Aufsteiger gewinnen nach Rückstand – Siebenbäumen macht das Dutzend voll

Fortuna St. Jürgen verliert erneut

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Lübeck – Die erste Englische Woche der Kreisliga Süd steht in den Geschichtsbüchern und es waren sieben Tage, in denen eine Menge auf den Sportplätzen in Lübeck und Umgebung los war. Viele Tore, verschiedene Gefühlslagen und eine reichlich Unterhaltung prägten die mitreißenden und spannenden Spiele. Dabei gab es neben dem Topspiel am Sonnabend, Sonntagmittag gleich sieben Spiele.

Lübeck 1876 – TSV Zarpen 2:3 (0:0)

Mit zwei Siegen in Folge sollte Lübeck 1876 richtig gut in die Englische Woche starten. Sowohl Wentorf-Sandesneben/Schönberg (2:0) als auch Fortuna St. Jürgen (3:2) wurden bezwungen. Nach einem Umbruch im Sommer und einer Klatsche am ersten Spieltag war es eine starke Moral der Mannschaft von Uwe Buchholz und Andreas Beyer. Nun sollte im zweiten Heimspiel der zweite Heimsieg her, doch zu Gast war eine Mannschaft, die in den ersten Wochen der Saison die Liga bereits ordentlich aufmischte. Aufsteiger TSV Zarpen reiste an und nach sieben Punkten aus drei Spielen mit einer großen Portion Selbstvertrauen. Vor allem der Erfolg gegen den SV Grün-Weiß Siebenbäumen (3:1) am Donnerstagabend sollte ein dickes Ausrufezeichen sein. Nun galt es allerdings nachzulegen und mit Blick auf das Personal sollte Torjäger Nico Scheel in den Kader zurückkehren.

Dürftiges Kreisligaspiel

Im ersten Durchgang sollte es kein gutes Fußballspiel sein. Beide Mannschaften taten sich schwer, wobei Zarpen mehr vom Spiel hatte. Der Ball war mehr beim Aufsteiger, doch ohne, dass richtig zwingende Chancen daraus resultierten. So sollte eine zähe erste Halbzeit ohne Tore enden. Tobias Clasen, Trainer der Gäste, sagte: „Wir haben ein bisschen mehr gemacht für das Spiel als Lübeck 1876. Wir waren erste Halbzeit etwas mehr im Ballbesitz, haben auch gute Situationen ausgelöst, doch dabei war nichts Zwingendes. Für mich war es aber auch erste Halbzeit kein gutes Kreisligaspiel, das wir abgeliefert haben.“ Sein Gegenüber Uwe Buchholz schätzte den ersten Durchgang ähnlich ein: „Das war heute kein gutes Kreisligaspiel von beiden Mannschaften. Erste Halbzeit wenig Spielfluss, kaum Torchancen und so geht es mit einem 0:0 in die Pause.“

nico scheel @ Aufsteiger gewinnen nach Rückstand - Siebenbäumen macht das Dutzend voll
Nico Scheel sollte das Spiel nach seiner Einwechslung in Richtung Zarpen drehen. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Aufholjagd unter den Augen von Handball-Nationalspieler

