
Hartenholm – Der zehnte Spieltag in der Kreisliga Südwest war alles andere als ein gewöhnlicher. Dieser wird noch lange Zeit in Erinnerung bleiben, denn was an zwei Tagen alles passiert ist, geschieht normalerweise selten mal in einer ganzen Saison. Ein Spitzenspiel mit einem irren Ende, eine spektakuläre Aufholjagd des TuS Hoisdorf in Leezen oder aber der Moment des Spieltags, als ein Torhüter zum Helden in der 96. Minute wurde. All dies brachte das Wochenende in der Kreisliga.
SV Henstedt-Ulzburg – Tralauer SV 3:3 (2:1)
Das Topspiel am zehnten Spieltag stieg im Beckersbergstadion. Der SV Henstedt-Ulzburg empfing nach fünf Siegen in Serie im Rücken den Tralauer SV. Der Tabellenführer war zu Gast, der die vergangenen sieben Partien allesamt für sich entschied. Beide Mannschaften gingen vor der Saison als Favoriten in die Saison und trennten drei Punkte. Daher sollte ein Duell auf Augenhöhe erwartet werden. Dieses war es in der Anfangsphase allerdings nicht wirklich. Tralau war klar tonangebend, doch verpasste deutlich in Führung zu gehen. HU-Coach Keven Bostelmann sagte: „Wir sind heute überhaupt nicht gut ins Spiel gekommen und waren in den ersten 20 Minuten deutlich unterlegen. Tralau hat sehr gut gepresst, war gut organisiert und hat den Ball laufen lassen. Wir hatten große Schwierigkeiten, dagegenzuhalten und ins Spiel zu finden. Unser Torwart hält uns in dieser Phase zwei-, dreimal überragend im Spiel. Wenn es nach 20 Minuten 2:0 oder sogar 3:0 für Tralau steht, können wir uns nicht beschweren.“ Doch sie nutzten die Chancen nicht. Gästecoach Ismagilov schilderte die Anfangsphase aus Sicht seiner Mannschaft: „Die ersten 20 Minuten haben klar uns gehört, fühlten sich aber gleichzeitig wie ein Déjà-vu der letzten Wochen an. Wir erspielen uns in kurzer Zeit drei hochkarätige Chancen, die der gute Ulzburger Keeper allesamt stark hält. Gleichzeitig schaffen wir es sehr gut, Henstedt-Ulzburg vom eigenen Tor fernzuhalten.“
Nach etwas mehr als 20 Minuten sollte sich die Chancenverwertung rächen, denn Henstedt-Ulzburg gelang der Doppelschlag. Liam Rogge (22.) und Kevin Saam (23.) stellten auf 2:0. Tralau-Coach Ismagilov sagte: „Damit war unser guter Start innerhalb von zwei Minuten zum Desaster geworden. Das Momentum war bis zum Ende der ersten Halbzeit komplett bei HU und wir haben es überhaupt nicht geschafft, uns davon zu erholen. Zum Glück nehmen wir kurz vor der Pause noch ein Geschenk zum moralisch wichtigen 1:2-Anschlusstreffer dankend an.“ Yanek Mut (45.) traf mit Pausenpfiff. „In der zweiten Halbzeit wollten wir etwas organisierter auftreten und wussten, dass Tralau noch einmal Druck machen wird. Zunächst waren wir aber weiterhin spielbestimmend und hatten das Geschehen eigentlich gut im Griff. Mit dem 3:1 hatten wir dann die Möglichkeit, den Sack zuzumachen. Das 3:2 war anschließend ein absolutes Traumtor aus dem Nichts. Bis dahin waren wir eigentlich die spielbestimmende Mannschaft. Danach drehte sich das Ganze wieder, und Tralau übernahm zunehmend das Spiel. Wir wurden natürlich nervös, weil wir wussten, dass Tralau gerade in der Schlussphase immer gefährlich ist.“ Kevin Öz (72./93.) wurde mit seinem Doppelpack zum Helden und rettete seiner Mannschaft den Punkt. SVHU-Coach Bostelmann sagte: „Leider fällt dann noch das 3:3. Trotzdem denke ich, dass es am Ende ein leistungsgerechtes Ergebnis ist. Beide Mannschaften hatten ihre guten Phasen, und es war über weite Strecken ein offener Schlagabtausch. Den Punkt nehmen wir mit – auch wenn nach der 3:1-Führung natürlich mehr drin gewesen wäre.“
Tralau blieb im achten Spiel in Serie ungeschlagen, denn die zweite Saisonniederlage wurde im letzten Moment abgewendet. Der Coach sagte zu seiner Ansprache in der Pause sowie dem 3:3 am Ende: „Zur Halbzeit musste die Mannschaft wachgerüttelt werden. Die Köpfe waren unten und wir hatten nach diesen zwei Gegentoren innerhalb kürzester Zeit komplett die Kontrolle abgegeben. Es ging dabei gar nicht um Taktik, neue Vorgaben oder irgendeinen anderen Quatsch. Wir mussten den Spielern einfach vor Augen führen, dass wir zu Beginn richtig gut im Spiel waren und uns sehr gute Chancen erspielt hatten. Diese zwei Nackenschläge innerhalb von zwei Minuten mussten wir abhaken und wieder ins Spiel finden. Dass die Enttäuschung nach so einem Verlauf groß ist, konnte ich natürlich absolut verstehen. Am Ende war es ein leistungsgerechtes Unentschieden. Wenn du gegen einen so starken Gegner mit 1:3 zurückliegst und dir anschließend den Ausgleich erarbeitest, musst du das Positive daraus mitnehmen. Das ist alles andere als selbstverständlich. Bei allem Ehrgeiz sind beide Mannschaften fair miteinander umgegangen. Besonders gefreut hat mich, dass viele Spieler beider Mannschaften nach dem Abpfiff noch auf dem Platz geblieben sind und sich in guter Stimmung miteinander ausgetauscht haben. Bei allen Ambitionen ist das ein wichtiges Zeichen für ein gesundes Miteinander.“
