
Lübeck – Sechs Spiele bot die Kreisliga Süd am vergangenen Wochenende. Am Sonntag sollte es spannende Duelle geben, mit einigen überraschenden Ergebnissen. So patzte Top-Favorit Eichholz und kam nicht über ein Remis hinaus. Außerdem sollte Viktoria die Sieglosserie beenden. Siebenbäumen feierte einen Achtungserfolg und auch Fortuna St. Jürgen behielt die drei Punkte zu Hause. Für den TSV Schlutup gab es nach drei Niederlagen wieder einen Sieg. Im Fokus stand das Derby in Kücknitz, in dem es ein spätes Siegtor gab.
Fortuna St. Jürgen – SV Azadi Lübeck II 5:2 (3:1)
Der SV Fortuna St. Jürgen wollte nach der Niederlage gegen Ratzeburg II an den Wochen zuvor anknüpfen. Dort gab es drei Siege, mit denen sich im Keller Luft verschafft wurde. Nun begrüßte man einen direkten Konkurrenten, denn der SV Azadi Lübeck II gastierte am Kalkbrenner. Doch auch dieser sollte zuletzt einen Aufwärtstrend haben, denn es gab nur eine Pleite aus drei Spielen. An diesem Tag wurde die Zweitvertretung von der Landesligamannschaft unterstützt. Dabei ist vor allem Florian Hahn zu nennen, der in der Kreisligamannschaft die Schuhe schnürte. Nichtsdestotrotz war es die Heimelf, die in Führung ging. Ahmad Ezzo (17.) brachte sie in Führung. Der Ausgleich folgte allerdings prompt durch Flügelspieler Araz Hassan (30.). Vor der Pause sollte ein Doppelschlag durch Paul Grewecke (39.) und Jan Henrik Löbbert (45.) die 3:1-Führung der Fortuna besorgen. Nach dem Seitenwechsel startete Azadi mit Schwung und dem Anschlusstreffer. Hassan (48.) schnürte den Doppelpack. Nur drei Minuten später sollte Luca-Finn Müller (51.) den Abstand allerdings wiederherstellen. Das 5:2, erneut durch den Joker (76.), machte den Deckel drauf. So gab es am Ende den vierten Sieg im fünften Spiel für St. Jürgen, das in der Tabelle den Vorsprung auf den jüngsten Gegner auf vier Punkte vergrößerte.
Fortunas Nikolay Frech sagt: „Gegen die Reserve von Azadi, die mit prominenter Unterstützung aus der Landesliga-Truppe angetreten ist, entwickelte sich in der ersten halben Stunde eine relativ ausgeglichene Partie. Beide Mannschaften konnten jeweils per Elfmeter treffen. In den letzten Minuten vor der Pause übernahmen wir dann jedoch die Kontrolle und belohnten uns mit zwei weiteren Treffern. So ging es mit einer 3:1-Führung in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel bekam Azadi den dritten Elfmeter der Partie und verkürzte auf 3:2. Wir ließen uns davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen und fanden direkt die passende Antwort, indem wir auf 4:2 erhöhten. In der Schlussphase spielten wir einen Konter sauber aus und machten mit dem 5:2 endgültig den Deckel drauf. In der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft und haben uns den Heimsieg mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung verdient. Entsprechend zufrieden sind wir mit den drei Punkten.“

SV Grün-Weiß Siebenbäumen – SG Breitenfelde/Mölln 6:2 (4:1)
