
Lübeck – Am Freitagabend stand in der Kreisliga Südost ein Doppelpack an. Zwei Spiele eröffneten den siebten Spieltag, wobei es gleich elf Tore geben sollte. In Preetz setzte sich die Heimmannschaft deutlich mit 5:0 durch, wobei es ein kurioses Tor gab. In Lütjenburg war es bis zum Ende spannend, doch ein Doppelschlag in der Nachspielzeit brachte den zweiten Saisonsieg für den SV Großenbrode.
FT Preetz – SC Cismar 5:0 (2:0)
Der SC Cismar musste in den vergangenen zwei Wochen, zwei echte Dämpfer hinnehmen. Gegen den TSV Gremersdorf wurde erstmals seit fast einem Kalenderjahr wieder ein Heimspiel verloren, bevor es zuletzt sogar nur ein 4:4-Remis beim Aufsteiger TSV Dannau gab. So standen die Grömitzer nach sechs Spielen bei zehn Punkten, was zwar immer noch in Ordnung in einer ausgeglichenen Liga ist, doch mit Blick auf das obere Drittel etwas zu wenig. Dementsprechend nahm sich Cismar viel für das Spiel am Freitagabend vor, denn dort sollte es zur FT Preetz gehen. Es war das zweite Auswärtsspiel in Folge. Personell sah es dabei nicht gut aus. Mit Ben Nachbarschulte und Paul Schröder sollten zwei Spieler aus der Defensive gesperrt fehlen. Hinzu kamen die Ausfälle der Kern-Brüder und Stammkeeper Dennis Kuhlmann. Dennoch war es keine schlechte Truppe, die Sascha Pretzel ins Rennen schickte. Ihnen stand allerdings eine Mannschaft gegenüber, die nur eines der ersten sechs Spiele verlor, zuletzt die SGGO verdient bezwang und zu Hause ohnehin nur schwer zu bezwingen ist. Dies bekamen die Grömitzer vergangene Saison schon mit einer deutlichen Niederlage zu spüren.
Diesmal sollte es im Fichtestadion erneut nicht einfach werden. Im ersten Durchgang hatte die Heimelf mehr vom Spiel. Mit 59% Ballbesitz war der Ball vermehrt bei der FT. Sie machten das Spiel und nutzten den Wind zu ihrem Vorteil. Dabei gab es ein ausgeglichenes Chancenverhältnis. Anders als zuletzt sollten die Hausherren diesmal nicht so viele Hochkaräter ungenutzt lassen. Nach etwa 20 Minuten ging FT in Führung. Manstein gewann im Mittelfeld ein entscheidendes Kopfballduell, sodass es über links nach vorne ging. Ein Doppelpass hebelte die Defensive aus und führte zum 1:0 durch Taylor Salzborn (22.), der eiskalt blieb. Es war die verdiente Führung, doch im Anschluss kam Cismar zu einer Riesenchance. Nach einer Ecke köpften sie an den Pfosten. Dort fehlte nicht viel zum Ausgleich. Stattdessen kam es kurz darauf zur Szene des Abends. Deniz List, seines Zeichens Torhüter der FT Preetz, war am Ball und schlug einfach mal von kurz vor dem eigenen Sechzehner einen langen Ball nach vorne. Dieser kam einmal vor Larik Siebrecht auf, der allerdings eine ganz schlechte Figur machte und den eigentlich haltbaren Ball durchrutschen ließ. Der Torhüter traf also zum 2:0 (42.). Es sollte ein Knackpunkt im Spiel sein, denn davon erholte sich die Gastmannschaft nicht mehr. Özal Berk traf vor der Pause noch die Latte, sodass er das 3:0 verpasste.
