
Hamburg – Das erste Heimspiel in der neuen Saisonist für den Hamburger SV zu einem bitteren Nachmittag geworden. Gegen den 1. FSV Mainz 05 unterlag die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin deutlich mit 0:5 (0:2). Die Gäste waren über weite Strecken überlegen, nutzten die Fehler der Hamburger konsequent und legten nach der Pause noch einmal nach. Durch die Niederlage ist der HSV nun Tabellenletzter der Bundesliga.
Die 1. Halbzeit: 0:11-Torschüsse
Polzin veränderte seine Startelf im Vergleich zum 0:2 in Dortmund auf vier Positionen. Zakaria El Ouahdi, Bilal Nadir, David Möller Wolfe und Terem Moffi begannen für Jatta, Sambi Lokonga, Lemke und Daka. Mainz startete deutlich aktiver und griffiger in die Partie. Bereits nach sieben Minuten prüfte Sheraldo Becker HSV-Torhüter Heuer Fernandes erstmals. Wenig später kam Becker erneut zum Abschluss, ehe Nadiem Amiri (14.) nach einer kurz ausgeführten Ecke eine große Chance vergab. Nach 16 Minuten hatten die Gäste bereits sechs Torschüsse abgegeben, während der HSV noch ohne Abschluss war. Mainz holte sich verdient die Führung. Kaishu Sano fing einen Pass von Remberg ab und schickte Sheraldo Becker (19.) in die Tiefe. Der Mainzer lief alleine auf Heuer Fernandes zu und schob zum 1:0 ein. Danach kam der HSV etwas besser ins Spiel und hatte zwischenzeitlich mehr Ballbesitz. Zwingend wurde Hamburg allerdings nicht. Stattdessen schlugen die Gäste kurz vor der Pause erneut zu. Amiri spielte auf Becker, der viel Raum hatte und den Ball flach an den zweiten Pfosten brachte. Dort drückte Phillipp Mwene (41.) die Kugel aus kurzer Distanz zum 2:0 über die Linie. Mit diesem Zwischenergebnis ging es in die Kabinen.
Nach der Pause: Könisgdörffer trifft gegen Ex
Polzin reagierte mit drei Wechseln. Fabio Vieira, Patson Daka und Shafiq Nandja kamen für Bilal Nadir, Martin Adeline und Jordan Torunarigha. Die Hoffnung auf eine schnelle Reaktion hielt allerdings nur wenige Minuten. Nur drei Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da passte Caci den Ball in die Tiefe, Becker legte quer und Phillip Tietz (48.) vollendete zum 3:0. Auch danach fand der HSV kaum Mittel gegen die abgeklärten Gäste. Nach einer Stunde hatte Hamburg noch immer keine klare Torchance herausgespielt. Mainz ließ den Ball laufen und kontrollierte die Partie. Mainz machte weiter und kam noch zu zwei weiteren Treffern – und das in Unterzahl. Nach einem weiten Schlag machte Phillip Tietz (83.) den Ball fest, wurde von Lee wieder eingesetzt und zog von der Strafraumgrenze mit links ab. Heuer Fernandes ließ den Ball durchrutschen, die Kugel kullerte über die Linie. Den Schlusspunkt setzte ausgerechnet der ehemalige Hamburger Ransford Königsdörffer (91.). Nach einem langen Ball von Mwene sprintete er in den Strafraum, ließ Bornauw mit einem Haken stehen und traf in der Nachspielzeit zum 5:0-Endstand. Vor der Partie wurde er noch offiziell verabschiedet. Der Angreifer wechselte in der Sommerpause ablösefrei von der Elbe zum Rhein-Main-Club. Danach pfiffen die HSV-Fans ihn und die eigene Mannschaft aus.
Hamburger chancenlos
Der HSV war Mainz in nahezu allen Belangen unterlegen und kassierte beim ersten Heimspiel der Saison eine deutliche Niederlage. Die Gäste traten reif und abgeklärt auf, während Hamburg offensiv kaum Gefahr entwickelte und sich immer wieder Fehler leistete. Besonders bitter: Nach dem 0:2 in Dortmund folgte nun die nächste Niederlage – diesmal mit fünf Gegentoren im eigenen Stadion. Der HSV ist damit nun Tabellenletzter der Bundesliga.
Polzin auf der Pressekonferenz
Merlin Polzin: „Jeder hat das Spiel gesehen. Das Ergebnis spricht für sich. Es ist ein maximal beschissener Nachmittag für uns. Wir haben völlig verdient verloren. Es gibt viele Dinge, die wir aufarbeiten wollen und müssen, um es in der nächsten Woche besser zu machen. Es geht weniger darum, etwas schönzureden oder Erklärungen aus der Emotion heraus zu finden. Das werden wir in der Analyse mit der Mannschaft und dem Trainerteam in Ruhe tun, um möglichst schnell ein anderes Gesicht zu zeigen. Wir wussten, dass wir extrem auf das Konterspiel der Mainzer und unsere Restverteidigung aufpassen müssen. Wir haben es nicht geschafft, in unsere Abläufe zu kommen. Das haben wir in der Halbzeit klar angesprochen. Es waren viele Kleinigkeiten, die nicht ineinandergegriffen haben. Das wird sicherlich ein Schwerpunkt in der Analyse, warum es nicht funktioniert hat. Es geht nicht darum, Einzelne herauszustellen, sowohl was gute Leistungen als auch Schlechte angeht. Wir gehen alle gemeinsam durch diese Phasen. Es ist ein Moment, der extrem wehtut und der so nicht zu erwarten war. Es zeigt uns allen, dass wir klar bleiben und die einfachen Dinge erst einmal gut machen müssen.“








