
Hamburg – Ransford-Yeboah Königsdörffer hat seine Antwort auf die Kritik auf dem Platz gegeben. Beim 3:2-Heimsieg des Hamburger SV gegen den 1. FC Union Berlin erzielte der 24-Jährige zwei Treffer und war damit der entscheidende Mann auf dem Rasen (HL-SPORTS berichtete). Zuvor hatte es viel Gegenwind für den Angreifer gegeben – nun zahlt er das Vertrauen von Trainer Merlin Polzin eindrucksvoll zurück.
Vom „Brustlöser“ zur Gala gegen Union
Der Doppelpack gegen Union war kein Zufallsprodukt, sondern die Fortsetzung einer Entwicklung. Bereits beim 2:0-Auswärtssieg in Heidenheim hatte Königsdörffer getroffen und damit den ersten HSV-Treffer der Partie erzielt. Ein Tor, das er selbst als wichtig einordnete.
„Ich habe mich natürlich darüber gefreut. Ich hoffe, dass ich dieses Gefühl für die nächsten Spiele jetzt mitnehmen kann“, sagte der gebürtige Berliner zuvor in einer Medienrunde in der vergangenen Woche. Zugleich zeigte er sich selbstkritisch: „Es ist klar, dass mich meine bisherige Torausbeute nicht zufriedenstellt. Manchmal trifft man falsche Entscheidungen, es fehlt etwas Glück oder man kommt nicht in die richtigen Situationen. Ich kann mir auf jeden Fall an die eigene Nase fassen. Ich hatte genug Chancen und hätte mehr Tore erzielen können.“
Die Kritik an seiner Person nahm er wahr, ließ sich davon aber nicht beirren: „Ich kriege nicht alles mit und lese mir nicht alles durch, aber sicherlich wurde ich etwas gehated. Viele glauben bis heute nicht an mich. Ich hoffe, dass ich diese Meinung ändern und zeigen kann, was ich wirklich draufhabe. Am Ende interessiert mich diese Kritik ehrlicherweise aber auch nicht. Ich spüre vielmehr das volle Vertrauen und die Rückendeckung von den Menschen, die mir wirklich nahestehen.“
Genau dieses Vertrauen zahlte er nun mit drei Treffern in zwei Spielen zurück.
Interessante Statistik: HSV verliert nicht mit Königsdörffer-Tor
Auffällig: Wenn Königsdörffer trifft, bleibt der HSV bislang ungeschlagen. Seinen ersten Bundesliga-Treffer erzielte er beim 1:1 gegen Borussia Dortmund. Nun folgten das Tor in Heidenheim sowie der Doppelpack gegen Union – drei Partien, in denen die Hamburger nicht verloren haben.
Vor dem Union-Spiel hatte er gewarnt: „Union ist kein leichter Gegner. Wir haben uns auch im Hinspiel gegen sie schwergetan. Sie haben einen tiefstehenden Block, schnelle Offensivspieler und lauern damit auf Konter.“
Am Ende fand der HSV dennoch die Lösungen – auch dank Königsdörffer, der gegenden Club aus seiner Geburtsstadt zweimal eiskalt blieb. Für “die Eisernen“ kickte er nie, aber für den Konkurrenten Hertha BSC, ehe er über Dynamo Dresden im Volkspark landete. Groß wurde der Berliner beim SC Minerva 93 sowie dem SC Charlottenburg.
Schlag auf Schlag: Mainz wartet
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Bereits am Freitag gastieren die Rothosen beim 1. FSV Mainz 05. Die Vorbereitung ist kurz, trainiert wird in einer kompakten Woche. Personell gibt es dabei leichte Entspannung: Fabio Balde ist wieder voll im Mannschaftstraining, Warmed Omari absolvierte Teile der Einheit.
Königsdörffer weiß um die tabellarische Lage schon nach dem Heidenheim-Sieg. Da sagte er: „Wir sollten uns definitiv nicht ausruhen, denn am Ende haben wir trotz des jüngsten Sieges nur drei Punkte Abstand zum Relegationsplatz. In den nächsten beiden Spielen ist einiges möglich.“ Die Einstellung dürfte sich nach dem Erfolg gegen Union nicht geändert haben, auch wenn es nun sechs Punkte Vorsprung sind.
Mit neuem Selbstvertrauen und der jüngsten Torserie könnte “Ransi“ zu einem entscheidenden Faktor im Abstiegskampf werden. Das Vertrauen des Trainers hat er – und aktuell auch wieder das nötige Gefühl für den richtigen Moment.
Bildquellen
- Königsdörffer: Lobeca/Vivian Pfaff
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