Leezener SC – TuS Hoisdorf 3:4 (3:2)
Der Leezener SC stand unter Druck. Es brauchte schnell wieder einen Sieg, denn die vergangenen vier Spiele wurden allesamt verloren. Man schafft es einfach nicht, sich zu belohnen. Nun gastierte der TuS Hoisdorf, der nach Fehlstart zuletzt immer besser reinkam und die vergangenen beiden Spiele gewann. An diesen sollte angeknüpft werden. Andre Meins, Trainer des TuS, sagt: „Wir kamen recht gut ins Spiel und Leezen stand tief und lauerte auf Konter oder Fehler von uns.“ Lennard Berenike (9.) brachte den LSC nach einem Standard in Führung, bevor Thore Hahn (14.) einen Konter vollendete. Es war das 2:0 für die Heimmannschaft, die nach einer halben Stunde sogar auf 3:0 erhöhte. Tobias Neumann (33.) erzielte sein sechstes Saisontor. Hoisdorf zeigte allerdings Moral und verkürzte. Carlos Alonso (37.) und Marlon Zimny (44.) stellten noch vor der Pause auf 2:3.
Zur zweiten Hälfte wollte Hoisdorf an der Schlussphase der ersten Hälfte anknüpfen. Meins sagte: „In der Halbzeit sprachen wir über mögliche Fehler und wie wir besser zu Torchancen kommen. Wir haben viel Ballbesitz gehabt und Leezen zog sich immer weiter zurück und lauerte weiterhin auf Konter.“ Dies allerdings ohne Erfolg. Stattdessen glich Hoisdorf durch Außenverteidiger Timo Schuldt (61.) aus und nur sieben Minuten später war es Marcel Behrens (68.), der die Stormarner in Führung brachte. Aus einem 0:3 wurde 4:3 und für den LSC war es kaum zu fassen. Die Gäste feierten den dritten Sieg in Serie. Der Coach sagte: „Es war das besagte schwere Spiel in Leezen, wo Kleinigkeiten das Spiel entscheiden. Wir haben immer an uns geglaubt und haben nach dem 0:3 Charakter gezeigt und alles getan, um es in Punkte umzuwandeln, und das wurde belohnt. Am Ende ist es ein verdienter Sieg für uns.“
Für die Heimmannschaft soll es weiterhin nicht sein. Selbst eine 3:0-Führung auf dem heimischen Platz bekam man nicht über die Zeit. Die bittere Realität ist der Tabellenkeller. Trainer Phil Paustian sagt: „Wir haben es nicht geschafft, nach einem 3:0 den Deckel draufzumachen. Es ist eine Sache von Mentalität, die beim Team nicht gepasst hat. Da nehme ich dann auch die Mannschaft in die Pflicht, das müssen sie einfach zu Ende spielen und dann lassen sie sich den Schneid abkaufen. Glückwunsch an Hoisdorf, die starke Moral bewiesen haben, die uns letztlich gefehlt hat. Es gab leider ein, zwei heftige Zusammenstöße auf beiden Seiten zwischen den Torhütern und Angreifern, da wünsche ich auf jeden Fall gute Besserung in alle Richtungen. Leider wurde das Spiel vom Hoisdorfer Anhang sehr hitzig gemacht, wobei es eigentlich ein sehr faires Spiel war. Da hätte ich mir gewünscht, dass dort eingegriffen worden wäre, was aber leider nicht der Fall war. Ich denke aber, wir haben das alle gut über die Bühne gebracht.“
SV Sülfeld – SV Eintracht Segeberg 1:4 (0:3)
Der SV Sülfeld ging am Sonntagmittag angeschlagen ins Duell mit dem SV Eintracht Segeberg. Personell sah es durchwachsen aus, sodass man sogar um Spielverlegung beim Gegner bat, doch dieser musste sein Veto einlegen. Dennoch schickte SVS-Coach Birger Broening eine schlagkräftige Truppe ins Rennen. Segeberg, das auf eine Handvoll potenzieller Stammspieler verzichten musste, sollte auf einen tiefstehenden und kompakten Gegner treffen. Die beiden Ketten der Heimelf waren enorm eng und so gab es wenig Durchkommen für den Gast. Mit mehr Ballbesitz agierte die Gastmannschaft und sollte dabei immer wieder Adrian Rupsch suchen. Der Torjäger war enorm auffällig, machte die Bälle gut fest und sollte am Führungstreffer seiner Mannschaft maßgeblich beteiligt sein. Zweimal scheiterte er am stark reagierenden Lars Schröder im Tor, bevor Christoph Fortwängler (7.) den Ball dann allerdings doch über die Linie drückte. Sülfeld war geknackt und zehn Minuten später sollte der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt zeigen, doch eine Abseitsposition rettete die Hausherren.

