
Lübeck – In der Kreisliga Süd war wieder einiges los. Es gab viele Tore, spannende Duelle und sogar einen Spielabbruch. Für einige Mannschaften gab es erlösende Siege, andere setzen ihren Trend fort. Die Gefühlslagen hätten also kaum unterschiedlicher sein können.
Eichholzer SV – SV Fortuna St. Jürgen 5:2 (3:1)
Der Eichholzer SV wollte nach dem Sieg am Freitagabend des TSV Zarpen in Travemünde nachziehen. Der Anschluss nach oben sollte erhalten bleiben, nachdem es in der Vorwoche nur ein 2:2-Remis bei der SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg gab. Nur ein 2:2-Remis bei der SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg sorgte dafür, dass es bereits zum dritten Mal in dieser Saison einen Punktverlust gab. Nun wurde der SV Fortuna St. Jürgen empfangen und dieser holte erst einen Sieg aus den ersten sieben Spielen. Es war ein absoluter Fehlstart der Mannen vom Kalkbrenner, sodass diese früh tief unten drin stecken. Die Aufgabe am Pöbelberg sollte nicht einfacher werden. Der Top-Favorit war personell geschwächt, denn es fehlten mit Marcel Stellbrinck, Nico Hoffmann oder Caspar Stark gleich drei wichtige Stammspieler. Auch im Tor musste wieder improvisiert werden. So startete Dustin Krause im Tor: Aufgrund der Ausfälle agierte die Heimmannschaft überraschend abwartend und setzte viel auf lange Bälle. Dies sorgte beim Gegner für Verwunderung, doch ein Überraschungseffekt setzte nicht ein. St. Jürgen startete nämlich wirklich gut ins Spiel und sollte in Führung gehen. Paul Grewecke (8.) traf zum 1:0. St. Jürgen war defensiv kompakt und setzte vorne Nadelstiche. Solch einer führte zur Führung. Nikolay Frech sagte: „Wir kommen gut in die Partie und treffen auf ein Eichholz, das zunächst ungewohnt defensiv steht und viel mit langen Bällen agiert. Wir stehen kompakt, verteidigen die Bälle gut und gehen folgerichtig in Führung.“
Im Anschluss kam Eichholz besser rein und glich aus. Es war mal wieder ein Germann-Einwurf, der direkt vors Tor kam, wo Niels Borkenhagen (13.) zum Ausgleich traf. Noch vor der Pause legten die Gastgeber nach. Tom Meier (27.) brachte Eichholz nach gutem Spielzug in Führung und acht Minuten später sollte Tim Blociszeski (35.) einen individuellen Fehler des Gegners bestrafen. Der Favorit war nun also auf Kurs. Im zweiten Durchgang sollte St. Jürgen zu mehreren guten Chancen kommen, wodurch der Anschlusstreffer durch Dominik Schaarschmidt (77.) leistungsgerecht war. Nun erhöhte die Fortuna das Risiko und machte hinten etwas auf. Die sich bietenden Räume nutzte die Landesliga-Reserve, sodass Maik Germann (83./87.) mit einem Doppelpack alles klar machte. Es gab den 5:2-Heimsieg, sodass die Bilanz am Pöbelberg makellos bleibt. Trainer Stephan Lindhoff sagte: „Wir gewinnen in einem durchschnittlichen Kreisligaspiel mit 5:2 gegen Fortuna. In der ersten Halbzeit sind wir klar die bessere Mannschaft und führen verdient mit 3:1. In Halbzeit zwei ist Fortuna zielstrebiger und agiler. Wir sind zu weit weg von den Gegenspielern. Am Ende ein verdienter Sieg für uns, wobei das Ergebnis ein Tor zu hoch ausfällt. Weiterhin viel Erfolg für Fortuna.