
Eutin – Am achten Spieltag der Kreisliga Südost kam es durchaus zu einigen Überraschungen. Schon am Dienstag ärgerte die FT Preetz den TSV Lensahn, einen der Top-Favoriten auf den Titel. Am Freitag setzte sich dies in Dannau fort, wo das Kellerkind gegen eine Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte gewann. Die größte Überraschung gab es in Rickling, wo der Aufsteiger eine starke Moral zeigte. Zudem gab es noch deutliche Siege für Eutin 08 II oder aber Fehmarn, die einen Aufstiegskandidaten von vor der Saison deutlich schlugen.
TSV Dannau – SV Kirchbarkau 1:1 (1:0)
Nach dem Rücktritt von Coach Stefan Gärtner sollte der TSV Dannau in sein bereits drittes Spiel unter der Leitung des neuen Chefs gehen. Philipp Schwab wollte mit seinem Team nach einem Punkt aus zwei Spielen den ersten Dreier anpeilen, doch der Gegner SV Kirchbarkau ist sicherlich alles andere als ein Selbstgänger. Dieser reiste allerdings mit einigen Ausfällen an, denn so sollten Felix Viehweger und Finn Busse fehlen. Zudem war das Punktstück des SVK, das Mittelfeld, zunächst etwas durchgemischt, denn Jesse Schlüter nahm zunächst nur auf der Bank Platz. Insgesamt sah es personell also sehr dürftig aus, denn auch die Alternativen fehlten an diesem Tag, so war Marc Witt nach seiner Verletzung gegen Eutin 08 II noch immer nicht ganz fit. Der Platz an der Hauptstraße war in keinem guten Zustand und auch die Lichtverhältnisse, die bereits vor zwei Wochen vom SC Cismar stark kritisiert wurden, sollten sich wieder als sehr grenzwertig erweisen. Der Fokus beim TSV Dannau war ganz klar auf die Defensive gerichtet. Nach elf Gegentoren in der Vorwoche auch kein Wunder, sodass eine Fünferkette mit zwei Sechsern davor starten sollte. Dies stellte die Gäste vor Herausforderungen, mit denen sie an diesem Abend überhaupt nicht klarkamen. Man wollte früh Druck machen und lief hoch an, doch daraus entstand ein gewisses Risiko, wodurch Dannau auf schnelle Gegenangriffe setzte. Vor allem Offensivmann Amiri wurde dabei immer wieder gesucht.
Durch diese Konter sollte die Heimmannschaft mehrfach brandgefährlich werden, doch Gästekeeper Korte war auf seinem Posten und rettete sein Team. Kirchbarkau verzeichnete auch Möglichkeiten, wobei es allerdings zu viele falsche Entscheidungen oder aber Ungenauigkeiten waren, die dafür sorgten, dass das gewohnte Offensivspiel nicht so richtig zur Geltung kam. Es war wieder einmal zu erkennen, dass tiefstehende Gegner dem SVK überhaupt nicht liegen und mit Pausenpfiff sollte sich dies nochmals mehr erschweren. Paul Schreiber (45.) zog ab, der Schuss wurde abgefälscht und der Aufsteiger ging in Führung. Somit ging es mit einem 1:0 in den zweiten Durchgang und die Platzherren zogen sich nun noch weiter zurück. Es galt nun, diese knappe Führung über die Zeit zu bringen und dem Gegner weiterhin keine Lücken zu bieten. Der Ballbesitzanteil für Kirchbarkau wurde nun immer höher, doch das Glück im letzten Drittel fehlte. Vor allem Max Viehweger, der auffälligste Offensivspieler der Gäste, ließ mehrere Chancen ungenutzt. Zudem sollte auch Sascha „Chicken“ Böttcher zu Möglichkeiten kommen, wie beispielsweise, als er das Außennetz traf. Ansonsten mühte sich Kirchbarkau weiterhin, trotz deutlich geduldigerem und konzentriertem Aufbauspiel.
