Hamburger Jung erlebt seinen großen Moment: Vom HSV-Nachwuchs zum Torschützen vor der Nordtribüne

Shafiq Nandja trifft beim Sieg gegen Borussia Mönchengladbach erstmals in der Bundesliga und erfüllt sich einen Kindheitstraum

Das 2:1 für den HSV durch Shafig Bello Nandja (2.v.l.). Foto: Lobeca/Norbert Gettschat
Anzeige

Hamburg – Es gibt Tore, die bedeuten mehr als nur die Führung in einem Spiel. Für Shafiq Nandja war sein Treffer beim 3:1-Heimsieg des Hamburger SV gegen Borussia Mönchengladbach (HL-SPORTS berichtete) ein solcher Moment. Der 19-Jährige erzielte am Freitagabend sein erstes Bundesliga-Tor und brachte die Rothosen in der 60. Minute mit 2:1 in Führung. Ausgerechnet vor der Nordtribüne, von der er schon lange geträumt hatte. Für den gebürtigen Hamburger war es der bisherige Höhepunkt einer Karriere, die ihn vom Nachwuchs des HSV bis in die Bundesliga geführt hat.

Erstes Bundesliga-Tor im Volkspark

Der HSV spielte nach der Gelb-Roten Karte gegen Gladbachs Ko Itakura (49.) in Überzahl, als Albert Sambi Lokonga mit einem starken Pass Albert Grönbaek auf der linken Seite des Strafraums fand. Der Däne legte quer, Patson Daka verpasste, doch dahinter stand Nandja genau richtig. Der Innenverteidiger schoss den Ball über die Schulter von Torhüter Daniel Batz ins Netz.

- Anzeige -

Es war die Führung zum 2:1 und gleichzeitig Nandjas erster Treffer in der Bundesliga. Zehn Minuten später sorgte Grönbaek mit einem Distanzschuss für den 3:1-Endstand.

Was in Nandja nach seinem Tor vorging, beschrieb er anschließend mit bewegenden Worten: „Ich habe bei meinem Tor nicht mehr viel gefühlt: Ich habe einfach hochgeschaut und alles rausgelassen, was in mir war. Irgendwann habe ich gemerkt, dass Otto mich lange umarmt hat. Wir sind den Weg gemeinsam gegangen, er ist seit Langem mein Bruder. Es hat mich umso mehr gefreut, dass er beim Tor direkt da war. Vor der Nordtribüne zu treffen, ist einfach das beste Gefühl. Davon habe ich immer geträumt.“

Gemeint ist sein Mannschaftskollege Otto Stange, mit dem Nandja bereits seit Jahren verbunden ist.

Vom Harburger Türk-Sport zum HSV-Profi

Shafiq Bello Nandja wurde am 15. Januar 2007 in Hamburg geboren. Seine fußballerische Laufbahn begann beim Harburger Türk-Sport, ehe er im Sommer 2018 als Elfjähriger in den Nachwuchs des Hamburger SV wechselte.

Am HSV-Campus durchlief der 1,95 Meter große Innenverteidiger sämtliche Nachwuchsmannschaften. In der Saison 2025/2026 gehörte er als A-Jugendlicher bereits zum festen Bestandteil der zweiten Mannschaft und absolvierte 24 Einsätze in der Regionalliga Nord.

Als nach dem Abgang von Gui Ramos im Winter eine Lücke im Profikader entstand, entschieden sich die Verantwortlichen, Nandja eine Chance zu geben. Der Nachwuchsspieler überzeugte im Training und arbeitete sich immer näher an die Bundesliga-Mannschaft heran.

Am 10. Mai 2026 war es schließlich so weit: Beim 3:2-Heimsieg gegen den SC Freiburg feierte Nandja sein Bundesliga-Debüt und wurde zum 468. Bundesliga-Spieler der HSV-Geschichte.

Im Sommer 2026 folgte der nächste Schritt. Der HSV stattete sein Eigengewächs mit dem ersten Profivertrag aus und band ihn langfristig an den Verein. Sportdirektor Claus Costa erklärte damals: „Shafiq hat sich diesen Schritt mit viel Arbeit und Disziplin mehr als verdient.“

Für Nandja selbst war bereits die Vertragsunterschrift etwas Besonderes: „Als gebürtiger Hamburger, der viele Jahre im Nachwuchs des HSV verbracht hat, wird mit dieser Vertragsunterschrift ein Traum für mich wahr.“

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
VfB Lübeck
Anzeige
AOK

Früher Stürmer, heute Innenverteidiger

Dass ausgerechnet der junge Abwehrspieler gegen Mönchengladbach zum Torschützen wurde, hat auch mit seiner fußballerischen Vergangenheit zu tun. Denn Nandja spielte nicht immer in der Defensive.

„Ich hatte zuvor schon eine Schussmöglichkeit, war mir in der Situation aber zu unsicher und habe noch einen Mitspieler gefunden. Danach habe ich gedacht: Jetzt schließe ich einfach ab. Ich war früher bis zur U15 noch Stürmer, das hat sich in dem Moment ausgezahlt.“

Der Treffer war zugleich ein besonderer Vertrauensbeweis für die Arbeit von Trainer Merlin Polzin und dessen Team. Nandja danke es seinem Trainer mit einen Treffer und meinte: „Ich bin froh, dass ich heute wieder starten durfte und das Vertrauen erhalten habe. Das bleibt einfach ein Privileg. Dass ich dieses Vertrauen an Merlin und das Trainerteam heute zurückzahlen konnte, macht mich total froh.“

Ein Hamburger Traum geht weiter

Seit 2018 trägt Nandja die Raute auf der Brust. Acht Jahre später hat er nicht nur den Sprung in die Bundesliga geschafft, sondern auch sein erstes Tor im Volksparkstadion erzielt.

Sein Treffer gegen Borussia Mönchengladbach half dem HSV zu einem wichtigen Heimsieg im Abstiegskampf. Für den 19-Jährigen war es gleichzeitig ein persönlicher Meilenstein.

Vom elfjährigen Nachwuchsspieler aus Harburg über die Regionalliga und den ersten Profivertrag bis zum Bundesliga-Torschützen vor der Nordtribüne: Shafiq Nandjas Geschichte ist die eines Hamburger Jungen, der sich seinen Traum beim HSV Schritt für Schritt erfüllt.

Was ist euer Lieblings-Hallensport?

View Results

Wird geladen ... Wird geladen ...
Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein