Spektakuläre Nachspielzeit im Derby – Bargfeld feiert ersten Saisonsieg

SV Henstedt-Ulzburg setzt ein Ausrufezeichen

Es war einiges los im Derby zwischen dem SV Eintracht Segeberg und SV Wahlstedt. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Bad Segeberg – Der sechste Spieltag der Kreisliga Südwest war durch einige Spielverlegungen etwas ausgedünnt. Dennoch sollte wieder eine Menge geboten werden auf den Sportplätzen. Es gab einen deutlichen Heimsieg am Sonnabend, sowie am Folgetag eine spektakuläre Schlussphase, sowie das Ende gleich zweier Serien.

SV Henstedt-Ulzburg – TuS Hartenholm II 6:1 (2:0)

Die Erleichterung beim SV Henstedt-Ulzburg war groß, als beim VfL Oldesloe der Abpfiff ertönte. Durch einen 2:0-Auswärtserfolg endete die Sieglosserie des Top-Favoriten und der zweite Erfolg in dieser Saison wurde eingetütet. Nun sollte nachgelegt werden, doch unter der Woche plagten Verletzungen und Krankheit die Spielvorbereitung. So waren die Vorzeichen für das Heimspiel gegen den TuS Hartenholm II eher durchwachsen und dennoch herrschte Zuversicht, denn man weiß um die eigene Qualität. Die Gäste reisten ohne Druck an. Der Saisonstart war zufriedenstellend mit nur zwei Niederlagen und zudem wollte man ganz befreit aufspielen, denn schließlich lag der Druck beim Gegner, der klare Ziele verfolgt. Hartenholm legte den Fokus ganz klar auf die Defensive, denn man wusste, dass die spielfreudigen Hausherren wohl deutlich mehr den Ball laufen lassen würden. So trat es auch ein, weshalb die Devise ganz klar kompakt stehen und schnelle Nadelstiche setzen hieß. Timo Novak sagte: „Wir sind mit einem klaren Defensivplan ins Spiel gegangen und haben das über weite Strecken der ersten Halbzeit ordentlich gemacht. Nach vorne waren wir nicht existent, was für die erste Hälfte aber einkalkuliert war.“

SVHU überzeugt

Henstedt-Ulzburg startete von Beginn an mit Tempo und Dominanz. Sie suchten den Weg nach vorne und kamen zur ersten richtig guten Chance, doch TuS-Keeper Henning Grimm war im Eins-gegen-Eins der Gewinner. Nach einer knappen halben Stunde sollte er dann doch überwunden werden. Bei einer schnell ausgeführten Ecke war die Defensive der Gäste zu schläfrig, sodass Imad Laoukili (28.) traf. Elf Minuten später erhöhte die Heimelf bereits, denn der eingewechselte Morten Looft (39.) brachte eine Flanke, die immer länger wurde und ins lange Eck segelte. So stand es zur Pause 2:0, wodurch der Plan vom Favoriten klar aufging. Coach Keven Bostelmann sagte: „Heute haben wir genau das Spiel bekommen, das wir im Vorfeld erwartet hatten: einen Gegner, der sehr tief steht, kompakt verteidigt und versucht, über Konter zum Erfolg zu kommen. Trotz unseres aktuell sehr dünnen Kaders haben wir die Aufgabe hervorragend gelöst. Das bestätigt uns als Trainerteam einmal mehr darin, dass wir jedem Spieler in unserem Kader vollstes Vertrauen schenken können. Jeder, der heute auf dem Platz stand, hat seine Aufgabe angenommen und den Matchplan konsequent umgesetzt. Defensiv haben wir kaum etwas zugelassen. Alles, was über die Mittellinie kam, wurde konsequent und konzentriert verteidigt. Durch die beiden Tore in der ersten Halbzeit mussten wir dann nicht mehr gegen ein tief stehendes Abwehrbollwerk anlaufen. Hartenholm musste etwas offensiver werden und dadurch entstanden für uns immer wieder Räume, die wir gut genutzt haben.“