Nach der Pause sollte es sich etwas ändern. Unter den Augen von prominentem Besuch in Person von Handballnationalspieler Juri Knorr, der eine Freundschaft zu einem Spieler der Platzherren pflegt, gelang den Lübeckern der Doppelschlag. Jan Luca Behnke (63./66.) schnürte jeweils nach Standard den Doppelschlag und brachte seine Mannschaft auf Kurs. Im direkten Gegenzug sollte der Aufsteiger allerdings durch den eingewechselten Nico Scheel (67.) verkürzen. Sieben Minuten vor dem Ende gelang diesem dann sogar der Ausgleich, sodass alles wieder auf Null war. Buchholz haderte damit: „Damit haben wir Zarpen wieder ins Spiel gebracht. Wir verteidigen auch beim 2:2 genau wie beim 1:2 trotz Überzahl in Ballnähe zu unentschlossen.“ Zarpen war nun am Drücker und mit der Gelb-Roten Karte für Jan Baras drei Minuten nach dem Ausgleich sollte das Spiel noch mehr Richtung Stormarn kippen. Ein Eckball in der Nachspielzeit sollte im Gewühl von Luca Rohr (91.) über die Linie gedrückt werden. Es war der späte Siegtreffer nach 0:2-Rückstand, sodass der Aufsteiger weiterhin ungeschlagen bleibt. Der Lübecker Trainer sagte zur zweiten Niederlage seiner Mannschaft: „In der Schlussphase bekommen wir in Unterzahl dann auch noch das 2:3 nach einer Ecke. Definitiv wäre heute ein Unentschieden das gerechte Ergebnis gewesen.“ Tobias Clasen, Trainer des Siegers und Tabellenführers, sah es etwas anders als sein Gegenüber: „Es war kein gutes Spiel, aber ich denke, der verdiente Sieger waren wir.“

SV Grün-Weiß Siebenbäumen – Krummesser SV 12:0 (7:0)

Der SV Grün-Weiß Siebenbäumen hat am Donnerstag die erste Niederlage nach dem Verbandsligaabstieg hinnehmen müssen. Nach zwei Siegen zum Start war es ein Dämpfer an einem dieser berühmten Tage, wo einfach nichts klappen sollte. Beim TSV Zarpen wurde insbesondere im ersten Durchgang Chancenwucher betrieben und hinten ein Fehler nach dem anderen gemacht. Die 1:3-Pleite war daher die Folge. Nun sollte im zweiten Heimspiel ein anderes Gesicht gezeigt werden, wenn mit dem Krummesser SV ein Aufsteiger anreiste, der zwei Niederlagen in Folge hinnehmen musste. Die Personaldecke war zu dünn zuletzt, sodass zweimal nach Führung noch verloren wurde. Klar war nun, dass es auf der Hufe einen defensiv konzentrierten und couragierten Auftritt brauchte, denn sonst würde ein ganz bitterer Nachmittag drohen. Die Partie begann für Siebenbäumen ähnlich wie am Donnerstag. Kokouvi Ahiandjipe (3.) bekam die große Chance, doch anders als in Zarpen sollte er diesmal den Ball im Tor unterbringen.

7:0 bereits zur Pause

Es war der Startschuss in einen denkwürdigen Auftritt des SV Grün-Weiß, der sich in einen echten Torrausch spielte. Torge Schlüter (17./32.), Luke Pantas (24.) und Franz Walter Schlatow (28.) stellten nach etwas mehr als einer halben Stunde bereits auf 5:0. Siebenbäumen zeigte sich deutlich effizienter als zuletzt und machte noch vor der Halbzeit munter weiter, auch wenn KSV-Coach Andre Bargholt mit einem Doppelwechsel versuchte, mehr Sicherheit reinzubekommen. Veysi Kurt (38.) und Fynn Halupka (39.) stellten auf 7:0 zur Halbzeit, sodass es eine heftige Klatsche für den Aufsteiger geben sollte.

Personelle Situation lässt Bargholt hadern

Im zweiten Durchgang hörten die Gastgeber nicht auf. Schlatow (53.) und Pantas (59.) legten schnell nach, bevor Kaleab Begna (59.) es zweistellig machte. Siebenbäumen hörte einfach nicht auf und Krummesse konnte kaum etwas entgegensetzen. Die Kräfte schwanden erneut und Mohammad Hamid (80./90.) setzte mit seinem Doppelpack den Schlusspunkt. 12:0 hieß es am Ende auf der Hufe, sodass der Verbandsligaabsteiger und gemeinsam mit Eichholz II Top-Favorit auf den Titel ein dickes Ausrufezeichen setzte. Sie traten auf, wie eine Spitzenmannschaft und sammelten direkt einmal einen großen Vorsprung mit Blick auf das Torverhältnis an. Beim Krummesser SV sah es ganz anders aus. Es war ein bitterer Tag, an dem kaum etwas entgegengesetzt werden konnte. Die Niederlage schmerzt enorm, denn es ist die dritte in Serie und auch das Torverhältnis musste ordentlich leiden. Trainer Bargholt weiß diese Pleite allerdings realistisch einzuschätzen, denn er hadert eher mit der personellen Situation als dem Ergebnis: „Gezeichnet von den letzten Wochen reisten wir mit verletzten/angeschlagenen Spielern und Spielern aus der zwoten Herren an, die vorher selber noch auf dem Platz standen. Siebenbäumen wollte unser Spiel nicht verlegen, da sie nicht aus dem Spielrhythmus kommen wollten. Ergebnis eine deftige Klatsche und zwei weitere vorher angeschlagene, jetzt verletzte Spieler. Wir hoffen, dass sich die Personallage und die vielen Verletzungen in den nächsten Wochen etwas entspannt und wir dann wieder spannende und faire Spiele auf Augenhöhe bestreiten können.“

