
Preetz – Der 15. Spieltag in der Kreisliga Südost wurde am Freitagabend in Preetz eröffnet. In einem Duell zweier Verfolger auf das obere Drittel war ein spannendes Duell zu erwarten. Dabei gab es keinen richtigen Favoriten, auch wenn im Vorfeld die Lobeshymnen für die Heimelf groß waren. Nach über 90 Minuten sahen die Zuschauer sechs Tore, doch keinen Sieger. Die Gefühlslage war daher sehr unterschiedlich.
Standard zur Führung
Die FT Preetz wollte zurück zur alten Heimstärke finden. Dreimal sollte es im Fichtestadion keinen Sieg geben, sodass etwas der Anschluss nach oben verloren wurde. Nun hieß das Ziel ganz klar, die vollen drei Punkte zu Hause zu behalten, doch auch die Gastmannschaft wollte Zählbares mitnehmen. Die SG Insel Fehmarn reiste nämlich an und nachdem es zu Hause auch weiterhin keinen Punktverlust gab, sollte nach zwei Niederlagen in der Fremde nun auch dort wieder gejubelt werden. Dabei sah es personell im Vergleich zu den Vorwochen besser aus. So kehrten beispielsweise Tjelk Jacob und Max Lafrentz zurück. Zugleich sollte mit Justin Simon allerdings auch ein wichtiger Mittelfeldspieler fehlen. Bei der FT gab es durchaus Überraschungen in der Startelf. Innenverteidiger Jon Warkotsch blieb zunächst draußen, genauso wie auch die Offensivspieler Kilian Bollmann und Özal Berk. Fehmarn sollte besser ins Spiel finden und früh in Führung gehen. Nach einer Ecke an den zweiten Pfosten drückte Pelle Schwenn (10.) den Ball über die Linie. Im Anschluss kam die FT besser rein und sollte durch Florian Manstein, der frei vor dem Tor zum Kopfball kam, die Riesenchance haben, doch Kevin Heinecke war zur Stelle. Auf der anderen Seite bot sich dann die Freistoßchance, als Jacob diesen direkt aufs Tor zog, doch Deniz List rettete.
Turbulente Schlussphase der ersten Hälfte
Nach etwas mehr als einer halben Stunde ging es dann nach einem Einwurf über die linke Außenbahn. Fehmarn konnte den Flügelspieler nicht stoppen, der den Ball in die Mitte legte, wo Michel Danberg (35.) völlig frei zum Ausgleich traf. Nur vier Minuten später sollte allerdings erneut die Mannschaft von der Insel jubeln. Erneut war es ein Eckball, diesmal von der linken Seite hin zum Tor, List konnte sich zunächst noch strecken, doch dann landete der Ball erneut bei Schwenn (39.), der den Doppelpack schnürte. Fehmarn wieder auf Kurs und fünf Minuten später sollte die Aufgabe für die Heimelf nicht einfacher werden. Verteidiger Carl Focke sah die Gelb-Rote Karte. Nach dem Seitenwechsel sollte die Unterzahl sich allerdings nicht bemerkbar machen. Die FT nahm das Zepter voll und ganz in die Hand und sollte die spielbestimmende Mannschaft sein. Noch vor der Stundenmarke war es ein langer Einwurf, wo Fehmarn gleich zweimal nicht konsequent genug verteidigte und letztlich Mats Böckmann-Rixen (57.) den Ball im Tor unterbrachte.
Preetz hadert mit späten Elfmeter-Ausgleich
Im Anschluss sollte Preetz zu guten Chancen kommen, wie beispielsweise durch Manstein, der allein vor Heinecke scheiterte. Auch ein Lattenkracher aus der zweiten Reihe sollte an der Führung kratzen. Diese lag nun in der Luft, denn Fehmarn war kaum noch im Spiel. Hinten durfte man sich beim starken Keeper bedanken und vorne wurde mit Ausnahme von Halbchancen zu wenig Zwingendes kreiert und die Überzahl ausgespielt. Die Schlussphase war bereits in vollem Gange und die reguläre Spielzeit fand gerade ihr Ende, als nochmal ein Freistoß in den Strafraum der Gäste flog. Matzen brachte den Ball vor das Tor, wo Tobias Waldeck (90.) den Ball ins eigene Tor verlängerte. Preetz ging nach zwei Rückständen nun mit einem Mann weniger in Führung und dies war keineswegs unverdient. Der zweite Durchgang ging klar an die Mannen aus dem Fichtestadion. Die Nachspielzeit war in vollem Gange, fünf Minuten waren angezeigt, doch unter anderem durch den Jubel der Hausherren packte der Unparteiische nochmal etwas drauf. Die sechste Minute war bereits angebrochen, da setzte sich Jacob an der Grundlinie durch, nahm Fahrt auf und ging in einer unübersichtlichen Situation gegen Joker Berk zu Fall. Es war eine sehr knifflige Szene, doch es gab tatsächlich den späten Elfmeter. Nico Müntz (97.) übernahm die Verantwortung und verlud List im Preetzer Tor.
Fehmarn nicht zufrieden mit Halbzeit Zwei
So gab es spät ein 3:3-Remis, das auf beiden Seiten für unterschiedliche Gefühlslagen sorgte. Während Fehmarn einen glücklichen Punkt mitnimmt und sich dementsprechend sehr über den späten Punkt freute, haderten die Preetzer. Sie hatten in der zweiten Hälfte alles im Griff und hätten schon vor dem späten Eigentor das Spiel für sich entscheiden müssen. Stattdessen gab es einen diskutablen Elfmeter, der ihnen zwei sichergeglaubte Punkte kostete. Die Enttäuschung war groß nach der vierten Heimpartie ohne Sieg, denn der Auftritt war gut. Auch Fehmarns Co-Trainer David Beljan ordnete den Punkt eher als schmeichelhaft für die Ostholsteiner ein: „Wir spielen die erste Halbzeit richtig gut und haben Preetz sowas von im Griff. Wir machen nach zwei Standards zwei Tore durch Pelle Schwenn. Dann bekommt Preetz berechtigt die Gelb-Rote und spielt mit zehn Mann besser. Dann bekommen wir ein unnötiges Tor, weil wir im Mittelfeld einen brutalen Fehlpass spielen. Können uns bei Kevin bedanken, der dreimal im Eins gegen Eins das Duell für sich entscheidet. Zweite Halbzeit war ein Grottenkick von uns, das war die schlechteste Halbzeit, die ich je gesehen habe, da hat alles gefehlt. Am Ende können wir froh sein, dass Nico Müntz den Elfmeter in der letzten Sekunde reinmacht. Im Großen und Ganzen sehr, sehr glücklich für uns und leider Pech für Preetz, die waren bissiger und am Ende besser.“









