
Hamburg – Drei Spiele, drei Siege: Die weibliche B-Jugend des MTV Lübeck setzt ihren erfolgreichen Start in der Jugendbundesliga fort. Bei der ebenfalls mit 4:0 Punkten gestarteten SG Hamburg-Nord setzte sich die Mannschaft von Trainer Christoph Nisius mit 36:27 (18:10) durch. Neben einer starken Defensive überzeugte vor allem die Reife, mit der die Lübeckerinnen eine schwierige Phase nach der Pause meisterten.
Lopes übernimmt
Die auf Wunsch der Gastgeberinnen vorgezogene Partie des vierten Spieltags konnte trotz schwieriger Terminfindung ermöglicht werden. Sportlich erwartete den MTV ein intensives Duell gegen einen selbstbewussten und körperlich präsenten Gegner. Zunächst prägte allerdings Nervosität das Spiel beider Mannschaften. Noch in der achten Minute stand es 1:1. Dann fanden die Lübeckerinnen ihren Rhythmus: Aus einer ausgesprochen stabilen Deckung heraus übernahmen sie zunehmend die Kontrolle und setzten sich bis zur 18. Minute auf 9:2 ab. Kapitänin Leonie Lopes ging dabei voran, übernahm Verantwortung und erzielte sechs Treffer vor der Pause. Auch als Hamburg-Nord anschließend häufiger zum Torerfolg kam, hielt der MTV den Abstand und ging mit einer 18:10-Führung in die Kabinen.
Lübeck behält auch unter Druck die Ruhe
Nach dem Seitenwechsel gerieten die Gäste zunächst ins Stolpern. Eine doppelte Unterzahl, eine weitere Zeitstrafe und zwei vergebene Siebenmeter hintereinander eröffneten Hamburg-Nord die Chance, wieder heranzukommen. In der 38. Minute war der Vorsprung beim 20:16 auf vier Tore geschmolzen. Die Antwort der Lübeckerinnen: ruhig bleiben, Lösungen finden und gemeinsam weitermachen. Der MTV stellte sich auf die wechselnden Deckungsvarianten der Gastgeberinnen ein und baute die Führung wieder aus. Beim 30:19 in der 48. Minute war die Partie deutlich in Lübecker Hand. Am Ende stand ein verdienter 36:27-Auswärtssieg. Leonie Lopes und Torhüterin Smilla Boldt drückten dem Spiel ihren Stempel auf. Während die Kapitänin besonders in der ersten Hälfte die Richtung vorgab, sorgte Boldt mit elf Paraden für Rückhalt und leitete mit vier erfolgreichen Gegenstoßpässen das schnelle Umschaltspiel ein.
„Entwickeln wir gut, kommen auch die Ergebnisse“
Für Trainer Christoph Nisius lag das Bemerkenswerte jedoch nicht allein auf der Anzeigetafel: „Ich bin unfassbar stolz darauf, wie die Mädchen füreinander eingestanden sind. Jede hat für die andere gearbeitet. Nach Fehlern wurde unterstützt und sofort die nächste Aktion angegangen. Auch die Bank hat das Spiel mitgetragen. Dieser Zusammenhalt hat uns heute stark gemacht.“ Besonders freute ihn, wie aufmerksam seine Mannschaft auf Impulse reagierte und Anpassungen im Spiel umsetzte. Gleichzeitig ordnete er den Erfolg ein: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, wissen aber auch, dass Hamburg in einigen Situationen nicht seinen besten Tag erwischt hat. Den Sieg dürfen die Mädchen genießen. Danach arbeiten wir weiter.“ Entscheidend bleibt für Nisius die Ausbildung: „Wichtiger als das Ergebnis ist für mich, dass wir bei den Spielerinnen Fortschritte sehen und davon waren heute wieder viele erkennbar. Unser Credo lautet: Entwickeln wir gut, kommen auch die Ergebnisse. Deshalb wollen wir jede Spielerin auf ihrem eigenen Weg weiter fördern.“
Nächste Herausforderung in der Hansehalle
Mit 6:0 Punkten aus drei Spielen hat sich der MTV eine starke Ausgangsposition erarbeitet. Am 10. Oktober wartet in der Hansehalle die nächste anspruchsvolle Aufgabe gegen einen Gegner, den Nisius zu den Topfavoriten auf das Final Four um die deutsche Meisterschaft zählt. Die Lübeckerinnen wollen dort an ihre Entwicklung anknüpfen und gemeinsam mit den Fans ein Handballfest erleben.









