) das Zepter wieder selbst in die Hand und verwandelte einen Freistoß aus fast 30 Metern direkt. Doch damit nicht genug: Kurze Zeit später machte Behounek (54.) nach Seitenverlagerung von Palzer sogar noch den Dreierpack perfekt. 4:0, Hattrick und Vorlage – so hatte sich die Nummer 10 der Eintracht den großen Applaus bei der Auswechslung zweifelsohne verdient.
Der Zug hat keine Bremse
Doch mit der Herausnahme des Matchwinners hörten die Segeberger nicht auf. Nur eine Minute später stellte Ezra Ampofo (56.) auf 5:0. Etwas Ergebniskosmetik war für die Gäste aber noch drin. So brachte Luc Ihorst (73.) den Ehrentreffer. Das gefiel den Gastgebern nicht. Joker Camacho bediente den ebenfalls eingewechselten Lenny Kufrin (80.) – 6:1. An diesem Tag gelang aus Sicht der Hausherren wirklich alles. Daran änderte auch das späte Tor von Peer Mahncke (86.) zum 6:2-Endstand nichts mehr.
Intensität und Effizienz als Schlüssel
Eintracht-Coach Özden Kocadal zeigte sich nach der Partie entsprechend zufrieden: „Heute ist natürlich ganz viel zusammengekommen, wo man sagt, so muss es laufen, damit man gegen Kickers Emden sechs Tore schießt. Wir waren unfassbar effektiv.“ Für den Trainer war vor allem die Umsetzung der eigenen Spielidee entscheidend. „Wir wollen intensiv sein, wir wollen unangenehm sein. Das haben sie heute wirklich gezeigt“, lobte Kocadal seine Mannschaft.
Die Norderstedter nutzten ihre Umschaltmomente konsequent und machten aus ihren Chancen Tore. Auch eine kurze Druckphase der Gäste überstand die Mannschaft. „Da hatten wir draußen, ich glaube aber auch die Mannschaft auf dem Feld, das Gefühl, dass heute uns nichts passieren wird, dass nichts anbrennen wird“, so Kocadal.
„Solche Tage werden wir sehr selten erleben“
Trotz des deutlichen Erfolgs ordnete Kocadal das Ergebnis realistisch ein. „Wir wissen auch, dass wir das Ganze richtig einordnen müssen. Solche Tage werden wir sehr selten erleben“, erklärte der Trainer. Den Abend wolle man dennoch genießen, bevor bereits die nächste schwere Aufgabe wartet. In Oldenburg erwartet Kocadal ein „Bonusspiel. Es kann böse enden, kann aber auch richtig gut laufen. Wir wollen da auch noch mal alles geben.“
Viel Zeit zur Erholung bleibt ohnehin nicht. Bereits am Dienstag steht im Landespokal die nächste Partie an. Dann geht es in der zweiten Runde zum HSV Barmbek-Uhlenhorst. „Das Spiel ist uns einfach extrem wichtig. Wenn wir da im Pokal eine Runde weiterkommen, dann sind wir sehr, sehr glücklich, wie die letzten Tage gelaufen sind“, betonte Kocadal.
Die aktuelle positive Entwicklung möchte der Trainer nun möglichst lange fortsetzen: „Wir hoffen, dass es so weitergeht, dass die Spieler gesund bleiben und dass wir einfach diesen guten Drive, den wir gerade haben, einfach weiterleben können.“
Eine Personalie bleibt in diesen Tagen allerdings ein Wermutstropfen für die Eintracht. Wie der Verein am Mittwoch bekannt gab, hat sich Melvin Zimmer einen Knorpelschaden im Knie zugezogen und droht lange auszufallen. „Die Ausfalldauer tut weh, das ist sehr bitter“, so der 22jährige, der nun voraussichtlich monatelang fehlen wird. Wie lange genau, vermochte er nicht einzuschätzen. „Man muss sehen, wie der Heilungsprozess verläuft, da müssen wir erst einmal abwarten.“







