Elf Jahre später: Franziska Haupt ist zurück in der 2. Bundesliga – und glücklich…

...auch wenn es keinen Sieg gab – Neun Tore beim Comeback, doch es zählt vor allem die Mannschaft

Früher ging "Franzi" Haupt für die Travemünder Raubmöwen auf Torejagd und nun beim SVT. Foto: Manuel Klemm
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Bad Schwartau – Elf Jahre liegen zwischen zwei Kapiteln einer Handballgeschichte. Früher war es der TSV Travemünde, besser bekannt als die “Raubmöwen“ und nun? Am vergangenen Sonnabend stand Franziska Haupt wieder in der 2. Frauen-Bundesliga auf dem Feld. Mit 33 Jahren feierte die Spielerin des SV Todesfelde gegen den VfL Waiblingen ihr Comeback in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Neun Treffer erzielte sie beim ersten Zweitliga-Auftritt des Aufsteigers. Nur das Ergebnis passte nicht ganz zu diesem besonderen Abend: Todesfelde unterlag vor 535 Zuschauern in der Jahn-Halle mit 26:32 (HL-SPORTS berichtete).

Natürlich hätte Haupt ihre Rückkehr gerne mit einem Sieg gekrönt. Viel wichtiger war ihr unmittelbar nach dem Spiel allerdings eine andere Erkenntnis. Zu HL-SPORTS sagte sie: „Natürlich hätte ich es mir anders vorgestellt. Mit einem Sieg natürlich, aber trotzdem bin ich zufrieden mit der Mannschaftsleistung. Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können und haben ja sogar einen fünf, sechs Tore Rückstand wieder aufgeholt. Das zeigt einfach, dass wir total das Potenzial haben mitzuhalten. Und darauf bin ich echt stolz und daran müssen wir festhalten und uns hochziehen.“

„Wir wussten, dass wir uns aufeinander verlassen können“

Dabei war auch die erfahrene Haupt vor diesem besonderen Spiel nicht frei von Anspannung. Auf dem Feld war davon allerdings kaum noch etwas zu spüren: „Wir waren schon nervös vorm Spiel, tatsächlich, aber dadurch, dass wir in der Kabine noch genug Zeit hatten, uns einmal zu sammeln und wir wussten, dass wir uns aufeinander verlassen können, war die Nervosität dann auf dem Spielfeld sozusagen weg.“

Mit dem Anpfiff sei für die Mannschaft entscheidend gewesen, sich auf das zu besinnen, was sie in die 2. Bundesliga gebracht hatte. „Da wussten wir, jetzt sind wir hier als Meister der 3. Liga und wir halten zusammen, wir kämpfen bis zum Schluss. Da kann sich jeder auch auf den anderen verlassen und vertrauen“, so die Rückraumspielerin des Segeberger Clubs, der seine Heimspiele nicht in der heimischen Amtssporthalle austragen darf, da dort zu wenig Zuschauerplätze zur Verfügung stehen. Immerhin: In Bad Schwartau, immerhin rund 50 Kilometer von zuhause entfernt, peitschten über 500 Fans das Team nach vorne. Damit setzte sich der SVT zumindest in dieser Tabelle sofort an die Spitze.

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Franziska Haupt jubelt für den SV Todesfelde weiter. Foto: Manuel Klemm

Dass beim ersten Auftritt auf dem neuen Niveau trotzdem noch nicht alles funktionierte, ordnete Haupt trotz Euphorie nüchtern die Partie ein. „Hektik war natürlich da teilweise. Daran müssen wir einfach noch arbeiten, dass wir in den entscheidenden Situationen einfach ein bisschen ruhiger bleiben. Wir wollten natürlich unseren Fans hier einen Sieg bescheren, deswegen kam, glaube ich, die Hektik. Da müssen wir reinwachsen.“

An die Härte der 2. Bundesliga gewöhnen

Auch die Unterschiede zwischen den Spielklassen waren beim Auftakt bereits zu spüren. “Franzi“ Haupt verwies auf das Abschlusspech und die neue Intensität: „Wenn man jetzt erstmal in der 2. Liga ankommen möchte, muss man sich an die Härte gewöhnen. Aber im Großen und Ganzen ist das vollkommen in Ordnung, wie es gelaufen ist.“

Dass Todesfelde nach zwischenzeitlichem Rückstand noch einmal bis auf 22:23 herankam und anschließend doch deutlich verlor, wollte sie nicht mit schwindenden Kräften erklären. „Gar nichts mehr würde ich jetzt nicht unbedingt sagen. Wir hatten Abschlusspech dann tatsächlich. Wir haben bis zum Ende gekämpft, deswegen würde ich jetzt nicht sagen, dass die Luft raus war. Aber der Spielverlauf war für uns am Ende einfach unglücklich.“

Eine andere 2. Bundesliga als vor elf Jahren

Für Haupt selbst schloss sich an diesem Abend ein Kreis. Gleichzeitig lernte sie eine 2. Bundesliga kennen, die sich seit ihrem letzten Auftritt vor elf Jahren verändert hat.

„Tatsächlich ist es einfach nochmal professioneller geworden. Also die ganzen medizinischen Untersuchungen, die wir vorher machen mussten. Daran kann ich mich jetzt tatsächlich nicht erinnern, dass wir das damals schon so gemacht haben.“

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Auch abseits des Spielfeldes nimmt die 33-Jährige einen deutlichen Unterschied wahr. „Und einfach auch dieser ganze Social-Media-Auftritt. Das ist schon enorm geworden, was da eben alles so geleistet wird oder auch von der Handball-Bundesliga gezeigt wird. Das ist schon eine tolle Entwicklung.“

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Zuversicht bei Todesfeldes Franziska Haupt. Foto: Lobeca/Wolf Gebhardt

Sportlich begann das neue Zweitliga-Kapitel für Franziska Haupt zwar ohne Punkte. Persönlich war die Rückkehr nach elf Jahren mit neun Treffern jedoch ein bemerkenswerter Auftakt. Damit steht sie nach dem 1. Spieltag auf Rang fünf. Bei den Assists ist es Platz neun. Kein schlechter Start für die erfahrene Spielerin. Und die wichtigste Erkenntnis nahm sie selbst unmittelbar nach dem Schlusspfiff vorweg: „Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können.“

Am kommenden Sonnabend geht es zum Vizemeister SG Nürtingen-Zizishausen. Die Anreise wird nochmal ein anderes Thema, denn bis zu den Schwäbinnen in der Nähe von Stuttgart sind es über 750 Kilometer.

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Bildquellen

  • Haupt: Lobeca/Wolf Gebhardt
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