Nur eine Minute nach der Abseitsentscheidung und dem nicht gegebenen Elfmeter für Eintracht Segeberg sollte es dann allerdings die Lücke im Zentrum geben. Ein Steckpass zu Marc Jäger (19.) und schon brauchte dieser nur noch ins lange Eck zum 2:0 einzuschieben. Nun sollte es richtig schwer für die Gastgeber werden, die gute Ansätze hatten, doch nach vorne kaum Durchschlagskraft entwickelten. Mit dem 3:0 durch Conner von Ahnen, der nach schöner Kombination vor dem Tor auftauchte und eiskalt blieb, war die Messe gelesen (21.). Im Anschluss sollte Sülfeld allerdings zu Abschlüssen durch Ali Mohammadi kommen, doch dieser war leichte Beute für den Keeper. Dieser verletzte sich anschließend, sodass es für Yannik Ehlers nicht mehr weiterging. Jeric Thies-Studt kam rein. Dieser bekam allerdings wenig zu tun, denn die Eintracht blieb spielbestimmend. Daniel Cabella scheiterte zweimal am Keeper und Rupsch sollte einmal knapp vorbeiziehen. Zur Pause stand es 0:3 aus Sicht von Sülfeld. Coach Broening sagte: „Wir schlagen uns in der ersten Halbzeit leider wieder ein Stück weit selbst. Dabei waren wir aus meiner Sicht nicht schlechter als Segeberg. Wir machen es dem Gegner mit eigenen Fehlern zu leicht und laden ihn immer wieder dazu ein, zu Toren zu kommen. So laufen wir in der zweiten Halbzeit einem Rückstand hinterher, der nur schwer aufzuholen ist. Wenn wir uns auf das konzentrieren, was wir können, können wir jedem Gegner Probleme bereiten. Wir zeigen das nur leider noch nicht häufig genug. Trotzdem kann ich der Mannschaft heute keinen Vorwurf machen. Jeder hat das reingeworfen, was er konnte.“

Nach der Pause sollte Rupsch (54.) mit dem 4:0 endgültig alles klarmachen. Trotzdem sollten die Hausherren etwas Positives aus diesem Spiel mitnehmen. Mit Robin Geller kam kurz vor dem Ende der Top-Torjäger aus der Aufstiegssaison. Es war sein Saisondebüt, nachdem ihn eine Verletzung ausbremste. Mit ihm auf dem Feld sollte es offensiv auch direkt mehr Durchschlagskraft geben, denn seiner Mannschaft gelang der Ehrentreffer durch Jan Niklas Treumann (88.). Am Auswärtssieg der Eintracht änderte dies nichts mehr, auch wenn kurz zuvor Kapitän Dominik Schenk noch die Gelb-Rote Karte sah. Mark Galander, Coach der Gäste, sagte zum Sieg: „Insgesamt ein verdienter Sieg, der höher ausfallen kann. Wermutstropfen ist die Gelb-Rote Karte für Schenk. Zumal auch maximal dünne Entscheidung des Schiedsrichters. Wir wünschen den sympathischen Sülfeldern viel Erfolg für den Rest der Saison, bis auf das Rückspiel natürlich.“ Sein Gegenüber meinte: „Auch aus diesem Spiel werden wir unsere Erkenntnisse mitnehmen und weiter daran arbeiten. Jetzt richtet sich der Fokus auf die kommenden wichtigen Wochen und natürlich ganz besonders auf das Derby am Sonntag.“
Bargfelder SV – TSV Trittau II 4:2 (1:1)
Nach dem 4:0-Sieg beim VfL Oldesloe wollte der Bargfelder SV nachlegen. Der erste Heimsieg der Saison sollte eingefahren werden, doch es wartete eine schwierige Aufgabe. Der TSV Trittau II verlor nur eines der vergangenen vier Spiele, doch holte in der Fremde keinen einzigen Punkt. Beide Auswärtsspiele wurden verloren. So war es schwer, einen Favoriten zu bestimmen. In der Anfangsphase sollte der BSV besser reinkommen. Die Hausherren waren tonangebend und mutig. Trainer Michael Burg sagte: „Wir sind richtig gut in die Partie gekommen, haben den Ball laufen lassen und bis zum Sechzehner teilweise richtig gut kombiniert. Leider haben wir uns für diesen Aufwand zunächst nicht belohnt. Unsere Torchancen waren da, aber immer wieder war noch ein Trittauer Bein dazwischen oder der letzte Abschluss nicht konsequent genug.“ Aus dem Nichts ging Trittau in Führung. Finn Heese (15.) traf. Burg sagte dazu: „Das 0:1 fiel dann durch einen individuellen Fehler in unserer Viererkette, bei dem wir nicht konsequent verteidigt haben. Damit mussten wir erneut einem Rückstand hinterherlaufen. Bis zur Halbzeit blieb das Bild aber ähnlich: Wir wollten nach vorne spielen, haben Trittau durch eigene Fehler allerdings immer wieder unnötig im Spiel gehalten und ihnen dadurch die Möglichkeit gegeben, selbst noch einmal gefährlich zu werden.“ Mit Pausenpfiff glich Bargfeld dann allerdings hochverdient aus. Tim Richter (45.) traf, wie bereits in der Vorwoche.