Kurz vor dem Ende bot sich dann die Riesenchance auf den Ausgleich. Viehweger kam aus kurzer Distanz zum Abschluss, den parierte der Torhüter, doch beim Nachschuss wurde der schnelle Außenspieler zu Fall gebracht. Es gab den Foulelfmeter und die Riesenchance. Kapitän Luis Schröder trat an und setzte den Ball halbhoch aufs Tor, doch Jan Wille war zur Stelle. Der eigentlich sichere Schütze scheiterte. Die Nachspielzeit brach an und es segelte noch einmal ein Freistoß vor das Tor. Wille konnte diesen nicht festhalten, Julius Geller legte den Ball am Torhüter vorbei, hätte nur noch einschieben müssen, doch der Keeper holte ihn von den Beinen. Es gab erneut Elfmeter und diesmal trat Jesse Schlüter (93.) an. Der ehemalige Eutiner blieb sicher und traf platziert und wuchtig zum Ausgleich. Dies war auch der Schlusspunkt, sodass es aus Sicht der Heimelf einen bitteren Ausgleich in der Nachspielzeit gab. Man war dicht dran am zweiten Saisonsieg, doch am Ende gab es erneut nur einen Zähler. Dieser war gegen einen Gegner, der gut in die Saison gestartet ist, allerdings auch ein hart erarbeiteter und aufgrund der leidenschaftlichen Arbeit gegen den Ball hochverdienter. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung für den Aufsteiger. Kirchbarkau dagegen überzeugte an diesem Abend nicht. Es war ein schwaches Kreisligaspiel, in dem die Gäste nicht an den vergangenen Wochen anknüpfen konnten.
SG Dersau/Kalübbe – TSV Gremersdorf 4:2 (2:0)
Nach einem schwachen Saisonstart mit nur einem Sieg aus den ersten fünf Spielen sollte der Trend bei der SG Dersau/Kalübbe zuletzt wieder nach oben zeigen. Es gab vier Punkte aus zwei Spielen. So wurde mit 12:0 gegen den TSV Lütjenburg gewonnen und ein Zähler gegen Eutin 08 II (1:1) eingetütet. Nun sollten diese beiden Punktgewinne allerdings vergoldet werden, indem das dritte Heimspiel in Serie ebenfalls für sich entschieden wird. Zu Gast war der TSV Gremersdorf und somit ein echter Brocken. Der Verbandsligaabsteiger blieb in den ersten sieben Saisonspielen als einziges Team der Liga noch ohne Niederlage und führte die Liga an. So wurden Siege gegen die SG Göhl/Oldenburg, TSV Lensahn, SC Cismar oder aber in der Vorwoche den SV Kirchbarkau eingefahren. All dies sind Mannschaften, die sich eher im oberen Tabellendrittel einordnen. Auf die Gastgeber unter der Leitung von Holger Böttcher wartete also eine schwierige Aufgabe. Diese wurde überraschend ohne den besten Torschützen der bisherigen Saison angegangen, denn Steffen Uhl, der schon zehn Saisontore erzielte, nahm nur auf der Bank Platz. Gremersdorf reiste mit sehr dünnem Kader an, denn vor allem die erneute Verletzung von Rene Klein schmerzte. Hinzu kamen weitere Ausfälle, sodass letztlich nur 13 Mann nach Dersau reisten.
Es sollte tatsächlich die erste Saisonniederlage für Gremersdorf geben. Trainer Christian Ippig sagte: „Jetzt hat es auch uns erwischt, die erste Niederlage und nicht unverdient. Die SG Dersau/Kalübbe wollte es mehr und hatte dazu noch das Glück des Tüchtigen. In der ersten Halbzeit haben wir die besseren Chancen, aber die SG macht die Tore. Ein knapp 30 Meter-Schuss senkt sich über unseren Keeper ins Tor, nachdem wir nicht energisch dem Ball entgegengehen, sondern der Gegner. Das 2:0 fällt nach einer Ecke. Dies waren auch die einzigen Chancen der SG in Halbzeit eins. Wir haben durch Lennart Petersen, aus halblinker Position vor dem Torwart, Felix Severin, allein vor dem Torwart, auch halblinke Position, schiebt am Tor vorbei und Dustin Gabbey, der zu früh aus 16 Metern abschließt und der Torwart gerade noch ablenken kann. Zu allem Überfluss geht der 16-Meter-Schuss von Mathias Ruske an die Latte und springt ins Feld zurück. Kurz nach der Halbzeit geht der Kopfball der SG auch an die Latte, fällt aber unserem Torwart an den Rücken und ins Tor.“ Marten und Timon Biss (18./35.) brachten die SG somit auf Kurs, das Eigentor machte alles klar.
