Storm FC Newcomer Fights: Luka Gaćanović bleibt ungeschlagen

K-1-Legende Heiko Reinhardt bekommt 2027 seinen letzten Tanz in der Hansehalle

Bei den Newcomer Fights wurde sich nichts geschenkt. Foto: Marcel Trumpp / Atrava Media; Instagram: „_mrc.l_“ oH
Anzeige

Lübeck – Ausverkauftes Haus, eine ohrenbetäubende Kulisse und Kampfsport auf einem Niveau, das die Bezeichnung „Newcomer“ fast vergessen ließ: Die Storm FC Newcomer Fights 2026 haben am vergangenen Samstag im Combat Sports Lübeck eindrucksvoll gezeigt, wie groß sich auch Kampfsport auf kleinstem Raum anfühlen kann.

Bereits lange vor dem Veranstaltungstag waren sämtliche Tickets restlos vergriffen. Und wer vermutet hatte, dass sich die Halle erst zu den späteren Hauptkämpfen füllen würde, wurde schnell eines Besseren belehrt. Schon bei den ersten Begegnungen des Abends waren nahezu alle Plätze besetzt. Rund um den nur vier mal vier Meter großen Ring entstand genau jene Atmosphäre, die sich die Veranstalter im Vorfeld erhofft hatten: eng, laut und unmittelbar. Jeder Treffer wurde von den Zuschauern begleitet, jeder Erfolg gefeiert. „Genau so haben wir uns diesen Abend vorgestellt. Wenn du schon bei den ersten Kämpfen in die Halle schaust und wirklich jeder Platz besetzt ist, dann weißt du, dass hier gerade etwas Besonderes entsteht. Was die Zuschauer anschließend für eine Stimmung gemacht haben, war unglaublich“, sagt Storm-FC-Geschäftsführer Markus Kemper.

Sportliches Niveau überrascht

Doch nicht nur die Kulisse überzeugte. Auch sportlich bot die Veranstaltung zahlreiche hochklassige und teilweise spektakuläre Begegnungen. Dabei zeigte sich einmal mehr die Idee hinter den Newcomer Fights: Nachwuchskämpferinnen und Nachwuchskämpfern eine Bühne zu bieten, auf der sie Erfahrungen sammeln und sich gleichzeitig für größere Aufgaben empfehlen können. „Wir nennen es Newcomer Fights, aber bei einigen Kämpfen war davon sportlich nicht mehr viel zu spüren. Das Niveau war wirklich extrem hoch. Genau das wollen wir sehen: Junge Athleten, die hungrig sind und zeigen möchten, dass sie irgendwann auf die ganz große Bühne gehören“, erklärt Kemper.

Petrov entscheidet auch den Rückkampf für sich

Einen weiteren Erfolg konnte Teodor Petrov vom Boxclub Lübeck feiern. Nachdem er bereits beim ersten Aufeinandertreffen mit Cenk Asan überzeugen konnte, kam es nun zum Rückkampf. Doch auch dieses Mal ließ Petrov wenig Zweifel daran aufkommen, wer den Ring als Sieger verlassen würde. Mit einer konzentrierten und überzeugenden Vorstellung setzte sich der Lübecker erneut durch und bestätigte damit seine starke Entwicklung.

VfB-Fans treiben Struß zum nächsten Sieg

Für eine der lautesten Kulissen des Abends sorgte erneut Jesper Struß vom Team Soul and Thunder. Wie bereits bei seinem vergangenen Storm-FC-Auftritt konnte sich Struß auf zahlreiche Anhänger des VfB Lübeck verlassen. Als der Lübecker den Ring betrat, verwandelte sich der Veranstaltungsraum zeitweise in eine Fußballkurve. Sein Gegner Cem Basar aus Hamburg ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken und lieferte Struß über die volle Distanz einen intensiven Kampf. Nach drei Runden fiel schließlich die Entscheidung nach Punkten zugunsten des Lübeckers. Struß bleibt damit weiterhin ungeschlagen. „Was die VfB-Fans hier veranstalten, ist jedes Mal Wahnsinn. In der Hansehalle waren sie schon laut – aber wenn dieselben Leute hier direkt am Ring stehen, ist das noch einmal eine ganz andere Nummer“, so Kemper.

