Der (fast) komplette Kader der Bargteheide Bees. Foto: Ralf Siggelkow

Bargteheide – Die Erleichterung war allen Beteiligten nach Spielende anzumerken: Die TSV Bargteheide Bees haben endlich ihren ersten Sieg in der 1. Regionalliga Nord gefeiert. Gegen die SG Braunschweig setzten sich die Bienen vor allem dank einer starken Teamleistung nach der Pause 85:74 (37:44) durch.

Spielverlauf

Die Bees mussten in ihrem zweiten „Heimspiel“, das dank Nachbarschaftshilfe der ATSV Twisters in Ahrensburg stattfand, wie zuletzt auf ihren verletzten Point Guard Jeremy Ingram sowie auf Jacob Gäde, Younes Ibouchoukene und Nico Schümann verzichten. Dafür stand der neu verpflichtete Abdulai Abaker in der Starting Five. Bei den Braunschweigern, Farmteam von BBL-Klub Basketball Löwen, fehlte mit Jannik Göttsche der bis dato beste Rebounder der Liga, weil er am Sonntag in der Bundesliga auflief. Auch die U20-Nationalspieler Sananda Fru (BBL-Team) und Gian Aydinoglu (verletzt) standen nicht im Kader. Dafür war der 2,17 Meter große Rupee Kolawole dabei.

- Anzeige -

Vor rund 110 Zuschauern legte Bargteheide einen Traumstart hin und führte 10:0 (3. Minute). Doch die Gäste fingen sich nach einer Auszeit langsam und kämpften sich in die Partie (24:20, 10.). Im zweiten Viertel verloren die Bees ihren Rhythmus, die Ballverluste und Fehlwürfe nahmen zu, während bei Braunschweig Simon Roosch heiß lief, 18 Punkte erzielte (insgesamt 22) und so großen Anteil an einer 7-Punkte-Führung seiner Mannschaft zur Pause hatte.

Wie schon zu Spielbeginn dominierten die Bees die ersten Minuten des dritten Viertels, dank eines 9:0-Laufs eroberten sie die Führung zurück (46:44, 24.). Die Partie blieb zunächst eng, Braunschweig lag in der 30. Minute auch nochmal vorne – allerdings nur für 16 Sekunden. Mit 61:60 ging es ins Schlussviertel.

In diesem konnten sich die Bees ab der 34. Minute entscheidend absetzen. Trainerin Şükran Gencay hatte eine starke Lineup gefunden aus Abaker, Marcel Hoppe, Vladimir Migunov, Carl Ceesay und Lukas Fleischhauer, die Braunschweig vor große Probleme stellte und den Sieg herausspielte. Abaker feierte mit 26 Punkten (15 Punkte nach der Pause), fünf Assists, sechs Rebounds und vier Steals einen starken Einstand. Topscorer Hoppe erzielte 23 seiner insgesamt 27 Punkte nach der Pause bei guten Quoten. Vor allem war es aber Lukas Fleischhauer, der als Glue Guy großen Einfluss hatte und einen Plus-Minus-Wert von +28 vorweisen konnte.

Im Anschluss feierten auch die Damen des Ahrensburger TSV einen Heimsieg in der 1. Regionalliga und sorgten damit für einen gelungenen Abschluss des improvisierten Doubleheaders. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für die Hilfe!

Stimmen

Şükran Gencay (Trainerin TSV Bargteheide Bees): „Ich bin stolz auf das gesamte Team. Nach der deutlichen Niederlage letzte Woche haben wir uns nicht entmutigen lassen, sondern gut trainiert. Die Jungs haben Abu super aufgenommen und er hat es mit einer starken Leistung gedankt. Das alles steht für Charakter und unsere Bees Mentalität. Wir sind noch lange nicht am Ziel und müssen weiter sehr hart an uns arbeiten. Die Saison ist eben ein Marathon und kein Sprint.“

