„Sowas hab ich noch nie erlebt und so etwas darf einfach nicht vorkommen“

TSV Trittau II feiert ersten Saisonsieg

Der VfL Oldesloe empfing den SV Henstedt-Ulzburg. Dabei sollte es Aufregung geben. Foto: Nico von Hausen/o.H.
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Travenbrück – Am fünften Spieltag der Kreisliga Südwest bekamen die Zuschauer auf den Sportplätzen einiges geboten. Viele Tore, dicke Überraschungen und einiges mehr. Der Aufreger des Spiels war allerdings in Bad Oldesloe, wo der Gästetrainer seine Erlebnisse mit dem Schiedsrichter schilderte. Ansonsten war der Spieltag wieder einmal hochinteressant und brachte durchaus auch Überraschungen.

Bargfelder SV – SSV Großensee 1:2 (1:2)

Für Tabellenschlusslicht Bargfelder SV sollte am fünften Spieltag endlich der erste Punkt her. Man peilte den Dreier an, doch mit dem SSV Großensee war der Tabellenführer zu Gast. Personell sah es besser aus als noch in der Vorwoche, sodass die Heimmannschaft wieder mehr Optionen hatte. Auf der anderen Seite sollten allerdings einige Spieler fehlen, denn viele Urlauber standen nicht zur Verfügung. SSV-Coach Sascha Bartlakowski sagte: „16 Absagen aus dem bestehenden Kader stellten uns vor besondere Herausforderungen und so reisten wir mit Unterstützung aus der Alten Herren zum Auswärtsspiel nach Bargeld. Wir kamen gut in die Partie und profitieren von 2 Gastgeschenken.“ Einen Fehler der Bargfelder im Aufbauspiel bestrafte Marcel Griem (9.), der den Ball ins leere Tor einschieben konnte. Nicht ganz zehn Minuten später sollte eine Ecke von Ulka durchrutschen, sodass Linus Bohlmann (18.) erhöhte. So stand es nach 20 Minuten bereits 0:2 aus Sicht des BSV, der somit erneut einem Rückstand hinterherlief. Nach einer halben Stunde sollte es dann allerdings ein „Ping-Pong-Tor“ sein, das Tim Peter Richter (31.) zum 1:2 erzielte. Bartlakowski sagte: „Nach dem 1:2 wurde es etwas zerfahren, aber wir hielten den Laden hinten dicht.“

Zweite Hälfte muss intern aufgearbeitet werden

Nach der Pause sollte es ein fragwürdiger Auftritt beim SSV Großensee sein. Man knüpfte keineswegs an der Leistung der ersten 45 Minuten an, was sehr irritierte. Der Trainer fand dafür klare Worte: „Die zweite Halbzeit werden wir intern aufarbeiten müssen, denn so desolat und unterirdisch darf man sich nicht präsentieren.“ Sein Gegenüber Michael Burg sah keinen schlechten Auftritt seiner Mannschaft, sodass man mit den fehlenden Punkten haderte: „Auch im dritten Heimspiel hat es leider wieder nicht zu einem Punktgewinn gereicht. Das ist natürlich bitter, gerade weil wir uns vor heimischem Publikum endlich für unseren Aufwand belohnen wollen. Gegen den Spitzenreiter aus Großensee sind wir sehr schleppend in die Partie gekommen und haben dem Gegner mit zwei vermeidbaren Fehlern die 0:2-Führung praktisch geschenkt. Nach unserem Anschlusstreffer haben wir uns aber deutlich gesteigert. Durch einige Umstellungen haben wir mehr Zugriff bekommen und sind mit einem 1:2-Rückstand in die Halbzeit gegangen.“