Im zweiten Durchgang sollte die Heimmannschaft sich nochmals deutlich steigern und voll und ganz überzeugen. Der Coach sagte: „In der zweiten Halbzeit haben wir dann gezeigt, was in der Mannschaft steckt. Wir sind drangeblieben, haben unsere Chancen konsequenter genutzt und das Spiel mit viel Einsatz und Willen verdient gedreht.“ Mika Hasselbusch (58./76.) war mit einem Doppelpack der entscheidende Mann. Er belebte die Offensive und stach gemeinsam mit Richter (81.), der ebenfalls seinen zweiten Treffer erzielte, heraus. Zehn Minuten vor dem Ende stand somit ein 4:1 für den BSV, was zugleich die Entscheidung war. Die Gäste verkürzten zwar noch einmal durch Gyuri Behsen (87.), doch Spannung kam nicht mehr auf. Bargfeld feierte einen 4:2-Sieg und kletterte bis auf Platz elf. Der siegreiche Coach sagte: „Am Ende steht ein völlig verdienter Heimsieg, den wir uns als Mannschaft hart erarbeitet haben. Dass wir es mit dem späten Anschlusstreffer zum 2:4 noch einmal unnötig spannend gemacht haben, war sicherlich nicht nötig. Entscheidend ist aber, dass wir nach dem Rückstand die richtige Antwort gegeben und uns für unseren Aufwand belohnt haben. Jetzt heißt es: kurz durchatmen, Kräfte sammeln und den Fokus auf Freitagabend richten. Dann wartet in Alveslohe die nächste Aufgabe – und genau da wollen wir weitermachen.“
FSG Alsterland – VfL Oldesloe 4:1 (1:1)
In der Vorwoche feierte die FSG Alsterland einen schmeichelhaften 3:0-Sieg. Der Torhüter wurde gegen den SV Eintracht Segeberg zum Helden, denn mit zahlreichen Paraden hielt er die Null. Er ließ den Aufsteiger verzweifeln. Nun stand das Spiel gegen den VfL Oldesloe an und in diesem war man haushoher Favorit. Die Mannen aus der Kreisstadt Stormarns warteten weiterhin auf den ersten Sieg, sodass man die Rote Laterne hochhält. In der Woche zuvor gab es die große Chance, gegen Bargfeld den ersten Sieg im Kellerduell einzufahren, doch man war unclever und konnte personelle Ausfälle nicht kompensieren. Personell sah es auch in Seth nicht gut aus, sodass es Unterstützung aus der Zweiten, Ü32 und sogar U40 brauchte. Dennoch machte es der VfL wirklich gut. Es war eine Steigerung zur Vorwoche, sodass man sogar in Führung ging. Alamir Makhmajli (28.) traf, doch im direkten Gegenzug folgte der Ausgleich. Ömer Alayli (30.) stellte auf 1:1. Jan Vogelsang, Coach der Gäste, sagte: „Wir spielen eine super erste Halbzeit und kriegen dann durch einen krassen individuellen Fehler von zwei Spielern direkt das 1:1 im Anschluss. Dann gehen wir in die Halbzeit und müssen leider unsere Ü32-Leihgabe auswechseln, der auf Rechtsaußen ein sehr gutes Spiel gemacht hat. Dann haben wir unseren 54-Jährigen, unsere Leihgabe aus der Ü40, spielen lassen müssen, da sieht man, dass auch heute uns wieder sechs bis sieben wichtige Spieler gefehlt haben.“