TSV Schlutup – Ratzeburger SV II 4:5 (1:1)

Am Palinger Weg trafen zwei absolute Gegensätze aufeinander. Während der TSV Schlutup mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen gestartet ist und sich früh in der oberen Tabellenregion wiedergefunden hat, sollte es beim jüngsten Gegner anders aussehen. Aufsteiger Ratzeburger SV II blieb sieglos und holte nur einen von möglichen neun Punkten. Nach einer ungeschlagenen Aufstiegsspielzeit schien es so, als hätte die Zweitvertretung das Siegen etwas verlernt, doch am Sonntag bewies diese das Gegenteil. Dabei schien es im ersten Durchgang noch so, als würden die Lübecker ihre Ungeschlagen-Serie fortsetzen. Sie waren spielbestimmend und hatten auch das klare Chancenplus. Zwar traf Mert Büyükdemir (22.) zum 1:0, doch wie bereits zuletzt, versäumte der TSV nachzulegen. Die Chancenverwertung bleibt weiterhin ein Manko, an dem ganz klar gearbeitet werden muss.

Chancenwucher rächt sich

Schließlich rächt sich Chancenwucher meist sehr schnell und genau so war es auch an diesem Tag. Jonathan März (40.) glich mit einer von wenigen Gelegenheiten der Lauenburger in der ersten Hälfte aus. So stand es zur Pause 0:0, was für Robertino Borja nur schwer zu glauben war: „Im ersten Durchgang waren wir klar spielbestimmend und haben uns wieder zahlreiche Torchancen herausgespielt. Wir müssen zur Halbzeit eigentlich 3:0 oder sogar 4:0 führen. Nach dem 1:0 kam Ratzeburg einmal gefährlich zum Abschluss und erzielte kurz vor der Pause den Ausgleich.“ Sein Gegenüber Paul Dietz sah es etwas anders: „Die ersten 25 Minuten sind recht ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten, Schlutup macht dann das 1:0 aus einem abgefälschten Weitschuss.
Im Anschluss gewinnt Schlutup die Oberhand und wir kommen mit den vielen Diagonalbällen der Innenverteidigung nicht gut klar, machen dann durch einen sauberen Spielzug in Schlutups Drangphase das 1:1 durch Jonathan März, welcher heute auf ungewohnter Position eine überragende Leistung zeigte. Wir dürfen uns aber nicht beschweren, wenn Schlutup mit 2:1 in die Halbzeit geht.“

Borja spricht von kollektivem Versagen

Nach der Pause sollte sich das Bild dann komplett verändern: „In der zweiten Halbzeit dann plötzlich ein völlig anderes Bild. Aus unerklärlichen Gründen haben wir für rund 30 Minuten komplett aufgehört, Fußball zu spielen. Keine Ordnung, keine Aggressivität und kein vernünftiges Zusammenspiel mehr. Das war ein kollektives Versagen, wie wir es in dieser Saison bisher noch gar nicht gesehen haben.“