Favorit lässt keine Zweifel aufkommen

Zur zweiten Hälfte wurde Hartenholm mutiger und stand längst nicht mehr so tief wie in den ersten 45 Minuten. Die Folge war, dass Laoukili (46.) direkt nach Wiederbeginn zum 3:0 erhöhte. Es war die Vorentscheidung, auch wenn kurz danach durch Leon Novak (52.) nach ansehnlichem Spielzug. Liam Rogge (54.) stellte den Abstand allerdings schnell wieder her. Ein katastrophaler Fehlpass lud den SVHU ein, was sie dankend annahmen. In der Schlussphase sollte der eingewechselte Kevin Gibau (79./91.) mit einem Doppelpack den 6:1-Schlusspunkt besorgen. Es war ein deutlicher Sieg der Heimmannschaft, die ihre Qualität unter Beweis stellte und zeigte, warum man der Favorit ist. Der Coach sagte: „Insgesamt war es ein sehr kontrollierter Auftritt. Wir hatten zu keinem Zeitpunkt wirklich Druck und konnten unser Spiel über weite Strecken ruhig und souverän durchziehen. Das Ergebnis geht am Ende absolut in Ordnung. Wenn wir unsere Chancen noch etwas konsequenter genutzt hätten, hätten es durchaus noch zwei oder drei Tore mehr sein können. Entscheidend ist aber, dass wir unseren Matchplan über die gesamte Spielzeit umgesetzt und verdient gewonnen haben.“

Emotionen kochen hoch

Das Spiel sollte in der Schlussphase allerdings von unschönen Szenen überschattet werden. Gästetrainer Timo Novak schilderte diese: „Leider muss ich sagen, dass das, was in der Schlussphase bei einem Spielstand von 5:1 passiert ist, eigentlich nicht möglich ist. SVHUs Trainer hat sich aufgrund von Personalproblemen selbst eingewechselt und war der Meinung, unseren Torwart nach einem Steilpass mit gestreckten Beinen umzugrätschen. Das darf als Vorbild für junge Spieler meiner Meinung nach nicht passieren. Es stand 5:1 und das Spiel war durch. Dass dies nicht mal mit Gelb bestraft wurde, ist genauso eine Farce. Durch diese Szene wurden Emotionen geweckt bei einem Spiel, was längst entschieden war. (Natürlich auch bei mir.) Leider kam es am Ende noch zu einer Rangelei auf der anderen Seite des Spielfeldes. Ich möchte mich beim SVHU für die Szenen nach dem Spiel entschuldigen. Was passiert ist, vertritt nicht die Werte von mir, meinem Team und dem TuS Hartenholm. Emotionen gehören zum Spiel dazu, aber nach Abpfiff sollten alle (auch Zuschauer) in der Lage sein, sich die Hand zu geben. Ich möchte noch mal betonen, dass wir hochverdient verloren haben und heute dem jungen Team von HU nicht gewachsen waren. Ich möchte ausdrücklich nicht als schlechter Verlierer dastehen. Leider wurde von beiden Seiten das Fair Play mit Füßen getreten. Dies darf in unserer Liga, wo wir das alle machen, um Spaß zu haben, nicht passieren.“

Eintracht Segeberg – SV Wahlstedt 3:4 (1:0)

Es war das Topspiel an diesem Wochenende in der Kreisliga Südwest. Der Tabellendritte SV Wahlstedt reiste zum SV Eintracht Segeberg, dem Tabellennachbarn. Es war ein Duell zu erwarten, in dem es ordentlich zur Sache gehen würde, denn schließlich ist es ein Derby. In diesem hatten beide ein klares Ziel, doch der Respekt vor dem jeweiligen Gegenüber war groß. So wusste die Heimelf, dass eine Mannschaft anreist, gespickt mit hoher Qualität, die allerdings auch als Team sehr eingeschworen ist. Wahlstedt dagegen war bewusst, dass kein gewöhnlicher Aufsteiger ihnen gegenüberstand. Schließlich gewann dieser drei der ersten vier Kreisligaspiele und war selbst gegen Tralau nicht weit von einem Punktgewinn entfernt. Personell mussten die Gäste auf ein paar Leistungsträger verzichten. So fehlten Ahmed Charni, Verteidiger Julian Holz und auch Yannick Klahn. Dem Trio schloss sich auch Cheftrainer Nimet Jusufi an, der auf Kreta verweilte, doch per Videoanruf das Spiel dennoch live verfolgen konnte.