Dersau sollte durch Philip Ohler (67.) sogar noch zum 4:0 kommen, sodass es nun eine deutliche Angelegenheit war. Gremersdorf gab sich allerdings nicht auf und sollte in Person von Lennart Petersen (72.) und Mathias Ruske (92.) zumindest noch auf 2:4 rankommen. Am Ende gab es dennoch die erste Pleite. Coach Ippig sagte dazu: „Wir haben uns eben das Glück nicht erarbeitet, die SG hat sich voll reingehauen und jeden erkämpften Ball gefeiert. Wir haben leider nicht alles reingehauen, zu wenig miteinander gespielt, technische Fehler gemacht und unsaubere Pässe gespielt. Dazu kommt die Personalsituation, die sich leider für nächsten Samstag eher noch verschlechtert als verbessert.“
SG Insel Fehmarn – SC Cismar 6:1 (2:0)
Es ist derzeit das Team der Stunde in der Kreisliga Südost. Die SG Insel Fehmarn hat einen richtig guten Saisonstart hingelegt und die Liga mit fünf Siegen aus sechs Spielen ordentlich aufgemischt. Sowohl spielerisch als auch kämpferisch wusste das Team von Andre Hack zu überzeugen und dennoch überwiegt bei 36 Toren vor dem jüngsten Duell die Offensive. Dabei sollte vor allem das Trio aus Tjelk Jacob, Fabian Plöger und Nico Müntz herausragen. Nun empfing die SG Insel den SC Cismar, der mit alles andere als Selbstvertrauen auf die Insel reiste. Zuletzt gab es drei sieglose Spiele, bei nur einem Punkt und zwölf Gegentoren. Es waren ordentliche Dämpfer für den eigentlich gut gestarteten SCC. Nun gab es zumindest mit Blick aufs Personal wieder Hoffnung. Einige Leistungsträger kehrten zurück in die erste Elf. So stand Dennis Kuhlmann wieder zwischen den Pfosten, Paul Schröder und Ben Nachbarschulte kehrten nach Sperre zurück in die Defensive und auch Bennet Kern sollte in der Offensive wieder für mehr Kreativität sorgen. Fehmarn musste zwar auf einige Spieler verzichten, schaffte es dennoch, eine schlagkräftige Truppe ins Rennen zu schicken. So sollte Fabian Ackermann, der unter der Woche noch fraglich war, starten. Mit Maurice Molles fehlte allerdings ein Neuzugang. Dieser verletzte sich im Pokalspiel beim Harmsdorfer SV und wird die restliche Saison mit einem Achillessehnenriss ausfallen.
Der SC Cismar nahm sich viel vor, wollte nach den enttäuschenden vergangenen Wochen wieder ein anderes Gesicht zeigen, doch bekam früh den Dämpfer. Fabain Plöger sollte nach nicht einmal 120 Sekunden treffen (2.). Es war der Fehlstart für die Grömitzer. Die frühe Führung sollte den Hausherren allerdings nicht so richtig Sicherheit bringen. David Beljan sagte: „Absolut verdienter Sieg, auch in der Höhe. Die erste Halbzeit waren wir bis zum 1-0 von Plöger gut im Spiel. Danach haben wir für 20 Minuten das Spiel aus der Hand gegeben, weil die Abstände zwischen Abwehr und Sturm zu groß waren.“ So kam Cismar besser ins Spiel, allerdings ohne den Ausgleich zu erzielen. Stattdessen sollte unmittelbar vor der Pause Tjelk Jacob (43.) erhöhen. So ging es mit einer 2:0-Führung in die Halbzeit. Fehmarn war die bessere Mannschaft und die Grömitzer machten erneut fahrlässige Fehler.