Bargfeld glaubt daran, dass der Knoten platzt

Burg setzte fort: „In der zweiten Hälfte hat meine Mannschaft dann ein richtig starkes Gesicht gezeigt. Wir haben die Zweikämpfe angenommen, waren aggressiver und haben das Spielgeschehen zunehmend an uns gerissen. Wir haben uns mehrere gute Chancen herausgespielt, sind aber leider mehrfach am stark aufgelegten Torwart der Gäste gescheitert. Natürlich tut es weh, am Ende wieder mit leeren Händen dazustehen. Gleichzeitig macht mir die zweite Halbzeit Mut. Die Mannschaft hat gezeigt, was in ihr steckt, und sich gegen einen starken Gegner zurück ins Spiel gekämpft. Ich denke, dass wir uns aufgrund unserer Leistung mindestens einen Punkt verdient gehabt hätten. Jetzt gilt es, den Kopf nicht hängen zu lassen, sondern genau diese Leistung und diesen Einsatz mitzunehmen. Wir werden unter der Woche weiter hart arbeiten und uns auf die nächste Aufgabe vorbereiten. Wir sind davon überzeugt, dass wir uns irgendwann für unseren Aufwand belohnen werden – und dann werden wir den Bock endlich umstoßen und die ersten Punkte einfahren.“

Tralauer SV – FSG Alsterland 4:1 (0:1)

Das Spiel gegen die FSG Alsterland sollte für den Tralauer SV ein ganz besonderes sein. Es war der Heimspielauftakt, nachdem die Sportanlage in Travenbrück über den Sommer renoviert und erneuert wurde. Die Vorfreude war groß, denn mit dem Verbandsligaabsteiger kam zudem eine Mannschaft mit Ambitionen in Richtung Aufstieg, sodass ein vielversprechendes Spiel zu erwarten war. Tralau kam gut in die Partie, auch wenn die Stormarner in Rückstand gerieten: „Wir sind gut in die Partie gestartet und haben schnell die Kontrolle übernommen. Alsterland hat tief verteidigt und gut verschoben. Leider geraten wir durch einen langen Ball früh in Rückstand, was unserem Spiel aber keinen Abbruch getan hat. Unsere Rotationen waren gut, die Passschärfe und unsere Aktionen haben gestimmt und wir konnten Alsterland immer wieder tief in der eigenen Hälfte einschnüren.“ Christian Wenzel (9.) traf für die FSG gegen die Laufrichtung des Torhüters und brachte diese in Führung. Harjas Ahluwalia sagte: „Auch danach war es wie zu erwarten das Spiel, auf das wir uns eingestellt haben. Mit Herz und Leidenschaft gegen spielstarke Tralauer zu verteidigen. Dieses ist uns phasenweise sehr gut gelungen. In einer eigentlich fairen Partie beider Mannschaften war es dann der Schiedsrichter, der mehrfach mit seinem Gespann Unruhe reinbrachte. Mehrere falsche Entscheidungen in beide Richtungen ließen Hektik aufkommen. Eine Gelb-Rote Karte gegen Boldt durch einen Zartbesaiteten Schiedsrichter und mehrere gelbe Karten in einer Aktion machten es für uns nicht einfacher. Natürlich müssen wir das cleverer machen und hier und da verbal mal zurückziehen, aber das Gespann war dem Spiel nicht gewachsen.“ Auch sein Gegenüber war verwundert über die Kartenflut: „In der 38. Minute kam es dann zu einer sehr unglücklichen Situation. Nach einem Foulspiel und einer anschließenden Diskussion gab es gleich fünf Gelbe Karten, darunter auch eine Gelb-Rote Karte für Alsterland. Ohne die Situation inhaltlich bewerten zu können, weil ich zu weit entfernt war, hat das Ganze für mich nicht zu dem ansonsten fairen Spiel und fairen Gegner gepasst.“