Lattentreffer

Beide Trainer erwarteten ein intensives Duell, in dem es durchaus zu einigen Zweikämpfen kommen würde. Dies war auch der Fall. Im ersten Durchgang sollten sich beide Mannschaften neutralisieren. Es war sehr taktisch geprägt. Wahlstedt hatte dabei mehr den Ball, doch die Chancen gehörten der Eintracht. So war es nach wenigen Minuten Kapitän Dominik Schenk, der eine Flanke hereinbrachte, die allerdings mithilfe des Windes an die Latte ging. Im Gegenzug verzeichnete auch der SVW die erste Torchance, doch Weidemanns Direktabnahme ging ein gutes Stück vorbei. Es war ein qualitativ hochklassiger Beginn, wo beide Mannschaften den Ball gut laufen ließen. Dennoch sahen die Gäste dort noch klares Verbesserungspotenzial. Diese waren mit dem ersten Durchgang nur bedingt zufrieden.

Kapitän bringt Eintracht in Führung

Die Chancen sprachen in den ersten 45 Minuten klar für die Heimelf, die meist über Adrian Rupsch gefährlich wurde. So köpfte dieser nach einem Freistoß in der 17. Minute über das Tor und nur eine Minute später kam er vor Dennis Holstein zum Abschluss, doch der Schuss ging zu unplatziert, genau auf den Keeper. Wahlstedt suchte oftmals Zielspieler Enrik Nrecaj, der nach einer knappen halben Stunde über das Tor zog. Drei Minuten später gab es dann die beste Chance der ersten Hälfte. Eine Ecke kam genau auf den zentral völlig freistehenden Rupsch, der allerdings den Ball per Kopf nicht im Tor untergebracht bekam. Kurz danach sollte der Ball dann im Tor der Hausherren liegen, doch der Schiedsrichter pfiff die vermeintliche Führung aufgrund eines angeblichen Vergehens ab. Fünf Minuten vor der Pause sollte sich die Heimelf dann allerdings für ihr Chancenplus belohnen. Dominik Schenk (40.) lief auf rechts gut durch und brachte den Ball eiskalt im langen Eck unter. Es war das aufgrund der Chancen nicht unverdiente 1:0. Mit Pausenpfiff gab es dann einen Aufreger, wo Lennart Cordes von Nrecaj getroffen wird und anschließend behandelt werden musste. Sein Trainer sah hier sogar eine potenzielle Rote Karte: „In der ersten HZ sind wir komplett in der Show. Müssen vielleicht sogar 2:0 führen. In der 45. Minute bekommt unser Verteidiger dann einen harten, offensichtlichen „Stempel“ auf den Knöchel. Da müssen wir über „Rot“ reden. Da gab’s halt einfach mal gar nichts.“

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Adrian Rupsch kämpft gegen Alexander Braun um den Ball. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Heimcoach hadert mit nicht gegebener Roten Karte

Zur zweiten Hälfte brauchte Wahlstedt eine klare Leistungssteigerung und genau diese gab es auch. Das Spiel, das im ersten Durchgang noch sehr auf Augenhöhe war, kippte immer mehr in Richtung Gastmannschaft. Walon Uka (50.) sollte kurz nach Wiederbeginn den Ausgleich erzielen, bevor Adrian Rupsch (54.) die Hausherren wieder in Führung brachte. Es war nun ein richtig munteres Fußballspiel, in dem allerdings Wahlstedt immer wieder aufs Segeberger Tor zulief. So auch beim 2:2, als Enrik Nrecaj (64.) traf. Der eingewechselte Simon Tischko leitete ein, der Knipser blieb eiskalt. Co-Trainer Christoph Staschewski sagte: „Das war genau so, wie wir Tore erzielen wollen.“ Eintracht-Coach Galander ärgerte sich, dass ausgerechnet Nrecaj den Treffer erzielte. Aus seiner Sicht hätte der von der Kaltenkirchener TS gekommene Torjäger gar nicht mehr aus dem Feld stehen dürfen: „Der gleiche Spieler schubst aktiv dann in der zweiten Halbzeit den Schiedsrichter-Assistent, der wiederum sagt dem Schiedsrichter Bescheid, dass er geschubst wurde und gerne eine Karte sehen möchte für diesen Spieler. Und dann passiert einfach gar nichts. Oberliga-Erfahrung offensichtlich.“