Traumdebüt für Luis Marheineke

Auch der Lübecker Nachwuchs sorgte für einen der spektakulärsten Momente der Veranstaltung. Luis Marheineke, Sohn der ehemaligen VfB-Lübeck-Fußballgröße Moritz Marheineke, ebenfalls aus dem von Heiko Reinhardt trainierten Team Soul and Thunder bestritt bei den Newcomer Fights seinen ersten offiziellen Kampf – und benötigte gerade einmal rund 30 Sekunden, um auf sich aufmerksam zu machen. Vom Start weg setzte der Jugendkämpfer seinen Gegner massiv unter Druck und überrannte ihn förmlich. Nach zwei Niederschlägen innerhalb kürzester Zeit hatte der Ringrichter genug gesehen und brach die Begegnung bereits in der ersten Runde ab. TKO-Sieg nach rund einer halben Minute – ein Debüt, das kaum eindrucksvoller hätte verlaufen können und Lust auf mehr macht.

Noa Gaćanović muss sich knapp geschlagen geben

Nicht jeder Lübecker konnte den Abend mit einem Sieg beenden. Noa Gaćanović aus dem Combat Sports Lübeck lieferte sich mit Ömer Bakis aus Hamburg einen engen Kampf über drei Runden, musste sich am Ende jedoch knapp nach Punkten geschlagen geben. Dabei waren die Voraussetzungen für den jungen Lübecker alles andere als optimal. Noch in der Woche vor dem Kampf war Gaćanović krank gewesen und ging entsprechend angeschlagen in die Begegnung. Trotzdem stellte er sich der Herausforderung und kämpfte über die komplette Distanz. Auch wenn es dieses Mal nicht zum Sieg reichte, dürfte der Auftritt wertvolle Erfahrung für seine weitere Entwicklung gebracht haben.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
AOK
Anzeige
VfB Lübeck

Eine Schlacht als Main Event

Was abschließend im Hauptkampf des Abends passierte, dürfte vielen Zuschauern noch lange in Erinnerung bleiben. Mit Luka Gaćanović und Hannes West aus Halle (Saale) standen sich zwei Athleten gegenüber, die vor diesem Abend noch keinen einzigen Kampf verloren hatten. Bereits im Vorfeld war deshalb klar gewesen: Eine Serie würde an diesem Abend enden. Was folgte, war eine Schlacht. Von Beginn an schenkten sich beide Kämpfer keinen Zentimeter. Immer wieder gingen Gaćanović und West in intensive Schlagabtausche, hielten dagegen und trieben sich gegenseitig an ihre Grenzen. Die Zuschauer standen teilweise direkt am Ring und begleiteten nahezu jede Aktion lautstark. Es entwickelte sich ein Kampf, wie ihn selbst viele der erfahrenen Zuschauer bei Storm FC zuvor noch nicht erlebt hatten. Nach drei hart umkämpften Runden ging die Entscheidung schließlich an das Kampfgericht. Dieses sah Luka Gaćanović einstimmig vorne. Der Lübecker gewinnt damit das Duell der Ungeschlagenen – und behält seine weiße Weste. „Das war genau der Kampf, den wir uns erhofft hatten – vielleicht sogar noch mehr. Zwei ungeschlagene Jungs, keiner will zurückweichen und beide werfen alles rein. Solche Kämpfe sind der Grund, warum die Leute Kampfsport lieben“, sagt Kemper. Für Gaćanović bleibt allerdings wenig Zeit zum Ausruhen. Bereits am 7. November wartet die nächste große Herausforderung. Dann steigt der Lübecker bei der Hamburger Profiveranstaltung Get in the Ring erneut in den Ring.

