
Dannau – Am Freitagabend standen in der Kreisliga Südost zwei Spiele an. Es ging dabei ordentlich zur Sache, denn gleich zwölf Treffer sind auf den beiden Plätzen gefallen. Dabei sollte es bis zum Ende spannend bleiben. Beide Spiele sollten zudem von Karten beflutet werden. Außerdem verhinderte eine Pfütze einen späten Sieg.
TSV Dannau – SC Cismar 4:4 (1:1)
Sowohl der TSV Dannau als auch der SC Cismar wollten am Freitagabend eine Reaktion zeigen. Der Aufsteiger verlor vier Spiele in Folge und musste in der Vorwoche eine 2:10-Klatsche bei der SG Göhl/Oldenburg hinnehmen. Die Euphorie nach dem Aufstieg und dem Sieg zum Start gegen den SV Rickling ist längst verpufft, sodass bei der Mannschaft von Stefan Gärtner der Trend klar nach unten zeigte. Personelle Sorgen spielten dabei eine klare Rolle, denn einige Spieler mussten zuletzt pausieren. Nun kehrten gegen Cismar wieder einige zurück, doch Torjäger Tristan Anders sollte erneut nicht zur Verfügung stehen. Für die Offensive war dieser in den ersten Wochen enorm wichtig, doch sein Fehlen macht sich bemerkbar. An der Hauptstraße hatte auch der SCC etwas wiedergutzumachen. Nach fast einem Jahr verlor die Mannschaft von der Gildestraße wieder ein Heimspiel und musste durch das 0:3 gegen Gremersdorf einen herben Dämpfer hinnehmen. Personell sah es dort bereits sehr schwierig aus und so war es auch am Freitagabend, auch wenn einige Leistungsträger zurückkehrten. Paul Schröder, Tom Andres und Bennet Kern sollten zurückkehren. Auf der Bank nahmen allerdings gerade einmal zwei Spieler Platz, sodass es kaum Optionen zum Nachlegen gab.
Cismar nur noch zu zehnt
Es dauerte keine zehn Minuten, da sollte der erste Treffer des Tages fallen. Cismar nahm sich viel vor und hatte deutlich mehr den Ball, doch Dannaus Sven Bethke (7.) erzielte das 1:0. Die Grömitzer machten es der Heimelf zu leicht, doch eine knappe Viertelstunde danach sollte Tom Andres (23.) ausgleichen. Der Flügelspieler erzielte bereits sein drittes Saisontor. Das 1:1 war zugleich der Pausenstand. Bitter für Dannau war, dass mit Juhani Paustian erneut ein Spieler verletzt vom Feld musste. Nach dem Seitenwechsel wollten die Ostholsteiner das Spiel komplett auf ihre Seite ziehen. Es dauerte keine 60 Sekunden, da jubelte Cismar bereits. Bennet Kern (46.) brachte sie in Führung. Sicherheit brachte der Führungstreffer allerdings nicht, denn nur kurz darauf war es Meeno Scheer (51.), der ausglich. Für den SCC kam es kurz danach noch dicker, denn Ben Nachbarschulte sah die Gelb-Rote Karte.
Pfütze verhindert Sieg
Mindestens eine halbe Stunde musste Cismar also in Unterzahl agieren. Es sollte nicht einfacher werden und Dannau erntete immer mehr Hoffnung. Maurice Stöffer (66.) und der eine Minute zuvor eingewechselte Hannes Matthes (71.) stellten auf 4:2 für den Aufsteiger, sodass die Gärtner-Elf auf Kurs in Richtung zweitem Saisonsieg war. Entschieden war hier allerdings noch nichts, denn Kern (76.) gelang der Anschlusstreffer. Die Zeit lief runter, Cismar blieb selbst in Unterzahl klar spielbestimmend und drängte auf den Ausgleich. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit war es dann Thias Reincke (88.), der auf 4:4 stellte. Es sollte allerdings noch nicht das Ende einer turbulenten und vogelwilden Partie sein. Kurz vor dem Ende gab es dann die Mega-Chance für die Grömitzer, doch selten sollte der Heimvorteil so klar sein wie in der Nachspielzeit für Dannau. Sascha Pretzel sagte: „Die Chance auf den Sieg war sogar noch möglich, wäre der Ball nicht auf einem schlechten Platz vor der Linie in einer Pfütze/Erdloch liegen geblieben, was ich wirklich fraglich finde, wie man Freitagabend-Spiele spielen kann, wenn man kein geeignetes Flutlicht besitzt, denn ab der 60. Minute war es dunkel und ein Spiel kaum möglich.“
SCC nicht zufrieden trotz starker Moral
Am Ende gab es für die Mannschaft aus dem Stadion der Sonnenseite erneut keinen Sieg, doch einen mehr als verdienten Punkt in Unterzahl. Dannau legte kämpferisch einen guten Auftritt hin. Nach dem Abpfiff sollte Paul Schröder ebenfalls Gelb-Rot bekommen, genau wie Trainer Pretzel. Dieser sagte zum Spiel: „Leider wieder kein gutes Spiel meiner Mannschaft. Stark ersatzgeschwächt sind wir trotzdem nach Dannau gefahren, um drei Punkte zu holen. Leider machen wir es dem Gegner vor unserem Tor wieder zu leicht. Trotzdem haben meine Jungs Moral gezeigt und in Unterzahl nach 2:4 und drei nicht gegebenen Toren noch ein 4:4 erkämpft.“ Am kommenden Freitag reisen die Grömitzer ins Preetzer Fichtestadion. Der Trainer setzte fort: „Jetzt hoffe ich, dass die Verletzten/Angeschlagenen im Laufe der Woche zurückkehren und wir es in Preetz besser machen.“