In den zweiten Durchgang wollten sie mit Schwung starten, was auch gelang. Jamie Birkner (51.) verkürzte. Nun war man wieder nur ein Tor im Hintertreffen, doch so richtig spannend wurde es nicht. Stattdessen zeigte sich Fehmarn eiskalt vor dem Tor und hinten sicher. Plöger (54./57.) schnürte den Dreierpack, zudem sollte auch Nico Müntz (70./82.) doppelt treffen, sodass es erneut eine deutliche Pleite für den SCC gab. Es war das vierte sieglose Spiel in Serie, sodass der Rückstand nach oben größer wird. Hinzu kommt eine schwerere Verletzung von Lennard Siebrecht. Daniel Temme sagt zum Auftritt auf der Sonneninsel: „Wieder einmal bekommen wir die Gegentore zu einfach. Nach unserer Systemumstellung sah das spielerisch tatsächlich gut aus. Jedoch hat der direkte Zug zum Tor und die Zielstrebigkeit im letzten Drittel ein bisschen gefehlt. Fehmarn hat ausschließlich mit langen Bällen gespielt. Am Ende des Tages hat das aber gereicht, um uns ein paar Tore einzuschenken. Weiterer Wehrmutstropfen ist die Verletzung von einem unserer Spieler, für den, wenn es schlecht läuft, die Hinserie gelaufen ist. Wir müssen weiter daran arbeiten, wieder in die Spur zu kommen.“ Für Fehmarn gab es zu Hause erneut einen Sieg, sodass alle Heimspiele gewonnen wurden. So auch gegen Cismar, trotz einer Hiobsbotschaft im Vorfeld. Der Sieg war auch für den verletzten Molles. Beljan sagt: „Die zweite Halbzeit haben wir dann eiskalt die Chancen genutzt und standen solide hinten. Vorne haben die Jungs das gut gemacht und wir haben bis auf das Gegentor fast nichts zugelassen. Leider hatten wir vor dem Spiel eine Hiobsbotschaft. Maurice Molles fällt die Saison mit Achillessehnenriss aus, das ist richtig bitter für unseren Jungen. Wir hoffen, dass die OP am Dienstag gut verläuft. Der Sieg war für ihn!“
Eutin 08 II – TSV Lütjenburg 11:1 (4:0)
Der Punktgewinn bei der SG Dersau/Kalübbe war für Eutin 08 II ein Schritt in die richtige Richtung. Man zeigte einen starken Auftritt, bei dem man die schnellen Offensivspieler um Dustin Riedel und Steffen Uhl nicht zur Entfaltung kommen ließ. Selbst zeigte man offensiv einen guten Auftritt, bei dem wesentlich mehr Kreativität in der Offensive geboten wurde. Darauf ließ für Trainer Florian Schumacher aufbauen. Nun empfing man den TSV Lütjenburg, der noch ohne Punkt auf dem Konto den letzten Platz belegt. Es gab deutliche Niederlagen, doch auch eine späte, wie in der Vorwoche gegen den SV Großenbrode. Dort gelang dem TSV der Ausgleich kurz vor dem Ende, sodass der erste Punkt zum Greifen nah war, doch dann gab es doch noch zwei Gegentreffer, sodass mit 2:4 verloren wurde. Nun in Eutin wartete eine ganz schwierige Aufgabe. Personell sah es zwar nicht schlecht aus, doch der klare Außenseiter war die Mannschaft von Michael Müller dennoch. Dabei sollte es bei Eutin spannend sein, wie die Offensive sich präsentieren würde. Der Torschütze der Vorwoche und Zielspieler Monty Gutzeit fehlte. Dafür lag die Hoffnung auf Jesper Görtz, der für Gefahr sorgen sollte. Zudem gab es in der Defensive durch Jannik Sarnow, der vergangene Saison noch Kapitän der U23 war und in die Erste rückte, Unterstützung.