Zwei Newcomer-Veranstaltungen im kommenden Jahr

Doch nicht nur sportlich hatte der Abend einiges zu bieten. Noch während der Veranstaltung gab Markus Kemper einen ersten Ausblick auf das Storm-FC-Jahr 2027 – und hatte gleich mehrere Neuigkeiten im Gepäck. Aufgrund der großen Nachfrage und der Vielzahl an Nachwuchskämpfern soll das Newcomer-Konzept im kommenden Jahr ausgebaut werden. Statt einer Veranstaltung sind künftig zwei Storm FC Newcomer Events pro Jahr geplant. Der erste Termin steht bereits fest: Am 30. Januar 2027 geht es erneut zurück zu den Wurzeln. „Wir haben gemerkt, dass dieses Format genau den Nerv trifft. Für die jungen Kämpfer ist es eine riesige Chance und gleichzeitig haben die Zuschauer offensichtlich richtig Lust auf diese unmittelbare Atmosphäre. Deshalb wollen wir den Newcomern künftig zweimal im Jahr diese Bühne geben“, verkündete Kemper.

Eine Lübecker Legende steigt ein letztes Mal in den Ring

Die wohl größte Ankündigung des Abends hatte sich der Veranstalter allerdings bis zum Schluss aufgehoben. Unter tosendem Applaus richtete Kemper den Blick auf den 22. Mai 2027. Dann kehrt Storm FC mit Volume 3 in die Lübecker Hansehalle zurück. Und das Main Event steht bereits fest. Es wird ein Kampf, der weit über Sieg oder Niederlage hinausgehen dürfte. Heiko Reinhardt steigt noch ein letztes Mal in den Ring. Die Lübecker K-1-Legende wird dort, wo der Kampfsport in der Hansestadt seine größten Abende erlebt hat, einen offiziellen Abschiedskampf bestreiten. Noch einmal die Handschuhe schnüren. Noch einmal der Weg in Richtung Ring. Noch einmal die Lichter der Hansehalle. Und noch einmal vor heimischem Publikum kämpfen. Für einen Athleten, der den Lübecker Kampfsport über viele Jahre geprägt hat, soll es der passende Schlusspunkt einer außergewöhnlichen Laufbahn werden. „Heiko gehört zu den Menschen, die den Kampfsport in Lübeck geprägt haben. Wenn jemand einen letzten großen Auftritt in der Hansehalle verdient hat, dann er. Wir wollten ihm die Möglichkeit geben, seine Karriere nicht irgendwo, sondern zu Hause vor den Lübecker Fans zu beenden. Ich glaube, das wird für uns alle ein sehr emotionaler Moment“, sagt Kemper. Wer Reinhardts Gegner sein wird, bleibt vorerst noch offen. Sicher ist allerdings schon jetzt: Wenn am 22. Mai 2027 die Musik ertönt und Heiko Reinhardt zum letzten Mal den Weg zum Ring antritt, dürfte es einer jener Momente werden, für die Storm FC ursprünglich ins Leben gerufen wurde.

Ein kleiner Raum mit großer Wirkung

Am Ende waren die Storm FC Newcomer Fights 2026 weit mehr als eine Zwischenstation auf dem Weg zur nächsten Großveranstaltung. Der Abend zeigte, dass es nicht immer mehrere tausend Zuschauer, aufwendige Showelemente oder eine große Arena braucht, um besondere Kampfsportmomente entstehen zu lassen. Manchmal reichen ein kleiner Ring, zwei Kämpfer und ein paar hundert Menschen, die vom ersten bis zum letzten Kampf mitgehen. Ausverkauftes Haus, starke Lübecker Leistungen, ein Main Event auf höchstem Niveau und gleich mehrere Ankündigungen für die Zukunft: Die Rückkehr zu den Wurzeln wurde für Storm FC zu einem Abend, der gleichzeitig den Blick nach vorne richtete. Und spätestens mit der Ankündigung des Abschiedskampfes von Heiko Reinhardt ist klar: Die Geschichte von Storm FC 2027 hat bereits begonnen.

Wo landet der SV Todesfelde in der 2. Liga?

  • Es geht gegen den Abstieg (33%, 29 Votes)
  • Im unteren Mittelfeld (28%, 24 Votes)
  • Im gesicherten Mittelfeld (24%, 21 Votes)
  • In der Spitzengruppe (9%, 8 Votes)
  • Im oberen Mittelfeld (6%, 5 Votes)

Total Voters: 87

Wird geladen ... Wird geladen ...
Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.

- Anzeige -

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein