
Hamburg – Die Erinnerungen an das vergangene Heimspiel gegen den VfB Stuttgart sind beim Hamburger SV noch frisch. Im November 2025 erzielte Fabio Vieira in der vierten Minute der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer für die Rothosen, die zu diesem Zeitpunkt sogar in Unterzahl spielten (HL-SPORTS berichtete). Am Sonnabend um 15.30 Uhr kommt es im Volksparkstadion zum erneuten Aufeinandertreffen. HSV-Cheftrainer Merlin Polzin erwartet eine große Herausforderung. Besonders der verletzungsbedingte Ausfall von Kapitän Nicolai Remberg beschäftigt den 35-Jährigen vor der Partie.
Remberg fehlt für mehrere Monate
Der HSV muss längere Zeit auf seinen Kapitän verzichten. Remberg fällt verletzungsbedingt aus und hinterlässt eine Lücke, die nach Einschätzung seines Trainers nicht ohne Weiteres geschlossen werden kann.
„Rambo steht uns bekanntermaßen nicht zur Verfügung. Er war aufgrund der Diagnose niedergeschlagen. Er versucht aber schon wieder positiv zu sein und die Jungs zu unterstützen. Er wird uns schmerzhaft in den nächsten Monaten fehlen“, erklärte Polzin auf der Pressekonferenz am Donnerstag.
Auch hinter weiteren Spielern stehen noch Fragezeichen. Baka, Sambi und Albert absolvierten zuletzt teilweise das Mannschaftstraining und arbeiteten teilweise im Reha-Bereich. Ob sie gegen Stuttgart zum Kader gehören können, sollen abschließende Tests zeigen. Bei Albert zeigte sich Polzin zuversichtlich. Für Pato kommt die Partie dagegen noch zu früh.
Wer ersetzt den Kapitän?
Die Suche nach einem Ersatz für Remberg gehört zu den wichtigsten Aufgaben des HSV-Trainers vor dem Heimspiel. Eine direkte Kopie seines Kapitäns erwartet Polzin allerdings nicht.
„Wir können Rambo nicht eins zu eins ersetzen, weil er ein fantastischer Spieler ist und eine Art und Weise auf den Platz bringt, die einzigartig ist. Wir werden es anders auffangen müssen.“
Gefragt sind auf dieser Position vor allem Positionstreue, Zweikampfhärte und das Nachziehen im Pressing. Mit den möglichen Kandidaten hat der Trainer bereits gesprochen. Eine Entscheidung über die Startelf steht noch aus.
Eine der Optionen ist Kofi Amoako. Der Mittelfeldspieler hat die Position bereits gespielt und zuletzt im Testspiel gegen Kopenhagen mit einem Tor auf sich aufmerksam gemacht. Auch beim Comeback in Hoffenheim hatte er nach Einschätzung seines Trainers seinen Anteil.
Polzin sieht allerdings weiterhin Entwicklungspotenzial: „Allerdings gab es Gründe, warum er in den vergangenen Wochen nicht so viel gespielt hat. Es gibt noch Dinge, die wir gemeinsam weiterentwickeln wollen. Allerdings ist es manchmal so, dass du an deinen Herausforderungen wächst. Vielleicht ist es bei ihm am Samstag der Fall.“
Polzin warnt vor Stuttgarts Qualität
Mit dem VfB Stuttgart wartet nach Einschätzung des HSV-Trainers eine besonders anspruchsvolle Aufgabe. Polzin lobte die individuelle Klasse der Schwaben und die Entwicklung unter Trainer Sebastian Hoeneß.
„Stuttgart ist eine absolutes Topteam der Bundesliga und spielt verdientermaßen in der Champions League.“
Der HSV-Coach erinnerte zugleich an die beiden Begegnungen der vergangenen Saison. Während die Hamburger im Heimspiel einen besonderen Erfolg feierten, habe das Rückspiel gezeigt, wie gefährlich Stuttgart werden könne, wenn die Mannschaft zu viel Raum erhalte.
Polzin rechnet mit einem entsprechend entschlossenen Gegner.
„Ich bin mir sicher, dass der VfB das Spiel im vergangenen Jahr nicht vergessen hat. Es wird ein heißes und umkämpftes Duell, in dem wir jeden Einzelnen brauchen werden – nicht nur die elf Jungs auf dem Platz, sondern auch alle im Stadion müssen auf dem Punkt sein, wenn wir gegen eine Mannschaft, die gestern Abend noch die Champions-League-Hymne gehört hat, eine Chance haben wollen.“
Für den HSV geht es damit nicht nur darum, den Ausfall seines Kapitäns aufzufangen. Gegen die Stuttgarter wird die gesamte Mannschaft gefordert sein. Polzin verlangt eine klare Haltung und die konsequente Umsetzung des Matchplans.
„Es ist eine Riesenherausforderung für uns. Wir müssen die Dinge, die wir uns vornehmen, zu 100 Prozent umsetzen.“
Der 6. Spieltag (16. – 18. Oktober)
Frankfurt – Köln (Fr., 20.30 Uhr)
Berlin – Dortmund (Sa., 15.30 Uhr)
Hamburg – Stuttgart
Bremen – Paderborn
Schalke – Mainz
Elversberg – Augsburg
München – Leipzig (18.30 Uhr)
Leverkusen – Freiburg (So., 15.30 Uhr)
Mönchengladbach – Hoffenheim (17.30 Uhr)
Die Tabelle
| Pl. | Mannschaft | Sp. | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|
| 1. | Freiburg | 5 | +10 | 13 |
| 2. | Dortmund | 5 | +7 | 13 |
| 3. | München | 5 | +12 | 11 |
| 4. | Leverkusen | 5 | +6 | 10 |
| 5. | Leipzig | 5 | +10 | 9 |
| 6. | Augsburg | 5 | +5 | 8 |
| 7. | Bremen | 5 | 0 | 8 |
| 8. | Mainz | 5 | +3 | 7 |
| 9. | Elversberg | 5 | 0 | 7 |
| 10. | Köln | 5 | -2 | 7 |
| 11. | Stuttgart | 5 | -1 | 6 |
| 12. | Hamburg | 5 | -10 | 6 |
| 13. | Schalke | 5 | -2 | 5 |
| 14. | Frankfurt | 5 | -7 | 5 |
| 15. | Paderborn | 5 | -4 | 4 |
| 16. | Berlin | 5 | -12 | 4 |
| 17. | Hoffenheim | 5 | -4 | 3 |
| 18. | Mönchengladbach | 5 | -11 | 0 |