FT Preetz – SG Göhl/Oldenburg 3:1 (1:0)
Es war kein normales Spiel, das am Freitagabend im Fichtestadion stattfand. Die FT Preetz empfing die SG Göhl/Oldenburg. Dabei sollten die Hausherren in einem ganz besonderen Dress auflaufen, denn im Rahmen des 130-jährigen Vereinsjubiläums wurde ein neues Trikot angefertigt. Edles Rot und weiße Streifen, zudem die goldene Beflockung sowie der Retro-Stil sorgten bereits vor dem Anpfiff für ein echtes Highlight. Dennoch sollte das Sportliche klar im Fokus stehen, denn diese Partie versprach eine Menge. Zwei offensivorientierte Mannschaften, die sich auf spielerische Lösungen konzentrieren und durchaus auch Ambitionen verfolgen, sollten aufeinandertreffen. Dabei wollte die Heimelf nach nur einem Sieg aus den ersten fünf Spielen wieder dreifach punkten, denn die erste Saisonniederlage in der Vorwoche gegen Saxonia schmerzte enorm. Die SGGO hatte das klare Ziel, in der Fremde nach zwei Niederlagen endlich zu punkten. Dabei ging es ganz klar darum, das intensive und umkämpfte Spiel gegen die heimstarke FT anzunehmen und sich aus den Eins-gegen-Eins-Situationen zu lösen. Personell sah es auf beiden Seiten gut aus. Die SGGO bekam mit Mattis Markmann, Raheed Jano und Tolas Shamzin dreifache Unterstützung aus dem Oberligakader. Mit Blick auf die Aufstellungen sollte es durchaus auf beiden Seiten spannend werden. Die Gäste hatten eine Menge Offensivpower auf dem Feld, denn neben den besagten drei Spielern der Ersten begannen mit Tim Röben-Müller sowie Noel Linke und Lukas Röhrle drei weitere Spieler, die sich eher nach vorne orientieren. Hinten sollte eine Viererkette für Stabilität sorgen, in der Ricardo Sarau als erfahrenster Spieler im Team voranging.
Die FT Preetz hat in der Offensive diese Saison ein breites Angebot, sodass sich Spielertrainer Florian Manstein etwas ausdenken musste. Neuzugang Michel Danberg, dem das Glück im Abschluss die ersten Wochen noch fehlte, sollte ganz vorne beginnen, gemeinsam mit Özal Berk. Manstein selbst agierte daher in einer etwas anderen Rolle. Nichtsdestotrotz ging dies sehr gut auf. Preetz kam gut in die Partie und zeigte bereits nach wenigen Sekunden, auf was für ein Spiel sich die Zuschauer freuen durften. Es ging schnell nach vorne, doch knapp wurde verpasst. Nach fünf Minuten gab es dann die erste Riesenchance in der Partie, die der auffällige Kilian Bollmann allerdings liegen ließ. Oldenburg war noch nicht richtig im Spiel. Dies änderte sich nach den guten ersten Minuten der Preetzer allerdings. Sie übernahmen die Kontrolle, gaben den Ton an und kamen ebenfalls zu Gelegenheiten. Jano zog ein gutes Stück vorbei, bevor Markmann zum Abschluss kam und Deniz List zu einer starken Parade forderte. Im Gegenzug kam dann wieder die Heimelf, die mit Ugurcan Er zum Abschluss kam, doch dieser wurde zur Ecke abgeblockt. Diese sollte dann allerdings scharf an den zweiten Pfosten gebracht werden, wo Rico Ott im Tor sich strecken musste. Es war ein richtig packendes und ansehnliches Kreisligaspiel zweier Mannschaften, die mit hohem Tempo nach vorne spielten. Michel Wartenberg sollte nach einer Viertelstunde auf dem Weg in Richtung Tor sein, suchte gerade den Abschluss, doch dann war es Konrad Lunau, der im letzten Moment zur Stelle war.
Muntere Anfangsphase
Die erste Viertelstunde bot also bereits einiges. Nach einer katastrophalen Ecke der Hausherren rollte der Konter für die Oldenburger, die in Überzahl den Weg in die Spitze suchten, doch bevor Markmann zum Abschluss kam, war die FT auf der Hut. Bei einem Blick auf die Chancen war durchaus auffällig, dass die Gäste überwiegend aus der Distanz zum Abschluss kamen. Es wurden im letzten Drittel wenige Lösungen gefunden, sodass die Entscheidung oftmals der Schuss von außerhalb des Sechzehners war. So auch nach 22 Minuten, als Jano abzog, List klatschen ließ und Preetz vor dem anstürmenden Röhrle rettete. Auch wenn Tore noch auf sich warten ließen, sollte es ein richtig munteres Kreisligaspiel sein, in dem Preetz elf Minuten vor der Pause in Führung ging. Manstein setzte Michel Danberg (34.) in Szene, der aus der Distanz abschloss und die Heimmannschaft in Führung brachte. Es war das lang ersehnte erste Saisontor für den neuen Stürmer der Preetzer, der sich nun endlich belohnte.