Nach der bitteren Topspielpleite beim Eichholzer SV II galt es für den SV Grün-Weiß Siebenbäumen, wieder dreifach zu punkten. Auf der heimischen Sportanlage wurde kein Punkt abgegeben bisher und so sollte es auch nach dem letzten Hinrundenspieltag sein. Die SG Breitenfelde/Mölln gastierte auf der Hufe und hatte personell Sorgen. Einige Spieler waren angeschlagen oder aber fehlten. Es sollte die Aufgabe nicht einfacher machen. Bereits nach 20 Minuten lagen die Gäste mit 0:2 in Rückstand. Hashimi bediente zunächst Timo Dankert (12.) und kurz darauf sollte Franz Walther Schlatow (18.) nachlegen. Der Anschlusstreffer durch Finn Sult (22.) folgte prompt, doch noch vor der Pause erhöhten Schlatow (24.) und Thorge Schlüter (32.) auf 4:1. Es war der Pausenstand, sodass bereits zur Pause die Partie entschieden schien. Nach dem Seitenwechsel sollten Fynn Halupka (65.) und Veysi Kurt (78.) das halbe Dutzend vollmachen. Den Schlusspunkt setzte dann allerdings Breitenfelde. Einen Elfmeter verwandelte der zuletzt wochenlang verletzungsbedingt ausgebremste Leif Wolff (92.) zum 2:6-Endstand. Die Hausherren zeigten sich gnadenlos und effizient, sodass am Ende ein deutlicher Heimsieg zu Buche stand. Gästecoach Arne Riewe sagte: „Glückwunsch an Siebenbäumen. GWS hat heute alles, was wir falsch gemacht haben, direkt bestraft. Wir spielen zu ängstlich gegen den Ball, zu unkonzentriert mit dem Ball und hoffen, dass aus irgendwelchen Bällen irgendwas passiert. Am Ende reicht es nicht. In der ersten Halbzeit haben wir genug Chancen, um an das 4:1 ranzukommen, muss man ehrlich sagen, aber auch da sind wir zu unkonzentriert. Absolut verdiente Niederlage.“
Lübeck 1876 – Eichholzer SV II 2:2 (1:1)
Die vergangenen Wochen waren für Lübeck 1876 keine einfachen. Personelle Sorgen machten es der Mannschaft von Uwe Buchholz und Andreas Beyer enorm schwer, was sich auch in den Ergebnissen widerspiegelte. Dennoch stimmte die Einstellung und der Einsatz, sodass man der Mannschaft kaum einen Vorwurf machen konnte. Nun gastierte allerdings mit dem Eichholzer SV II der Tabellenführer, der in der Vorwoche erst das Topspiel der beiden Top-Favoriten gegen Siebenbäumen für sich entschied. Unter der Woche folgte der Einzug ins Kreispokalfinale beim SC Rapid Lübeck II, doch dort sollte nur wenig geglänzt werden. Nun fehlten dem Favoriten ebenfalls einige Spieler, sodass ein kleiner Kader an die Travemünder Allee reiste. So sollte man sich auch enorm schwertun. Es wurde viel mit langen Bällen operiert, so auch das Heimteam, wodurch nicht gerade ein ansehnliches Spiel entstand. Viele Chancen gab es nicht, doch das Plus war eher auf Seiten der 1876er. So sollte es ein Eigentor von Marc-Michael Jech sein, das nach 14 Minuten die Platzherren in Führung brachte. Im Anschluss wurde verpasst nachzulegen, sodass es mit Pausenpfiff den Ausgleich auf der anderen Seite gab. Marcel Stellbrinck (44.) blieb eiskalt. So ging es mit einem 1:1 in die Kabine. Nach dem Wiederbeginn dauerte es bis in die Schlussphase, bis mal wieder ein Treffer fiel. Dort sollte 1876 einmal nicht aufmerksam sein, sodass Niels Borkenhagen (82.) zur Führung traf. Es war bitter für die Gastgeber, die sich allerdings nicht aufgaben und durch Torben Beyer (89.) ausglichen.
