Foto: Fishing4/Marcel Krause

Hamburg – 241 Tage Durststrecke sollen ein Ende finden. Und nachdem es am zweiten Weihnachtstag in Bonn schon so gut geklappt hat, sind die Hamburg Towers zuversichtlich, endlich wieder einen Heimsieg zu feiern. Es wäre der ersten seit dem 2. Mai. Die letzte Chance, in diesem Jahr nochmal zu gewinnen, bietet sich in der Bundesliga am Sonntag, 29. Dezember, gegen RASTA Vechta. Tip-Off zum Nord-Derby in der edel-optics.de Arena ist um 15 Uhr.

Die Duelle beider Mannschaften wurden bereits zu Zweitliga-Zeiten für ihre großartige Atmosphäre gerühmt. Freilich war das Gästekontingent von den begeisterungsfähigen Fans aus Vechta binnen kürzester Zeit ausgeschöpft. Towers-Cheftrainer Mike Taylor freut sich bereits: „Für die Zuschauer wird das ein attraktives Spiel, Derbys sind immer etwas Besonderes. Hoffentlich können sich beide Vereine auf Jahre in der BBL etablieren, sodass sich eine gute Rivalität entwickelt.“

Aber auch sportlich hat der Jahresabschluss etwas zu bieten. Mit Vechta gastiert die Überraschungsmannschaft der Vorsaison. Als Aufsteiger ins Halbfinale, auf dem Weg dorthin den einstigen Serienmeister Brose Bamberg ausgeknockt – die Norddeutschen haben den Wilhelmsburgern vorgemacht, wie sich die easyCredit Basketball Bundesliga aufmischen lässt. Dass das Erfolgsjahr keine Eintagsfliege war, beweisen die Rastamen in der aktuellen Saison. Trotz schmerzlicher Abgänge von Leistungsträgern und internationaler Doppelbelastung hat der spanische Coach Pedro Calles, amtierender Trainer des Jahres in der BBL, sein Team auf Platz acht (5:4 Siege) geführt. Die Playoffs sind absolut realistisch. In der Champions League überzeugt Vechta mit der gleichen Siegbilanz, hat dabei unter anderem schon beim Spitzenklub AEK Athen triumphiert. „Mir gefällt der Spielstil sehr gut, er ist schnell und athletisch. Pedro lässt häufig kleine Formationen aufs Feld, bei denen jeder Akteur eine hohe Qualität im Eins gegen Eins besitzt“, sagt Taylor.

Besonders Spielmacher Steve Vasturia (14,5 Punkte pro Spiel/5,6 Assists pro Spiel) sticht heraus. Seine Guard-Kollegen Trevis Simpson (12,3 PpS), Josh Young (12,2 PpS) sowie der vor drei Partien verpflichtete Jordan Davis (12,7 PpS) sind ebenso effektiv. Dazu kommt mit Ex-Footballer Ish Wainright (11,6 PpS) und dessen breitem Kreuz ein alter Bekannter, der im Vorjahr bei Zweitliga-Finalist Nürnberg Falcons aktiv war, nach Wilhelmsburg.

Dennoch sind die Towers keineswegs chancenlos. Nicht zuletzt die gute Leistung beim 102:90-Erfolg bei den Telekom Baskets Bonn sorgt für Optimismus. Zudem spielt der kleinste BBL-Standort aus der 30000-Einwohner-Stadt noch am Freitagabend gegen s.Oliver Würzburg und hat einen Tag weniger zur Regeneration zur Verfügung. „Wir entwickeln uns seit Wochen spürbar weiter. In Bonn haben wir uns endlich mit einem positiven Resultat belohnt. Dieses Momentum möchten wir mitnehmen, wir sind hungrig auf den ersten Heimsieg“, betont Taylor. Aus dessen Kader ist voraussichtlich lediglich Malik Müller nicht verfügbar, der nach seinem Bänderriss im Knöchel noch Zeit benötigt.

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