Die Handballgirls lassen sich nach dem Heimsieg gegen die SG Kappelwindeck/Steinbach feiern (Foto: Schimpf)
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Lübeck – Mit einem klaren Sieg ist die weibliche A-Jugend des VfL Bad Schwartau in die Zwischenrunde der Bundesliga gestartet. Im Heimspiel gegen die SG Kappelwindeck/Steinbach setzten die Handballgirls ein Ausrufezeichen und gewannen klar mit 35:28 (19:16). Dabei steigerten sich die Schwartauerinnen nach einem mauen Beginn. Beste Werferin des VfL war Angelina Saur mit zehn Treffern.

Nervöser Beginn

Beiden Teams war zu Beginn eine gewisse Nervosität anzumerken. Technische Fehler und ungenaue Anspiele gab es auf beiden Seiten, die ersten Toren waren trotz mancher Finesse (Dreher von Shayenn Grau zum 1:1) eher Zufall. Kappelwindeck legte als erstes Team die Nervosität ab und wusste mit Tempo zu überzeugen. Sie nutzten VfL-Fehlwürfe und Abspielfehler aus, hielten gleichzeitig das Tempo hoch. Als Frank Riedl die Gäste aus Südbaden nach etwas mehr als sechs Minuten mit 5:1 in Führung brachte, legte VfL-Coach Olaf Schimpf die grüne Karte auf den Tisch. In der Auszeit rüttelte er seine Spielerinnen wach und wechselte vor allem im Rückraum durch. Und der VfL setzte zur Aufholjagd an, verkürzte schnell auf 3:6 (9.) und 5:7 (10.). Die Fehlerquote blieb aber noch hoch, so dass die Gäste die Führung zunächst behielten. Erst Judith Tietjen konnte nach einer Viertelstunde zum 9:9 ausgleichen. Dann nahm auch Kapplwindecks Trainer Arnold Manz seine erste Auszeit. Dies konnte die erste VfL-Führung (Saur per Siebenmeter) nicht verhindern.

VfL setzt sich vor der Halbzeit ab

Dennoch: noch hatte der VfL eine zu hohe Fehlerquote, so dass die Gäste immer wieder in Führung gehen konnten. So wogte die Partie hin und her, bis zum 16:16 wechselte die Führung mehrfach. In der Schlussphase der ersten Halbzeit schienen der SG Kappelwindeck/Steinbach die Kräfte etwas zu schwinden. Sie bauten wenig Tempo, so dass Angriffe leichte Beute des VfL wurden. Und die Handballgirls nutzten dies, gepaart mit einer Überzahl, eiskalt. Saur und Tietjen trafen dreimal in Folge, sorgten für die 19:16-Halbzeitführung. Einen nachdenklichen Blick behielt Trainer Olaf Schimpf aber dennoch.

Schnell klare Verhältnisse

Doch die Skepsis war aber unbegründet. Vor knapp 130 Zuschauern, darunter zahlreichen mitgereisten Schlachtenbummlern aus Südbaden, minimierte der VfL Bad Schwartau die Fehler und wusste sowohl defensiv wie auch offensiv zu überzeugen. Mit dem 25:19 von Maya Grau (39.) war vorgezeichnet, wohin der Weg gehen würde. Kappelwindeck kämpfte, doch wirklich ran kamen die Gäste nicht mehr. Die Handballgirls spielten in Halbzeit zwei unglaublich variabel. Der Rückraum traf, die Anspiele an den Kreis passten (ganz stark: Maya Grau) und auch die Außen konnten sich mit schönen Toren beteiligen. Spätestens mit dem 29:23 von Saur (46.) entspannten sich auch die Gesichtszüge von Schimpf und seinem Trainerkollegen Nils Küssner.

Beste Torschützin und treffsicher aus 7m: Angelina Saur bei einem ihrer zehn Treffer (Foto: HL-Sports)

Kappelwindeck fehlen die Mittel

Das lag auch daran, dass die Deckung sich immer mehr steigerte. Sie stellten den Positionsangriff der SG Kappelwindeck/Steinbach teilweise vor unlösbare Aufgaben. Dem amtierenden Meister aus Baden-Württemberg fehlten Mittel, um etwas auszurichten. Dies wurde durch viele technische Fehler und zahlreiche Stürmerfouls unterstrichen. Der VfL spielte die Partie in der Schlussphase souverän runter und hätte man selbst nicht ein paar Unkonzentriertheiten eingebaut, wäre die Partie sicherlich noch deutlicher als 35:28 ausgegangen.

Auch in Unterzahl agierte der VfL druckvoll und treffsicher (Foto: HL-Sports)

Auch THC gewinnt

Damit setzt der VfL Bad Schwartau ein richtiges Ausrufezeichen mit Blick in Richtung Viertelfinale und kann dem zweiten Spiel bei Werder Bremen in zwei Wochen entspannt entgegen sehen. Mit einem Sieg dort könnte man das Ticket für die KO-Runde buchen. Denn Bremen verlor beim Thüringer HC mit 23:32 und steht schon mächtig unter Druck.

Handballgirls gewannen mit: Paulsen, Kasten – Saur (10 Tore/6), Tietjen (6), Hochsprung (5), Maya Grau (4), Shayenne Grau (3), Mathwig, Schaube (je 2), Hänisch, Rahlf, Adusei (je 1), Schwerdt, Löchel

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