So gab es am Ende ein Remis, mit dem Eichholz nach einer enttäuschenden Leistung wohl besser leben konnte. Stephan Lindhoff sagte dazu: „Gerechtes Unentschieden in einem schlechten Kreisligaspiel. Man muss heute sagen, dass wir mit unserer schlechtesten Saisonleistung mit diesem Punkt leben müssen. 1876 verteidigte leidenschaftlich und von uns kam dann einfach viel zu wenig.“ Auf der anderen Seite war man zufrieden mit dem Auftritt, auch wenn am Ende wohl mehr drin war. Uwe Buchholz sagt: „Beide Mannschaften agierten heute viel mit langen Bällen. Die besseren Torchancen hatten aber definitiv wir in der ersten Halbzeit. Doch wie so oft in den letzten Spielen, anstatt mit einem 2:0 in die Pause zu gehen, bekommen wir kurz vor Halbzeit einen berechtigten Handelfmeter gegen uns. Das war gefühlt der erste Torschuss von Eichholz. Und so geht es mit einem 1:1 in die Pause. In Halbzeit Zwei ein ähnliches Bild. Wir verteidigen einmal schlecht in der Box und Eichholz führt 2:1. Wir zeigen aber Moral und belohnen uns kurz vor Schluss mit dem hochverdienten Ausgleich. Am Ende nehmen wir den Punkt gerne mit, wenn man aber die Torchancen sieht, hätten wir den Dreier heute mehr verdient. Danke an das Schiedsrichtergespann, die nach einem fragwürdigen Elfmeterpfiff die Entscheidung nach Rücksprache zurückgenommen haben.“
SV Viktoria 08 – VfL Rethwisch 6:0 (3:0)
Die Niederlage gegen den ATSV Stockelsdorf war für den SV Viktoria 08 ein weiterer Rückschlag. Man unterlag im direkten Duell, ließ sich den Schneid abkaufen und blieb somit am Tabellenende. Es sollte somit nicht einfacher werden, denn mit nur einem Sieg in dieser Saison sind die Mannen von der Falkenwiese das bisherige Sorgenkind. Nun war der VfL Rethwisch zu Gast, eine Mannschaft, die zuletzt gut in Form war und vor dem ausgefallenen Spiel gegen Kücknitz bei Lübeck 1876 gewann. Der Blick geht in diesem Jahr eher nach oben als in den Tabellenkeller. Dies soll auch so bleiben, sodass das Ziel an der Falkenwiese klar war. Der nächste Sieg sollte her. Personell sah es dabei allerdings schwierig aus, denn ein kleiner Kader reiste nach Lübeck. Diesem stand eine Mannschaft gegenüber, die wie ausgewechselt schien. Sie traten beflügelt und hochmotiviert auf und sollten nicht vermuten lassen, dass hier das Tabellenschlusslicht um Punkte kämpfen würde. Defensiv ließ man nichts anbrennen und vorne wurden sich Chancen erspielt. So war die Führung durch Jan Carlos Spoddig (20.) hochverdient.
Viktoria wirkte wie entfesselt, als wäre der Knoten geplatzt, denn noch vor der Pause sollte Tilo Karsten (27./34.) mit seinem Doppelpack auf 3:0 stellen. Man war bereits nach 45 Minuten auf Kurs in Richtung zweitem Saisonsieg. Doch vom Gaspedal gingen die Lübecker nicht. Stürmer Karsten sollte der Mann des Tages sein, denn mit zwei weiteren Treffern sollte er tatsächlich den Viererpack (77./82.) schnüren. Es deutete sich ein deutlicher Sieg an und kurz vor dem Ende sollte Spoddig (87.) mit seinem Doppelpack sogar noch das halbe Dutzend vollmachen. So gab es am Ende den 6:0-Sieg. Es ist ein Lebenszeichen im Keller für Viktoria. Rethwisch erwischte einen rabenschwarzen Tag und war weit entfernt von Normalform. Trainer Till Knifka sagt: „Das war heute ein brauchbarer Tag, wir haben zu keiner Zeit und Spiel gefunden und haben unsere schlechteste Saisonleistung gezeigt. Glückwunsch an Viktoria, die leidenschaftlich und clever gespielt haben. Wir müssen zusehen, dass wir jetzt wieder enger zusammenrücken und in die Spur finden.“