“ Die Fortuna belohnt sich erneut nicht für einen guten Auftritt, sodass es eine weitere Niederlage gab. Der Knoten platzt einfach nicht, auch wenn die Leistungen oftmals gut sind. Frech sagte: „Aus der Pause kommen wir sehr gut und haben unsere stärkste Phase. Wir lassen ein, zwei Chancen liegen und belohnen uns schließlich mit dem 2:3. Danach müssen wir natürlich mehr riskieren und machen auf, wodurch Eichholz die Räume nutzt und noch das 4:2 und 5:2 erzielt. Uns war bewusst, dass wir die individuelle Qualität des Gegners nicht über 90 Minuten komplett wegverteidigen können. Trotzdem sind wir mit unserer Leistung zufrieden – mit etwas mehr Spielglück wäre vielleicht noch etwas möglich gewesen.“
Lübeck 1876 – TSV Schlutup 2:3 (2:0)
Dass Lübeck 1876 einen solch starken Saisonstart hinlegen würde, war nach dem Umbruch im Sommer nicht unbedingt so zu erwarten. Vor allem defensiv überzeugten die Hansestädter, die in den ersten sieben Spielen viermal ohne Gegentor blieben. Zuletzt stand dreimal in Serie die Null. Nun sollte der TSV Schlutup an die Travemünder Allee reisen, der in der Vorwoche spielfrei hatte, da man aufgrund von personellen Sorgen das Spiel gegen Siebenbäumen verlegte. Zuvor verlor der TSV allerdings mit 2:3 gegen den ATSV Stockelsdorf, obwohl man mit 2:0 führte. Insgesamt war der Saisonstart von Höhen und Tiefen geprägt, denn die beiden einzigen Saisonpleiten ließen das Team vom Palinger Weg hadern. Nun bei den 76ern sah es personell durchwachsen aus. Dennoch schickte Robertino Borja eine schlagkräftige Truppe ins Rennen. Diese lieferte sich gegen die Heimmannschaft ein Spiel auf Augenhöhe. Es stand bis in die Schlussphase des ersten Durchgangs 0:0, auch wenn die Gäste gerne einen Elfmeter bekommen hätten, doch die Pfeife des Unparteiischen blieb stumm. Lübeck-1876-Coach Beyer sagte zum ersten Durchgang: „Die ersten Minuten versuchte Schlutup, es mit hohem Anlaufen in die Partie zu kommen, aber wir ließen keine nennenswerte Torchance zu. Danach kamen wir immer besser ins Spiel und müssen durch Eren Yüksel per Kopf, Daniel Raub scheitert aus wenigen Metern am Schlutuper Keeper und wieder Eren Yüksel den Führungstreffer erzielen.“
Kurz vor der Pause sollte der Heimelf der Doppelschlag gelingen. Daniel Möllner (37./44.) traf zweimal, jeweils nach Standardsituation. Diese sind die große Stärke der Mannschaft von Uwe Buchholz und Andreas Beyer. Gästecoach Borja sagte zu den ersten 45 Minuten: „In der ersten Halbzeit war es ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Durch einen nicht gegebenen Elfmeter und zwei Standardsituationen von Lübeck 76 geraten wir unglücklich mit 0:2 in Rückstand. In der zweiten Halbzeit dann ein komplett anderes Bild. Wir waren die aktivere Mannschaft, haben mehr Druck gemacht und uns immer wieder Chancen erspielt.“ Personell gab es zum Seitenwechsel keine Veränderungen, doch das Spiel änderte sich umso mehr. Schlutup wurde nun immer aktiver und druckvoller. Der schnelle Ausgleich durch Lars Steinhauer (47.) und Mert Büyükdemir (51.) stellten schnell auf 2:2 und zeigten, welch hohe Offensivqualität im TSV Schlutup steckt. Nun wollten sie den Sieg, sodass weiter Druck gemacht und das Spiel komplett gedreht wurde. Daniel Pfaff (75.) brachte die Schlutuper in Führung.