Im zweiten Durchgang veränderte sich das Spiel. Die Heimmannschaft, die nun gegen den Wind spielte, entschied sich für eine andere Herangehensweise. Statt weiterhin das Spiel zu machen, überließ die FT dem SC Cismar den Ball. Sie konzentrierten sich auf eine stabile Defensive und warteten auf die Umschaltmomente. Dieser Plan ging voll und ganz auf. Nach Ballgewinn schaltete die Heimelf gut um. Michel Danberg (70.) musste am Ende nur noch einschieben. Kurz darauf sollte es ein Standard sein, der beinahe ins eigene Tor verlängert wurde, doch zunächst gerettet wurde. Dies aber nicht ganz, denn Alex Schachmeier (74.) drückte die Kugel über die Linie. Nun war es eine deutliche Angelegenheit und einen Gegentreffer gab es noch für die Mannschaft von der Gildestraße. Dabei verteidigte Cismar nicht gut, klärte mehrfach nicht entschlossen genug, sodass Mats Böckmann-Rixen (95.) den Schlusspunkt setzte. Es war ein verdienter Heimsieg für die FT Preetz gegen einen SC Cismar, der vor allem im ersten Durchgang noch gut dagegenhielt. Zwei Knackpunkte sollten das Spiel allerdings auf die Seite der Heimelf bringen, denn zum einen war es der Pfostentreffer und somit knapp verpasste Ausgleich und auf der anderen Seite das Torwarttor von Deniz List zum 2:0. Im zweiten Durchgang mussten sich die Ostholsteiner ankreiden lassen, dass man bei den Gegentoren nicht gut ausgesehen hat. Daniel Temme sagt: „Momentan bekommen wir unser Spiel nicht durch, verteidigen einfach zu schlecht und machen unsere Tore nicht. Wir müssen schauen dass wir aus der Phase schnell wieder rauskommen. Glückwunsch an Preetz, die ein gutes Spiel gemacht haben.“
TSV Lütjenburg – SV Großenbrode 2:4 (1:1)
Der SV Großenbrode peilte nach einem enttäuschenden Auftritt beim SV Rickling, wo man sich mit einem 1:1 glücklich schätzen konnte, eine Steigerung an. Zu Gast waren die Ostholsteiner beim letzten punktlosen Team der Liga, dem TSV Lütjenburg. Dieser kassierte in der Vorwoche eine 0:12-Klatsche in Dersau, sodass es vor allem defensiv einiges besser zu machen galt. Rückblickend auf die 90 Minuten vom Freitagabend sollte dies auch gelingen. Großenbrode war dennoch spielbestimmend als Favorit, doch der Treffer fiel für die Heimelf. Es war ein absoluter Slapstick-Treffer. Julian Löptin (9.) zog aus der Distanz ab, der Verteidiger ging zum Kopfball, kam aber nicht ran. Torhüter Sebastian Ziegler stand weit etwas vor dem Tor, sodass er sich strecken musste, an den Ball noch leicht rankam, doch die Führung des TSV konnte er nicht verhindern. Defensiv gab es beim Gast noch Luft nach oben, wie Peter Thomm verriet: „In der ersten Halbzeit sind wir noch mehr im Begleiter-, als Verteidigungsmodus. Ohne das Lütjenburg großartig gefährlich wurde.“
Kurz vor der Pause sollte es dann der verdiente Ausgleich für die Großenbroder sein. Sie pressten mehrfach gut und sollten den Ball erobern. Noel Maass (43.) brachte den Ball letztlich im Tor unter. Nach dem Seitenwechsel sollte der SVG bereits mehrfach gut über die Außen kommen, doch meist fehlte in der Mitte der Vollstrecker. Bis zum letzten Pass sah es wirklich gut aus. 20 Minuten vor dem Ende fiel der verdiente Führungstreffer der Gäste. Erneut ging es über Außen und Jonas Jaudzim (69.) traf in der Mitte. Es war ein Treffer, genau so, wie sich Trainer Peter Thomm es sich vorstellt. Man war dem Sieg nun ein großes Stück näher gekommen, doch dann kam die 90. Minute. „Obwohl wir eigentlich wenige Zweikämpfe verloren haben, verlieren wir einen entscheidenden“, verriet Thomm. Dieser führte tatsächlich zum Ausgleich, denn Vladyslav Matsola (90.) traf ins lange Eck. Es schien, als würden die Ostholsteiner erneut Punkte gegen einen direkten Konkurrenten liegenlassen, doch dem war nicht so. „Andere Mannschaften hätten gesagt, bevor wir das dritte noch bekommen, ziehen wir uns zurück. Hier haben meine Jungs aber Moral und Eier bewiesen und sind voll auf Sieg gegangen“, sagte der Gästecoach. Dafür wurden sie belohnt. Max Buschmann (93.) erzielte den Siegtreffer und kurz darauf, nachdem auf beiden Seiten jeweils ein Spieler vom Platz flog, legte Shafi Azizi (98.) nach. Es war der 4:2-Endstand, sodass Großenbrode sich den zweiten Saisonsieg hart erarbeitete. „Alles in allem ein verdienter Sieg. Es war eine kleine Steigerung zum Spiel in Rickling. Wir wissen, woran wir arbeiten müssen, denn das ist noch nicht gut genug. Aber die drei Punkte zählen.“