Auf der anderen Seite war die Erleichterung groß. Das Warten auf den zweiten Saisonsieg hat ein Ende. Trainer Timur Akgün sagt: „In erster Stelle sind wir wirklich froh darüber, dass wir drei Punkte zu Hause behalten konnten. Über die 90 Minuten waren wir auch das bessere Team. Wir haben defensiv über 90 Minuten das Tor sauber gehalten, wenig zugelassen. Der Gast kam mehr über Standardsituationen, aber auch die konnten wir abwehren. Wirklich klare Chancen hatten sie nicht, weil wir ihnen diese auch nicht gegeben haben. In der Offensive haben wir uns in der ersten, aber nochmals mehr in der zweiten Halbzeit Chancen ausgespielt. So haben wir uns dann tatsächlich auch sechsmal belohnt. Auch in der Höhe war dies verdient. Zum Gesamtpaket des Spiels, muss man sagen, dass Rethwisch uns an einem sehr guten Tag erwischt hat. Vom Treffpunkt bis zum Abpfiff hat einfach alles in der Mannschaft harmoniert und gepasst. So haben wir es dann auch auf dem Platz wiedergegeben. Rethwisch trotzdem weiter viel Glück in der Saison und für uns gilt es jetzt weiterzumachen, denn wir haben noch nichts geschafft. Wir stehen immer noch ganz unten.“
TSV Schlutup – SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg 2:0 (1:0)
Am Palinger Weg galt es für den TSV Schlutup, zurück in die Spur zu finden. Zuletzt gab es drei Niederlagen, wobei kein einziger Treffer erzielt wurde. Man verlor somit den Anschluss nach oben und fiel ins Mittelfeld der Liga ab. Nun sollte zurück in die Spur gefunden werden, wenn es zum Wiedersehen mit dem Ex-Coach kam. Tim Kreutzfeldt kehrte zurück nach Schlutup, doch nun in den Farben der SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg. Mit den Lauenburgern steckt man im oberen Drittel der Tabelle und schaut klar nach oben. Die vergangenen Wochen mit sechs Spielen ohne Niederlage sollten dafür sorgen. Nun galt es, die Serie fortzusetzen, doch man sollte sich sehr schwertun. Der Gegner agierte sehr diszipliniert und zeigte eine starke Mannschaftsleistung. Im Kollektiv sollte überzeugt werden, auch wenn Stürmer Mert Büyükdemir zunächst auf der Bank blieb. Man ließ nicht viel zu und wenn der Gegner mal durchkam, dann sollte Fabian Saitovic zur Stelle sein.
Offensiv gab es noch immer Luft nach oben, doch zwei Standards sollten die Heimelf auf die Siegerstraße bringen. Mert Dogan (37./58.) verwandelte gleich zwei direkte Freistöße. Er machte den Unterschied, denn bei der SGWSS sollte es an diesem Tag einfach nicht klappen mit dem Treffer. Es war einer der Tage, an denen das Glück im Abschluss fehlte. So endete die Serie ausgerechnet beim Ex-Club von Neu-Trainer Kreutzfeldt. Dieser sagte: „Gebrauchter Tag für uns. Schlutup war heute taktisch sehr gut eingestellt und extrem griffig in den Zweikämpfen. Da wir aus einigen guten Torchancen heute leider kein Tor erzielen, Fabi Saitovic einen Torschuss unglaublich gut hält und Mert Dogan zwei direkte Freistöße verwandelt, verlieren wir dann auch verdient. Vorwerfen können wir uns nicht viel, außer, dass wir die Tore nicht machen und zwei Freistöße zu viel verursachen. Glückwunsch an Schlutup.