Andreas Beyer sagte: „Den Wiederanpfiff verpennen wir komplett. Zunächst verteidigen wir auf der rechten Abwehrseite nicht konsequent genug und kassieren folgerichtig das 2:1. Nur wenig später fällt durch einen zu kurzen Rückpass auf den Keeper der 2:2, der völlig unnötige Ausgleichstreffer. Wir brauchten ein wenig, um uns zu schütteln, aber natürlich lag das Momentum jetzt auf Seiten von Schlutup und dieser konnte das zum 2:3-Führungstreffer nutzen. Wir drängten auf den Ausgleich, aber dieser sollte nicht fallen. Die 2. Hälfte wurde dann leider auch durch negative Umstände von Außen beeinflusst. Zunächst mussten wir unseren Kapitän Lars Kunde auswechseln, da sein PKW nur wenige Meter hinter dem Tor zur Travemünder Allee aufgebrochen wurde und zum Ende brach sich auch noch Furkan Yüksel das Schlüsselbein. Die Operation ist für morgen bereits geplant. Wir wünschen ihm als Team alles Gute. Aus unserer Sicht wäre ein Unentschieden am Ende das gerechte Ergebnis gewesen, da jeweils eine Halbzeit an jedes Team ging, aber heute überschatten auch die Nebenereignisse für uns das Endergebnis.“ Der siegreiche Coach sagte über den Sieg der Moral: „Das Team hat nie aufgegeben, immer an sich geglaubt und eine unglaubliche Moral gezeigt. Am Ende belohnen sich die Jungs für ihren Einsatz und gewinnen verdient mit 3:2.“
SV Grün-Weiß Siebenbäumen – ATSV Stockelsdorf (Abbr. bei 5:0)
Es sollte ein denkwürdiger Nachmittag auf der Hufe sein. Der SV Grün-Weiß Siebenbäumen empfing den ATSV Stockelsdorf, der mit Selbstbewusstsein anreiste. Zwei Siege gegen Schlutup und Breitenfelde/Mölln gab es für die Ostholsteiner, die nach ihrem Fehlstart zuletzt in die Spur fanden. Es waren starke Mannschaftsleistungen, die das Team von Yannik Biemann ablieferte. Nun wartete mit Siebenbäumen eine der Top-Mannschaften der Liga. Nur eine Niederlage stand nach sechs Spielen auf dem Konto des Verbandsligaabsteigers. Dieser musste auf Franz Schlatow im Mittelfeld verzichten, sodass der Unterschiedsspieler und Sommerneuzugang vom SV Preußen Reinfeld ersetzt werden musste. Auf der Gegenseite sah es personell erschreckend aus. Der ATSV reiste mit gerade einmal zehn Spielern an. Es wurde versucht, sich Unterstützung in der Zweiten, Dritten sowie der Ü-Mannschaften zu holen, doch aufgrund der Kurzfristigkeit ohne Erfolg. So ging man zu zehnt an den Start und sollte bereits nach 45 Minuten mit 0:5 in Rückstand geraten. Timo Dankert (5.), Vejsi Kurt (10.), Yannick Teichmann (31.) sowie der doppelte Luke Pantas (38./44.) trafen. Damit sollte das Spiel allerdings frühzeitig enden, denn mit Marvin Kuppert und Mats Rath verletzten sich zwei Spieler. Stockelsdorf konnte das Spiel nicht mehr fortführen, sodass dieses ein vorzeitiges Ende fand. Jan Mehlfeld, Abteilungsleiter des ATSV, sagte: „Wir können den Unmut von Siebenbäumen verstehen. Wir haben alles Mögliche aus unserer Sicht getan, um das Spiel sportlich zu beenden und um nicht kurzfristig abzusagen, leider wurden wir nach 45 Minuten eines Besseren belehrt. Wir möchten uns bei Siebenbäumen und den Zuschauern für den verdorbenen Sonntag entschuldigen. Dennoch finde ich es unpassend, dass unsere Spieler, die alles gegeben haben, vor Ort als unsportlich betitelt werden. Kritik darf gerne geäußert werden, ist sicherlich auch berechtigt aus deren Sicht. Auch verärgert darf man gerne sein. Dennoch gehört ein respektvoller Umgang dazu, denn auch wir sind mit der Situation nicht glücklich und hätten es gerne sportlich beendet.“
SV Viktoria 08 – Ratzeburger SV II 0:3 (0:1)