Eutin startete dominant und nahm direkt auf dem heimischen Kunstrasen das Zepter in die Hand. So war der frühe Führungstreffer durch Jari Reimer (13.) bereits hochverdient. Im Anschluss erspielte sich die Heimelf Chance um Chance, doch der zweite Treffer ließ noch auf sich warten. Reimer scheiterte beispielsweise am Lattenkreuz. Nach einer halben Stunde gab es dann einen Schlüsselmoment, als ein Lütjenburger Verteidiger mit der Hand auf der Linie rettete. Es gab die Rote Karte sowie den Elfmeter. Tom Clausen (31.) trat an und verwandelte. Bis zur Pause sollten Oleksandr Chupryna (34.) und Jannik Sarnow (43.) noch auf 4:0 erhöhen. Es war für die Gäste schmeichelhaft, so traf beispielsweise Morits Manzow noch den Pfosten. Zur zweiten Hälfte brachte Eutin mit Mika Maczey und Lenn Isenberg zwei frische Kräfte ins Spiel. An der Dominanz änderte dies allerdings nichts. Stattdessen wurde es nun immer deutlicher, denn Clausen (55.) erhöhte. Sechs Minuten später zeigte der Schiedsrichter dann auf der anderen Seite auf den Punkt. Sarnow bekam den Ball an die Hand, sodass es Elfmeter für Lütjenburg gab. Kyrylo Shashkov (61.) verwandelte diesen zum 1:5.
In den letzten 20 Minuten sollten Morits Manzow (75.), Mika Maczey (77.), Lenn Isenberg (78./87.) und Oleksandr Chupryna (90.) den 11:1-Sieg perfekt machen. Es war ein Kantersieg gegen schwache Lütjenburger. Der siegreiche Coach sagte nach dem Spiel: „Es war ein hochverdienter Sieg. Allerdings versäumten wir es zunächst, unsere Chancen konsequent zu nutzen und das Spiel frühzeitig in klare Bahnen zu lenken. Die Rote Karte, wo der Lütjenburger Spieler den Ball mit der Hand auf der Linie klärt, spielt uns dann in die Karten. Für uns natürlich ein super wichtiger Sieg für die Moral und die Jungs, den wir gut gebrauchen konnten, aber auch einzuschätzen wissen. Wenn man den Umbruch und die Situation in Lütjenburg mitbekommen hat, dann kann man der Truppe und dem Trainerteam großen Respekt zollen, dass sie die Saison so annehmen und durchziehen. Sie waren die ganzen 90 Minuten sehr fair und haben alles reingeworfen.“
TuS Tensfeld – SG Göhl/Oldenburg 1:6 (1:2)
Der Saisonstart sowohl beim TuS Tensfeld als auch der SG Göhl/Oldenburg war eher dürftig. Die Segeberger starteten mit elf Punkten aus sieben Spielen. Nach zwei Niederlagen zum Start folgte der Aufwärtstrend, bevor es zuletzt allerdings nur einen Punkt aus zwei Spielen gab. Schon früh ist es am Bahndamm also eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Die SG Göhl/Oldenburg rief klar aus, dass man ganz oben mitspielen wollte, doch bereits vier Niederlagen aus den ersten sieben Spielen sorgten für einen Dämpfer bei der jungen Mannschaft. Offensiv gab es Luft nach oben, wie auch beim TuS Tensfeld. Dieser musste nun auf Torge Broetzmann verzichten. Zudem sollten auch Luka-Noel Pietzsch und Yannik Teffner nur auf der Bank Platz nehmen. Die Oldenburger setzten im Sturm auf Tim Röben-Müller, der schließlich schon sieben Saisontore erzielte, doch zuletzt zweimal keines. Die Ostholsteiner kamen besser ins Spiel und hatten früh eine erste Drangphase. In dieser sollte bereits der frühe Doppelschlag gelingen. Jess Bewersdorff unterlief nach sechs Minuten ein Eigentor, bevor sieben Minuten später Marco Doormann (13.) erhöhte.
