
Lübeck – Am sechsten Spieltag war in der Kreisliga Südost wieder einiges los. Am Sonnabend sollte Eichholz II die nächsten drei Punkte einfahren, trotz einer Notlösung im Tor. Auch Lübeck 1876 konnte gewinnen. Am Folgetag gab es dann eine dicke Überraschung am Palinger Weg sowie einen Last-Minute-Sieg an der Falkenwiese. Zudem sollte der SV Fortuna St. Jürgen den lang ersehnten ersten Dreier holen, sodass nun alle 16 Mannschaften mindestens ein Spiel gewonnen haben.
Eichholzer SV II – SG Breitenfelde/Mölln 3:1 (1:0)
Nach zwei sieglosen Spielen wollte die SG Breitenfelde/Mölln am Sonnabend wieder dreifach punkten. Sowohl gegen Rethwisch (1:1) als auch Travemünde (1:2) sollte nicht der erwünschte Sieg her. Mit dem Auftritt gegen die Monte-Kicker war Trainer Arne Riewe absolut nicht einverstanden, trotz einiger personeller Ausfälle. Nun stand das Auswärtsspiel am Pöbelberg an, wo der Eichholzer SV II wartete. Es sollte eine echte Mammutaufgabe werden für die Lauenburger. Auf beiden Seiten fehlten allerdings wichtige Spieler. Während Breitenfelde zum Beispiel auf Marvin Edler verzichten musste, sollte es bei den Lübeckern im Tor eng werden. Alle Keeper fielen aus, sodass eigentlich geplant war, dass Nico Hoffmann am Sonnabend zwischen den Pfosten stehen würde. Der Neuzugang aus Schönberg verletzte sich allerdings im Abschlusstraining, wodurch es doch einen anderen Keeper brauchte. Dieser wurde mit Innenverteidiger Jan Senkbeil gefunden.
Hamer trifft und trifft
Es sollte etwas mehr als 20 Minuten dauern, bis der erste Treffer des Tages fiel. Niklas Hamer (21.) brachte die Heimmannschaft in Führung. Der Stürmer erzielte bereits sein siebtes Tor im fünften Spiel. Breitenfelde/Mölln versuchte hinten stabil zu stehen und über Umschaltmomente gefährlich zu werden. Dabei war vor allem Philipp Reimann im Fokus, der mit seinem hohen Tempo und seiner Abschlussqualität für Gefahr sorgen sollte. Chancen gab es für die Lauenburger, doch auch Eichholz ließ ebenfalls einige Möglichkeiten liegen, sodass es lange Zeit beim 1:0 blieb.
Eichholz macht spät alles klar
Das Spiel war daher lange Zeit offen, mit Blick auf das Ergebnis, doch in der Schlussviertelstunde sollte der Favorit erhöhen. Der zehn Minuten zuvor eingewechselte Tom Meier (75.) erzielte sein erstes Saisontor. Mit dem 3:0 durch Matthis Schock (85.) war die Partie endgültig entschieden, auch wenn die Gäste durch den jungen Frederik Pfalzgraf (91.) noch zum Ehrentreffer kamen. Am Ende feierte die Landesliga-Reserve allerdings den nächsten Sieg, sodass die Mannschaft von Stephan Lindhoff weiterhin im oberen Tabellendrittel bleibt. Zum dritten Sieg im dritten Heimspiel sagte Stephan Lindhoff: „Weitere wichtige drei Punkte gegen ein Topteam. Wir haben eine sehr erwachsene Leistung gezeigt in einem durchschnittlichen Spiel. Ein Sonderlob geht heute an Jan Senkbeil, der als Torwart keine Probleme hatte heute.“
Lübeck 1876 – Ratzeburger SV II 1:0 (0:0)
Nach einem eher dürftigen Saisonstart mit nur einem Punkt aus drei Spielen, trotz vermeintlich einfachem Startprogramm, sollte der Ratzeburger SV II zuletzt immer besser in der neuen Liga ankommen. Es gab vier Punkte gegen den TSV Schlutup (5:3) und Siebenbäumen (2:2), sodass gleich zwei Ligafavoriten geärgert wurden. Nun reiste die Mannschaft vom Riemannplatz erneut in die Hansestadt, wo mit Lübeck 1876 ein etwas anderer Gegner wartete. Während Schlutup und Siebenbäumen beide viel den Ball haben wollen und sich klar auf die Offensive fokussieren, sollte nun eine Mannschaft warten, die seit dieser Saison vermehrt den Fokus auf die Defensive legt. Dies machen nur fünf Gegentore aus den vier Spielen zuvor deutlich. Personell musste Trainer Uwe Buchholz auf seinen Kapitän und Abwehrchef Christian Hessler verzichten. Dieser verletzte sich in der Vorwoche beim Krummesser SV schwer. Ansonsten gab es eine Überraschung im Sturm, denn Torjäger Norman Bierle, der bereits vier Saisontore erzielte, sollte nur auf der Bank Platz nehmen. Ratzeburg war personell geschwächt, denn mit Pelle Vogel und Jan-Hendrik Braasch fehlten zwei Schlüsselspieler.