Elfmeter entscheidet

Die Schlussphase an der Burgfeld brach an und es kam, wie es kommen musste. Ausgerechnet Nrecaj (90.) brachte Wahlstedt mit seinem zweiten Tor in Führung. Eintracht-Coach Galander sagte: „Und Fussball läuft dann halt so, dieser Spieler, der gar nicht mehr dabei sein dürfte, macht zwei Buden. Glückwunsch, an wen auch immer.“ Doch der Schlusspunkt in diesem Derby war das 2:3 noch lange nicht. Nur zwei Minuten später kam der lange Ball in die Box, anschließend war es eine „Ping-Pong-Situation“, bis Egor Zahn (92.) traf. Es war das späte 3:3 und es brach Ekstase auf der Sportanlage aus. Die Segeberger Bank stürmte den Platz, denn die zweite Saisonniederlage schien abgewendet. Doch es war noch immer nicht Schluss. Wahlstedt lief weiter an und dann passierte es: Alexander Braun ging im Strafraum zu Fall und der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. Es gab die Riesenchance für den SVW, doch noch die drei Punkte klarzumachen. Philip Weidemann (96.) trat an und schoss platziert in die Ecke. Eintracht-Keeper Ehlers ahnte die Ecke, doch kam nicht mehr ran. So feierte Wahlstedt am Ende einen 4:3-Auswärtssieg. Der enttäuschte Coach sagte dazu: „Wahlstedt hat das in der zweiten Halbzeit auch richtig gut gemacht, und das möchte ich denen auch nicht nehmen. Ein 3:3 hätte gepasst.“ Sein Gegenüber sagte: „Ich möchte erst einmal beide Mannschaften für ein wirklich gutes Fußballspiel loben. Für die Zuschauer war es trotz wechselhaftem Wetter das Derby was man sich wünscht. Kompliment an meine Mannschaft für den Kampf, die Umsetzung der Spielideen und den Siegeswillen an diesem Tag. Es war in der zweiten Hälfte ein Spiel auf ein Tor und insgesamt gewinnen wir nicht unverdient hier bei einer sehr guten Segeberger Mannschaft.“

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SV Borussia Möhnsen – Bargfelder SV 1:2 (0:0)

Der SV Borussia Möhnsen war nach dem fünften Spieltag die letzte verbliebene Mannschaft, die noch ungeschlagen war. Kein Team konnte die Lauenburger bezwingen, weder Leezen, noch Großensee oder auch Henstedt-Ulzburg. Gegen letzteren feierte die Borussia allerdings auch ihren einzigen Sieg. Unentschieden dominierten den Start. Nun gastierte eine Mannschaft, die in den ersten Wochen das absolute Gegenteil durchlief. Der Bargfelder SV blieb ohne Punkt und stand am Tabellenende. Ungeschlagen traf somit auf sieglos, sodass die Rollenverteilung doch eigentlich klar sein sollte, doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Zumal der BSV vergangene Saison vier Punkte gegen den jüngsten Gegner holte. Beide Mannschaften gingen nicht von Beginn an höchstes Risiko, doch die etwas aktivere Mannschaft waren die Hausherren. Diese kamen zu ersten Chancen, doch der Treffer fiel nicht. Trainer Martin Krüger sagte: „Alleine in der Anfangsphase haben wir Chance auf Chance, gehen aber statt 3:0 mit 0:0 in die Halbzeit.“ Sein Gegenüber Michael Burg sagte: „Man hat beiden Mannschaften von der ersten Minute an angemerkt, dass heute niemand als Verlierer vom Platz gehen wollte. Dementsprechend zögerlich war der Beginn, wobei Möhnsen zunächst die besseren Möglichkeiten hatte. Danach haben wir aber immer besser ins Spiel gefunden, mehr Ruhe und Sicherheit bekommen und uns die Feldvorteile erarbeitet. Mit dem 0:0 zur Halbzeit konnten wir deshalb gut leben.“

Bargfeld auf Kurs

Zur Pause blieb es somit torlos, sodass beide Teams das Risiko etwas erhöhten. Burg sagte: „In der zweiten Halbzeit wollten wir die Umschaltgefahr der Gastgeber bewusst vermeiden und gleichzeitig unsere eigenen Kontermöglichkeiten nutzen. Das ist uns richtig gut gelungen. Wir haben zwei Angriffe sehr stark ausgespielt und uns mit zwei tollen Abschlüssen eine 2:0-Führung erarbeitet.“ Tim Richter (57.) und Aschkan Feizi (71.) trafen zur Führung der Stormarner, die sehr effizient waren. Im Anschluss sollte Möhnsen Druck machen und die Bargfelder vor Herausforderungen stellen. Pascal Brogmus (84.) traf per Elfmeter, den Gästecoach Burg allerdings anzweifelte: „Danach wurde es noch einmal richtig spannend. Möhnsen hat alles nach vorne geworfen und vor allem mit langen Bällen Druck gemacht. Der aus meiner Sicht fragwürdige Elfmeter kurz vor Schluss hat das Spiel noch einmal unnötig spannend gemacht. Trotzdem haben wir als Mannschaft dagegengehalten und den Sieg über die Zeit gebracht.“

