
Lübeck – Mit überschaubaren Erwartungen ging es nach Berlin, mit Bronze zurück nach Lübeck: Die U16-Hockeymädchen der Oberschule zum Dom haben beim Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ für eine große Überraschung gesorgt. Vom 15. bis 19. September trafen dort die besten Schulmannschaften aller 16 Bundesländer aufeinander.
Von Spiel zu Spiel bis ins Halbfinale
Nach einem 4:0 gegen Thüringen setzte die OZD mit einem überraschend deutlichen 3:0 gegen Niedersachsen das erste Ausrufezeichen. Ein 1:1 gegen Hamburg machte anschließend sogar den Gruppensieg perfekt. Auch in der nächsten Runde ließen sich die Lübeckerinnen nicht stoppen: Berlin wurde mit 2:0 geschlagen, gegen das zuvor starke Nordrhein-Westfalen führte die OZD bereits nach sechs Minuten mit 4:0 und gewann am Ende mit 4:1. Damit war der völlig unerwartete Halbfinaleinzug perfekt. „Dass wir am Ende tatsächlich im Halbfinale stehen und um die Medaillen spielen würden, damit hätten wir niemals gerechnet“, erklärten die Spielerinnen Lotta Kolberg und Milla Weste.
Bitteres Halbfinale, starke Reaktion
Dort wartete Hessen. Nach einem frühen Rückstand kämpfte sich die OZD zum 1:1 zurück, musste sich anschließend aber mit 1:3 im Penaltyschießen geschlagen geben. Viel Zeit für Enttäuschung blieb nicht, denn wenig später ging es gegen Bayern um Bronze. Die Lübeckerinnen zeigten eine beeindruckende Reaktion, dominierten die Partie und sicherten sich mit einem klaren 3:0 den dritten Platz. „Nach dieser unglaublich bitteren Niederlage im Penaltyschießen so zurückzukommen, sagt eigentlich alles über diese Mannschaft“, lobte Trainer Patrice Brand.
Besonderer Erfolg für Schleswig-Holstein
Der dritte Platz ist auch über die OZD hinaus bemerkenswert. Im öffentlich verfügbaren Archiv von „Jugend trainiert für Olympia“, das bis 2003 zurückreicht, findet sich keine bessere Platzierung einer Mädchenmannschaft aus Schleswig-Holstein im Hockey. Zuvor war der vierte Platz des Gymnasiums Wentorf aus dem Jahr 2012 das beste vergleichbare Ergebnis. Aus dem ursprünglichen Traum von den Top 8 wurde für die Lübeckerinnen damit ein historischer Bronze-Erfolg. Oder wie Brand es zusammenfasste: „Hut ab vor diesen Mädchen.“
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Bildquellen
- Hockey: Lobeca/Felix Schlikis
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