Wenig los vor der Pause
So sollte es eine Partie sein, die wenig Spektakel bot. Gästetrainer Paul Dietz sagte: „In der ersten Hälfte sehr viele lange Bälle auf beiden Seiten und wenige Chancen. Wir haben dann eine große Möglichkeit frei vor dem Torwart, aber vergeben.“ So ließen Tore noch auf sich warten. Nach dem Seitenwechsel sollte sich dies dann allerdings ändern. Der Coach der Gäste setzte fort: „Zur zweiten Halbzeit kommt Lübeck 1876 gut rein und macht Druck und macht folgerichtig das Tor, bei dem der Stürmer drei Pressschläge hintereinander gewinnt.“ Daniel Raub, einer der Leistungsträger der vergangenen Jahre, der den 76ern erhalten blieb, brachte die Lübecker (62.) in Führung. Der Mittelfeldspieler und Sohn von Trainer Uwe Buchholz war in den ersten Wochen meist noch von der Bank gekommen, da er die ersten Spiele urlaubsbedingt verpasste, doch zeigte nun, wie wichtig er für das Spiel seiner Mannschaft ist. Im Anschluss legten die Hausherren noch mehr den Fokus auf die Defensive, sodass Ratzeburg anlief. Dabei fiel dem Aufsteiger allerdings zu wenig ein, sodass es am Ende beim 1:0 der Lübecker blieb. Es war der vierte Sieg im sechsten Spiel, sodass die Mannschaft von der Travemünder Allee nach einem schwierigen Sommer und dem Pokalaus die Liga durchaus überrascht hat. Trainer Buchholz sagte zum Spiel: „Heute war es wieder ein zähes Spiel gegen Ratzeburg II. Wir mussten viel improvisieren und in der ersten Halbzeit war es ein Spiel mit wenig Höhepunkten. In Halbzeit zwei war unser Spiel deutlich druckvoller und wir erspielten uns einige gute Torchancen. In der 60. Min. dann endlich der verdiente Führungstreffer. Danach gab es Chancen auf beiden Seiten. Wir müssen das 2:0 machen, haben aber auch zweimal Glück, dass nicht der Ausgleich fällt. Keeper Grotzky war hellwach und so nehmen wir am Ende die drei Punkte gerne mit.“
Eingespieltheit und Erfahrung als Faktor
Für die Ratzeburger war es nach dem Aufschwung zuletzt ein kleiner Dämpfer. Die personellen Ausfälle waren nicht zu kompensieren, sodass es die dritte Saisonniederlage gab. Cheftrainer Paul Dietz sagte dazu: „Am Ende macht die Eingespieltheit und Erfahrung von 76 heute den minimalen Unterschied, wir werden unter der Woche Gas geben und wollen dann gegen starke Kücknitzer punkten.“
SV Grün-Weiß Siebenbäumen – SV Azadi Lübeck II 4:0 (1:0)
Nach zwei verlorenen Punkten beim Gastspiel in Ratzeburg wollte der SV Grün-Weiß Siebenbäumen eine Reaktion zeigen und auch das dritte Heimspiel für sich entscheiden. Zu Gast war allerdings mit dem SV Azadi Lübeck II eine keineswegs schlechte Mannschaft. Die Lübecker verloren schließlich erst zwei der ersten fünf Spiele und zeigten durchaus, welche Qualität im Team steckt. Mit Serdar Hassan fehlte der Schlüsselspieler in der Offensive, sodass improvisiert werden musste. Bereits nach zwei Minuten gab es den frühen Schock für die Gäste. Thorge Schlüter (2.) sollte Siebenbäumen früh in Führung bringen. Es war der Blitzstart und der auffällige Mittelfeldspieler sollte wenig später erneut für Gefahr sorgen, als er die Latte traf. Es war ein guter Start. Azadis Justin Thiele musste anschließend nach 23 Minuten verletzt vom Feld. Gästetrainer Omar Yassin sagte: „Leider bekommen wir direkt zum Anfang ein unglückliches Gegentor und brauchten einige Minuten, um ins Spiel zu kommen. Mit der Zeit wurde es immer besser und das 1:1 zur Halbzeit wäre nicht unverdient gewesen. Dies blieb jedoch leider aus.“
Azadi bestraft Fehler nicht
Die Heimelf war durchaus die bessere Mannschaft, doch hinten gab es durchaus auch Fehler, die Azadi allerdings nicht nutzte. Im letzten Drittel fehlte die nötige Konsequenz, um eines der Geschenke der Heimelf zu nutzen. Hinten gab es allerdings auch Möglichkeiten der Heimelf, die unter anderem durch Baruwa den zweiten Treffer verpasste. Zehn Minuten nach dem Wiederbeginn sollte mit der Einwechslung von Timo Dankert mehr Stabilität ins Siebenbäumen-Spiel kommen. Die Fehler wurden weniger und Azadi ging vermehrt Risiko. Dies nutzte die Mannschaft von Trainer Marco Urban, sodass Fynn Halupka (69.) nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung traf. Er war nicht der einzige Joker, der an diesem Nachmittag erfolgreich sein sollte, denn auch Mohammad Hamid (83.) als auch Luca Schewski (87.) kamen von der Bank und trafen. Das eingegangene Risiko der Zweitvertretung aus Lübeck-Buntekuh war zu groß, was eine Spitzenmannschaft gnadenlos ausnutzt. So gab es am Ende einen 4:0-Sieg für den Verbandsligaabsteiger. Die Gastmannschaft verlor das zweite Spiel in Folge. Trainer Yassin sagte: „In der zweiten Halbzeit zeigten wir zwar einen soliden Auftritt, machten jedoch leider zu viele kleine Fehler im Spielaufbau. Der Gegner bestrafte dies eiskalt. Vielen Dank an Siebenbäumen für das faire Spiel und wünschen weiterhin viel Erfolg.“
TSV Schlutup – ATSV Stockelsdorf 2:3 (0:0)
Die Rollenverteilung im Duell zwischen dem TSV Schlutup und ATSV Stockelsdorf war glasklar. Die Heimmannschaft mit nur einer Niederlage aus den ersten fünf Spielen sollte gegen den noch sieglosen Tabellenvorletzten klar favorisiert sein. Doch diese Liga zeigte bereits oft genug, dass alles passieren kann, und so war es auch diesmal. Personell fehlte zwar auf beiden Seiten der ein oder andere, dennoch waren es zwei schlagkräftige Truppen, die ins Rennen geschickt wurden. Zur Pause sollte es torlos bleiben, sodass noch alles offen war. Der Favorit hatte zwar mehr Spielanteile, doch fand gegen den deutlich kompakteren ATSV als noch beim 3:8 gegen Eichholz zu wenige klare Lösungen. Stockelsdorf musste vor dem Pausentee dann allerdings einen kleinen Dämpfer erleben, denn mit Sajad Barbari musste einer der Lichtblicke aus den ersten Wochen der Saison vorzeitig raus. Zur zweiten Hälfte war auch für Serim Sarikoc Feierabend.