Der SV Viktoria 08 holte in den ersten sechs Spielen gerade einmal einen Sieg. Es war ein Ausrufezeichen gegen Top-Favorit Eichholz II, ansonsten gab es gerade einmal zwei weitere Punkte. Es war nicht der erhoffte Start für die Mannen von der Falkenwiese. Platz sechs, den Trainer Timur Akgün ins Visier genommen hat, liegt bereits in weiter Ferne und die Realität ist eher ein Platz im unteren Drittel der Kreisliga Süd. Es läuft nicht so wie erhofft, denn es gelingt zu selten, das Potenzial, das im Teams steckt, über die volle Distanz auf den Platz zu bekommen. Wenn es allerdings etwas zu holen gab, dann war dies an der heimischen Falkenwiese der Fall, denn dort gab es vier der sieben Zähler. Nun gastierte der Ratzeburger SV II und dieser kam ebenfalls schleppend in die Saison. Nur ein Sieg aus sieben Spielen war die Realität, doch ein Sieg in Schlutup sowie das Remis gegen Siebenbäumen zeigte klar, dass der Aufsteiger viel mehr Qualität hat, als die Ausbeute von fünf Punkten vermuten ließ. Daher sollte dieses Aufeinandertreffen mit Spannung entgegengefiebert werden. Personell sah es auf beiden Seiten durchwachsen aus. So standen Viktoria einige Spieler nicht zur Verfügung, sodass nur drei Optionen auf der Bank gelistet waren, darunter Trainer Akgün selbst. Auf Seiten der Lauenburger sollten mit Pelle Vogel und Jan-Hendrik Braasch (gesperrt) zwei Schlüsselspieler ausfallen.
In der ersten Hälfte war es ein ausgeglichenes Spiel, in dem es an Spielfluss und Tempo mangelte. Es gab nicht viele Torchancen, doch das leichte Plus für die Gäste. Viktoria versuchte dagegenzuhalten, trotz der schwierigen Umstände. Der Coach sagte: „In der ersten Halbzeit halten wir sehr gut mit. Wir sind wieder einmal unterbesetzt, haben derzeit 15 verletzte Spieler, wovon wir, wenn überhaupt, vielleicht den ein oder anderen nur zurückbekommen werden.“ Sein Gegenüber Paul Dietz sagte: „Die erste Halbzeit gestaltet sich recht ausgeglichen mit einem Chancenplus auf unserer Seite, aber insgesamt sehr wenig Spielfluss und Tempo auf beiden Seiten.“ Kurz vor der Pause sollten die Gäste durch Patrick Wulf (41.) in Führung gehen. Viktoria kam mehrfach selbst zu Möglichkeiten, wo es gut ausgespielt wurde, doch der Abschluss letztlich nicht im Tor untergebracht wurde. Nach dem Seitenwechsel entwickelte Ratzeburg ein Übergewicht, sodass Viktoria viel gegen den Ball arbeiten musste. Dabei machte sich allerdings schnell bemerkbar, dass die Optionen von der Bank fehlen und die Kräfte schwanden. Akgün sagte: „In der zweiten Halbzeit sind wir noch mental absolut dabei, körperlich auch, lassen aber nach und nach immer mehr Körner. So ergibt sich innerhalb kürzester Zeit das 0:2 und 0:3. Da waren wir dann im Grunde genommen auch schon geschlagen.“
Wulf (59./61.) schnürte den Hattrick, womit der Sieg frühzeitig in trockenen Tüchern war. Dietz sagte dazu: „Die zweite Halbzeit gehört dann uns und wir machen mehr fürs Spiel und verpassen es, noch mehr Tore zu schießen. Auch nach der gerechtfertigten Roten gegen uns stehen wir sehr gut und lassen kaum etwas zu. Ein hochverdienter Sieg für uns und danke an das sehr gute Schiedsrichtergespann.“ Beim SV Viktoria 08 wird die Lage nun langsam sehr ernst. Es gab nun bereits fünf Spiele in Serie ohne Sieg, sodass man auf Rang 14 abgerutscht ist. Der Coach sagte dazu: „Auch unsere Überzahl bewirkte nicht mehr so viel. Wir haben noch die ein oder andere Chance, aber auf der anderen Seite die Gäste aus Ratzeburg auch. So geht das Spiel am Ende verdient, auch in der Höhe absolut in Ordnung, an die Gäste. Wir müssen uns hinterfragen, wie wir es schaffen, aus diesem Loch wieder rauszukommen und nicht immer die Ausrede nutzen, dass wir so viele verletzte Spieler hätten oder aber die gerade mit der Uni im Praktikum sind. Das wird die kommenden Wochen nicht mehr als Ausrede dienen, denn wir müssen jetzt mit dem, was wir haben, anfangen, Punkte zu holen.“
TSV Kücknitz – SV Azadi Lübeck II 3:2 (2:0)
Der TSV Kücknitz ist derzeit richtig gut in Form. Zehn von zwölf Punkten wurden aus den vergangenen vier Spielen eingefahren, wobei die Lübecker 16 Treffer erzielten. Nach durchwachsenem Start sind die Mannen vom Roten Hahn voll und ganz in der neuen Saison angekommen. Nun stand das vierte Heimspiel in dieser Saison an und in diesem sollte der SV Azadi Lübeck II gastieren. Die Zweitvertretung hat bisher Höhen und Tiefen durchlaufen und ging nach zwischenzeitlichem Aufwärtstrend mit drei Niederlagen und 3:12 Toren ins Spiel am Sonntagnachmittag. Verloren wurde dabei allerdings vor allem gegen Mannschaften von den oberen Plätzen. Nun wartete eine weitere von oben, die personell nach etwas schwierigeren Wochen wieder mehr Optionen hatte. Azadi peilte an, offensiv mal wieder mehr Durchschlagskraft zu entwickeln und nach über 200 Minuten ohne eigenen Treffer mal wieder zu jubeln. Dies durfte allerdings zunächst die Heimmannschaft. Wenn zuletzt zwei Spieler beim TSV herausragten, dann waren dies Maurice Maletzki und Pierre Witt. Diese beiden sollten für die 2:0-Führung zur Pause (14./22.) sorgen.
Erneut liefen die Gäste also einem Rückstand hinterher und zudem sollte es wieder keinen Treffer geben, sodass sich die Angriffskrise zunächst weiter fortsetzte. Nach etwas mehr als einer Stunde sollte dann allerdings der Anschlusstreffer fallen. Araz Hassan (66.) erzielte sein drittes Saisontor. Man lief an, doch neun Minuten vor dem Ende sollte es erneut Witt (81.) sein, der den Deckel draufmachte. Die Zwei-Tore-Führung war wieder da und auch wenn Niwar Jasim (90.) zum 2:3 traf, sollte nichts mehr anbrennen. Es gab den vierten Sieg im fünften Spiel und wieder einmal zeigt sich Kücknitz am heimischen Roten Hahn sehr stark. Trainer Mirco Groß sagte: „Wir wussten, dass Azadi viel mit diagonalen Bällen und Bällen hinter die Kette agieren wird. Deshalb wollten wir es defensiv angehen und auf Fehler im Spielaufbau warten. Das hat gut funktioniert. Wir konnten Azadi drei- bis viermal auskontern und unsere Chancen nutzen. Vor unserem Tor wurde es eigentlich nicht richtig gefährlich. In der zweiten Halbzeit bringt ein aus meiner Sicht Witz-Elfmeter Azadi auf 1:2 heran. Aber auch danach sind wir ruhig geblieben und wussten, dass unsere Chancen kommen. Die ersten beiden Chancen hat Pierre noch vergeben, um dann einen perfekt ausgespielten Konter über außen einzuköpfen. Lambrecht verpasst danach noch freistehend das 4:1. Beim 3:2 sehen wir nicht gut aus, da war die Konzentration schon etwas weg. Am Ende für mich ein absolut verdienter Heimsieg. Ein großes Kompliment an die Mannschaft, die über weite Strecken sehr diszipliniert gespielt, die Zweikämpfe angenommen und unsere Vorgaben richtig gut umgesetzt hat. Wir haben als Mannschaft richtig gut gearbeitet und uns den Sieg verdient. Mit etwas mehr Konsequenz vor dem Tor hätten es am Ende sogar noch ein oder zwei Tore mehr sein können.“ Alle vier Heimspiele wurden gewonnen und dabei sogar 14 Treffer erzielt. Nun steht man auf Platz drei der Kreisliga Süd und dies nur zwei Punkte hinter der Tabellenspitze.