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Robertino Borja sah eine unerklärliche zweite Hälfte seines TSV Schlutup. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Jan-Hendrik Braasch (52.) und Patrick Wulf (55.) stellten mit einem Doppelschlag auf 3:1 für den Aufsteiger. Kurz darauf sollte Braasch (61.) auf 4:1 erhöhen. Dietz sagte: „Wir stellen in der Halbzeit um, um das Spiel über die Flügel Schlutups besser in den Griff zu bekommen und der Matchplan geht voll auf, wir überrollen Schlutup und vergeben einige Chancen, sodass Schlutup noch gut mit einem 4:1 bedient ist.“ Es war für Borja kaum zu glauben, wie seine Mannschaft so den Faden verlieren konnte. Ömer Ünsal (80.) verkürzte, doch Wulf (88.) stellte den Drei-Tore-Abstand wieder her. Im Gegenzug traf allerdings Mehmet Sülü (89.) zum 3:5 und Büyükdemir (91.) sogar zum 4:5. Plötzlich musste Ratzeburg nochmal richtig zittern. Doch es sollte am Ende reichen. „In den letzten Minuten fehlt uns die Luft und Schlutup drückt nochmal, wir machen es durch gewohnt einfache Gegentore nochmal spannend. Danke an Schlutup und das gute Schiedsrichtergespann für das faire Spiel.“ Der erstmals geschlagene Coach sagte: „Ratzeburg hat mit seiner aggressiven Spielweise und den guten Umschaltmomenten unsere Fehler eiskalt bestraft. Auch wenn wir am Ende noch die Möglichkeit hatten, fast auf 5:5 heranzukommen, müssen wir ganz klar sagen: Wir haben das Spiel heute verdient verloren. Glückwunsch an Ratzeburg zum Sieg.“ Der siegreiche Coach sagte: „Wir hatten mit Schlutup einen der Aufstiegsaspiranten vor der Brust und liefern ein gutes Spiel ab trotz doller personeller Engpässe und Unterstützung aus der Dritten und fahren verdient die ersten drei Punkte ein.“

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SV Viktoria 08 – SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg 1:1 (0:0)

Der SV Viktoria 08 hat in den ersten drei Spielen einen Sieg feiern dürfen. Auf der heimischen Falkenwiese wurde ausgerechnet Top-Favorit Eichholz II bezwungen. Auswärts gab es in Travemünde und Breitenfelde jeweils Niederlagen. Der späte Nackenschlag in Lauenburg am Donnerstag war bitter für die Lübecker. Es war ein Spiel, in dem vor allem nach der Pause die Mannschaft von Timur Akgün leichte Vorteile hatte. Nun gab es drei Tage später die Chance auf Besserung und mit der SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg kam ein Team, das eher schleppend in die Saison gestartet ist. Einen Sieg aus drei Spielen holten die Lauenburger, diesen am Donnerstag allerdings gegen den TSV Kücknitz. Nun auf der Falkenwiese sollten die Hausherren mehr den Ball haben und in der Anfangsphase bereits an der Führung schnuppern. Die Gäste waren noch überhaupt nicht im Spiel. Dennis Hadler sagte: „Wir verschlafen heute die ersten Minuten und können uns bei Malte im Tor bedanken, dass es noch 0:0 steht. Danach haben wir in Halbzeit eins die besseren Chancen und eine Führung wäre durchaus verdient.“ Dabei waren die Voraussetzungen für die Hausherren nicht optimal: „Leider waren wir kurzfristig nicht mehr so besetzt, wie es wir Trainer uns vorgenommen haben. Wir mussten dementsprechend etwas umstellen und trotzdem haben wir in den ersten 20 Minuten überlegen gespielt, mehr Ballkontakte gehabt und mehr Situationen ausgespielt, hatten ein paar gute Chancen dazwischen, aber so blieb es beim 0:0. Nach 20 Minuten war es ein relativ ausgeglichenes Spiel. Sehr körperbetont auf beiden Seiten und gute Chancen, die auch von beiden ausgearbeitet wurden, allerdings auch keine Hochkaräter dazwischen.“

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Lennart Krüger brachte die SGWSS in Führung. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Viktoria gibt Spiel nach Wiederbeginn ab