Schlutup auf Kurs
Schlutup reagierte und brachte mit Leon Staniec einen neuen Außenspieler für Manuel Homfeld. Wenige Minuten später war der Bann dann gebrochen, denn Mehmet Sütlü (50.) brachte den TSV in Führung. Es war nicht unverdient und ein Eigentor von Leif Kirsten sollte der Mannschaft von Robertino Borja einen großen Schritt in Richtung Heimsieg bringen. Der Trainer sagte: „Wir führen nach 60 Minuten verdient mit 2:0. Danach haben wir die große Chance, mit einem klaren Elfmeterpfiff die Vorentscheidung herbeizuführen, doch der Pfiff blieb aus. Auch ein Kopfball an die Latte hätte für die Entscheidung sorgen können.“ Die Vorentscheidung blieb also aus und die Hoffnung der Gäste lebte weiter. Das Spiel kippte tatsächlich: „Was dann in der Schlussphase passiert ist, kann man eigentlich nicht in Worte fassen. Wir geben ein sicher geglaubtes Spiel noch komplett aus der Hand.“ Philip Stellmacher unterlief ein Eigentor. Fünf Minuten vor dem Ende erzielte Julian Zimmermann (85.) den Ausgleich und nur drei Minuten später sollte Max Groos (88.) tatsächlich den ATSV in Führung bringen. Es war der späte Siegtreffer und ein Erfolg für die Moral. Trainer Yannik Biemann sagte: „Heute belohnen wir eine super Mentalität und unseren Kampf. Selbst nach einem 2:0-Rückstand geben wir nicht auf und drehen die Partie zu einem 2:3-Auswärtssieg. Ich bin super stolz auf die Mannschaft. Endlich belohnen wir uns.“ Borja sprach von „einem Tag zum Vergessen“, doch richtete auch Glückwünsche an die Gäste.
SV Viktoria 08 – TSV Zarpen 3:4 (0:2)
Der Tabellenführer war am Sonntagnachmittag zu Gast an der Falkenwiese. Der SV Viktoria 08 empfing den TSV Zarpen, der in den ersten fünf Spielen noch ungeschlagen blieb, trotz schwierigem Anfangsprogramm. Sowohl Azadi II als auch Schlutup, Siebenbäumen und Kücknitz konnten nicht gegen den Aufsteiger gewinnen. Nun wollte Viktoria genau dies schaffen, doch personell sah es gar nicht gut aus. Es fehlte eine Menge, wie beispielsweise Tilo Karsten, der gegen Fortuna St. Jürgen in der Vorwoche noch dreifach traf. So sollte es eine schwere Aufgabe für die Lübecker werden, die den zweiten Saisonsieg anpeilten. Im ersten Durchgang wusste man allerdings nicht zu überzeugen. Trainer Timur Akgün sagte: „Mit dem Anpfiff kommen wir einfach nicht in das Spiel rein. Die Gäste sind viel griffiger, gewinnen deutlich mehr Zweikämpfe, sind früher am Ball und haben viel mehr Ball- und Spielanteile, sodass sie dann auch geschlossen als Mannschaft viel besser kombiniert haben und einen besseren Spielaufbau führen konnten. Wir hingegen waren so ein bisschen der stille Beobachter, hatten kaum Bewegung und vor allem wenig Zug. Zwischendurch kreieren wir ganz gute Chancen, die wir im letzten Drittel aber nicht ausnutzen. So bekommen wir dann zwei ganz unglückliche, aber doch gerechtfertigte zwei Gegentore.“ Deniz Karakaya (11.) und Luca Rhein (14.) stellten früh auf 2:0 für die Gäste, womit es auch in die Pause ging. Trainer Tobias Clasen war dennoch nicht ganz zufrieden: „Wir führen 2:0 zur Halbzeit, aber haben nicht gut gespielt. Wir haben keine Pressingmomente gehabt, haben mehr den Ball gehabt und diesen hintenherum gut laufen lassen, trotzdem immer wieder individuelle Fehler gemacht, die auch bestraft hätten werden können, wenn Viktoria dies besser genutzt hätte. Wir hätten aber auch einen draufsetzen können mit dem Dritten. Von daher war es völlig verdient, dass wir mit dem 2:0 in die Halbzeit gehen.“
Verändertes Bild
