
Lübeck – Im Sechzehntelfinale des Kreispokal Lübeck stand direkt ein echtes Topspiel an. Es kam zur Neuauflage des letztjährigen Halbfinales zwischen dem Türkischen SV und Eichholzer SV. Dabei sollte es am Kasernenbrink eine klare Angelegenheit werden. Ein schwacher ESV verlor deutlich mit 1:8.
Frühe Führung
Für den Türkischen SV stand das erste Pflichtspiel nach dem Aufstieg in die Landesliga an. Im Kreispokal traf man auf den Titelverteidiger Eichholzer SV, sodass es zur Neuauflage des letztjährigen Halbfinales kam. Damals setzte sich die Mannschaft von der Guerickestraße im Elfmeterschießen durch, sodass nun eigentlich erneut ein spannendes Duell zu erwarten war. Dabei reisten beide gut besetzt an, sodass sich die Zuschauer auf ein hochklassiges Pokalspiel freuen durften. Der Türkische SV konnte auf Spieler wie Rafique Dwaah, Ugur Dagli oder aber Neuzugang Abdullah Abou Rashed setzen, die allesamt sehr auffällig waren. Eichholz tat sich schwer, insbesondere ins letzte Drittel zu kommen, sodass die zwingendere Mannschaft im ersten Durchgang die Heimelf war. Bereits mit der ersten klaren Torchance jubelte der TSV, nachdem Ugur Dagli zunächst am jungen ESV-Keeper Dustin Krause scheiterte, doch anschließend über Umwege der Ball durch Abou Rashed (6.) ins Tor ging. Der Vizemeister der Verbandsliga legte vor, doch eine Minute später verpasste Eichholz den Ausgleich. Vico Dombrowski köpfte knapp über das Tor. Ansonsten hatte die Mannschaft von Serkan Rinal das Chancenplus. So scheiterten Ugur Dagli, Abou Rashed und auch Sergen Tarim an Krause. Auch Dwaah verpasste. Eichholz kam durch Varol zum Abschluss, war ansonsten aber eher nach Standards gefährlich.
Tarim sorgt für die Pausenführung
Ein ruhender Ball führte auch zum Ausgleichstreffer. Varol brachte eine Ecke von der rechten Seite an den ersten Pfosten, wo Ibrahim Sweiti (34.) einköpfte. Es war ein kleiner, kurzer Wendepunkt im Spiel, denn anschließend wurden die Gäste aktiver und waren besser im Spiel. Das Spiel schien kurzzeitig zu kippen, doch bis auf eine Annäherung, bei der der TüSV per Kopf vor Morten Rüdiger rettete, kam zu wenig Zwingendes zustande. Anders sah dies auf der anderen Seite aus, denn Dwaah verpasste. Kurz vor der Pause rutschte dann Neuzugang Sebastian Haut ein Ball durch, sodass Sergen Tarim (41.) völlig blank zum Abschluss kam und ins lange Eck traf. Es war die erneute Führung und nur wenige Momente später verpasste der Türkische SV den dritten Treffer. Enes Dagli nahm den Ball direkt, doch Krause war zur Stelle. Die letzten beiden Chancen vor der Halbzeit gingen auf das Konto des Titelverteidigers, der zunächst einen Fehler in Person von Jermaine de Guzman nicht bestrafte und kurz darauf köpfte Sweiti knapp über den Querbalken.
Eichholz ergibt sich
Mit einem 1:2-Rückstand ging es aus Sicht der Eichholzer in die Pause und es brauchte eine deutliche Leistungssteigerung. Man konnte sich bei Torhüter Krause bedanken, dass es nicht bereits zur Halbzeit höher für den TSV stand. Nach der Pause dauerte es nur wenige Momente, bis Furkan Kalfa knapp über das Tor zog. Es war eine weitere vergebene Chance, bevor wenig später Abou Rashed (48.) es besser machte. Nach einem Steckpass zu Dagli hielt Krause den Ball nicht fest, sodass der Neuzugang den Doppelpack erzielte. Nun sollte es also eine deutlich schwierigere Aufgabe werden und kurz darauf fiel bereits das vierte Tor des Türkischen SV. Der Ball kam zu Sergen Tarim (57.), der erhöhte. Dem Titelverteidiger drohte das Ausscheiden auf erschreclender Art und Weise in der ersten Runde, denn man war hinten zu offen und vorne nicht zwingend genug. So war die deutliche Führung des Landesligaaufsteigers alles andere als unverdient. Der Doppelschlag der Heimmannschaft sollte den ESV allerdings etwas wachrütteln. Trainer Rene Sternberg reagierte, brachte zusätzlich zu dem zur Halbzeit gekommenen Lönne Christiansen nun auch Vincent Janelt. Man wurde wieder etwas aktiver, doch es blieb dabei, dass die klaren Chancen ausblieben. Henry Michels sorgte mal für einen Hauch von Gefahr. Ansonsten bot die zweite Hälfte deutlich weniger Highlights als noch die erste, auch weil Furkan Kalfa (79.) mit dem 5:1 den Sack endgültig zumachte. In den letzten Minuten schwand die Gegenwehr der Mannschaft vom Pöbelberg, sodass es eine echte Klatsche gab. Abou Rashed (85./89.) schnürte den Viererpack und auch Kalfa (87.) erzielte einen Treffer. So gab es am Ende einen 8:1-Sieg des TüSV gegen einen enttäuschenden Gegner von der Guerickestraße.

Die Stimmen zum Spiel
Der geschlagene Trainer Rene Sternberg sagte nach dem Spiel zur Niederlage: „Es hat vieles von Anfang an nicht zusammengepasst. Wir sind nicht ins Spiel gekommen, am Ende ist das 1:8 natürlich brutal, das darf so nicht passieren. Zum Glück war es nur der Pokal, aber wir wären gerne noch dabei gewesen. Jetzt geht der Blick nach vorne, denn am Wochenende geht es um drei Punkte.“ Zur fehlenden Durchschlagskraft im letzten Drittel setzte er fort: „Wir haben auch gegen einen Gegner gespielt, der Fußball gespielt hat, das darf man nicht unterschätzen. Wir sind nicht richtig in die Abläufe gekommen, waren spielerisch nicht da und verlieren am Ende hochverdient.“
Mann des Tages war mit vier Toren sicherlich Neuzugang Abdullah Abou Rashed, der genau zeigte, warum man ihn zum TSV holte. Seine fußballerischen Fähigkeiten, doch auch der Abschluss waren einer der Gründe, dass der Landesligaaufsteiger sich so deutlich durchgesetzt hat. Nach Abpfiff sagte der ehemalige Regionalligakicker: „Ich bin glücklich und zufrieden, dass wir gewonnen haben, auch in der Höhe. Man hätte jetzt nicht gedacht, dass wir 8:1 gewinnen, aber es war hochverdient und ich bin stolz auf mein Team. Wir haben von der ersten bis zur letzten Sekunde alles rausgehauen, was wir können.“ Zudem sagte er: „Die Einstellung hat gestimmt, wir wollten von Anfang an das Spiel gewinnen, es waren alle dabei, alle heiß und wir haben einfach Tore geschossen, weitergemacht und einen draufgesetzt. Wir hätten schon in der ersten Halbzeit ein paar Dinger machen müssen, das haben wir dann in der zweiten nachgeholt. Ich denke, erstmal die Einstellung und dann lief es von alleine und wir haben einfach nicht nachgelassen und ich glaube, das war der Unterschied zu Eichholz.“
Der siegreiche Trainer des Türkischen SV, Serkan Rinal, sagte: „Natürlich freuen wir uns über das Ergebnis. Ein 8:1 gegen den Favoriten kommt nicht alle Tage vor. Die Jungs haben von der ersten bis zurletzten Minute mit viel Leidenschaft, Disziplin und großem Teamgeist gespielt und sich den Sieg verdient. Trotzdem ordnen wir das richtig ein. Es war ein Pokalspiel und ein sehr guter Tag für uns, aber wir wissen auch, dass wir weiter hart arbeiten müssen. Wir nehmen das Selbstvertrauen aus diesem Erfolg mit, bleiben aber demütig und konzentrieren uns auf die nächsten Aufgaben. Genau diese Bodenständigkeit und der Zusammenhalt in der Mannschaft sollen uns auch in Zukunft auszeichnen.“