2:0 stand es somit nach einer knappen Viertelstunde. Dann sollte Tensfeld allerdings besser ins Spiel kommen und schnell durch Nikolas Sinakovs (20.) verkürzen. Im Anschluss boten sich weitere Chancen, doch bis zum Pausentee sollte kein weiterer Treffer folgen. Gästecoach Mario Markmann sagte: „Das war ein schweres Stück Arbeit heute in Tensfeld. In einem sehr intensiven Spiel haben sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe gegenübergestanden. In der ersten Halbzeit hatte jedes Team seine Drangphase. Wir hatten zu Beginn mehr vom Spiel und gehen auch mit 2:0 in Führung. Danach kommen wir aus der Drangphase von Tensfeld glimpflich davon. Tensfeld war da sehr aktiv. Es hätte zur Halbzeit auch 3:3 stehen können.“ Sein Gegenüber Christoph Hinz sagte zu den ersten 45 Minuten: „Die erste Halbzeit war über weite Strecken ordentlich. Wir hatten gute Spielanteile, haben uns Chancen herausgespielt, waren in der Verwertung aber nicht konsequent genug. Der Gegner hat seine Möglichkeiten dagegen sehr effektiv genutzt und beim 0:1 durch das Eigentor kommt natürlich auch ein unglücklicher Moment dazu. Trotzdem war beim 1:2 zur Pause noch alles offen.“ Für den zweiten Durchgang hatte die SGGO allerdings einen klaren Plan, denn es kamen zwei frische Kräfte, die den Unterschied machen sollten. Markmann sagte: „Auf dem tiefen Platz war es ein kräftezehrendes Spiel. Wir wussten, dass Tensfeld hinten rauskommen kann. Unser Plan, mit Mika Wölk und Leon Wellendorf zwei laufstarke Spieler erst in der zweiten Halbzeit zu bringen, ist voll aufgegangen. Die beiden haben in der zweiten Halbzeit mit ihrer spielerischen und läuferischen Klasse unserem Spiel sehr gutgetan. In der zweiten Halbzeit war es von allen Jungs dann eine ganz starke Leistung in kämpferischer und spielerischer Hinsicht. Wir waren dann die deutlich bessere Mannschaft und haben eine Vielzahl von Torchancen hervorragend herausgespielt.“
Tensfeld sollte allerdings ebenfalls offensiv noch zur Geltung kommen. Hinz sagte: „Auch im zweiten Durchgang hatten wir genügend Möglichkeiten, das Ergebnis zu korrigieren. Wir schaffen es aber nicht, das nächste Tor zu machen und bekommen dann teilweise direkt im Gegenzug durch zu einfache Fehler die Gegentore. Dadurch wird das Spiel am Ende deutlicher, als es sich über weite Strecken angefühlt hat.“ Adrian Zedlewski (53.), Lukas Röhrle (63.), Leon Wellendorf (73.) und Jannik Fuhrmann (79.) stellten auf 6:1 für Oldenburg, sodass es einen deutlichen Auswärtssieg gab. Für Tensfeld war es erneut eine deutliche Pleite. Ihr Trainer sagte dazu: „Das 1:6 ist natürlich bitter und das müssen wir auch nicht schönreden. Entscheidend ist für mich, dass wir verstehen, warum wir trotz unserer Möglichkeiten so ein Ergebnis bekommen. Genau daran werden wir arbeiten, die Fehler klar ansprechen und es beim nächsten Mal besser lösen.“ Die Gefühlslage bei den Ostholsteinern war dagegen ganz anders. Der siegreiche Coach sagte: „Heute haben wir auch endlich die Ruhe beim Torabschluss gehabt. So machen wir am Ende sechs Tore und gewinnen endlich ein Auswärtsspiel.“
SV Rickling – FSG Saxonia 3:2 (0:1)
Nach einem Aufwärtstrend von drei ungeschlagenen Spielen gab es für den SV Rickling mit der 0:4-Pleite in Bösdorf einen kleinen Dämpfer. Man war dem Gegner dort in nahezu allen Belangen unterlegen und verlor daher folgerichtig deutlich. Diese Pleite sollte Trainer Sebastian Latendorf allerdings in der vergangenen Woche aus den Köpfen seiner Jungs bekommen, denn es stand nun mal ein besonderes Spiel an. Erneut war es ein Derby, das auf den Aufsteiger wartete. Nach Tensfeld vor eineinhalb Wochen gastierte nun die FSG Saxonia. Diese kam mit nur einer Niederlage aus fünf Spielen sowie einem 4:1-Sieg aus der Vorwoche im Gepäck. Daher sollte die Favoritenrolle klar sein. Vor allem Andrej Knaub stand dabei im Fokus bei der Mannschaft von Tobias Becker, denn der Offensivspieler sollte nicht nur einen Dreierpack beim besagten Sieg schnüren, sondern auch schon sechs Saisontore vor diesem Spieltag erzielen. Beim SVR musste auf einen wichtigen Offensivmann verzichtet werden. Zielspieler Shafi Bakari fehlte, wie auch Niklas Last im Mittelfeld. Die Ausfälle wogen schwer und dennoch war der SVR zuversichtlich.