In den Schlussminuten vor der Pause sollten die 08er den Faden etwas verlieren und Wentorf die Oberhand haben. Dabei kam es zu einer Phase, die für Hadler durchaus spielentscheidend war: „Kurz vor der Halbzeit dann eine mitspielentscheidende Szene, als der bereits Gelb vorbelastete IV mit der Nr. 4 von Viktoria ein weiteres klares taktisches Foul ohne jede Chance auf den Ball begeht, es aber zur Verwunderung aller keinen Platzverweis und somit mit Elf gegen Elf in die Pause geht.“ Nach 45 Minuten war es ein offenes Spiel, in dem es schwer war, eine Mannschaft zu nennen, die näher an der Führung war. Dies sollte sich im zweiten Durchgang dann allerdings ändern: „Zur zweiten Halbzeit muss man sagen, dass wir von Beginn an das Spiel so ein bisschen abgegeben haben. Das war auch schon in der ersten Halbzeit in den letzten 18 bis 20 Minuten erkennbar. Der Gegner hatte mehr Spieleinfluss und Ballkontrolle und so fing auch die zweite Halbzeit an“, sagte Akgün. In dieser Phase war die SGWSS klar am Drücker, sodass der Führungstreffer durch Lennart Krüger (60.) verdient war. Die Lauenburger verpassten nachzulegen, auch weil man immer wieder im Abseits stand. In den letzten 20 Minuten sollte Viktoria dann wieder besser ins Spiel finden und sich mit Tilo Karsten (80.) zum Ausgleich belohnen. Nach einem Abpraller des Gästekeeper war der Stürmer zur Stelle und traf. „Am Ende war es ein offener Schlagabtausch, wo auf beiden Seiten noch ein Tor hätte fallen können. Unter dem Strich ging das Remis in Ordnung“, sagte Akgün. Sein Gegenüber sagte: „Danach haben beide Teams noch Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden, sodass es am Ende ein gerechtes Unentschieden ist, mit dem wir trotzdem nicht zufrieden sein können.“

TSV Kücknitz – SV Fortuna St. Jürgen 3:0 (1:0)

Sowohl für den TSV Kücknitz als auch SV Fortuna St. Jürgen war der Saisonstart sehr dürftig. Kücknitz feierte einen Sieg aus drei Spielen und haderte insgesamt mit zu vielen vergebenen Chancen. Sowohl in Eichholz als auch Wentorf rächte sich dies, sodass die Punktausbeute nicht nach dem Geschmack der Mannschaft vom Roten Hahn war. Beim SV Fortuna St. Jürgen sollte die Lage etwas ernster sein, denn dieser verlor alle drei Partien. Gegen Schlutup, Siebenbäumen und Lübeck 1876 hatten die Mannen vom Kalbrenner das Nachsehen. Vor allem die 2:3-Heimniederlage am Donnerstag, als man sogar 2:1 führte, war sehr ärgerlich und absolut vermeidbar. Am vergangenen Sonntag sollte Kücknitz von Beginn an den Ton angeben und das Spiel kontrollieren. Mirco Groß sagt: „Von der ersten Minute an geben wir den Ton an und haben das Spiel klar unter Kontrolle. In der Anfangsphase vergeben wir zunächst zwei gute Möglichkeiten, ehe Maurice wenig später mit einem sehenswerten Schuss aus rund 20 Metern ins Eck die verdiente Führung erzielt. Auch danach haben wir gefühlt 70 % Ballbesitz, sind im letzten Drittel aber zunächst nicht zwingend genug, um frühzeitig nachzulegen. Nach der Pause kommt Fortuna etwas mutiger aus der Kabine, ohne unsere Defensive jedoch wirklich in Gefahr zu bringen.“

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Fortuna-Coach Andre Meese (l.) und Nikolay Frech (r.) wollen das Ruder in die richtige Richtung lenken. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Fortuna will zu alten Stärken zurückfinden

