Hamburg – Das erste Nordderby steht am Sonntag für den Hamburger SV an. Um 13.30 Uhr ist Hannover 96 zu Gast im Volkspark. Die Gäste zeigten sich im Fall „Jatta“ vor der Partie anders, als noch zuvor Nürnberg, Bochum und Karlsruhe. Es sieht danach aus, dass die Niedersachsen keinen Protest gegen eine mögliche Niederlage einlegen werden. „Bakery Jatta verdient sportlich und menschlich unseren Respekt. Pfiffe gegen ihn, wie es sie zuletzt gegeben hat, lehnen wir entschieden ab“, sagte 96-Boss Martin Kind der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vor dem Wochenende und fügte an: „Wenn man die menschliche Seite betrachtet und an den Spieler denkt, sollten wir eigentlich keinen Protest einlegen.“ Das ist auch der guten Beziehung zu den Hamburgern geschuldet, die Kind lobte. Die unendliche Story um Bakery Jatte könnte allerdings schon bald ein jähes Ende finden. Eine beglaubigte Geburtsurkunde liegt vor, was der Posse den Nährboden nehmen könnte.

HSV-Coach Dieter Hecking hatte vor der Partie gegen die Hannoveraner Lob für seine eigene Mannschaft über: „Wir sind super aus der Vorbereitung herausgekommen und haben die ersten vier Spiele gut absolviert. Das ist wichtig. Wenn man eine Mannschaft übernimmt, die noch dazu einen großen Umbruch hinter sich hat, dann hofft man als Trainer, dass alles schnell zusammenwächst. Bei uns sieht das bisher sehr gut aus. In Karlsruhe bin ich diesbezüglich nochmal bestätigt worden. Als die Mannschaft richtig Gegenwind zum Ende des Spiels bekam, hat sie sich nochmal gewehrt und mit dem vierten Tor den Sack zu gemacht. Das ist ein Stück weit dem geschuldet, dass sich die Spieler sehr gut untereinander verstehen und extrem hungrig sind. Das hat man auch heute wieder beim Training gesehen, als unglaublich viel Feuer im Spiel war. Wir brauchen diese hohe Qualität im Training, um Spiele zu gewinnen. Wir wollen dieses Niveau nun immer weiter halten, Nuancen verbessern und die Spieler individuell weiterentwickeln.“

Zu 96 sagte er: „Als Bundesliga-Absteiger wird man automatisch in die Favoritenrolle genommen und wenn man sich den Kader anguckt, dann ist das auch berechtigt. Es spricht für den Verein, dass er mit Ron-Robert Zieler einen sehr guten Torhüter zurückholen und mit Waldemar Anton einen Spieler, der scheinbar viele Angebote hatte, halten konnte. Darüber hinaus haben Ducksch und Weylandt nachgewiesen, dass sie Tore schießen können und mit Julian Korb, Jannes Horn, Marvin Bakalorz und Edgar Prib haben sie weitere gestandene Bundesliga-Spieler in ihren Reihen. Am Ende fehlte vielleicht nur das eine passende Ergebnis, damit es etwas runder läuft. Ich glaube, dass diese Mannschaft noch Steigerungspotential im Laufe der Saison haben wird. Diese Mannschaft wird uns definitiv alles abverlangen und freut sich sicherlich auch auf das Spiel in Hamburg, da sie weiß, dass wir Fußball spielen und das Spiel diktieren wollen.“

Anzeige
Anzeige

Timo Letschert, Ewerton und Christoph Moritz fehlen. Kapitän Aaron Hunt ist wieder einsatzfähig. Allerdings wird er vermutlich nicht in der Startelf stehen. Für Hecking besteht auch kein Grund, seine siegreiche Formation zu verändern.

Am Freitag gab es bereits zwei Spiele. Nürnberg und Heidenheim trennten sich 2:2. Sandhausen besiegte Darmstadt mit 1:0 und ist aktuell auf Rang zwei der 2. Bundesliga – punktgleich mit dem HSV.

Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.

- Anzeige -