Rapp und Walter unter Druck: Wann platzt bei St. Pauli und Holstein der Knoten?

Rapp glaubt an die Wende – Weiner fordert mehr Konsequenz

Timon Weiner (Holstein Kiel) im Fokus. Foto: Lobeca/Henning Rohlfs
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Kiel – Drei Spieltage sind in der 2. Bundesliga absolviert – und weder der FC St. Pauli noch Holstein Kiel ist mit seiner bisherigen Ausbeute zufrieden. Die Kiezkicker warten bei zwei Punkten weiter auf den ersten Saisonsieg und müssen am Freitagabend bei Arminia Bielefeld ran. Die Störche stehen ebenfalls bei zwei Zählern und empfangen am Sonnabend mit dem 1. FC Nürnberg ausgerechnet den Spitzenreiter.

Rapp: „Ich glaube daran, dass die Punkte kommen werden“

Beim FC St. Pauli herrscht trotz des noch fehlenden Sieges Zuversicht. Trainer Marcel Rapp sieht die bisherigen Auftritte besser, als es die Tabelle widerspiegelt. Er sagt vor der Begegnung: „Jeder kann sich sein eigenes Bild von den Spielen machen. Ich habe drei Spiele gesehen, in denen wir mehr verdient hatten, als wir bekommen haben. Nimmt man nur die Punkte, dann ist es zu wenig. Bildet man sich anhand der Ergebnisse eine Meinung oder bewertet man die Leistung? Wohl wissend, dass die Ergebnisse zählen, bewerte ich die Leistung. Ich glaube daran, dass die Punkte kommen werden.“

Dabei versucht Rapp, die bisherige Bilanz möglichst nüchtern einzuordnen: „Wenn wir dreimal gewinnen, ist nicht alles rosarot. Jetzt haben wir noch nicht gewonnen, es ist deshalb aber nicht alles katastrophal. Man muss die Mitte finden und das machen wir im Trainerteam ganz gut.“

Als Maßstab für den Auftritt in Bielefeld nennt der St. Pauli-Coach die Anfangsphase der jüngsten Niederlage gegen Kaiserslautern: „Im besten Fall spielen wir 90 Minuten so wie die ersten 30 Minuten gegen Kaiserslautern.“

Ceesay bereit für mehr Spielzeit

Personell sieht es bei den Hamburgern gut aus. Branimir Hrgota hatte leichte Probleme mit der Ferse, kann nach Aussage des Trainers aber spielen. Youssoupha Niang ist fit. Auch Abdoulie Ceesay kommt für einen längeren Einsatz infrage.

Rapp: „Abdoulie Ceesay hat gegen Kaiserslautern etwas mehr als eine halbe Stunde gespielt und ist nun mindestens für eine Halbzeit oder 60 Minuten bereit.“

In der Defensive sieht der Trainer trotz der bisherigen Gegentore kein grundsätzliches Problem. „Ich sehe nicht, dass wir hinten total anfällig sind. Wir haben eine stabile und sehr gute Defensive, wenn wir in der Struktur verteidigen. So stellen wir die Jungs auch auf das nächste Spiel ein.“

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Kiel empfängt die Mannschaft der Stunde

Einen Tag später steht auch Holstein Kiel vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Der 1. FC Nürnberg kommt mit drei Siegen aus den ersten drei Ligaspielen ins Holstein-Stadion. Die Franken erzielten dabei elf Treffer und führen die Tabelle an.

Die Störche haben dagegen bislang zwei Punkte gesammelt. Torhüter Timon Weiner sieht die bisherigen Ergebnisse ebenfalls nicht im Einklang mit den Leistungen: „Ich bin der Meinung, dass wir besser sind als die zwei Punkte, die aktuell auf unserem Konto stehen.“

Gerade die Niederlage in Magdeburg habe gezeigt, wohin sich die Mannschaft entwickeln könne. „Das Spiel in Magdeburg hat mir gezeigt, was wir für einen Fußball spielen können. Das kam dem schon sehr nah, was der Trainer spielen will.“

„Wir müssen in beiden Sechzehnern noch konsequenter sein“

Was der Mannschaft von Tim Walter noch fehlt, benennt Weiner deutlich: „Dass wir in einem Spiel, in dem wir eigentlich eine gute Leistung gezeigt haben, dafür abgestraft werden, dass wir einmal nicht aufgepasst haben, tut sehr weh. Aber das zeigt uns, woran wir noch weiter arbeiten müssen. Wir müssen in beiden Sechzehnern noch konsequenter sein.“

Vom eingeschlagenen Weg wollen die Kieler trotz des Starts nicht abrücken. Auch der starke Auftakt der Nürnberger ändert daran nichts. „Nürnberg hat einen Lauf und bisher sehr gute Leistungen gezeigt“, sagt Weiner und fügt hinzu: „Aber ganz unabhängig vom Gegner will ich auf dem Platz stehen und drei Punkte holen – und zwar mit der überzeugenden Spielweise, die wir an den Tag legen.“

Der 27-Jährige stellt klar: „Wir stehen alle hinter dem Fußball, den wir spielen, wir müssen es lediglich mit noch mehr Überzeugung machen. Gerade zuhause wollen wir das zeigen und den Fans etwas zurückgeben.“

Der 4. Spieltag (4. – 6.9.)

Hannover – Karlsruhe (Fr., 18.30 Uhr)
Bielefeld – St. Pauli
Wolfsburg – Cottbus (Sa., 13 Uhr)
Kaiserslautern – Darmstadt
Kiel – Nürnberg
Dresden – Bochum (20.30 Uhr)
Berlin – Magdeburg (So., 13.30 Uhr)
Fürth – Heidenheim
Osnabrück – Braunschweig

Die Tabelle

1.1. FC Nürnberg311 : 39
2.Hertha BSC310 : 49
3.VfL Wolfsburg36 : 27
4.1. FC Heidenheim310 : 106
5.1. FC Magdeburg36 : 66
6.1. FC Kaiserslautern32 : 15
7.Greuther Fürth37 : 84
8.Karlsruher SC34 : 64
9.Eint. Braunschweig39 : 73
10.Arminia Bielefeld35 : 63
11.VfL Bochum 184831 : 23
12.FC Energie Cottbus36 : 83
13.Hannover 9632 : 43
14.VfL Osnabrück34 : 73
15.Dynamo Dresden34 : 83
16.FC St. Pauli34 : 52
17.Holstein Kiel34 : 62
18.SV Darmstadt 9832 : 41

Bildquellen

  • Weiner: Lobeca/Henning Rohlfs
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