Seltsame Halbzeitansprache

„In Unterzahl sollte es gegen gut aufspielende Tralauer nun noch schwerer werden. Wir verteidigen aber mit Willen und Leidenschaft“, sagte der Gästecoach, der sich auf einen druckvollen Tralauer SV einstellen musste im zweiten Durchgang. Die Spielanteile wurden noch mehr pro Heimmannschaft. Zu seiner Ansprache in der Pause sagte Ismagilov: „Die Halbzeitansprache hat sich ehrlich gesagt etwas seltsam angefühlt. Obwohl wir 0:1 zurücklagen, hat die Mannschaft völlig verdient Lob bekommen. Die Spieler wirkten in der Kabine überhaupt nicht niedergeschlagen, sondern haben vielmehr von einem Spiel gesprochen, das richtig Spaß macht. Genau so habe ich es auch von draußen wahrgenommen. Unser einziges Manko war, dass unsere schwächste Phase mit der Überzahl kam. Wir waren etwas zu hektisch und verkrampft und wollten das 1:1 unbedingt noch vor der Halbzeit erzwingen. Das hat unserem Spielfluss nicht gutgetan. Für die zweite Halbzeit war deshalb die klare Ansage, unserem Spiel treu zu bleiben und weiterhin Fußball zu spielen.“

Am Ende wird es deutlich

Tralau lief nun an und schnürte die FSG tief hinten ein. Konter zu einem möglichen 2:0 konnten nicht zu Ende gespielt werden, sodass der verdiente Ausgleich fiel. Es war ein Eigentor von Kevin Schnoor. Was dann geschah, verriet Ahluwalia: „Danach lieferte meine Mannschaft einen wahren Defensivfight, den wir in Unterzahl mit ganz viel Leidenschaft fortführten, aber über 90 Minuten einfach nicht stemmen konnten.“ In der Schlussphase sollte Tralau durch Yanek Mut (84.) in Führung gehen, bevor nur kurz darauf Kevin Öz (87.) erhöhte. Nun war die Messe gelesen, spätestens mit dem 4:1 durch Nico Ploog (90.). Es war der Schlusspunkt, sodass Tralau den Heimsieg einfuhr. Ahluwalia sagte: „Nach dem späten 2:1 der Heimmannschaft war es auch bei uns vorbei und Tralau erhöhte auf 4:1. Mit Sicherheit hätten wir aufgrund dessen, dass wir unser Herz auf dem Platz lassen und trotz aller Ausfälle einen Punkt verdient gehabt, jedoch gehen die drei Punkte spielerisch an die klar besseren Tralauer absolut in Ordnung. Eine sympathische Mannschaft mit toller Anlage, die in dieser Saison noch sehr begeistern wird.“

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Tralau feierte den Sieg in der Kabine. Foto: Tralauer SV/o.H.

Tralau ist stolz

Der siegreiche Coach sagte zum ersten Sieg auf der heimischen Sportanlage: „Wir haben ein schwieriges Spiel gegen einen guten und fairen Gegner gewonnen. Alsterland ist sehr athletisch und körperlich stark aufgetreten. Auch wenn wir in Rückstand geraten sind, hatten wir jederzeit das Gefühl, gut im Spiel zu sein und die Kontrolle zu haben. Mit der Überzahl wurde das natürlich noch verstärkt. Es wäre meinen Jungs aber nicht gerecht, den Sieg nur auf die Überzahl zu reduzieren. Alle haben alles reingeworfen, ein tolles Spiel gemacht, durchgebissen und richtig geackert. Vor allem haben wir gegen einen sehr starken Gegner auch richtig guten Fußball gespielt. Darauf können die Jungs stolz sein.“

TSV Trittau – Leezener SC 5:1 (1:0)