15 Gelbe Karten, doch keiner weiß warum
Im Anschluss sollte die SGGO dann allerdings zu zwei Möglichkeiten kommen. Jano und Linke zogen knapp über das Tor. In den letzten Minuten vor der Halbzeit sollte dann allerdings die FT nochmal richtig gefährlich werden. Nach einem sehenswerten Spielzug scheiterte zunächst Danberg am Außennetz, bevor kurz danach Er nur hauchdünn am langen Eck vorbeischob. So ging es mit einem 1:0 in die Pause, was nicht unverdient war. Der Ball war mehr bei der SGGO und auch das Chancenplus, doch gefährlicher schien die Heimelf. Diese war zwingender und fand mehr Lösungen im letzten Drittel. Das Spiel sollte zur Pause dennoch offen bleiben, denn hier könnte auf beiden Seiten jederzeit etwas passieren. Dies machte dieses Flutlichtspiel im Fichtestadion zu einem hochinteressanten Duell. Nach der Pause sollte das Spiel allerdings stark unter der Spielführung des Schiedsrichters leiden. In einem fairen Duell mit kaum hitzigen Situationen sollte der Unparteiische mit einer kleinlichen Bewertung von Zweikämpfen und Fouls nicht nur für ständige Spielunterbrechungen, sondern auch zahlreiche Verwarnungen sorgen. Die Folge waren am Ende des Tages 15 Gelbe Karten, doch keiner auf der Sportanlage wusste so richtig, wieso, denn das Spiel spiegelte dies keineswegs wieder.
Shamzin antwortet auf Berk
Die erste Chance der zweiten Halbzeit sollte der FT gehören, die über Bollmann zum Abschluss kam, doch Ott war zur Stelle. Auf der Gegenseite sollte Tim Röben-Müller einen Freistoß knapp vorbeiziehen. Es gab Möglichkeiten auf beiden Seiten, wobei sich die Defensive der Heimmannschaft immer wieder in die Oldenburger Abschlüsse warf. So waren es nicht viele zwingende Möglichkeiten. In der 52. Minute gab es allerdings eine richtig gute Chance, bei der Markmann allerdings an List scheitern sollte. So kam die 55. Minute und in dieser sollte zunächst Danberg aufs Tor zulaufen, scheiterte allerdings an Ott, und dann war es Özal Berk (55.), der den Nachschuss vollendete. Die Entscheidung war dies allerdings noch nicht, denn Oldenburg sollte verkürzen. Tolas Shamzin (60.) zeigte seine gesamte Qualität, ließ einen Verteidiger aussteigen und traf eiskalt ins kurze Eck. So war es das 1:2 und neue Hoffnung kam auf, doch im direkten Gegenzug fiel beinahe der dritte Gegentreffer. Bollmann lief allein aufs Tor zu und scheiterte an Ott.
Deckel drauf
Die letzte halbe Stunde brach nun an und nachdem Danberg lange Zeit behandelt und anschließend ausgewechselt werden musste, sollte Oldenburg nochmal zu einem Abschluss kommen, den List im Nachfassen hatte. Die Zeit lief runter, doch es stand noch eine ewig lange Nachspielzeit an. In dieser sollte Taylor Salzborn (98.) zum 3:1 treffen. Beinahe wäre es auch der vierte Preetzer Treffer gewesen, doch beim Zuspiel von Manstein lag eine Abseitsposition vor. So war es am Ende erneut eine Niederlage in der Fremde für die SGGO. Trainer Mario Markmann sagte dazu: „Das war das erwartet schwere und intensive Spiel heute. Nachdem wir anfangs überhaupt nicht im Spiel waren, haben wir das Spiel eigentlich nach 20 Minuten in den Griff bekommen. Obwohl wir es nicht wirklich gut gemacht haben, hatten wir doch einen größeren Spielanteil. Leider machen wir wieder aus den guten Möglichkeiten keine Tore. Es fehlte wieder an der Genauigkeit und Intensität der Aktionen im letzten Drittel. Wie schon bei den letzten Auswärtsspielen macht der Gegner aus seinen wenigen Möglichkeiten die Tore. Beim ersten Gegentor diskutieren wir mit dem Schiedsrichter noch über seine Fehlentscheidung zum Freistoß und der Gegner nutzt das zum Tor aus. Da sind wir, wie in einigen anderen Situationen auch, einfach noch zu unclever. Dann laufen wir dem Rückstand hinterher. Das verteidigt der Gegner dann auch gut. Am Ende fahren wir wieder ohne Punkte nach Hause.“








