
Lübeck – Am 13. Spieltag in der Kreisliga Süd sollte es wieder richtig zur Sache gehen. Schon am Sonnabend gab es einen 8:0-Kantersieg in Ratzeburg, wo sich die SGWSS durchsetzte. Am Folgetag sollten dann weitere torreiche Spiele folgen. Zudem beendete Azadi Lübeck II seine Negativserie.
Ratzeburger SV II – SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg 0:8 (0:2)
Die personelle Situation beim Ratzeburger SV II sollte sich auch gegen die SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg nicht beruhigen. Erneut standen dem Aufsteiger zahlreiche Spieler nicht zur Verfügung, sodass eine nochmals schwierigere Aufgabe warten würde, als ohnehin zu erwarten war. Schließlich gastierte eine Mannschaft, die zuletzt in richtig guter Form war und personell sehr gut besetzt war. Die Ausgangslage sprach also klar für die Gäste und diese sollten am Ende des Tages auch die drei Punkte einfahren. Luis Zak (30.) und Lennart Krüger (43.) ebneten bereits zur Pause den Weg in Richtung viertem Sieg im fünften Spiel. Nach der Pause drehte die SGWSS dann auf und sollte durch Marcel Gevert (49.), Philip Schmiester (65./69.), Desislav Ivanov (82./88.) sowie erneut Krüger (83.) auf 8:0 erhöhen. Es war ein Kantersieg für die Mannschaft von Niklas Oelrichs und Dennis Hadler. Letzterer sagte: „Das Ergebnis sagt alles. Wir gewinnen auch in der Höhe verdient. Es hat sich diese Woche bereits im Training angebahnt, dass wir ein gutes Spiel machen werden. Beteiligung und Intensität waren hoch und wir haben es heute auch geschafft, dies in das Spiel zu transportieren und das Ergebnis war entsprechend. Ratzeburg war allerdings auch ersatzgeschwächt und musste dann noch zweimal verletzungsbedingt wechseln, gute Besserung an die Verletzten an dieser Stelle. Wir dagegen waren bis auf wenige Ausnahmen und Langzeitverletzte voll besetzt und so kommt dann so ein Ergebnis zustande. Wir wissen dies einzuordnen und werden ab Dienstag hoffentlich genauso gut weiterarbeiten.“ Ratzeburg verlor so deutlich wie in der gesamten Saison noch nicht. Dennoch war auch für RSV-Coach Paul Dietz aufgrund der personellen Situation die Niederlage keine Überraschung: „Gebrauchter Tag für uns. In der ersten Halbzeit halten wir noch vernünftig mit, ohne gefährlich zu werden. In der zweiten Halbzeit können wir das Tempo dann nicht mehr mitgehen und lassen uns abschießen. Aufgrund der Personalsituation war so etwas leider zu erwarten. Viel Erfolg an Wentorf – die mit Abstand beste Mannschaft, gegen die wir bisher gespielt haben.“
Krummesser SV – Fortuna St. Jürgen 1:5 (1:1)
Der Krummesser SV wollte am starken Fight vom Spiel gegen die SGWSS anknüpfen und nun im direkten Duell gegen den SV Fortuna St. Jürgen punkten. Dabei begrüßte man einen Gegner, der zuletzt zweimal erfolgreich war und somit den Fehlstart abschütteln konnte. Die Aufgabe sollte keine einfache werden, doch personell durfte sich der Aufsteiger über mehr Auswahl als noch in den vergangenen Wochen freuen. Die Gäste hatten ebenfalls mehr Optionen. Fortunas Nikolay Frech sagte: „Wir kommen ordentlich in die Partie und gehen folgerichtig mit 1:0 in Führung. Leider verpassen wir es anschließend, den zweiten Treffer nachzulegen, und bringen den Gegner durch einige Unkonzentriertheiten wieder ins Spiel. In der Folge gibt es auf beiden Seiten weitere Chancen, ehe der Gegner zum 1:1 trifft, was gleichzeitig den Halbzeitstand bedeutet.“ Paul Grewecke (12.) traf zur Führung, bevor Bekir Kasikci (32.) antwortete.