Nach drei Spielen mit nur einem Punkt sowie einem ganz schwachen Auftritt beim SV Sülfeld (0:1) wollte der TSV Trittau II ein anderes Gesicht zeigen. Auf dem heimischen Kunstrasenplatz empfing man den Leezener SC, der zwar nur eines von vier Spielen verlor und dabei auch zwei Siege holte, doch noch nicht so richtig in Fahrt gekommen war. Es war noch nicht das, was sich Trainer Phil Paustian vorgestellt hatte. Gegen Bargfeld zuletzt sollte der Gegner unnötig stark und das Spiel unnötig spannend gemacht werden. Nun reiste man nach Trittau, wo die Segeberger allerdings einen ganz schwachen Auftritt hinlegten. Man zeigte wieder sein Auswärtsgesicht. Für den TSV Trittau II sollte es genau die erwünschte Reaktion auf die Enttäuschung der Vorwoche sein: „Wir sind mit dem Gedanken reingegangen, dass wir einfach wieder ein gutes Spiel und vieles besser macht als letzte Woche gegen Sülfeld und gucken, was drin ist. Jetzt nach dem Spiel muss ich ganz klar sagen: Hut ab für die Leistung an meine Jungs. Es war ein starkes Spiel von wirklich über 80 Minuten von ihnen, wo ich finde, dass wir besser waren als Leezen. Sowohl die spielerischen Elemente, die wir hatten, als auch Ballbesitz, den wir deutlich mehr hatten. Wir haben uns gute Chancen herausgespielt, die man leider zu leichtfertig liegen lässt, wo du auch deutlich früher mal ein, zwei Tore machen kannst, um ein bisschen Ruhe zu bekommen“, sagte Sören Metzner.

Trittau dreht auf

Dennis Ratzlaff (40.) traf kurz vor der Pause zur Führung der Hausherren. Im zweiten Durchgang war eigentlich mit einem anderen Gesicht des LSC zu rechnen, doch dieses wurde nicht gezeigt. Stattdessen sollten die Stormarner die Führung ausbauen. Moritz Reinecke (52./54.) gelang der Doppelschlag zum 3:0. Man war auf der Siegerstraße und stellte durch erneut Ratzlaff (68.) sowie Maximilian Wiebke (75.) sogar auf 5:0. Der Treffer der Gäste von Michael Wulf (90.) war nicht mehr als Ergebniskosmetik, sodass der erste Dreier der Saison für die Zweitvertretung perfekt war. Coach Metzner sagte: „Nach der Halbzeit haben wir es nochmal einen Tick besser gemacht und sind in Folge auch zurecht in Führung gegangen und es war auch in der Höhe verdient, weil wir uns einfach mal belohnt haben, ähnlich wie gegen Alsterland. Wir haben wirklich ein gutes Fußballspiel gemacht und ich finde, dass der bessere gewonnen hat. Es ist für die Jungs gerade super, dass so etwas auch mal belohnt wird und auch für den Kopf, dass man dann mal zwei Wochen mit einem positiven Gefühl weiterarbeiten kann und dankbar dafür ist, dass man die ersten drei Punkte eingefahren hat.“

Paustian spricht von „Nichtleistung“

Gästetrainer Phil Paustian war überhaupt nicht einverstanden mit dem Auftritt seiner Mannschaft und fand klare Worte: „Eigentlich war es eine Nichtleistung durch die Bank weg. Da haben alle Grundtugenden gefehlt von Einstellung bis Kampfgeist oder auch das einfache Passspiel. Es wurden keine Basics an den Tag gelegt. In den nächsten Wochen müssen wir, glaube ich, mal zwei Schritte zurückgehen und an allem arbeiten, was Fußball ausmacht, damit wir wieder einen Schritt nach vorne machen können und vor allem, was die Vorbereitung und Einstellung vor so einem Spiel angeht. Daran müssen wir arbeiten und dann werden wir uns wieder vorbereiten. Wir haben jetzt eine Woche spielfrei, diese Zeit werden wir nutzen, um an den einfachen Sachen zu arbeiten.“

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VfL Oldesloe – SV Henstedt-Ulzburg 0:2 (0:0)