„In der Schlussphase sorgen dann beide Jungs von der Bank mit ihren Treffern für die Entscheidung. Am Ende steht ein ungefährdeter und hochverdienter Sieg.
Danke an Fortuna für das faire Spiel und viel Erfolg für die weitere Saison“, sagte Groß. St. Jürgen konnte erneut nicht überzeugen und bleibt daher weiterhin ohne Punkt. Der Fehlstart ist perfekt, denn die Mannschaft von Andre Meese und Nikolay Frech hält die Rote Laterne. Letzterer sagte zur aktuellen Situation: „Zunächst Glückwunsch an den TSV Kücknitz zum Sieg und danke für das faire Spiel. Wir wollen jetzt gar nicht allzu viel reden. Wir müssen intern analysieren, woran es aktuell liegt, dass wir es nicht schaffen, uns für unsere Leistungen zu belohnen und zu unseren alten Stärken zurückzufinden. Dafür müssen wir gemeinsam die richtigen Antworten finden.
Viel Zeit bleibt allerdings nicht: Bereits am Mittwoch geht es im Pokal gegen Schlutup weiter. Dort wollen wir eine Reaktion zeigen und den nächsten Schritt machen.“

VfL Rethwisch – SG Breitenfelde/Mölln 1:1 (0:1)

Sowohl der VfL Rethwisch als auch die SG Breitenfelde/Mölln sind gut in die Saison gestartet. Zwei Siege aus drei Spielen wurden eingefahren, sodass man zufrieden sein konnte. Dabei war bei beiden Mannschaften, als es die einzige Pleite gab, sogar etwas mehr drin. Breitenfelde haderte in Kücknitz mit der Chancenverwertung und belohnte sich nicht mit einem Punktgewinn. Rethwisch konnte am Donnerstag in Eichholz nach 1:6-Rückstand zur Pause noch auf 4:6 verkürzen und ließ genügend Gelegenheiten aus, sogar noch am Ausgleich zu kratzen. Nun wollten beide unbedingt den dritten Sieg einfahren. Im Vorjahr sollte die SG mit 6:0 am Buchrader Weg gewinnen, doch diesmal sah es anders aus. Rethwisch-Coach Till Knifka sagte: „Heute haben wir ein gutes konstantes Spiel gezeigt. Wir waren über 90 Minuten die spielbestimmende Mannschaft, geraten dann unglücklich in Rückstand.“ Nach Balleroberung schlug Breitenfelde den Ball lang, Marvin Edler (44.) war schneller als die Verteidiger, umkurvte Torhüter Chylla und traf. Gästecoach Riewe sah diesen Treffer nicht als unverdient an: „Schweres Spiel heute für uns gegen einen herben Gegner. Ein Gegner mit gleichem Start wie wir in die neue Spielzeit und auch hart. Von vornherein wussten wir, dass es kein körperschonendes Spiel auf hartem Geläuf wird. Wir kommen gut in die Tiefe, aber belohnen uns nicht und sind nicht konsequent genug. Folgerichtig fällt aber das 1:0 für uns.“

Rethwisch macht Druck

„In der zweiten Halbzeit hat Rethwisch uns gut reingedrückt, aber wurde noch nicht zwingend. Mit Ablauf der Zeit wurde es scheinbar härter und härter für uns gegenzuhalten, auch da folgerichtig, dass irgendwann das Gegentor fällt. Das, was gefallen ist, halte ich für nicht gebbar, aber dann wäre es wahrscheinlich wann anders gefallen“, sagte Riewe. Leon Suepke (86.) traf, nachdem er es eingeleitet hatte, über Umwege selbst. Der Schiedsrichter beriet sich wegen einer möglichen Abseitsstellung noch mit seinem Assistenten, doch der Treffer zählt. So blieb es beim 1:1 zwischen den beiden Mannschaften, die somit jeweils bei sieben Punkten stehen. Der Gästecoach sagte: „Am Ende dann noch eine dämliche Rote Karte für uns, absolut berechtigt, und so sollte das dann ein gebrauchter Sonntag sein, wo sich ein Remis bisschen anfühlt wie eine Niederlage, aber natürlich nehmen wir auch den Punkt aus der Ferne gerne mit.“ Rethwisch-Coach Knifka haderte etwas mit dem Remis, denn seine Mannschaft hatte einige gute Chancen: „Am Ende reicht es dann leider nur für ein 1:1, wo wesentlich mehr drin sein muss.“

