Eisarsch auf der Wakenitz: Holt sich eine Frau erneut den Sieg?

Kleine Boote, kaltes Wasser: Lübecker Kultregatta geht in die 58. Runde

7. Eisarschregatta im vergangenen Jahr. Foto: Christian Beeck/LYC
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Lübeck – Kleine Kinderjollen, eisige Temperaturen und ein ziemlich ungewöhnlicher Siegerpokal: Am 5. Dezember steht auf der Wakenitz wieder eine der traditionsreichsten und kuriosesten Segelveranstaltungen Lübecks an. Der Lübecker Yacht-Club (LYC) lädt zur 58. Auflage des „Eisarsch“ ein. Nach dem historischen Erfolg einer Frau im vergangenen Jahr stellt sich diesmal die Frage: Können die Männer den begehrten Pokal zurückerobern?

Eine Frau schreibt Eisarsch-Geschichte

Seit der ersten Austragung im Jahr 1969 war der Eisarsch lange eine reine Männerangelegenheit. Erst seit 2019 dürfen auch Frauen an der Kultregatta teilnehmen. Gerade einmal sechs Jahre später gelang der historische Durchbruch: Undine Höfener aus Dessau gewann im vergangenen Jahr als erste Frau die Veranstaltung.

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Dabei ließ sie auch den Rekordsieger hinter sich. Sven Kruse aus Hamburg, der den Eisarsch bereits sechsmal gewonnen hat, musste sich mit dem zweiten Platz begnügen.

Höfener sicherte sich allerdings nicht nur den Gesamtsieg. Sie gewann außerdem den Clubpreis, den Familienpreis, die Auszeichnung als beste Frau und den Sonderpokal als leichteste Seglerin.

Ob die Siegerin ihren Erfolg wiederholen kann, bleibt abzuwarten. Erwartet wird jedenfalls, dass sich auch Kruse erneut der Herausforderung stellt.

Mindestens 58 Teilnehmer sollen an den Start

Am Sonnabend, 5. Dezember, soll um 14 Uhr vor dem Clubhaus des Lübecker Yacht-Clubs in der Roeckstraße 54 der Startschuss fallen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Wakenitz eisfrei bleibt.

Eine andere mögliche Schwierigkeit scheint bereits beseitigt: Während der Sommermonate war das Gewässer stark von Wasserpest befallen und entsprechend verkrautet. Inzwischen wurden die vom Grund hochwachsenden Pflanzen aus der Wakenitz entfernt.

Teilnehmen dürfen Seglerinnen und Segler ab 21 Jahren aus dem gesamten norddeutschen Raum. Die Organisatoren hoffen auf mindestens 58 Starter. Das hat einen besonderen Grund: Bei jeder Ausgabe wird der Lübeck-Leuchter als Sonderpreis an den Teilnehmer vergeben, dessen Platzierung der jeweiligen Auflagenzahl entspricht. In diesem Jahr wäre das also Platz 58.

Rosa Popo als begehrte Trophäe

Auch der eigentliche Siegerpreis ist alles andere als gewöhnlich: Auf den Gewinner wartet ein rosafarbenes Abbild eines kalten Hinterteils. Daneben werden zahlreiche weitere Sonderpreise vergeben.

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Die Tradition der Veranstaltung ist ebenso ungewöhnlich wie ihre Trophäen. Ursprünglich zwängten sich ausschließlich erwachsene Männer am ersten Sonnabend im Dezember in viel zu kleine Kinderjollen, um bei einer ebenso kalten wie unterhaltsamen Regatta das Segeljahr ausklingen zu lassen.

Inzwischen gehören auch Frauen zum Teilnehmerfeld – und seit dem vergangenen Jahr sogar zur Siegerliste.

Musik und Unterhaltung am Ufer

Für die Organisation der Veranstaltung sorgt das Team des Lübecker Yacht-Clubs um Jan Stemmler. Neben der Regatta ist auch ein Rahmenprogramm für Teilnehmer und Zuschauer vorgesehen.

Für Verpflegung, fachkundige Moderation und musikalische Unterhaltung ist gesorgt. Die Eisarsch-Band mit Kay Franzen am Klavier und Kai Stemmler am Bass soll erneut auftreten und für musikalische Begleitung in der winterlichen Kälte sorgen.

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