HSV unter Druck: Polzin fordert nächsten Schritt gegen Köln

Nach Fehlstart und zwölf Gegentoren: „Wir kommen aus der Situation nur zusammen heraus“

David Wolfe (Hamburger SV) im Zweikampf mit Benjamin Henrichs (RB Leipzig). Foto: Lobeca/Ines Hähnel
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Hamburg – Drei Spiele, drei Niederlagen und 0:12 Tore: Der Hamburger SV steht vor dem 4. Spieltag der Bundesliga am Tabellenende. Nach den deutlichen Niederlagen gegen Mainz und zuletzt in Leipzig empfängt die Mannschaft von Merlin Polzin am Sonnabend um 15.30 Uhr den 1. FC Köln im Volksparkstadion. Der FC reist mit vier Punkten als Tabellenzwölfter nach Hamburg. Neben der sportlichen Aufarbeitung der vergangenen Wochen war beim HSV in diesen Tagen vor allem die Rückkehr von Mario Vuskovic ins Mannschaftstraining ein großes Thema (HL-SPORTS berichtete).

Polzin: „Wir wollen einen Zahn zulegen“

Die Höhe der jüngsten Niederlage in Leipzig beschäftigt den HSV weiterhin. Polzin differenziert allerdings zwischen dem Ergebnis und dem Auftritt seiner Mannschaft: „Wir sind komplett unzufrieden mit der Höhe der Niederlage. Dass wir in sechs Minuten drei Gegentore bekommen, darf einfach nicht vorkommen. Das steht auf der einen Seite. Auf der anderen steht: Wenn du über 70 Minuten in Leipzig so ein Spiel hinlegst und gut in die Spielphasen kommst, war ein deutlich anderes Gesicht zu sehen als in der Vorwoche. Das Mainz-Spiel war desaströs. Aber ich werde nicht zulassen, dass wir die vergangene Woche in Grund und Boden reden. Wir haben viele Dinge gut umgesetzt, die wir uns vorgenommen haben. Wir wollen einen Zahn zulegen. Das wollen wir am Samstag zeigen.“

Personell muss der HSV gegen Köln auf Sebastiaan Bornauw verzichten. Seine muskulären Probleme haben sich zwar gebessert, für einen Einsatz reicht es jedoch noch nicht. Alexander Rössing-Lelesiit befindet sich nach seiner längeren Ausfallzeit weiterhin im Aufbautraining und konnte bereits wieder Teile des Mannschaftstrainings absolvieren.

„Es versteckt sich keiner und sucht Ausreden“

Die Ausgangslage ist eindeutig: Der HSV wartet noch auf seinen ersten Punkt. Polzin sieht seine Mannschaft entsprechend in der Verantwortung.

„Wir sind maximal unzufrieden mit den Ergebnissen und welche Leistungen wir teilweise gezeigt haben. Aber es versteckt sich keiner und sucht Ausreden. Wir stehen dafür gerade und stellen uns der Kritik, solange sie sachlich ist. Wir wollen unsere Dinge besser umsetzen.“

Nach dem Spiel in Leipzig und zu Beginn der neuen Trainingswoche habe es intensive Gespräche innerhalb der Mannschaft gegeben. Polzin: „Es ist Fakt, dass wir eine Mannschaft haben, die in eine Richtung geht und sich keiner herausnimmt. Alle spüren die Verantwortung und haben die Reaktion von den HSV-Fans in Leipzig registriert. Die Spieler sagten sich: Wir haben nicht nur für uns verloren, sondern für alle, die uns unterstützen. Diese Verbundenheit zu spüren, ist für mich als Trainer ein gutes Zeichen. Ich habe die volle Überzeugung, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die nächsten Schritte gehen werden. Es ist meine Aufgabe, den Prozess und nicht das Ergebnis zu sehen.“

Köln kommt mit vier Punkten

Der 1. FC Köln hat nach drei Spieltagen vier Punkte auf dem Konto. Polzin erwartet einen Gegner, der insbesondere über Intensität kommen wird: „Sie haben sich im Sommer noch einmal toll verstärkt. Köln ist eine Mannschaft, die sich über viel Intensität auszeichnet. Wenn der Ball auf die Zielspieler geschlagen wird, gehen sie brutal nach. Es kann unangenehm werden. Wir erwarten viele Bälle, die in die Box fliegen. Gleichzeitig verteidigen sie hinten mutig heraus. Es ist eine passende Aufgabe für uns, weil wir uns wehren müssen. Man würde sofort spüren, wenn man nicht wach oder aktiv ist. Das wird ein Teil unserer Message für Samstag sein.“

Vuskovic zurück im Mannschaftstraining

Für einen emotionalen Moment sorgte unter der Woche die Rückkehr von Mario Vuskovic. Der Innenverteidiger durfte nach seiner langen Sperre erstmals wieder mit der Mannschaft trainieren.

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„Für mich war es – wie für alle anderen HSVer auch – ein besonderer Moment. Es war sehr emotional, das sowohl auf dem Platz als auch in der Kabine mitzuerleben. Es hat gezeigt, welche Geschlossenheit der HSV hat und welches Bild wir nach außen zeigen wollen“, sagte Polzin.

Sportlich will der HSV den 24-Jährigen schrittweise heranführen. Polzin weiter: „Mario ist topfit, hat viel gearbeitet und macht einen guten sowie griffigen Eindruck. Natürlich fehlen ihm die Einheiten mit der Mannschaft – im Wettkampf oder in Spielformen. Es wäre zu verfrüht, ein Fazit zu ziehen, aber der erste Eindruck ist positiv.“

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Der 4. Spieltag (18. – 20.9.)

München – Berlin (Fr., 20.30 Uhr)
Frankfurt – Freiburg (Sa., 15.30 Uhr)
Mönchengladbach – Mainz
Hamburg – Köln
Bremen – Augsburg
Stuttgart – Dortmund (18.30 Uhr)
Leverkusen – Leipzig (So., 15.30 Uhr)
Schalke – Elversberg (17.30 Uhr)
Paderborn – Hoffenheim (19.30 Uhr)

Die Tabelle

1.Freiburg3+99
2.Dortmund3+69
3.Augsburg3+67
4.München3+57
5.Leipzig3+66
6.Elversberg3+16
7.Leverkusen3+34
8.Mainz3+34
9.Frankfurt3-14
10.Bremen3-14
11.Schalke3-14
12.Köln3-24
13.Hoffenheim3-13
14.Stuttgart3-23
15.Paderborn3-41
16.Berlin3-61
17.Mönchengladbach3-90
18.Hamburg3-120
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