SG Breitenfelde/Mölln – SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg 5:2 (2:1)
Die SG Breitenfelde/Mölln tat sich zuletzt ziemlich schwer. Drei Niederlagen mussten die Lauenburger hinnehmen, sodass Trainer Arne Riewe nicht wirklich zufrieden war. Er forderte von seiner Mannschaft eine klare Steigerung nach zuletzt enttäuschenden Auftritten. Zu Gast am heimischen Uhlenbusch war die SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg. Mit dieser hatte man nach einer deutlichen Niederlage beim Blitzturnier in der Vorbereitung ohnehin noch eine Rechnung offen. Es schien bei ihnen zuletzt allerdings der Knoten geplatzt zu sein, denn nach schwierigem Start folgten vier ungeschlagene Spiele. Darunter ein starkes 2:2-Remis gegen Eichholz II trotz einiger personeller Sorgen. Daran wollte man nun anknüpfen und personell kehrten einige Spieler zurück. Auf Seiten der Heimmannschaft gab es ebenfalls etwas Licht mit Blick aufs Personal. So kehrte Marvin Edler zurück, wie auch Felix Baumgarten und Finn Sult. Der erste Treffer sollte keine zehn Minuten auf sich warten lassen. Jannes Stöver (9.) nutzte den Platz, den die Gästeabwehr ihm bot.
Eine Viertelstunde später sollte der Ball erneut hinter David Kurgenov einschlagen, als Marvin Edler (25.) sein viertes Saisontor erzielte. Breitenfelde zeigte die gewünschte Reaktion, während Wentorf noch überhaupt nicht im Spiel war. Dies änderte sich dann allerdings, sodass Lennart Krüger (42.) noch vor der Pause verkürzen konnte. An den letzten Minuten des ersten Durchgangs wollten die Gäste anknüpfen und tatsächlich gelang der schnelle Ausgleich. Luis Zak (51.) stellte auf Null, doch das Momentum war nun auf Seiten der SGWSS. Lange hielt dieses allerdings nicht, denn Breitenfelde kam durch Henrik Timm (57.) schnell wieder zurück auf die Siegerstraße. Nun galt es, die Angriffe Wentorfs zu stoppen, was gelang. In den letzten Minuten sollten Jannes Stöver (87.) und der eingewechselte Finn Sult (92.) den Deckel auf 5:2 draufmachen. So gab es mal wieder einen Dreier, sehr zur Freude von Coach Riewe. Dieser sagte: „Wir sind absolut zufrieden mit der Leistung. Wir machen endlich unsere Tore und der Weg dorthin war keineswegs schlecht oder nur Glück. Die Jungs haben heut einen tollen Ball gespielt und die Fehler von Wentorf genutzt und bestraft. Und auch hinten standen wir super stabil. Ab und an kam mal ein langer Ball durch von Wentorf, aber entweder waren wir in der Kette schnell genug und Bretti war da. Das dritte und vierte Tor ist clever von uns gegen eine Truppe, die alles versucht hat, nach vorne zu kommen, bestrafen wir per Konter und beim fünften Tor lässt Finn Sult die Gegner stehen wie Trainingsstangen, umkurvt vier Wentorfer und schiebt ein. Ein rundum super Mannschaftssieg.“
Für die SGWSS war es nach dem Aufwärtstrend ein kleiner Dämpfer. Trainer Niklas Oelrichs sagte: „Eigentlich kommen wir gut ins Spiel rein und könnten in der 1. Minute gleich in Führung gehen, aber leider lassen wir diese Chance liegen.
Danach kippt das Spiel nach und nach und wir bekommen die Räume nicht zugelaufen und sind immer etwas zu späte an den Männern dran.
Breitenfelde nutzt das gut aus und geht verdient mit 2:0 in Führung. In den letzten zehn Minuten der der ersten Halbzeit haben wir uns voll ins Spiel zurück gekämpft und machen ein Tor, das leider zurückgezogen wurden, weil es Abseits gewesen sein soll und auch denn den regulären Anschlusstreffer. In der 2. Halbzeit starten wir deutlich besser, machen den verdienten Ausgleich, kontrollieren das Spiel und müssen in Führung gehen und genau in der Druckphase macht Breitenfelde dann einen Konter eiskalt rein. Wir versuchen noch mal zurück zu kommen und machen auf, aber werden dann noch 2x ausgekontert. Leider geht die Niederlage auf 90 Minuten in Ordnung, weil Breitenfelde alles reingeworfen hat und wir häufig kein Mittel hatten. Jetzt heißt es sich gut auf die nächste Aufgabe vorzubereiten und auf uns zu gucken. Glückwunsch an Breitenfelde.