„In der zweiten Halbzeit haben wir taktisch noch ein paar Dinge angepasst und anschließend eine wirklich starke Leistung gezeigt. Im Endeffekt spielt sich das Geschehen fast ausschließlich vor dem gegnerischen Tor ab. Wir erzielen vier weitere Treffer und gewinnen die Partie am Ende auch in dieser Höhe absolut verdient“, sagte Frech. Henrik Berentzen (51.), Ahmad Ezzo (61.) sowie zwei weitere Male Grewecke (75./84.) machten das Ergebnis deutlich. Zu diesem sagt der Co-Trainer der Lübecker: „Wir freuen uns über diese Momentaufnahme und die positiven Wochen, die hinter uns liegen. Gleichzeitig wissen wir, dass wir uns darauf nicht ausruhen dürfen. Ab morgen werden wir wieder hart im Training arbeiten, um am kommenden Spieltag gegen den Ratzeburger SV II den nächsten Sieg einzufahren.“ Krummesse musste sich deutlich geschlagen geben und verlor somit das wichtige Kellerduell. Es wird nicht einfacher für die Lauenburger. Trainer Andre Bargholt sagt: „Glückwunsch an Fortuna zu den drei Punkten. Unser Matchplan ging heute zu keiner Zeit auf und die Niederlage ist somit folgerichtig verdient.“
TSV Kücknitz – SV Viktoria 08 3:1 (1:0)
Der TSV Kücknitz ist derzeit nicht zu stoppen. Die vergangenen acht Ligaspiele blieb man unbesiegt und holte dort 19 von 24 Punkten. Somit wurde der TSV zu einer echten Spitzenmannschaft. Nun hatte man eine große Chance, denn durch die Spielabsagen von Eichholz II und Siebenbäumen sollte der Sprung an die Tabellenspitze in der eigenen Hand liegen. Die Voraussetzung war dabei ganz klar der Heimsieg. Zu Gast war mit dem SV Viktoria 08 der Lieblingsgegner, der erst ein Spiel in dieser Saison gewann. Es herrschte also durchaus auch etwas Druck bei der Mannschaft von der Falkenwiese. Diese sollte bereits nach fünf Minuten durch Luis Burow (5.) in Rückstand geraten. Dies war zugleich der Pausenstand. In Durchgang Zwei sollte es zunächst Gelb-Rot für Kücknitz geben, bevor dann allerdings Pierre Witt (68./76.) seine Form fortsetzte und mit seinen Saisontreffern zehn und elf erhöhte. Es war die Vorentscheidung, auch wenn Jan Carlos Spoddig (83.) noch zum Anschluss traf. Kurz darauf sollte es auch für Viktoria noch die Rote Karte geben, sodass beide Teams zu zehnt die Partie beendeten. Kücknitz kletterte an die Spitze und grüßt von ganz oben. Der siegreiche Coach Mirco Groß sagte: „Wir waren heute klar nicht die bessere Mannschaft, und das habe ich auch ein bisschen so erwartet. Aber wir machen aus vier Chancen drei Tore und das mal wieder mit zehn Mann, Moral und Teamgeist stimmten und deshalb gewinnen wir am Ende auch verdient. Ich wünsche Timur und seinem Team viel Erfolg für die restliche Saison, unverständlich, warum die Jungs so tief im Keller stehen. Und danke an die Unterstützer im Verein und vor allem an unsere Fans, verrückt, was hier jede Woche los ist. Wir genießen einfach mal die aktuelle Momentaufnahme und versuchen weiter Gas zu geben.“
Die Gäste bleiben am Tabellenende und müssen weiterhin auf Sieg Nummer zwei warten. Trainer Timur Akgün sagte: „Leider wenig überraschend, dass wir dieses Spiel verlieren. Wir haben eine gute Partie gegen den jetzigen Spitzenreiter gemacht. In den ersten Minuten waren wir deutlich unterlegen, da hatte Kücknitz mehr Zug zum Tor und hatte auch mehr Ballbesitz und gewonnene Zweikämpfe. Allerdings, mit dem Platzverweis haben wir mehr das Zepter übernommen, mehr Ballbesitz gehabt, ballorientiert gespielt und auch die ein oder andere Chance ausgespielt, aber wir waren einfach zu ungefährlich im letzten Drittel. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht viel verändert, nur ein bisschen mehr Zug in die Offensive gesucht, aber auch da waren wir nicht gefährlich genug. Wir laden den Gegner zweimal ein und Kücknitz war sehr effizient und eiskalt vor dem Tor. So verdienen sie sich die drei Tore und gewinnen verdient. Auch wenn wir die bessere Mannschaft auf dem Platz waren, wer da oben steht, muss auch dreckige Spiele gewinnen und das haben sie gemacht. Das Quäntchen Glück, das sie hatten, das fehlt uns im Moment. Daran müssen wir arbeiten, dass wir da unten rauskommen werden. Ich bin mir sehr sicher, dass wir das auch schaffen werden. Kücknitz weiterhin viel Erfolg im Aufstiegskampf zur Verbandsliga.“
Lübeck 1876 – VfL Rethwisch 1:4 (1:1)