Das Warten hat ein Ende

Die Erleichterung am Ende war riesig, denn das Warten hatte ein Ende. Bargfeld feierte den ersten Saisonsieg und gibt die Rote Laterne nun an den VfL Oldesloe ab. Der Coach des BSV war enorm stolz auf sein Team und fand folgende Worte: „Am Ende bin ich einfach stolz auf die Jungs. Wir haben heute nicht nur gekämpft, sondern auch spielerisch viel investiert und mehr für den Spielaufbau getan. Der 2:1-Sieg ist deshalb aus meiner Sicht absolut verdient. Genau solche Spiele zeigen, was in dieser Mannschaft steckt. Ein großes Kompliment an die gesamte Mannschaft für diesen leidenschaftlichen Auftritt! Auch dem Schiedsrichtergespann möchte ich insgesamt eine gute Leistung bescheinigen. Möhnsen dagegen war enttäuscht über die erste Niederlage, die so nicht hätte sein müssen. Es gab genügend Chancen, das Spiel auf seine Seite zu ziehen, doch das Glück im Abschluss fehlte. Coach Krüger sagte: „Ich kann der Mannschaft heute eigentlich nur die Chancenverwertung vorwerfen, sonst nichts.“ Das Spiel betitelte er, wie folgt: „Ein Spiel der Kategorie „Fußball ist manchmal nicht gerecht“

FSG Alsterland – SG Bargteheide/Hammoor 0:1 (0:0)

Die FSG Alsterland bot am vergangenen Mittwoch einen ganz schwachen Auftritt gegen den TuS Teutonia Alveslohe. Es wurde zwar am Ende ein 2:2-Remis eingefahren, doch dieser war, selbst aus Sicht des Cheftrainers, sehr schmeichelhaft. Nun hoffte dieser auf eine klare Steigerung und somit Reaktion, denn bereits am Sonntag gastierte mit der SG Bargteheide/Hammoor der nächste Gegner. Dieser ist das Überraschungsteam der ersten Wochen, denn die neue Spielgemeinschaft holte neun Punkte aus den ersten fünf Spielen. Damit hätten nicht viele gerechnet, doch es waren starke Auftritte, vor allem kämpferisch. So erzwangen sie Siege gegen Wahlstedt und Hoisdorf, wo man eigentlich klarer Underdog war. Verloren wurde gegen Tralau und Segeberg, doch vor allem das Duell mit dem Aufsteiger ab der 30. Minute war von der Mentalität genau das, was man sich vorgestellt hatte. Nun ging es nach Seth, wo zwei personell geschwächte Mannschaften aufeinandertrafen. Vor allem das Fehlen von Stürmer Nico Post sollte der FSG schmerzen. Dieser fehlte bereits zum zweiten Mal in dieser Saison wegen einer Gelb-Rot-Sperre.

Nicht viel los

Im ersten Durchgang gab es wenige Highlights, denn das, was sich die Heimelf vornahm, ging nicht wirklich auf. Trainer Harjas Ahluwalia sagte: „Nach der desaströsen Leistung am Wochenende gegen Alveslohe haben wir unter der Woche versucht, unsere Problematiken aufzuarbeiten, um mit neuem Schwung in die Partie heute zu gehen. Erneut fehlt uns aber eine komplette Mannschaft aus unterschiedlichsten Gründen und wir bekommen glücklicherweise Hilfe aus der zweiten Mannschaft. Wir nehmen uns eine klare Spielidee vor, die wir allerdings nur punktuell umgesetzt bekommen. In Halbzeit eins sind wir im Spiel nach vorne zu unstrukturiert und geben unsere Bälle in der Vorwärtsbewegung zu leicht her. Auch schaffen wir es nicht, die Bälle festzumachen und Druck auf die letzte Kette auszuüben.“ Bargteheide/Hammoor versuchte es gewohnt aus einer kompakten Defensive, aus der Umschaltmomente kreiert werden sollten. So gab es auch vereinzelte Versuche, doch insgesamt sollte das torlose Remis zur Halbzeit leistungsgerecht sein.