Alsterland war nicht zufrieden mit den ersten 45 Minuten. Obwohl man ein solches Spiel erwartete, machte man es oftmals nicht gut. Gunnar Heisch meinte: „Uns war von vornherein klar, dass das ein Geduldsspiel werden wird. So haben wir die Mannschaft auch vorbereitet. Stattdessen werden wir in der Anfangsphase zu schnell ungeduldig und versuchen es immer wieder mit langen Bällen, die von den Gästen gut wegverteidigt wurden und uns in schwierige Kontersituationen gebracht haben. Im Angriff war der Gegner schnell und zielstrebig. Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn der Rückstand größer gewesen wäre als das 0:1. Ein Schuss an den Pfosten und ein Tor wurde aus vermeintlicher Abseitsposition aberkannt! Nach dem verdienten Rückstand sind wir richtig wach geworden und stellen schnell auf 1:1 durch Alayli. Das Tor tat unserem Spiel richtig gut und wir wurden immer dominanter.“ Nach etwas mehr als einer Stunde kam es für den VfL dann richtig bitter. Es gab Gelb-Rot, was auch in Ordnung ging, doch Vogelsang haderte dennoch: „Wir kassieren eine Gelb-Rote Karte, die verdient war. Gleichzeitig muss Alsterland eine Rote Karte kassieren. Der Schiedsrichter sagt, er sieht gar nichts, aber der Linienrichter guckt genau hin und sagt nichts an. Es war ganz merkwürdig, denn er gibt Gelb, weil er es nicht gesehen hat.“
Der Platzverweis sollte das Spiel verändern, denn nun bekam Alsterland immer mehr Übergewicht. Heisch meinte: „Natürlich auch begünstigt durch den Feldverweis bei den Gästen, drückten wir dem Spiel endlich den Stempel auf. Beim Gegner schwanden die Kräfte, wir bespielten sehr gut die Räume und machen zurecht auch noch drei Tore! Der Sieg geht in meinen Augen vollkommen in Ordnung, aber Oldesloe hat uns lange das Leben sehr schwer gemacht.“ Marcel-Patrick Boldt (71.), Timon David (75.) und Wachirawit Yavanopas (79.) stellten auf 4:1. Es war der Endstand, sodass Oldesloe erneut eine deutliche Pleite hinnahm, trotz phasenweise gutem Auftritt. Der Cheftrainer sagte: „Auf der ersten Hälfte müssen wir aufbauen. Wir hätten hier etwas mitnehmen können, aber dazu fehlte uns einfach die Breite und Tiefe. Wir haben einen Spieler aus der Ü32 von Beginn an spielen lassen müssen und einen 54-Jährigen Roland Ganz, der eigentlich in der Ü40 spielt und 45 Minuten spielen musste. Da sieht man leider wieder, wie dünn der Kader besetzt war. Wir hören aber nicht auf und machen weiter bis zum Ende.“
Boussia Möhnsen – SG Bargteheide/Hammoor 3:4 (2:2)
Beim SV Borussia Möhnsen waren es zuletzt bittere Wochen. Die Leistungen stimmten oft und man kratzte sogar am Sieg, doch am Ende fehlten wenige Prozent, um die Punkte einzufahren. Sei es in Sachen Chancenverwertung oder aber schwindender Kräfte, da die personelle Situation enttäuschend war. Die Realität waren vier sieglose Spiele am Stück. Nun kam mit der SG Bargteheide/Hammoor ein Team, das in dieser Saison alle überrascht hat. 18 Punkte standen nach neun Spielen auf dem Konto, ein Wert, den vor der Saison die wenigsten erwartet hatten. Gegen Großensee unterlag man allerdings mit 2:5, sodass sich nun zeigen sollte, wie stabil die Truppe ist und ob eine gute Reaktion auf die Pleite folgen würde. Der Start in die Partie war durchwachsen, denn nach nicht ganz zehn Minuten sollte Hendrik Siel (9.) zur Führung der Borussia treffen. Auf der Gegenseite folgte allerdings der Ausgleich in Person von Landesliga-Leihgabe Miles Kinnigkeit (21.). Die beiden Stürmer sollten an diesem Nachmittag eine große Rolle spielen, denn Siel (39.) besorgte die erneute Führung der Heimelf. Arian Janke (44.) hatte allerdings diesmal die Antwort parat und stellte auf 2:2. Zur Pause war es somit mit Blick auf das Ergebnis ein offenes Spiel. Der zweite Durchgang begann, wie der erste bereits. Siel (47.) schnürte den Dreierpack und brachte seine Mannschaft ein weiteres Mal in Führung. Doch die Antwort folgte erneut prompt, denn Kinnigkeit (55.) traf. Das 3:3 hielt lange Zeit und es schien, als würde es dabei bleiben, doch in der 90. Minute fiel der Lucky Punch. Diesmal war es allerdings nicht Möhnsen, das in Führung ging. Die SG antwortete dreimal und hatte mit dem vierten Tor diesmal das letzte Wort. Es war der späte Siegtreffer, sodass man in der Fremde weiterhin unbesiegt bleibt.