Nach nur einem Punkt aus vier Spielen war das Ziel für Lübeck 1876 klar. Es sollte mal wieder ein Dreier her, doch die Aufgabe war keine einfache. Zu Gast war mit dem VfL Rethwisch nämlich eine Mannschaft, die die Liga ordentlich aufmischt, einige Favoriten ärgerte und nun selbst in der oberen Tabellenhälfte steht. Vergangene Saison gewann jeweils das Heimteam, doch diesmal war es anders. VfL-Coach Till Knifka sagte: „Heute sind wir nicht so gut ins Spiel gekommen und haben Glück, dass wir so einen guten Keeper an unserer Seite haben. Viele katastrophale Aufbaufehler, die er immer wieder entschärfte.“ Dennoch gingen die Lübecker durch Marius Maiberg (35.) in Führung. Mit Pausenpfiff sollte dann allerdings Rene Bossert (44.) ausgleichen. Nach der Pause waren es die Stormarner, die aufdrehten und durch erneut Bossert (74./88.) und Jannes Schönwald (79.) sich mit 4:1 durchsetzten. Knifka sagte: „In Halbzeit zwei sind wir das aktivere und bessere Team und gewinnen dann auch verdient in der Höhe. Es war aber eher ein Kreisligaspiel, wo beide Mannschaften noch viel Luft nach oben haben.“ Die Heimelf bleibt erneut sieglos und befindet sich im freien Fall. Uwe Buchholz sagt: „Wir haben uns heute leider mal wieder nicht belohnt. Erste Halbzeit war wirklich gut. Viele Torchancen, aber wir erzielen nur einen Treffer. Durch einen Fehler kurz vor der Halbzeit bringen wir Rethwisch wieder ins Spiel. In der zweiten Hälfte konnten wir dann die gute Leistung der Ersten leider nicht bestätigen. Rethwisch steht besser, aber auch das 2:1 für Rethwisch resultiert aus einem Patzer. Dann noch ein direkt verwandelter Freistoß und dann war das Spiel durch. Wir müssen endlich unsere Torchancen konsequenter nutzen, um wieder erfolgreich zu sein.“
Azadi Lübeck II – SG Breitenfelde/Mölln 2:1 (0:1)
Der SV Azadi Lübeck II wollte gegen die SG Breitenfelde/Mölln seine Sieglosserie beenden. Es galt, an dem 3:3 bei Top-Favorit Eichholz II anzuknüpfen und drei Punkte am Koggenweg zu behalten. Dabei traf die Mannschaft von Awar Rashid allerdings auf einen formstarken Gegner aus Lauenburg, der personell einige Ausfälle zu beklagen hatte. Henrik Timm und Jannes Stöver fehlten beide und auch in der Defensive war man zu Umstellungen gezwungen. So musste Offensivspieler Marvin Edler die Rolle des Innenverteidigers ausüben. Dies machte er allerdings sehr gut, denn im ersten Durchgang kamen die Lübecker zu wenigen zwingenden Chancen. Zwar gab es Annäherungen durch Sherzad, der den Ball ans Aluminium köpfte und kurz darauf im Strafraum klar getroffen wurde, doch keinen Elfmeter bekam, doch auf der anderen Seite hatte Breitenfelde mehrere hochkarätige Chancen. Vor allem der schnelle Philipp Reimann sollte immer wieder Gefahr erzeugen, doch den Ball nicht am im Tor stehenden Außenverteidiger Karusch Saade vorbeibekommen. Erst kurz vor der Pause gelang es ihm, als er einen langen Ball erlief und allein vorm Tor eiskalt blieb.
Nach der Pause sollte Breitenfelde zunächst gute zehn Minuten haben, bevor die Heimelf immer mehr in Fahrt kam. Nun bekamen diese ihre Schlüsselspieler Cüdie Cibrail, Araz Hassan und Sherzad mehr in Szene gesetzt, auch weil die Gäste nicht mehr so energisch verteidigten. Die Folge war der Ausgleich durch Azad Baran. Dieser stocherte einen Freistoß ins Tor und nun sollte Azadi am Führungstor schnuppern. Sie suchten den Weg nach vorne und tatsächlich sollte nach einem Fehler der Ball bei Rogesh Sherzad landen, der zum 2:1 traf. Das Spiel war gedreht und nun musste Breitenfelde anlaufen. Sie warfen alles nach vorne, auch Edler war mittlerweile in gewohnter Offensivrolle gerückt, doch der Ausgleich blieb aus. Ein Freistoß durch Felix Baumgarten war noch die beste Chance. So war der Heimsieg für die Lübecker perfekt und die SG musste sich einer schwachen Chancenverwertung insbesondere vor der Pause ankreiden lassen. Arne Riewe sagte zur Niederlage seines Teams: „Gebrauchter Tag, nachdem man ein Spiel eigentlich gut im Griff hatte. In der ersten Halbzeit haben wir Mann und Ball ziemlich im Griff mit Chancenplus von hundertprozentigen auf unserer Seite und weiteren Chancen, wo wir im letzten Drittel mehr draus machen können. Aber absolut verdient in der Pause. Zweite Halbzeit beginnen wir gut, haben noch drei, vier Szenen im Sechzehner von Azadi und plötzlich geben wir alles her. Kein Pressing, keine Kommunikation und keine Konzentration. Durch einen unsorgfältig geklärten Versuch entsteht ein Freistoß, wo der Abpraller reingeht, weil wir pennen. Das 2:1 auch wieder, weil wir nicht heiß genug den dreckigen spielen, sondern nur den Flunken hinhalten und er dann verspringt, wo der Stürmer nur noch Danke sagt. Glückwunsch an Azadi, die Jungs haben es einfach mehr gewollt. Wir heute nicht.“