Nach einem Punkt aus zwei Spielen zeigte der Trend beim VfL Oldesloe in den vergangenen Wochen in die richtige Richtung. Es waren deutlich verbesserte Auftritte, vor allem in der Defensive, sodass der Trainereffekt unter Jan Vogelsang durchaus eingetreten ist. Nun sollten allerdings auch mal Punkte her, doch dieses Ziel verfolgte auch der Gegner. Mit dem SV Henstedt-Ulzburg war der Top-Favorit der Liga zu Gast, der allerdings einen Fehlstart erlebt hat. Nach einem Sieg zum Auftakt folgten drei Niederlagen. Den eigenen Erwartungen lief die junge Mannschaft somit hinterher. Nun sollte gegen den VfL endlich wieder gepunktet werden und die Vorzeichen waren nach einer guten Trainingswoche positiv. Die Gäste hatten mehr Spielanteile, kamen allerdings noch nicht zum Erfolg. Es ging ohne Tore in die Pause und somit zum dritten Mal in Serie unter der Leitung des neuen Trainers. Dieser sagte zu den ersten 45 Minuten: „Wir spielen gegen eine junge und technisch gut ausgebildete Mannschaft. In der ersten Halbzeit haben wir eine brenzlige Situation, die wir überstehen und uns bei unserem Torwart bedanken können. Wir kommen zu ein, zwei Halbchancen, die wir aber leider mit zu wenig Durchschlagskraft ausspielen.“

SVHU entscheidet Spiel nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel sollte der Favorit seine ganze spielerische Klasse zeigen und nach einem gut herausgespielten Tor von Denis Memisi (47.) in Führung gehen. Oldesloe musste mehr Risiko gehen und kam zu einer Riesenchance, doch allein vor dem Tor wurde vergeben. Auch die Konter blieben ungenutzt. Der SVHU verpasste den Deckel draufzumachen, sodass es bis kurz vor Schluss spannend blieb. Marcel Bertrand (91.) traf dann allerdings mit einem Distanzschuss und machte den Sack zu. Es war am Ende ein 2:0-Auswärtssieg, wodurch die Sieglosserie nach drei Spielen ein Ende findet. Oldesloe musste sich erneut in der zweiten Hälfte geschlagen geben, doch kann auf der Leistung aufbauen. Der Coach des VfL sprach dennoch von einer verdienten Niederlage, die es definitiv war. Beim SV Henstedt-Ulzburg sollte die Freude groß sein über den Auswärtserfolg: „Wir hatten über 90 Minuten das Spiel unter Kontrolle und haben oft verpasst, den Deckel draufzumachen. Das müssen wir uns vorwerfen. In einer solchen Krise ist es nicht leicht, wieder in die Spur zu kommen und die einfachen Dinge konsequent umzusetzen. Umso wichtiger war der Sieg für uns. Es war ein wichtiger Schritt, um Selbstvertrauen zurückzugewinnen und macht uns sehr zuversichtlich für die nächsten Wochen.“

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SVHU-Coach Keven Bostelmann. Foto: Lobeca/Niklas Runne

„Halt die Fresse, wir spielen hier nach unseren Regeln“

Trainer Keven Bostelmann zeigte sich über etwas allerdings sehr verärgert: „Heute haben wir gegen 14 Mann gewonnen! Wir mussten uns über 90 Minuten vom Gespann beleidigen lassen und bin immer noch komplett perplex, wie so etwas wie heute passieren kann. Mich macht es unglaublich stolz, dass meine Mannschaft sich nicht hat hängen lassen und versucht hat, das Spiel weiterzuführen.“ Der Coach setzte fort: „Ich bin seit über 30 Jahren im Fußball unterwegs, sowas hab ich noch nie erlebt und so etwas darf einfach nicht vorkommen, dass ein Gespann eine Mannschaft über 90 Minuten beleidigt und zudem noch nach eigenen Regeln pfeift und das auch noch offenkundig so kommuniziert unter dem Wortlaut „Halt die Fresse, wir spielen hier nach unseren Regeln.“ Bostelmann war es zudem noch wichtig, eines zu betonen: „Zusätzlich möchte ich Oldesloe loben. Es war ein super Gegner mit vielen fairen Zweikämpfen.“

SV Wahlstedt – TuS Hoisdorf 3:1 (3:0)