VfL Rethwisch – Krummesser SV 6:1 (3:1)
Es war ein starker Kampf, den der Krummesser SV am Donnerstagabend im Kreispokal gegen den Verbandsligisten und Titelverteidiger S.I.G Elmenhorst lieferte. Erst im Elfmeterschießen musste sich der Kreisligist geschlagen geben. Diese Leidenschaft und Kompaktheit wollte das Team von Andre Bargholt nun auch mit in die Liga nehmen, wo es zuletzt fünf Niederlagen gab, bei 24 Gegentoren. Es war ein Horrorstart trotz Auftaktsieg gegen Ratzeburg II. Die personellen Ausfälle wogen zu schwer und waren daher nicht zu kompensieren. Nun reisten die Lauenburger an den Buchrader Weg, wo der VfL Rethwisch wartete. Die Stormarner blieben ebenfalls fünf Spiele sieglos, doch holten in der Vorwoche einen Punkt gegen Tabellenführer TSV Zarpen, wo ein starker Auftritt geboten wurde. Daran sollte nun angeknüpft werden. Die erste Chance des Spiels gehörte allerdings dem Aufsteiger, doch Cesur Kaya zog knapp links vorbei. Nach neun Minuten sollte der erste Treffer dann allerdings auf der anderen Seite fallen. Jannes Schönwald (9.) verwandelte einen Freistoß. Drei Minuten später erhöhte Christopher Willuhn (12.) bereits auf 2:0, sodass der Plan des KSV bereits früh über den Haufen geschmissen war. Es sollte allerdings im Gegenzug einen Elfmeter für die Lauenburger geben. Bekir Kasikci (14.) trat an und verkürzte zum 1:2. Im Anschluss passierte 20 Minuten wenig, doch dann sollte Schönwald (34.) ebenfalls vom Punkt den Doppelpack zum 3:1-Pausenstand schnüren.
Im zweiten Durchgang sollte der VfL schnell nachlegen. Gerrit Schubring (53.) und erneut Willuhn (60.) stellten nach einer Stunde auf 5:1. Die Partie war längst entschieden und klar war, dass der Aufsteiger erneut eine deutliche Niederlage kassieren würde. Der vier Minuten zuvor eingewechselte Peer-Erik Richter (67.) setzte mit dem 6:1 den Schlusspunkt, sodass das Warten der Stormarner auf den dritten Saisonsieg ein Ende fand. Krummesse hält weiterhin die Rote Laterne hoch und verlor nun schon die sechste Partie in Serie. Erneut war es deutlich, sodass Trainer Andre Bargholt sagte: „Wir waren dem TSV Rethwisch heute in allen Belangen klar unterlegen. Sowohl im Zweikampfverhalten als auch in jeglichen spielerischen Belangen.“ Sein Gegenüber Till Knifka sagte zum zweiten Heimsieg unter seiner Regie: „Heute konnten wir einmal ein bisschen mehr überzeugen und zeigen, was wir drauf haben. Krummesse wirkte schon nach 20 Minuten müde und wir hatten die ganze Zeit das Spiel im Griff. Am Ende verdienen wir auch in der Höhe verdient mit 6:1. Wir wünschen Gute Besserung an die Jungs von Krummesse, die sich heute verletzt haben.“
Der 8. Spieltag im Überblick
TSV Travemünde – TSV Zarpen 1:2
Eichholzer SV II – Fortuna St. Jürgen 5:2
Lübeck 1876 – TSV Schlutup 2:3
SV Viktoria 08 – Ratzeburger SV II 0:3
Siebenbäumen – ATSV Stockelsdorf (Abbr.)
SG Breitenfelde/Mölln – SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg 5:2
TSV Kücknitz – SV Azadi Lübeck II 3:2
VfL Rethwisch – Krummesser SV 6:1