“ Für sein Gegenüber Roberino Borja war die Erleichterung groß nach dem Heimsieg. Zu Hause tat man sich bisher sehr schwer, doch nun gab es hier einen Achtungserfolg. Der siegreiche Coach sagt: „Die Jungs haben den Matchplan heute sehr gut umgesetzt. Gegen einen starken Gegner haben wir über die gesamte Spielzeit sehr diszipliniert gespielt und zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Eine richtig starke Mannschaftsleistung! Heute hat jeder einzelne Spieler seinen Teil dazu beigetragen, dass wir endlich wieder die drei Punkte in Schlutup behalten konnten. Am Ende denke ich, dass es ein verdienter Sieg war. Ein großes Kompliment an die gesamte Mannschaft.“
TSV Kücknitz – TSV Travemünde 2:3 (0:1)
Das Topspiel am Wochenende sollte am Roten Hahn steigen. Es war Derbytime angesagt, denn der TSV Kücknitz empfing den TSV Travemünde. Die vergangenen Duelle waren enorm brisant und hitzig, sodass es zahlreiche Rote Karten gab. Dabei blieb vor allem das Rückspiel der vergangenen Saison in Erinnerung, in dem es sehr heiß zur Sache ging und es einige unschöne Szenen gab. Nun sollte dieses Spiel sportlich nochmals mehr Brisanz bekommen, denn zwei direkte Duelle im Aufstiegsrennen trafen aufeinander. Dabei war Kücknitz als Tabellenzweiter und beste Heimmannschaft sogar leicht favorisiert. Die letzte Niederlage am Roten Hahn war ausgerechnet das besagte Rückspiel der Vorsaison im Mai, sodass man in dieser Spielzeit sogar noch ohne Punktverlust zu Hause war. Die Aufgabe sollte für Travemünde also nicht einfach werden, doch man sollte in Top-Besetzung anreisen. Nahezu der komplette Kader stand zur Verfügung, sodass sogar mit Lennard Prüßmann oder auch John Liehr zwei vermeintliche Stammspieler auf der Bank blieben. In der Startelf fand sich eine Überraschung wieder, denn ein Neuzugang sollte starten. Tommi Ritscher feierte sein Debüt für Travemünde. Er ist ein Offensivspieler mit Zweitspielrecht. Ursprünglich spielt dieser beim ASC Cranz-Estebrügge. In der Kreisliga Stade belegt dieser den sechsten Platz. Ritscher ist Offensivspieler und erzielte dort bereits fünf Saisontore. Somit erhoffte sich der Gast einen Überraschungseffekt.

Die Anfangsphase ging klar an die Monte-Kicker, die in den ersten Minuten hungriger waren und sich bereits mehrfach annäherten. Torhüter Kevin Boydenow musste sich nach zehn Minuten bereits zweimal strecken. Beim dritten Versuch sollte er dann allerdings geschlagen sein. Ein langer Ball fand Christian Furchtmann, der den Ball zur Führung lupfte. Es war die frühe, verdiente Führung. Kücknitz fehlte der Zugriff bis hierhin. Im Anschluss sollte die Heimelf immer mehr Kontrolle bekommen, doch dabei ungefährlich bleiben. Mit Ausnahme vereinzelter Halbchancen sollte man ungefährlich bleiben. Nur einmal musste sich Torhüter Robin Fehrs auszeichnen. Auf der anderen Seite gab es allerdings auch nicht mehr so richtig klare Chancen. Mehrere Distanzschüsse wie durch Hakan Dogan oder auch den starken Furchtmann segelten am Tor vorbei. So neigte sich der erste Durchgang dem Ende zu. Dort sollte das bis hierhin sehr ruhige und faire Derby etwas an Fahrt aufnehmen. Nach einzelnen Fouls beziehungsweise härteren Einsteigen, wie durch Dogan gegen Birkholz oder aber Ex-Monte-Kicker Benny Bregulla, sollte es kleine Wortgefechte geben. Es hielt sich allerdings alles in Grenzen. Bitter für die Platzherren war, dass sich beim besagten Einsteigen von Dogan Alexander Birkholz verletzte und nicht mehr weitermachen konnte.

