SV Todesfelde mit historischem Auftritt – Über 500 Fans bringen Jahn-Halle zum Beben

Alles passte, nur das Ergebnis nicht

Lina Ruge (SV Todesfelde). Foto: Manuel Klemm
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Bad Schwartau – Am vergangenen Sonnabend war es endlich soweit. Vor 535 Zuschauern in der Jahn-Halle in Bad Schwartau bestritt der SV Todesfelde sein erstes Meisterschaftsspiel in der 2. Frauen-Handball-Bundesliga. Gegner war der VfL Waiblingen aus Baden-Württemberg in der Nähe von Stuttgart. Die Segebergerinnen schrieben nach dem sensationellen Aufstieg somit Vereinsgeschichte. Alles passte, nur das Ergebnis nicht. Der Liga-Neuling unterlag mit 26:32 (14:17).

6:3-Führung entglitt

Von Nervosität war bei den Tofe-Mädels nach dem Anpfiff kaum etwas zu spüren. Die Gastgeberinnen, die ihre Heimspiele nicht in der eigenen Halle austragen dürfen, fanden in sehr gut in der neuen Umgebung in die Partie, spielten mutig auf und setzten sich früh mit 6:3 ab (8.). Waiblingen ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken, kämpfte sich zurück und stellte beim 6:6 erstmals wieder den Gleichstand her (12.). In der 17. Minute gingen die Gäste schließlich zum ersten Mal in Führung. Todesfelde blieb dran, ließ Waiblingen nicht davonziehen und belohnte sich mit dem Ausgleich zum 14:14 durch Rieka Thal (28.). In den letzten Minuten der ersten Halbzeit schlichen sich allerdings zunehmend technische Fehler im Spiel ein. Waiblingen nutzte diese konsequent aus und so ging es mit einem 14:17-Rückstand aus SVT-Sicht in die Kabine.

Hoffnung nach Anschlusstreffer

Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gäste den besseren Start. Waiblingen agierte konzentriert und stellte den Gegner mit einer starken Defensive vor große Herausforderungen. Zeitweise musste das Ammen-Team einem Rückstand von fünf Toren hinterherlaufen. Aufgeben war dennoch keine Option. Die Segebergerinnen kämpften sich zurück und kamen in der 47. Minute beim Stand von 22:23 noch einmal bis auf einen Treffer heran. Marit Kristin Kaps sorgte für Hoffnung. Die Chance, das Spiel möglicherweise zu drehen, war da. Doch gerade in dieser entscheidenden Phase leistete sich der Aufsteiger sich erneut unnötige technische Fehler und nutzte seine Möglichkeiten nicht konsequent. Waiblingen bestrafte diese Fehler und setzte sich wieder auf vier Tore ab. In den Schlussminuten versuchten die Todesfelderinnen noch einmal alles, doch die Gäste ließen sich den Vorsprung nicht mehr nehmen. Am Ende gab man sich mit 26:32 geschlagen.

Stolz, mit einem kleinen Tränchen

Das allgemeine Fazit in der vollen Sporthalle war, dass man trotz der Niederlage zeigte, dass man in der 2. Liga angekommen ist. Darauf will man aufbauen und in den kommenden Spielen weiter an den Schwächen arbeiten.

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Trainer mit ausführlicher Analyse

Henning Ammen sagte danach zu HL-SPORTS: „Wir sind wirklich gut in unser erstes Zweitligaspiel gestartet. Gerade in der Anfangsphase haben wir gezeigt, dass wir keine Angst vor dieser Liga haben und dass wir auch gegen einen etablierten Zweitligisten mithalten können. Gleichzeitig haben wir aber auch sehr schnell gemerkt, dass in der 2. Bundesliga ein anderer körperlicher Umgang herrscht. Auf diese Härte in den direkten Duellen sind wir leider etwas zu spät richtig angekommen. Was uns letztlich das Spiel gekostet hat, waren vor allem unsere eigenen Fehler. 22 Fehlwürfe und zwölf technische Fehler sind auf diesem Niveau einfach zu viel. Dazu kommen noch einige Pfosten- und Lattentreffer. Wenn man einem Gegner wie Waiblingen so viele Möglichkeiten schenkt, wird es natürlich schwierig, über 60 Minuten erfolgreich zu sein.“

Ammen lobt Mentalität

Aber der Tofe-Coach erkannte viele Positive Dinge: „Was mir aber sehr gut gefallen hat, war unsere Mentalität. Wir haben uns immer wieder zurückgekämpft und auch nach einem Fünf-Tore-Rückstand nicht aufgegeben. Beim 22:23 hatten wir dann sogar dreimal die Möglichkeit, den Ausgleich zu erzielen. Wenn uns dort das 23:23 gelingt, kann so ein Spiel noch einmal komplett kippen – auch emotional. Das ist der Punkt, an dem wir uns vielleicht noch etwas mehr Cleverness und Abgezocktheit wünschen müssen.“

Mutiges Todesfelde zum Vizemeister

Ammen weiter: „Trotz der Niederlage nehme ich aus diesem ersten Zweitligaspiel sehr viel Positives mit. Wir sind angekommen. Wir haben gesehen, dass wir mithalten können, aber eben auch sehr deutlich aufgezeigt bekommen, woran wir arbeiten müssen.“ Der nächste Gegner ist der amtierende Vizemeister, der am 1. Spieltag mit 37:23 in Kirchhof gewann. „Jetzt wartet mit Nürtingen direkt die nächste Mammutaufgabe auf uns. Die SG Nürtingen-Zizishausen war in der vergangenen Saison Vizemeister und gehört für mich definitiv zu den Mannschaften, die um die vorderen Plätze spielen werden. Wir fahren dort aber nicht hin, um vorher auszurechnen, mit wie vielen Toren wir vielleicht verlieren. Wir wollen jedes Spiel gewinnen – und genau mit dieser Einstellung werden wir auch nach Nürtingen fahren. Natürlich wissen wir, was dort für eine Aufgabe auf uns wartet. Aber wir werden uns so lange wie möglich wehren und versuchen, am Ende etwas Zählbares mitzunehmen“, so der Todesfelder Trainer zum Abschluss. Anwurf ist am kommenden Sonnabend um 19.30 Uhr.

Der 1. Spieltag (29. – 30.8.)

Lintfort – Solingen 24:27
Bergischer HC – Regensburg 27:24
Rödertal – Leverkusen 40:22
Bremen – Mainz 22:34
Todesfelde – Waiblingen 26:32
Kirchhof – Nürtingen 23:37
Buchholz-Rosengarten – Berlin 31:36
Freiburg – Rostock (24.10.)

Die Tabelle

1.Rödertal2:0
2.Nürtingen2:0
3.Mainz2:0
4.Waiblingen2:0
5.Berlin2:0
6.Bergischer HC2:0
6.Solingen2:0
8.Freiburg0:0
8.Rostock0:0
10.Regensburg0:2
10.Lintfort0:2
12.Buchholz-Rosengarten0:2
13.Todesfelde0:2
14.Bremen0:2
15.Kirchhof0:2
16.Leverkusen0:2

Bildquellen

  • Ruge: Manuel Klemm
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