
Hamburg – Zwei Spiele, zwei Unentschieden – nun soll der erste Pflichtspielsieg der neuen Saison her. Nach dem 1:1 gegen Greuther Fürth und dem 2:2 bei Holstein Kiel ist der FC St. Pauli am Sonntag um 18 Uhr in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Rot-Weiss Essen gefordert. Auf die Kiezkicker wartet an der Hafenstraße allerdings ein Gegner, der in der vergangenen Saison vor allem mit seiner Moral überzeugte.
St. Pauli muss Essener Comeback-Qualitäten beachten
Dass RWE auch nach Rückständen nicht abzuschreiben ist, zeigte sich in der vergangenen Drittliga-Saison regelmäßig. In 18 der 38 Ligaspiele gerieten die Essener in Rückstand, lediglich acht dieser Partien gingen am Ende verloren. Fünfmal holte die Mannschaft noch ein Remis, weitere fünf Begegnungen konnte sie sogar komplett drehen. Für St. Pauli dürfte es deshalb wichtig werden, auch bei einer möglichen Führung konsequent zu bleiben. Das dürfte nach dem vergangenen Wochenende ohnehin ein Thema sein: In Kiel verspielten die Kiezkicker eine 2:0-Führung und mussten sich mit einem Punkt begnügen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei Marek Janssen. Der 1,95 Meter große Angreifer war in der Vorsaison mit 14 Treffern Essens bester Torschütze und benötigte durchschnittlich lediglich 99 Minuten pro Tor. In der neuen Drittliga-Saison wartet Janssen noch auf seinen ersten Treffer, im Niederrhein-Pokal war er beim 7:2 gegen den SV Sonsbeck allerdings bereits doppelt erfolgreich. Im Essener Tor steht mit Kapitän Jakob Golz zudem ein erfahrener Rückhalt, der seit 2019 für RWE spielt.
Pokal als Chance für den ersten Sieg
Für St. Pauli bietet der Pokal die Gelegenheit, nach dem durchwachsenen Saisonstart erstmals ein Erfolgserlebnis einzufahren. Gleichzeitig sollte der Zweitligist gewarnt sein. Essen sorgte in der vergangenen Saison auch durch zahlreiche Strafraumszenen für Aufsehen – allerdings häufig im eigenen Sechzehner. Gleich 15 Elfmeter verursachte RWE und damit mit Abstand die meisten der 3. Liga. In dieser Spielzeit blieb die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat bislang ohne verursachten Strafstoß. Für die Kiezkicker geht es am Sonntag aber vor allem darum, den eigenen Anspruch auf den Platz zu bringen. Nach zwei Ligapartien, in denen jeweils mehr als ein Unentschieden möglich gewesen wäre, soll an der Hafenstraße der erste Sieg folgen. Einfach dürfte die Aufgabe beim Drittligisten und vor dessen heimischer Kulisse allerdings keineswegs werden.