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Es war ein umkämpftes Duell zwischen Alsterland und Bargteheide/Hammoor. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Schermer drückt ihn rein

Nach der Pause sollte es ein ähnlich enges Spiel sein, in dem beide Teams wenig kreierten. Nach etwas mehr als einer Stunde kam es dann zum goldenen Moment. Nach einer Ecke kam Tobias Schermer (64.) zum Abschluss, sodass der Ball aus dem Gewühl ins Tor ging. Die Stormarner führten und Alsterland fiel einfach nichts ein. Aus dem vielen Ballbesitz kreierten die Segeberger zu wenig. Es schien, als würde Bargteheide/Hammoor den vierten Saisonsieg einfahren, doch plötzlich gab es die Riesenchance auf den Ausgleich. Der eingewechselte Christian Wenzel brachte den Ball per Kopf aufs Tor und forderte Lukas Wildner zu einer Glanzparade. Es war die letzte Chance des Spiels in der 92. Minute, sodass der Keeper der Gäste zum Held wurde. Für seine Mannschaft setzt sich die starke Form fort. Zwölf von 18 Punkten stehen auf dem Konto des Teams von Trainer Flemming Strufe. Dieser sagte: „Es war ein kämpferisches Spiel auf einem tiefen Rasen. Wir hatten selbst noch ein paar kurzfristige Ausfälle gehabt. Wir hatten wenige Optionen von der Bank, aber die drei Spieler, die reinkamen, haben sich auch super reingeworfen. Wir standen 90 Minuten sehr kompakt mit zwei Viererketten, haben immer wieder schön verschoben, was wir die letzten Wochen als Trainingsschwerpunkt hatten. Wir wollten, wenn wir Ballgewinne hatten, schnell mit Tempo in die Spitze kommen über Tiefenläufe. Das haben wir auch gut geschafft, gerade in der ersten Hälfte. Da finde ich, hätten wir die Führung eher mehr verdient gehabt zur Halbzeit. Wir kommen dann zum Führungstor und danach kippt das Momentum. Wir vergessen ein Stück weit das Fußballspielen, spielen zu viel nach Ballgewinnen lang und müssen am Ende ordentlich leiden. Unser Torwart Lukas rettet uns am Ende den Sieg. Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaftsleistung, dem Zusammenhalt und der Laufbereitschaft, aber eigentlich musst du so ein Spiel die letzten zehn Minuten auch cleverer runterspielen.“

„Die letzten zwei Leistungen waren, wenn überhaupt, unterstes Kreisliga-Niveau“

Alsterlands Coach Ahluwalia war absolut nicht einverstanden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Erneut war es ein schwacher Auftritt, denn nach der Pause gab es wenig Ideen nach vorn: „In Halbzeit zwei knüpfen wir genau ans letzte Spiel an und bekommen keine Akzente gesetzt. Durch die Wechsel in Halbzeit zwei beleben wir unser offensiv Spiel etwas, jedoch ohne weiteren Ertrag. Wir bekommen unsere Spielidee einfach nicht auf den Platz mangels Konzentration, Leistung und Einstellung. Dabei ist nicht nur oder explizit die Einstellung der Spieler auf dem Platz gemeint, sondern generell im Kader. Die Niederlage ist absolut verdient. Wir müssen jetzt zwangsläufig eine Neuausrichtung durchführen und jeden Stein umdrehen. Die letzten zwei Leistungen waren, wenn überhaupt, unterstes Kreisliga-Niveau.“

Die Spiele vom Wochenende im Überblick

TuS Hoisdorf – VfL Oldesloe (Abbr.)
SV Henstedt-Ulzburg – TuS Hartenholm II 6:1
SV Eintracht Segeberg – SV Wahlstedt 3:4
Borussia Möhnsen – Bargfelder SV 1:2
FSG Alsterland – SG Bargteheide/Hammoor 0:1

1.Tralauer SV628 : 1015
2.SV Wahlstedt615 : 815
3.SSV Großensee515 : 613
4.Bargteheide-Hammoor612 : 1612
5.SV Eintracht Segeberg517 : 119
6.SV Henstedt-Ulzburg615 : 109
7.FSG Alsterland615 : 158
8.Teutonia Alveslohe512 : 87
9.SV Bor. Möhnsen69 : 87
10.Leezener SC58 : 107
11.TuS Hartenholm II611 : 167
12.SV Sülfeld67 : 176
13.TSV Trittau II410 : 104
14.Bargfelder SV68 : 153
15.TuS Hoisdorf58 : 183
16.VfL Oldesloe53 : 151

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