Im ersten Durchgang sollte es lange Zeit torlos bleiben, doch dann war es der angesprochene Knaub (41.), der zur Führung der FSG Saxonia traf. Damit ging es auch in die Pause. Rickling-Coach Latendorf sagte: „Es war genau das erwartete Derby. Kampfbetont und spielerisch so, wie wir es eigentlich vorher auch erwartet hatten. Leider sind wir zur Halbzeit mit 0:1 in Rückstand geraten. Wir haben uns vor dem Spiel schon eigentlich mehr vorgenommen, konnten das in der ersten Halbzeit leider nicht so wirklich auf den Platz bringen, obwohl man sagen muss, dass wir als Truppe von der ersten Minute an da waren und zusammengehalten haben. Das fußballerische Vermögen fehlte aber leider im letzten Drittel, sodass wir ein paar Chancen vergeben haben.“ Im zweiten Durchgang sollte die Antwort her, doch stattdessen erhöhten die Gäste prompt durch Mattis Kringel (49.). Sie waren nun auf Kurs in Richtung zweitem Auswärtssieg. Latendorf sagte: „Wir haben uns für die zweite Hälfte wieder viel vorgenommen und haben dann gleich das 0:2 bekommen. Dann haben wir nicht unbedingt im Kopf, sondern eher im Herz das Spiel entschieden und sind als Truppe da gegen angegangen.“ Kjell Eggert (57.) gelang zunächst der Anschlusstreffer. In der Schlussphase war es dann zunächst ein Elfmeter, den Dominik Lembke (80.) verwandelte zum Ausgleich, bevor der erfahrene Innenverteidiger tatsächlich in der 92. Minute zum Helden wurde. Es war der späte Siegtreffer für den SV Rickling, der somit weiterhin über dem Strich bleibt. Der siegreiche Cheftrainer gab einen Einblick in seine Gefühlswelt: „Absolut moralisch ein Höhepunkt. Es war einfach der Wahnsinn, da hat man wirklich auch die ein oder andere Träne vergossen. Wenn man so die Truppe sieht, ist es einfach schön, sich mal zu belohnen nach der ganzen harten Arbeit hier. Ganz großes Lob an die Truppe, die bis zur letzten Sekunde daran geglaubt und es umgesetzt hat.“
SV Großenbrode – SG Bösdorf/Malente 1:4 (0:3)
Es war ein Sieg der Moral, den der SV Großenbrode gegen den TSV Lütjenburg eingefahren hat. Spät kassierten die Ostholsteiner den Ausgleich beim punktlosen Schlusslicht, doch der Mut und das Risiko, alles noch mal reinzuwerfen, wurde belohnt. 4:2 hieß es am Ende an der Kieler Straße, sodass der lang ersehnte zweite Saisonsieg eingefahren wurde. Beide Siege gab es allerdings in der Fremde, was für den Aufsteiger von 2025 sehr ungewöhnlich ist. In der abgelaufenen Saison dauerte es noch monatelang, bis erstmals auswärts gewonnen wurde, und nun scheint es genau andersherum. Zu Hause gibt es kaum etwas zu holen und dafür in der Fremde sieben von neun Punkten. Nun sollte die SG Bösdorf/Malente auf der heimischen Sportanlage begrüßt werden und diese kam mit Rückenwind. Nur ein Spiel verlor die SG, dies in Tensfeld. Ansonsten sollte es souveräne Siege wie gegen die Aufsteiger Dannau und zuletzt Rickling geben und auch Fehmarn wurde bezwungen. Dies gelang schließlich keiner anderen Mannschaft. Auf Großenbrode wartete also eine ganz harte Aufgabe. Die Heimelf begann mutig und presste hoch. Bösdorf war von Beginn an spielbestimmend und sollte durch Jonas Lüdtke (20.) in Führung gehen. Auf der anderen Seite bot sich die Großchance auf den Ausgleich, die Jesko Saggau allerdings parierte.
