SV Todesfelde beantragt Lizenz!

Sportlich vor dem großen Wurf und finanziell fast am Ziel

Die Frauen des SV Todesfelde im Vordergrund, dahinter die Fans. Gemeinsam soll es in die 2. Bundesliga gehen. Foto: Lobeca/Felix Schlikis

Todesfelde – Der SV Todesfelde ist fast am Ziel. Die 150.000 Euro für die zu beantragende Lizenz zur 2. Frauen-Bundesliga sind fast geschafft. Am Freitagnachmittag fehlten nur 1.874 Euro zur Gesamtsumme. In acht Tagen dürfte das zu schaffen sein. Und sportlich kann das Team von Henning Ammen die Vize-Meisterschaft in der 3. Liga frühzeitig klarmachen, die zur Aufstiegsrunde nötig ist. Gibt es eine Heimsieg gegen den Tabellenvorletzten SC SFN Vechta wird gefeiert. Zudem ist das Hallenproblem so gut wie gelöst. Es gibt eine Einigung mit Kooperationspartner VfL Lübeck-Schwartau. Welche Sporthalle es wird, ist allerdings noch nicht bekannt.

In einer außerordentlichen Sitzung legt sich die Sportliche Leitung der Handball-Frauen gemeinsam mit dem SVT-Vorstand fest: die Lizenz für die 2. Frauen-Handball-Bundesliga wird eingereicht! Was vor wenigen Wochen als Luftschloss galt, wurde Woche für Woche immer mehr zu einem realistischen Szenario. Den Verantwortlichen ist das unglaubliche Kunststück gelungen, innerhalb von nur knapp 40 Tagen die finanziellen Voraussetzungen für einen Zweitligaaufstieg zu schaffen und den Etat für diesen Fall von aktuell zirka 75.000 Euro auf 225.000 Euro zu erhöhen. Der SVT hat das scheinbar Unmögliche tatsächlich möglich gemacht.

„Alle haben gesagt, ihr schafft das sowieso nicht. Dann haben wir es einfach gemacht!“

Als die “NextStep-Offensive“ am 11. Januar begann, rechneten selbst die größten Optimisten nicht damit, dass die finanzielle Hürde für den Dorfverein zu stemmen sei. „Ihr schafft das sowieso nicht“, „utopisch“, „Das ist doch Träumerei“ waren nur einige der vielen Stimmen, die zu hören waren, berichtet der Verein. Aber gerade dadurch entwickelte sich eine Motivation, es jetzt erst recht allen zeigen zu wollen. Ein unvergleichlicher Schulterschluss zwischen Sponsoren, Fans und Verein sorgt nun schließlich dafür, dass der große Traum vom Profihandball weiterlebt und nicht am finanziellen Faktor scheitern wird. Ein wichtiges und eindrucksvolles Signal für den Frauen-Handball in Todesfelde aber auch in ganz Schleswig-Holstein.

Aus sportlicher Sicht fehlt den Blau-Gelben noch ein Sieg aus den verbleibendenden sieben Spielen zum Erreichen der Qualifikationsrunde, mit zwei Siegen wäre man sogar bereits sicher Meister der 3. Liga – und das als Aufsteiger. Anfang März entscheidet sich dann, wie viele Teams deutschlandweit den Schritt in die Zweitklassigkeit gehen wollen und in welcher Form eine Aufstiegsrelegation stattfinden wird. Fest steht: Melden aus den drei Staffeln der 3. Liga nicht mehr als drei Mannschaften, findet keine Qualifikationsrunde statt und die Mannschaften steigen direkt auf. Bei vier oder mehr Meldungen (maximal sechs möglich) findet im Mai/Juni der entsprechende Wettbewerb um den Aufstieg statt. Teilnahmeberechtigt sind dann aber ausschließlich Mannschaften, die am Saisonende auf den Plätzen eins oder zwei ihrer Staffeln landen, ein Nachrücken gibt es in dieser Saison nicht.

NextStep-Offensive wird weiter fortgesetzt

Die fehlenden 150.000 EUR sind nun also tatsächlich fast da und die Lizenz beantragt. Die NextStep-Offensive wird jedoch auch über den Stichtag 28. Februar fortgeführt und soll den Verein dauerhaft auf ein neues Niveau bringen. „Jede weitere Unterstützung ermöglicht uns neue Investitionen und einen größeren Spielraum, der im Hinblick auf unsere ambitionierten Ziele auch notwendig ist“, so Florian Haupt, Leiter Leistungssport im SVT-Handball. Demnach wird es auch zukünftig möglich sein, über die zentrale Plattform zu spenden oder im FanStore Artikel und Dienstleistungen käuflich zu erwerben, um den Handball im SV Todesfelde zu unterstützen.