Zur zweiten Hälfte brauchten die Lübecker eine klare Leistungssteigerung. Akgün fand die richtigen Worte, denn seine Mannschaft zeigte ein anderes Gesicht: „Nach einer Umstellung in der Formation, aber auch im Angriffsspiel, kommen wir viel besser ins Spiel. Wir sind griffiger, haben mehr Spielanteile als Zarpen und auch mehr Ballbesitz. So können wir in kürzester Zeit dann auch zwei Tore erzielen und ausgleichen.“ Bruno Costa (53./54.) traf binnen weniger Momente und stellte wieder auf null. Die Stormarner kamen nicht gut aus der Kabine: „In der zweiten Halbzeit hören wir auf einmal komplett mit Fußballspielen auf und kassieren völlig verdient zwei Gegentore.“ Nach einer Ecke sollte Viktoria durch Lukas Rauch (71.) sogar in Führung gehen: „Bis dahin, wenn man nur die zweite Hälfte anguckt, war dies absolut verdient“, sagte der Heimcoach. Kurz danach sollte Zarpen allerdings durch einen Sonntagsschuss von Nico Scheel (73.) ausgleichen. Es war ein offenes Spiel, das nach einer Verletzung unterbrochen wurde. Marcel Schinck verletzte sich an der Schulter und musste mit dem Rettungswagen abgeholt werden. Der Cheftrainer der Lübecker richtete ein paar Worte an den Spieler der Gäste: „Gute Besserung an den Spieler aus Zarpen. Wir wünschen ihm gute Besserung, dass er bald wieder fit ist und dann gegen den Ball treten kann.“
Die Last-Minute-Könige stechen wieder zu
Nach der Verletzung wollte Zarpen unbedingt den Siegtreffer erzielen und tatsächlich fiel dieser auch. Der eingewechselte Marvin Isler (96.) wurde zum Helden, denn er kam für den verletzten Schinck, ist eigentlich Torhüter und köpfte eine Ecke von Michel Tietz zum späten Siegtreffer ein. Es gab den nächsten Erfolg für den Aufsteiger, der das 4:3 allerdings nicht unbedingt als hochverdient sah: „Wir hätten uns auf jeden Fall nicht beklagen dürfen, wenn das Spiel 3:3 ausgegangen wäre. Wir haben nicht gut gespielt“, sagte der siegreiche Coach der Stormarner. Der erneut sieglose Trainer von der Falkenwiese sagte: „Insgesamt war das 3:3 gerechtfertigt, wenn man beide Hälften annimmt. Leider, durch eine längere Verletzungsunterbrechung, kommen wir leider völlig aus der Bewegung. Wir kommen nicht mehr in unsere Takte rein und ins Spiel, sodass wir wieder einmal in der Nachspielzeit das 3:4 kassieren und wieder unnötig Punkte abgeben. Wir lassen zu viele Ecken zu, drei richtig gute Angriffe vom Gegner und einer davon geht dann am Ende halt rein.“
TSV Kücknitz – Krummesser SV 6:0 (4:0)
Der Saisonstart sorgte für gemischte Gefühle beim TSV Kücknitz. In den Heimspielen wusste man zu überzeugen und punktete, doch in der Fremde sah es noch eher durchwachsen aus. Schließlich gab es nur einen Punkt aus drei Auswärtsspielen, sodass im Kampf um die Spitzenplätze erst einmal Dämpfer hingenommen werden mussten. Die Chancenverwertung war dabei ein Faktor, doch auch die personelle Situation, denn vor allem zuletzt beim Remis in Zarpen fehlten einige wichtige Spieler. Nun empfing man den nächsten Aufsteiger, der allerdings ganz anders gestartet ist. Der Krummesser SV verlor nach einem Sieg am ersten Spieltag viermal in Folge. Personell liefen die Lauenburger früh auf dem Zahnfleisch, sodass Ausfälle sowohl mit Blick auf die Qualität als auch Breite nicht kompensiert werden konnten. Von Beginn an sollte am Sonntagnachmittag Kücknitz das Spiel kontrollieren. Der Aufsteiger versuchte es mit defensiver Kompaktheit, doch sollte nach etwas weniger als 20 Minuten in Rückstand geraten. Maurice Maletzki (18.) kam ungestört zum Abschluss, was er gnadenlos bestrafte. Im Gegenzug kam Bekir Kasikci per Kopf zu einer Riesenchance, wo Kevin Boydenow allerdings zur Stelle war. Zwei Minuten später sollte es dann allerdings Elfmeter geben, den Maletzki (22.) verwandelte. Julian Müller (32.) und Luis Burow (45.) stellten noch vor der Pause auf 4:0. Kücknitz-Coach Mirco Groß sagte: „Von der ersten Minute an hatten wir Ball und Gegner im Griff und müssen nach zehn Minuten eigentlich schon mit 2:0 führen. Krummesse kam in der ersten halben Stunde zu ein bis zwei Chancen, ansonsten lief die Partie komplett nach unseren Vorstellungen.“
Maletzki ragt heraus
Im zweiten Durchgang machten die Hausherren weiter, denn Tim Kuckertz (55.) und Maletzki (66.) sollten den 6:0-Endstand erzielen. „In der zweiten Halbzeit haben wir ordentlich durchgewechselt, sodass auch die Jungs aus der Zweiten zu ihren verdienten Minuten kamen. Danke an dieser Stelle für eure Unterstützung, denn uns fehlten weiterhin acht Spieler“, sagte Groß. Zudem sagte er: „Krummesse wünschen wir alles Gute für die weitere Saison. Am Ende war es ein faires Kreisliga-Spiel mit einer sehr guten Leistung der Offiziellen.“ Vom Aufsteiger war dies ein katastrophaler Auftritt, der Fragen aufwarf. Die Aufgabe Kreisliga erweist sich früh als Härtetest, denn früh steht man nun im Abstiegskampf.
VfL Rethwisch – SV Fortuna St. Jürgen 0:4 (0:0)
Es war ein Duell, in dem eine Menge Druck auf dem Kessel war. Der SV Fortuna St. Jürgen peilte nach fünf sieglosen Spielen und einem anstehenden Hammerprogramm den ersten Dreier an, der eigentlich schon fast Pflicht war. Doch nach nur einem Punkt aus zwei Spielen hatte auch der VfL Rethwisch eine klare Mission, denn man wollte zu Hause auch im dritten Spiel ungeschlagen bleiben. Zur Pause sollte es noch keine Tore geben. Beide Mannschaften hatten Annäherungen, wo die Torhüter gefordert wurden. Nach der Pause waren die Gäste dann besser. Sie waren gut im Spiel und belohnten sich nun auch mit dem Führungstor durch Sharif Wahed (54.). Dieser kam erst zur zweiten Hälfte und nach etwas mehr als einer Stunde folgte der Doppelpack (63.).
Zweite Hälfte entscheidet
Fortuna St. Jürgen war auf Kurs in Richtung lang ersehntem ersten Saisonsieg, denn nach einem Steckpass sollte Lion Albrecht (67.) sogar auf 3:0 erhöhen. Es ging zu wenig für den VfL, der nach der Pause unterlegen war, auch wenn es durch Rene Bossert die Chance gab, nochmal ranzukommen, doch der Pfosten verhinderte es. So war es Paul Grewecke (87.), der kurz vor dem Ende flach ins kurze Eck traf und den Schlusspunkt setzte. Eine starke zweite Hälfte sollte den Unterschied für die Lübecker machen. Es ist nun der erste Dreier der Saison, sodass vier Punkte auf dem Konto stehen. Andre Meese sagt: „Wir konnten uns heute endlich für den Aufwand belohnen und einen verdienten Sieg einfahren. Aus einer guten und sicheren Defensivarbeit heraus, haben wir kaum Chancen für den Gegner zugelassen und konnten selber einige gefährliche Situationen erspielen und in der zweiten Halbzeit auch erfolgreich abschließen. Vor allem im zweiten Durchgang haben wir unser Spiel aufziehen können und haben das Geschehen bestimmt und reisen so mit drei Punkten zurück. Daran müssen und werden wir anknüpfen, um die nächsten schweren Aufgaben anzugehen. Rethwisch-Coach Till Knifka sagte nach dem Spiel: „Glückwunsch an St. Jürgen, die das Spiel aufgrund der guten Leistung in der zweiten Halbzeit verdient gewonnen haben.“