Danach sollte Großenbrode nachlassen. Trainer Peter Thomm sagte: „Wir sind dann nicht mehr ganz so energisch.“ Ein Eigentor von Michel Schwenn sowie Jan-Ole Wiebcke (38.) stellten noch vor der Pause auf 3:0. Der Coach der Heimelf haderte mit den Gegentoren: „Wir hätten die Bälle gefühlt auch selbst reinschießen können.“ Dennoch war er über den Rückstand seiner Mannschaft zur Halbzeit verwundert. Thomm sagte: „Wir liegen zur Halbzeit zurück und wissen gar nicht genau, warum. Die ersten 20 Minuten des Spiels sind wir am Drücker, pressen früh, gehen drauf und man hatte den Eindruck, dass Bösdorf ein bisschen überrascht war. Wir haben die Chance auf das 1:0 vergeben, diese aber und bekommen dann postwendend einen Konter.“ Sein Gegenüber Benjamin Berger sagte: „Wir kommen über das 1:0 super in die Partie, machen kurz danach dann das 2:0 und das Thema war gegessen.“
Im zweiten Durchgang sollten die Ostholsteiner dann durch Haythem Abdelbaki (58.) verkürzen. Berger ärgerte sich über das Gegentor: „Von Großenbrode kam nicht viel, ich glaube, wir haben im ganzen Spiel drei Torschüsse zugelassen, wovon natürlich einer wieder bei uns im Tor landete, was brutal ärgerlich ist. Wir haben ansonsten nichts zugelassen, ein klasse Spiel gemacht und absolut verdient mit 4:1 gewonnen.“ Lüdtke (73.) setzte den Schlusspunkt. Der geschlagene Coach sagte: „Wie es dann so ist, kommst du aus der Halbzeit gut raus, machst das 1:4 und bist am Drücker und die bessere Mannschaft, doch nicht unbedingt zwingend und kassierst dann eine dumme Rote Karte, die aus meiner Sicht eine der wenigen richtigen Entscheidungen des Schiedsrichters an diesem Tag war. Es lag nicht an ihm, aber gefühlt durfte Malente jedes Foul begehen und meine Spieler bekamen für gefühlt jedes Husten eine Gelbe Karte. Der Schiedsrichter hat an diesem Tag sein Übriges dazugetan. Dabei kein Vorwurf an den Linienrichter, sondern an den Hauptschiedsrichter, den ich einfach in seinen Entscheidungen, vor allem bei der Kartenverteilung, nicht gut fand.“
SG-Coach Berger war mit der Schiedsrichterleistung einverstanden, fand sogar lobende Worte: „Die Schiedsrichterleistung war super. Er hat zwar viel abgepfiffen und wenig Spielfluss zugelassen, aber die Situationen, die er gepfiffen hat, waren alle korrekt.“ Zum Sieg seiner Mannschaft sagte der B-Lizenz-Inhaber: „Wir haben hochverdient mit 4:0 gewonnen gegen eine chancenlose Großenbroder Mannschaft. In jeder Phase des Spiels hatten wir dieses unter Kontrolle. Wir kassieren leider ein unglückliches Gegentor, ansonsten hatten wir alles unter Kontrolle, spielen einen richtig guten Ball auf dem Kunstrasen in Großenbrode.“ Ein höherer Sieg wäre aus Sicht von Berger ebenfalls möglich gewesen, wenn seine Mannschaft einige Situationen cleverer und sauberer ausgespielt hätte.“
Der 8. Spieltag im Überblick
FT Preetz – TSV Lensahn 3:1
TSV Dannau – SV Kirchbarkau 1:1
SG Dersau/Kalübbe – TSV Gremersdorf 4:2
SG Insel Fehmarn – SC Cismar 6:1
Eutin 08 II – TSV Lütjenburg 11:1
TuS Tensfeld – SG Göhl/Oldenburg 1:6
SV Großenbrode – SG Bösdorf/Malente 1:4
SV Rickling – FSG Saxonia 3:2