Somit kam zur zweiten Hälfte Andre Edler. Kücknitz startete deutlich besser in Durchgang Zwei und sollte nun auch deutlich zwingender werden. Mehrfach parierte Robin Fehrs stark gegen Pierre Witt. In der 55. Minute sollte dann allerdings auch der Torhüter geschlagen werden. Eine Flanke von Maletzki ging an den zweiten Pfosten, wo ausgerechnet Benny Bregulla (55.) zum Ausgleich traf. Ein Schock war dieser Ausgleich für Travemünde allerdings nicht. Unmittelbar danach folgten zwei gute Abschlüsse durch Aldermann. Auf der anderen Seite boten sich allerdings ebenfalls Möglichkeiten. Es entwickelte sich ein offenes Spiel, doch etwa 20 Minuten vor dem Ende sollte dann die erneute Gästeführung fallen. Yigit Keremsah, der in der nächsten Aktion ausgewechselt werden sollte, trat einen Freistoß, wo Thomas Aldermann (72.) am ersten Pfosten einköpfte. Der TSV Travemünde war wieder auf Kurs, doch erneut sollte Kücknitz antworten. Im Strafraum flog der Ball an die Hand eines Monte-Kickers, sodass Schiedsrichter Hendrik Plambeck auf Elfmeter entschied. Pierre Witt (80.) übernahm die Verantwortung und traf. Auf der anderen Seite sollte es dann allerdings den Aufreger geben, denn auch dort ging der Ball an die Hand eines Verteidigers, doch diesmal blieb die Pfeife stumm. So liefen beide weiter an, wobei Travemünde eher am Drücker war.

Travemünde wirkte insgesamt bissiger in den Zweikämpfen und sollte auch das Chancenplus haben. Man näherte sich an, doch auch auf der anderen Seite wurde es gefährlich. Es war eine spannende Schlussphase, die alles andere als runterplätscherte. Beide wollten den Sieg und tatsächlich fiel noch der dritte Treffer. Der Ball kam in den Kücknitzer-Strafraum, wo Thomas Aldermann (88.) per Fallrückzieher traf. Es sollte der Lucky-Punch für Travemünde sein, das nun nur noch wenige Minuten vom Derbysieg entfernt war. Kücknitz-Coach Mirco Groß haderte mit dem Gegentor, denn im Vorfeld sah er ein vermeintliches Foulspiel. Die Aufregung war groß, doch der Treffer hatte Bestand und Groß sah die Gelbe Karte. In der Nachspielzeit warfen die Gastgeber alles nach vorne, es segelten mehrere lange Bälle in die Box, doch so richtig gefährlich wurde es nicht. Auf der anderen Seite zappelte der Ball dann erneut im Tor, doch das vermeintliche 4:2 durch Furchtmann sollte korrekterweise aufgrund einer Abseitsposition nicht zählen. Kurz darauf beendete der Spielleiter die Partie, sodass der Derbysieg der Gäste perfekt war. Man machte die Liga wieder richtig spannend, meldet sich oben an und fügt dem Rivalen die erste Heimniederlage zu. Co-Trainer Henning Lübker sagte nach dem Erfolg: „Ein Spiel auf Augenhöhe, zwei Mannschaften, die sich ordentlich gefordert haben, ohne dass es unfair wurde. Mit sehr vielen Ballaktionen auf beiden Seiten. Wir sind sehr gut in die erste Halbzeit gestartet und sind auch folgerichtig in Führung gegangen. In der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr so klar, hatten vor allem Schwierigkeiten mit Pierre Witt, Robin konnte sich mehrmals auszeichnen. Am Ende konnten wir uns wieder sammeln und konnten gut wechseln. Acky hat dann das Spiel für uns entschieden.“