SV Azadi Lübeck II – ATSV Stockelsdorf 6:2 (4:0)

Nach der 1:4-Pleite am ersten Spieltag beim TSV Zarpen war es nochmals schwerer, den SV Azadi Lübeck II einzuschätzen. Man konnte nicht wirklich sagen, wo die Lübecker standen, denn auch die Testspielergebnisse zuvor waren schwer, eine Prognose zu fällen. Zwei Siege gegen die Aufsteiger Krummesse (2:1) und Ratzeburg II (2:0) zeigten allerdings, dass die Zweitvertretung deutlich weiter ist, als der Auftakt vielleicht vermuten ließ. Vor allem die Defensive sollte sich stabilisiert haben, sodass die Anpassungen von Trainer Omar Yassin geholfen haben. Vorne könnte nun nochmal etwas mehr kommen, doch genau dies sollte gegen den ATSV Stockelsdorf der Fall sein. Dieser startete sieglos in die Spielzeit und holte nur einen Punkt aus den ersten drei Spielen. Es war der erwartete schwierige Start für die Mannschaft von Neu-Trainer Yannik Biemann. Nun sollte es an der Thomas-Mann-Straße ein erneut schwieriger Nachmittag werden, denn die Landesliga-Reserve machte es richtig gut.

omar yassin @ Aufsteiger gewinnen nach Rückstand - Siebenbäumen macht das Dutzend voll
Omar Yassin war zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Foto: Lobeca/Niklas Runne

„Wir haben eine starke Anfangsphase gezeigt und sind hochverdient mit 4:0 in die Halbzeit gegangen. Wir standen kompakt, haben wenig zugelassen und uns früh belohnt“, sagte Yassin. Rogesh Sherzad (23./43.) sollte mit einem Doppelpack in der ersten Hälfte herausstechen. Zudem trafen Alend Khalil (26.) und Halo Ali (40.). Es war nach 45 Minuten also schon eine klare Angelegenheit, in der es nur schwer vorstellbar war, dass Stockelsdorf nochmal rankommen würde. Für diese sollte die frühe Verletzung von Marco Zimmermann, der nach sechs Minuten raus musste, neben den vier Gegentoren besonders schmerzen. „Nach der Pause waren die ersten zehn bis 15 Minuten etwas holprig. Durch Unsauberkeiten im Zentrum haben wir zwei Gegentore kassiert“, sagte der Azadi-Coach. Tjark Sölter (51.) und ein Eigentor des vier Minuten zuvor eingewechselten Firat Mohamed sollten Stodo zurückbringen, doch Spannung kam keine mehr auf. „Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung und wichtiger Impulse von der Bank haben wir die Kontrolle zurückgewonnen. Jeder Einwechselspieler hat sofort Einsatz gezeigt und dem Team spürbar geholfen“, verriet Yassin. Karwan Rashid (92.) und Karl Ewald (97.) beseitigten letzte kleine Zweifel am dritten Sieg des SV Azadi II in Serie. Dieser war, wenn es nach den Hausherren ging, auch in der Höhe verdient: „Am Ende steht ein verdienter 6-2-Erfolg, der angesichts weiterer guter Chancen auch in der Höhe in Ordnung geht.“

Der 4. Spieltag im Überblick

TSV Travemünde – Eichholzer SV II 2:2
Lübeck 1876 – TSV Zarpen 2:3
SV Grün-Weiß Siebenbäumen – Krummesser SV 12:0
SV Viktoria 08 – SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg 1:1
TSV Schlutup – Ratzeburger SV II 4:5
TSV Kücknitz – SV Fortuna St. Jürgen 3:0
VfL Rethwisch – SG Breitenfelde/Mölln 1:1
SV Azadi Lübeck II – ATSV Stockelsdorf 6:2

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