Said Ghalamkarizadeh (Sportdirektor TSV Bargteheide Bees): „Der Sieg tut gut. Insbesondere nach den knappen Niederlagen in Potsdam und gegen Königs Wusterhausen. Wir werden immer besser, da steckt noch viel Potenzial in der Mannschaft. Dem ATSV, vor allem Coach Basty und Teammanagerin Jenny, herzlichen Dank für die Hilfe.“

Abdulai Abaker neu bei den Bees

Die TSV Bargteheide Bees haben auf den mehrwöchigen Ausfall von Jeremy Ingram reagiert und Abdulai Abaker verpflichtet. Der 26 Jahre alte Aufbauspieler verfügt über reichlich ProB-Erfahrung und ist ein ausgewiesener Verteidigungsspezialist.

Anzeige
Anzeige
AOK
Anzeige

„Abu bringt Athletik, Tempo und viel Energie in unser Spiel. Er macht als Playmaker alle um sich herum besser, strahlt mit seinen starken Drives immer Gefahr aus und ist zudem ein überragender Verteidiger. Einen Spieler von seiner Qualität für uns zu gewinnen, ist absolut keine Selbstverständlichkeit“, sagt Bees-Trainerin Şükran Gencay, die Abaker bereits in der Jugend und in der Saison 2020/21 coachte. „Abu ist ein sehr charakterstarker junger Mann und ich freue mich sehr ihn wieder in meinem Team zu haben.“

In der vergangenen Saison spielte Abaker zunächst für Lok Bernau in der ProB Nord, ehe er zur Rückrunde in den Süden zu den Arvato College Wizards nach Karlsruhe wechselte. Für Bernau kam er in zehn Spielen (22,9 Minuten) auf durchschnittlich 7,7 Punkte, 4,0 Assists und 1,9 Steals, für Karlsruhe in 14 Partien (26,7) auf 12,6 Punkte, 2,9 Assists, 2,0 Steals und 3,5 Rebounds.

„Nach Jeremys Verletzung mussten wir reagieren und mit Abu haben wir eine optimale Verstärkung gefunden“, sagt Bees-Sportdirektor Said Ghalamkarizadeh. „Jeremy kann nun ohne Druck wieder fit werden, und nach seiner Rückkehr werden sich die beiden mit ihren unterschiedlichen Skillsets sehr gut ergänzen.“

Der gebürtige Hamburger Abaker kam spät zum Basketball und spielte in der Jugend beim ETV Hamburg unter Gencay, danach wechselte er in die NBBL-Mannschaft der Eisbären Bremerhaven, ehe er 2015 sein ProB-Debüt für den SC Rist Wedel feierte. Es folgten mit Cuxhaven (2017/18), Schwenningen (2018/19), dem ETV (2020/21) und eben Bernau und Karlsruhe weitere Stationen in der dritthöchsten Liga Deutschlands.

Eigentlich wollte sich der 1,86 Meter große Guard in dieser Saison voll auf sein BWL-Studium konzentrieren, entschied sich nun aber für die „Doppelbelastung“. „Nach einem längerem Gespräch mit Şükran konnte sie mich überzeugen, nochmal mit ihr und den Bees zu attackieren. Ich kenne sie schon eine halbe Ewigkeit, weiß wie sie spielen lässt und habe immer Riesenspaß unter ihr zu spielen“, sagt Abaker. „Als ich dann das Team und das ganze familiäre Umfeld kennenlernte, war es für mich keine schwere Entscheidung, mich der Doppelbelastung zu stellen.“

Auf dem Court will er der Mannschaft im Spielaufbau und beim Playmaking helfen – besonders während Ingrams Ausfall. „Außerdem bringe ich immer Energie mit aufs Feld und besonders in der Verteidigung kann ich vorangehen und Akzente setzen. Ich sehe in unserer Mannschaft auf jeden Fall ein Team, dass sich vor niemandem in der Liga verstecken muss.“

Bei den Bees erhält Abaker die Trikotnummer 50.

Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.