Mit drei Siegen aus vier Spielen ist der SV Wahlstedt gut in die neue Saison gestartet. Vor allem die Siege zum Start gegen Alveslohe (2:0) und Tralau (3:2) waren echte Ausrufezeichen, sodass man sich an der Scharnhorststraße früh in den Favoritenkreis spielte. Ganz anders sah es beim TuS Hoisdorf aus, der mit zuletzt drei Niederlagen in Serie einen Fehlstart erlebte. Man bleibt allerdings realistisch, denn die Mannschaft ist enorm jung und benötigt Zeit. Dennoch brauchte es so langsam Punkte, die man von der Scharnhoststraße entführen wollte. In der Anfangsphase bot sich bereits früh die erste richtig gute Chance, doch SVW-Keeper Dennis Holstein rettete. Stattdessen kam die Heimelf im Gegenzug und ging durch Enrik Nrecaj (17.) in Führung. Gästecoach Andre Meins haderte mit diesem Treffer, denn er sagte: „Auf der anderen Seite bekommen wir das 1:0, was ein klares Abseitstor war, aber wie so häufig in dem Spiel nicht gepfiffen oder angezeigt wurde.“

Effizienz entscheidet

Die erste Hälfte bot einige Offensivszenen, wobei sich die Effizienz durchsetzen sollte. Während Hoisdorf viel liegenließ, sollten die Hausherren durch Philip Weidemann (42.) und Alexander Braun (45.) nachlegen. So stand es bereits zur Pause 3:0 für den SVW und die Aufgabe wurde keineswegs einfacher für den TuS. Nimet Jusufi, Coach der Heimmannschaft, sagte zu Durchgang Eins: „In der ersten Halbzeit war es ein ausgeglichenes und offensiv geführtes Spiel. Beide Mannschaften wollten Fußball spielen und hatten Lust, nach vorne zu agieren. Dementsprechend gab es auf beiden Seiten gute Torchancen. Unser Torwart Dennis Holstein hat uns dabei mit starken Paraden immer wieder im Spiel gehalten. Wir hingegen waren vor dem Tor konsequenter und haben unsere Chancen eiskalt genutzt. So gehen wir mit einer 3:0-Führung in die Halbzeit.“

Hoisdorf sieht zweimal Rot

„Nach der Halbzeit wollten wir etwas mehr riskieren und bekommen einen Elfmeter zugesprochen, den wir zum 3:1 machen. Kurz darauf bekommen wir einen Einwurf, den wir schnell machen wollten, und der Spieler von Wahlstedt es unterbindet, weil er mit Absicht den Ball hält. Daraufhin möchte sich mein Spieler den Ball holen von ihm und es gibt Geschubse, was für meinen Spieler die Gelb-Rote Karte bedeutete.“ Marcel Behrens musste somit vom Platz und in der Schlussminute sah zudem ein weiterer Gästespieler die Rote Karte. Für eine Notbremse flog auch Leif Duisberg. Am Ende war es ein 3:1-Heimsieg, sodass sich der Trend auf beiden Seiten fortsetzt. Wahlstedt-Coach Jusufi sagte: „Nach der Pause haben wir das Spiel leider etwas zu leicht angenommen und sind schwach aus der Kabine gekommen. Durch fehlende Klarheit und unnötige Fehler haben wir dem Gegner Möglichkeiten geschenkt. Uns hat in dieser Phase die letzte Konsequenz gefehlt, um selbst noch einmal nachzulegen und frühzeitig für die Entscheidung zu sorgen. Unterm Strich geht der Sieg aber absolut in Ordnung. Wir haben unsere Chancen genutzt, defensiv immer wieder wichtige Situationen verteidigt und am Ende bleiben die drei Punkte verdient bei uns in Wahlstedt.“ Der Gästetrainer sagt über das Spiel: „Es war kein gutes Spiel auf dem Geläuf. Jetzt stehen wir wieder ohne Punkte da, aber es geht immer weiter. Ich wünsch Wahlstedt eine gute Saison weiterhin und zum Schiedsrichtergespann möchte ich mich heute nicht weiter äußern.“

TuS Hartenholm – Borussia Möhnsen 3:3 (1:2)

