Hamburg – Dass die Stimmung schon nach dem ersten Pflichtspiel bei den HSV-Anhängern hochkochte ist neu. Für gewöhnlich ist der normale Fan des Zweitligisten resistent was Misserfolge angeht. Nach dem peinlichen Pokal-Desaster bei Dynamo Dresden (1:4) am Montag gab es viel Häme und Spott aus den eigenen Reihen. Selbst Supporters-Boss Timo Horn meldete sich bei Twitter zu Wort: „Hochverdient und hochnotpeinlich. Jetzt schon kein Bock mehr auf die Saison“, ließ er seiner Laune freien Lauf. Anders als sonst, steht die Sportliche Leitung schon vor dem ersten Punktspiel unter Beschuss. Dass was Trainer Daniel Thioune verlangte, hat die Mannschaft nicht umgesetzt. Obwohl er auch gute Dinge gesehen haben will, wie er nach der Begegnung sagte. Dennoch: im Pokal ist der Hamburger SV raus und das steht unter dem Strich.

DFB ermittelt gegen HSV-Profi

Zwei Tage ist noch Zeit um das Team „einzunorden“. Dann kommt Fortuna Düsseldorf in den Volkspark. Das Mediengewitter hat nach der „Causa Jatta“ gleich eine Fortsetzung gefunden. Dafür sorgte Neuzugang Timo Leistner. Der 30-Jährige rastete während eines TV-Interviews aus und kletterte auf die Tribüne und schubste einen Dynamo-Fan auf der Treppe. Dieser soll zuvor die Familie des Verteidigers beleidigt und eine obszöne Geste in dessen Richtung gezeigt haben. Der Tenor im Netz hat für die Aktion des Profifußballers kein Verständnis. Einige können ihn allerdings verstehen. Er selbst entschuldigte sich noch am Montagabend via Instagram. Der Deutsche Fußball Bund (DFB) kündigte trotzdem Ermittlungen an.

Josefin Leistner meldet sich zu Wort

Am Dienstag meldete sich Josefin Leistner ebenfalls über Instagram und verteidigte ihren Ehemann. Die beiden erwarten aktuell ihr zweites Kind und wollen nach der Karriere zurück in die Geburtsstadt des Profikickers. Dort besitzen sie ein Grundstück.

Dynamo-Fan äußert sich

Bei Dynamo ist der Vorfall als beschämend einzustufen. Der Drittligist will sich den eigenen Anhänger vorknöpfen. Der gab inzwischen ein Interview bei „Tag24“. „So war es gar nicht. Ich würde die Sache gern richtigstellen. Zwei Kumpel sind im Block heruntergegangen und wollten hören, was die HSV-Spieler im Interview sagen. Als Leistner dran war, riefen wir nur, dass wir die Hamburger mit dem 4:1 richtig gefickt hätten. Um die Familie ging es mit keinem Wort. Leistner meinte, ich solle herunterkommen. Ich rief ihm zu, dass das ja schlecht geht. So ging das dann viermal hin und her. Zu diesem Zeitpunkt war mir nicht einmal bewusst, dass das Toni Leistner sei, noch das seine Frau gerade im Krankenhaus liege und ein Kind erwarte. Am Ende hat er sich für seinen Ausraster entschuldigt, aber was ist das wert, wenn er die Tatsache so verdreht, dass ich seine Familie beleidigt hätte? Eine Totgeburt, wie manche nun im Netz behaupten, wünsche ich ihm natürlich nicht“, erklärte der Dynamo-Anhänger dem Portal. Die „MOPO“ berichtete weiter: Leistner und der Fan haben am Abend telefoniert und die Sache geklärt.

HSV bezieht Stellung

HSV-Vorstand Jonas Boldt bezieht nun ebenfalls Stellung zu den Vorfällen: „Wir haben die Aktion am Abend in Dresden aufgearbeitet, uns die vorhandenen Videosequenzen angeschaut und uns auch die Berichte der Augen- und Ohrenzeugen zukommen lassen. Toni selbst ist nach seinem Social-Media-Post auf uns und auf das Team zugekommen und hat sich in aller Form für sein Verhalten entschuldigt. Wir haben ihm sehr deutlich mitgeteilt, dass wir den Vorfall nicht tolerieren, gutheißen, dass wir einen internen Umgang damit finden müssen und werden. Wir haben ihm aber auch versichert, dass er aufgrund seiner Handlung jetzt nicht von uns fallengelassen oder an den Pranger gestellt wird. Wir sollten und müssen uns parallel zur internen Vorgehensweise vor allem auch mit den Umständen beschäftigen und aktiv daran arbeiten, dass solche Vorfälle vermieden werden. Das Niveau der Kommentare, die sich Toni aus dem Block anhören musste, ist unsäglich und leider keine Ausnahme mehr. Gegen solch drastische Beschimpfungen, ob beleidigend, homophob oder rassistisch, müssen wir im Fußball und auch in der Gesellschaft vorgehen. Ich bin sehr froh, dass der Großteil der Dresdner Fans und auch der Club selbst eine vernünftige und sachliche Einschätzung der Gesamtlage vorgenommen haben und dies auch kommunizieren.“

Bakery Jatta (HSV). Foto: Groothuis/Witters/Pool via Michael Schwarz

Jatta: neverending Story

Zum Thema „Jatta“ gibt es ebenfalls Neuigkeiten. Bakery Jatta steht unter Verdacht bei einer Identität falsche Angaben gemacht zu haben. Die Ermittlungen der Behörden ziehen sich schon einige Monate. Die „BILD“ sorgte damals für Schlagzeilen, als sie anfing zu behaupten, dass der Gambier mit richtigem Namen Bakery Daffeh heißen soll. Behörden ermittelten darauf. Im Juli gab es sogar eine Hausdurchsuchung bei dem HSV-Außenläufer. Nun legte die Zeitung nach und will mit einem Foto beweisen, dass ihre Anschuldigungen stimmen.

Torwart Julian Pollersbeck (HSV) Foto: Valeria Witters/Witters/Pool via Michael Schwarz

Pollersbeck nach Lyon

Ein weiteres Kapitel steht dagegen beim Hamburger SV kurz vor dem Ende. Nach einigem hin und her wird Julian Pollersbeck zum französischen Erstligisten Olympique Lyon wechseln. Das berichtet die „BILD“. Der Torhüter war bereits bei Ex-Trainer Dieter Hecking nur noch Nummer zwei, teilweise sogar drei. In Dresden setzte Neu-Coach Thioune auf Daniel Heuer Fernandes. „Polle“ musste zuhause bleiben. Nun verlässt er die Rothosen. Die Ablösesumme soll bei knapp 500.000 Euro liegen. Noch ist der Deal nicht unter Dach und Fach.

HSV-Verlosung um 1.000 Karten gegen Fortuna

Am Freitag sollte das alles nicht mehr Thema sein, zumindest für die 90 Minuten plus x, die der HSV dann gegen Fortuna Düsseldorf überstehen muss. Der Zweitliga-Auftakt steht an. Im Volksparkstadion dürfen zu dieser Partie 1.000 Fans kommen. Die Tickets werden verlost.

Ex-HSV-Trainer Hannes Wolf
Foto: Lobeca/Freitag

Ex-Trainer gefeuert

Hannes Wolf ist beim KRC Genk nach nur 22 Spielen auf der Bank entlassen worden. Der Ex-HSV-Trainer war nicht einmal ein Jahr beim belgischen Club.

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