Für Möhnsen war es kaum zu fassen. Erneut wurde eine Führung verspielt, erneut in der Schlussphase. Trainer Martin Krüger sagte: „Ich bin es langsam leid, aber ich muss wieder ein ähnliches Fazit wie nach den letzten zwei Heimspielen geben. Wieder ein Spiel, das wir trotz dünnen Kaders und vielen Angeschlagenen in der Startelf nie verlieren dürfen. Ein Elfmeter, der nicht mal knapp außerhalb war, und zwei individuelle Fehler brechen uns das Genick. Ansonsten hat Hammoor/Bargteheide quasi keine Torchance. Zusätzlich verschießen wir beim Stand von 3:3 auch selber noch einen Strafstoß. Aber es nützt nichts, irgendwann muss und wird das Spielglück wieder auf unsere Seite kippen.“ Sein Gegenüber Flemming Strufe meinte: „Das war ein hart erarbeiteter Auswärtssieg, für den die Mannschaft ein großes Kompliment verdient. Nach den kurzfristigen Ausfällen waren wir personell sehr knapp besetzt und hatten im Feld kaum Wechselmöglichkeiten. Möhnsen hat seine Stärken konsequent auf den Platz gebracht, war in den Zweikämpfen sehr präsent und mit seinem direkten Spiel und der individuellen Qualität im Angriff immer wieder gefährlich. Beide Mannschaften haben viel in diese intensive Partie investiert, und Möhnsen hat uns bis zur letzten Standardsituation alles abverlangt. Umso mehr freut uns die Moral unserer Jungs: Wir sind dreimal in Rückstand geraten, haben jedes Mal eine Antwort gefunden und weiter gemeinsam nach spielerischen Lösungen gesucht. Gerade nach der Pause haben wir uns einige sehr gute Chancen erarbeitet. Die Mannschaft ist bis zum Schluss zusammengeblieben, hat an den Sieg geglaubt und sich mit dem 4:3 dafür belohnt.“
SSV Großensee – SV Wahlstedt 1:5 (0:3)
Mit einem starken 5:2-Auswärtssieg fand der SSV Großensee gegen die SG Bargteheide/Hammoor zurück in die Spur. Es war ein starker Auftritt, an dem es nun auf der heimischen Sportanlage anzuknüpfen galt. Zu Gast war der SV Wahlstedt, der nach kleinem Formtief zuletzt mit einem Last-Minute-Sieg in Leezen wieder in die Spur fand. Die Aufgabe für die Heimelf sollte also schwer werden, am Ende zu schwer. Trainer Sascha Bartlakowski sagte: „Heute kassierten wir eine verdiente Niederlage gegen einen erfahrenen und vor allem reiferen Gegner, der mit uns ein leichtes Spiel hatte. Der weiterhin verletzte Stammtorhüter Niclas Bergmann und ein verhinderter Abwehrchef Linus Bohlmann wurden schmerzlich vermisst, denn in der ersten Halbzeit fehlte uns jegliche defensive Stabilität.“ Der Start hätte kaum schlechter verlaufen können, denn nach bereits vier Minuten trafen die Gäste. Alexander Braun (4.) nickte nach einer Ecke ein. Erneut verteidigte der SSV einen ruhenden Ball nicht gut. Nach 20 Minuten legten die Segeberger nach und erneut machte der Gastgeber keine gute Figur. Fehlendes Tempo sowie der ausbleibende Zweikampf machten es Torschütze Philip Weidemann (20.) einfach. Kurz vor der Pause erhöhte Wahlstedt sogar durch Enrik Nrecaj (41.), wobei Großensee hier „klares Abseits“ sah. Selbst wurde aus guten Chancen einfach zu wenig gemacht, sodass zum Pausentee bereits die Messe gelesen war.