Zwei Mannschaften, die in den ersten Wochen der Saison mit ihrer Defensive überzeugten, sollten am Sonntagnachmittag sich begegnen. Der TuS Hartenholm II empfing den SV Borussia Möhnsen. Die Segeberger haben zwei Siege und zwei Niederlagen in den ersten vier Spielen eingefahren. Dabei sollte es nur ein Gegentor aus den vor dem Spiel jüngsten drei Partien geben. Möhnsen blieb ungeschlagen und holte neben drei Remis in der Vorwoche einen 2:0-Sieg gegen den SV Henstedt-Ulzburg. Dabei sollte die Defensive das Mittel zum Erfolg sein. Drei Gegentore aus vier Spielen zeigten die Stabilität der Lauenburger. Eigentlich war also wohl eher ein enges Spiel mit wenigen Toren zu erwarten, doch dieses gab es nicht. Der Rasen sollte schwer zu bespielen sein, sodass die Heimelf mit diesem zunächst besser zurechtkam. Es gab erste Chancen und nach acht Minuten bereits die Führung der Zweitvertretung. Rene Westphal (8.) traf zum 1:0. TuS-Coach Timo Nobal sagte: „Allgemein muss man sagen, dass es kein gutes, sondern eher ein normales Kreisligaspiel war. Möhsen stand sehr tief und wir haben es die ersten 20 Minuten richtig gut gemacht. Wir hatten wenige Ballverluste, jeder lange Ball von Möhnsen war unser und so sind wir auch verdient in Führung gegangen.“ Dann sollte Hartenholm allerdings zu passiv werden, was sich rächte: „Dann haben wir weniger gemacht und aufgehört, Fußball zu spielen.“ Chris Kruse (19.) glich aus. Vor der Pause war es Lennart Bannach (35.), der das 2:1 erzielte für die Borussia.

Leistungsgerechtes Remis

Hartenholm lief somit zur zweiten Hälfte dem Rückstand hinterher, doch nicht lange. Novak sagte: „Wir sind dann stärker aus der Halbzeit gekommen.“ Früh gab es eine Doppelchance, wo Möhnsen zunächst vor der Linie rettete und anschließend die Latte den Ausgleich verhinderte. Westphal (51.) sollte diesen kurz darauf dann allerdings doch erzielen. Doch nach einer Stunde verteilte Hartenholm Geschenke, sodass Julian Höppener (60.) zur erneuten Gästeführung traf. Der Endstand war dies allerdings noch nicht, denn Tobias Möller (77.) glich zum verdienten 3:3 aus. „Wir hatten nachher noch die Chance auf das 4:3 nach einem guten Spielzug. Man muss aber sagen, dass Möhnsen das 4:3 auch hätte machen können nach einem Konter. Dementsprechend würde ich sagen, dass es ein leistungsgerechtes Unentschieden ist. Für beide war am Ende mehr drin, aber ich glaube, am Ende ist das okay“, sagte der Trainer von Hartenholm II. Sein Gegenüber schätzte es ähnlich ein. Martin Krüger sagte: „Ein sehr zerfahrenes Spiel von beiden Seiten. Fußball war auf dem schwer bespielbaren Platz eher Mangelware. So hat viel Zufall das Spiel geprägt und es hätte genauso gut 5:3 für eine der beiden Seiten ausgehen können. Chancen dafür waren da. Daher ist es unter dem Strich aus meiner Sicht eine gerechte Punkteteilung. Der sympathischen Truppe von Hartenholm noch viel Erfolg.“

Der 5. Spieltag im Überblick

SG Bargteheide/Hammoor – Eintracht Segeberg 2:5
TuS Teutonia Alveslohe – SV Sülfeld 6:0
Tralauer SV – FSG Alsterland 4:1
Bargfelder SV – SSV Großensee 1:2
TSV Trittau II – Leezener SC 5:1
VfL Oldesloe – SV Henstedt-Ulzburg 0:2
SV Wahlstedt – TuS Hoisdorf 3:1
TuS Hartenholm II – Borussia Möhnsen 3:3

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