“Nacht der Möglichmacher am 2. April in Todesfelde“

Die unnachahmliche Unterstützung seit Jahresbeginn ist für die Verantwortlichen im Verein alles andere als selbstverständlich. Aus diesem Grund findet am Gründonnerstag die “Nacht der Möglichmacher“ im Vereinsheim des SVT statt. Gemeinsam mit all denjenigen, die gespendet oder gesponsert, beim Spendenlauf teilgenommen oder anderweitig tatkräftig unterstützt haben, soll dieser tolle Erfolg ausgiebig gefeiert werden. Nähere Details will der Verein in den kommenden Tagen bekannt geben.

Heimspiel in der Hansehalle

Da freut man sich bereits jetzt auf das Spiel in der Lübecker Hansehalle. Die Segebergerinnen werden am 14. März um 14 Uhr das Kreisduell gegen den SV Henstedt-Ulzburg vor dem Männer-Spiel des VfL Lübeck-Schwartau in der 2. Bundesliga gegen TuS N-Lübbecke (18 Uhr) austragen. In der Geschichte der Hansestadt eine Premiere und für Fans ein Highlight.

Stimmen aus dem Verein

Holger Böhm, Vorsitzender SVT-Vorstand: ,,Die Hummel ist eigentlich viel zu schwer, um zu fliegen – doch sie hat es einfach getan und fliegt. Diese Geschichte beschreibt die nicht für möglich gehaltene Leistung des gesamten Teams inklusive Mannschaft um Florian Haupt und Tim Altenhövel.  Es wird natürlich insgesamt eine Herausforderung sein. Nur mit diesem Verein und seinen Mitgliedern werden wir auch diese Aufgaben meistern und es wird uns insgesamt auf ein neues Level hieven, wovon der gesamte Verein und auch unser Dorf profitieren werden.“

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VfB Lübeck

Angela Giacomin, 2. Vorsitzende SVT-Vorstand: „Es ist unglaublich, mit was für einer Power alle an einem Strang gezogen haben und insbesondere unserem Fördervereinsvorstand gebührt großer Respekt. Das ist eben der SVT. Wir haben den Mut, Spitzen- und Breitensport zu vereinen, die 2. Liga zu melden und damit Perspektiven für die Ausbildung und Weiterentwicklung unserer Jugend hier in Todesfelde zu schaffen. Unser Wunsch ist es, dass wir die kurzen Wege behalten und zumindest ein paar Spiele in einer Halle im Kreis Segeberg absolvieren können. Hier sind wir aktuell noch in Gesprächen. Danke an alle, die an unserer Seite stehen, ein Mega-Tag für uns heute.“

Florian Haupt, Leiter Leistungssport: „Eigentlich fehlen mir ehrlich gesagt die Worte. Ich wusste, dass wir gemeinsam mit unseren Sponsoren und Fans wirklich viel bewegen können, aber dass wir den Handball im SV Todesfelde innerhalb von nur sieben Wochen finanziell und auch medienwirksam auf ein ganz neues Level heben können, daran hätte ich niemals geglaubt. Die letzten Wochen waren wirklich hart und anstrengend, Freizeit gab es so gut wie keine. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an wirklich alle Menschen, die uns hierbei unterstützt haben. Wir werden am 2. April eine große Party schmeißen, die „Nacht der Möglichmacher“. Hier sind alle Personen eingeladen, die uns durch ihre Spenden, ihre Mithilfe oder ihr Sponsoring supportet haben. Der heutige Tag ist definitiv ein Meilenstein in der Geschichte des SV Todesfelde!“

Tim Adenhövel, Sportlicher Leiter: „Wir haben in nicht einmal sieben Wochen Unglaubliches auf die Beine gestellt. Wir haben in dieser Zeit etwas geschafft, wofür andere Vereine wahrscheinlich Monate oder Jahre Vorbereitung benötigen, und das nur mit unserem kleinen Ehrenamtler-Team. Jetzt gilt es, unseren Mädels weiter die Daumen zu drücken, damit der NextStep auch sportlich klappt. Vielen Dank an unser Ehrenamtler-Team für die intensive und sicherlich nicht einfache Zeit in den letzten Wochen.“

Henning Ammen, Cheftrainer: „Als ungeschlagener Aufsteiger in der 3. Liga melden wir jetzt für die 2. Handball-Bundesliga – das ist ein starkes Signal und ein besonderer Moment für unseren Verein. Es ist großartig zu sehen, wie professionell und engagiert im Hintergrund gearbeitet wurde, um den Frauen diese Chance zu ermöglichen. Wir als Spielerinnen und Trainerteam werden weiterhin auf dem Feld alles geben, hart arbeiten und unseren Weg mit voller Überzeugung weitergehen.“

Dirk Grabowski, Teammanager: „Die Entwicklung im SV Todesfelde ist wirklich beeindruckend. Als Teammanager, Spielerinnenvater und Sponsor freue ich mich natürlich gleich dreifach, dass uns dieser Kraftakt gemeinsam gelungen ist.“

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Bildquellen

  • SVT: Lobeca/Felix Schlikis
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