Eine kleine Chance sollte noch da sein, denn schließlich verspielte Wahlstedt in den vergangenen Wochen mehrfach komfortable Führungen. Heimtrainer Bartlakowski sagte: „Nach Wiederanpfiff wollten wir nochmal was probieren, aber wenn selbst Basics wie saubere Ballannahme und Passspiel nicht mal abgerufen werden können, wird’s gegen jeden Gegner quasi unmöglich, was Zählbares mitzunehmen. Der Anschlusstreffer durch Hoffmann eher ein Zufallsprodukt. Zum Ende kassieren wir noch zwei weitere Gegentreffer und sehen dabei wiederum alles andere als gut aus.“ Weidemann (68.) und Marvin Linde (80.) trafen noch für den SVW. So gab es am Ende eine 1:5-Pleite der Stormarner. Ihr Trainer zog folgendes Fazit: „Leider konnten wir nicht im Ansatz und aus unerklärlichen Gründen an unsere gute Leistung aus der Vorwoche anknüpfen und diese brutalen Leistungsschwankungen bereiten dem Trainerteam gerade Kopfzerbrechen.“ Sein Gegenüber, Nimet Jusufi, zeigte sich zufrieden und erkannte dennoch Verbesserungspotenzial: „Wir haben heute eine sehr gute Mannschaftsleistung gezeigt. Wir waren von Beginn an gut auf den Gegner eingestellt und haben es geschafft, ihn kaum ins Spiel kommen zu lassen. Gleichzeitig haben wir defensiv sehr wenig zugelassen. Wenn wir unsere Angriffe noch etwas besser ausgespielt hätten, wäre sicherlich das ein oder andere weitere Tor möglich gewesen. Insgesamt können wir mit der Leistung sehr zufrieden sein und wollen genau darauf in den nächsten Spielen aufbauen.“
TuS Hartenholm II – TuS Teutonia Alveslohe 2:2 (0:2)
Sowohl der TuS Hartenholm II als auch TuS Teutonia Alveslohe gingen mit einem sieglosen Spiel in der Vorwoche im Gepäck ins direkte Aufeinandertreffen. Während die Reserve aus Hartenholm sich in Trittau 1:1 unentschieden trennte, sollte Alveslohe gegen den SV Henstedt-Ulzburg mit 2:4 das Nachsehen haben. Es war ein bitteres Spiel für Teutonia, denn man verlor nicht nur erstmals nach vier Spielen, sondern musste auch eine Sperre sowie eine schwere Verletzung verkraften. Daher war es personell alles andere als rosig für Trainer Dennis Rerop, der eine blutjunge Elf inklusive einer Viererkette, die so noch nie zusammengespielt hat, aufstellen musste. Es waren keine guten Vorzeichen, zumal noch am Morgen des Spieltags weitere Ausfälle einflogen. Dennoch dauerte es keine 120 Sekunden, bis die erste richtig gute Torchance zu verzeichnen war. Im Gegenzug ging es über die pfeilschnelle Landesligaleihgabe Alban Velija, der von Gästekeeper Marten von Elling von den Beinen geholt wurde. Es war ein klarer Elfmeter, der dem Heimteam nach drei gespielten Minuten verwehrt blieb. Es herrschte große Aufregung bei ihnen um Trainer Timo Novak, der es nicht fassen konnte. Für Alveslohe war der ausgebliebene Pfiff glücklich, wie auch im Anschluss, als Velija nicht zu stoppen war, doch vor dem Tor zu oft die falsche Entscheidung traf.
Alveslohe war klar tonangebend, während die Heimmannschaft kompakt stand und immer wieder versuchte, das Tempo des schnellen Velija einzusetzen. Dies hätte auch beinahe geklappt, doch stattdessen sollte es auf der anderen Seite den Elfmeterpfiff geben. Es gab Strafstoß für den TuS, den Aron Kruse (16.) letztlich verwandelte. Nun waren die Gäste immer zwingender, sodass Hartenholm-Keeper Lukas Franz mehrfach sich strecken musste und das 0:2 verhinderte. Dieses fiel nach einer halben Stunde dann allerdings doch. Ein Fehler der Platzherren, dann leitete Alveslohe gut mit der Hacke weiter und erneut Kruse (31.) blieb eiskalt. Es war das 2:0, doch knapp 60 Sekunden später sollte der Ball auf der anderen Seite im Tor liegen. Ein Freistoß fand den Angreifer der Zweitvertretung, der völlig blank einköpfte, doch mit etwas Zögern entschied der Schiedsrichter auf Abseits. Erneut hatte Alveslohe also hinten Glück. Dennoch war die Führung hochverdient, denn man war klar spielbestimmend und verpasste es eher, den Sack noch vor der Pause zuzumachen. So scheiterte Jonas Ihde am Pfosten, bevor der Nachschuss ans Außennetz ging. Mit 2:0 für die Rerop-Elf ging es also in die Pause und die Marschroute für nach dem Seitenwechsel war glasklar. Es sollte direkt vorne draufgegangen und hoch gestanden werden. Man wollte schnell das 3:0 erzielen und somit den Deckel auf diese Partie draufmachen.
Mit guten Annäherungen, wie ein Kopfball nach Eckball oder aber Stockinger, dessen Schuss vor der Linie geklärt wurde, sollte man an der Vorentscheidung anklopfen. Letzterer sollte auch am Torhüter scheitern, bevor Kruse den Dreierpack verpasste. Es war ein einseitiges Duell, das die Gäste längst hätten entscheiden müssen. Doch es kam wie so oft. Hartenholm drang in den Sechzehner, ging zu Fall und bekam diesmal den Foulelfmeter. Es war die große Chance für Tobias Möller (88.), der eiskalt blieb. Nun war es nur noch ein Tor Unterschied und Hartenholm warf alles nach vorne. Fünf Minuten Nachspielzeit standen noch an und in dieser sollte es dramatisch werden. Bei einer Ecke war Torhüter Franz mit vorne, er kam nicht an den Ball, doch ein anderer Angreifer, doch Alveslohe rettete auf der Linie. Die Nachspielzeit war rum und die anschließende Ecke sollte es noch einmal geben. Alles schaute auf den Sechzehner der Gäste, in dem es enorm unübersichtlich wurde. Franz blieb vorne, die Ecke fand ihn, doch er bekam den Ball nicht aufs Tor. Die Szene war aber noch nicht gelöscht, denn eine Hereingabe konnte Teutonia nicht klären und dann passierte das, was passieren musste. Der Ball landete vor den Füßen von Lukas Franz, dem 19-jährigen Keeper der Heimmannschaft, und dieser drückte den Ball über die Linie. Der Torhüter wurde zum Helden vom Timm-Schott-Weg und rettete seiner Mannschaft den Punkt. Das Spiel wurde nicht mehr angepfiffen und es gab eine riesige Jubeltraube. Der Held der Hausherren sagte nach dem Spiel über seine Gefühlswelt: „Es ist einfach geil. Wenn du so hältst und dann noch ein Tor schießt, besser geht es nicht. Natürlich denkt man sich als Torwart mal, wäre schon cool, wenn man mal ein Tor schießt, aber meist passiert das dann ja doch relativ selten. Man kann es nicht in Worte fassen, das ist schon echt besonders.“

Hartenholm-Coach Timo Novak sagte nach dem Spiel: „Fußballerisch war es wirklich nicht gut von uns. Alveslohe war klar besser, hatte eine klare Struktur im Spielaufbau. Damit kamen wir erste Hälfte gar nicht klar. Dann haben wir aufgrund von Wünschen aus der Mannschaft von der Sechs klar umgestellt. Dann wurde es besser. Am Ende war es wirklich nur noch Wille, Emotion und dann muss man einfach sagen, nach einer Ecke und einem glücklichen Torwarttor haben wir noch irgendwie einen Punkt geholt. Damit sind wir zufrieden, Emotionen sind oben, aber fußballerisch müssen wir uns klar verbessern, denn sonst werden wir gerade gegen die Top-Teams keine Punkte mehr holen.“
Dennis Rerop, Coach der Gäste, meinte: „Wiederholt ist es so, dass wir Spiele und Punkte aus der Hand geben. Das war schon gegen Alsterland so und jetzt wieder, dass wir über weite Strecken des Spiels die bessere Mannschaft waren und dann wiederholt verpassen, die Spiele zu killen und zuzumachen. Das war letzte Saison leider auch schon so und zieht sich bei uns schon länger so hin. Dann kommt es, wie es kommen musste: Wenn du die Dinger vorne nicht machst und das Spiel nicht killst, dann schlägt der Gegner eben zu. Wobei ich heute sagen muss, dass es für ein Heimspiel von Hartenholm auf allen Ebenen echt schwach war. Sie wollten nichts anderes als zu zerstören, lange Bälle zu spielen und den 17er irgendwie ins Rennen zu schicken. Nichtsdestotrotz haben sie es dann irgendwie doch geschafft und einen Punkt mitgenommen. Für uns ist es echt enorm bitter, weil wir heute extrem ersatzgeschwächt gewesen sind und ich es den Jungs gegönnt hätte, wenn man das Spiel nach Hause bringt.“








