Yannik Franke war erneut bester Werfer der Hamburg Towers.
Foto: Lobeca/Kaben

Göttingen – Wie im Hinspiel hat eine verkorkste erste Hälfte die Hamburg Towers um einen Erfolg gegen die BG Göttingen gebracht. Die deutliche Leistungssteigerung in Durchgang zwei kam zu spät, und so verlor das Schlusslicht knapp mit 95:101 (67:75, 37:58, 20:23). Es war die achte Pleite in Serie.

Nahezu über seine Bestbesetzung verfügend, begann Cheftrainer Mike Taylor zunächst mit Jorge Gutierrez, Heiko Schaffartzik, Demarcus Holland, Michael Carrera und Bogdan Radosavljevic. Diese Formation harmonierte anfangs allerdings nicht. Zwei Zähler von Carrera wurden von drei Ballverlusten sowie acht gegnerischen Punkten überschattet, sodass es schnell wieder zur Auszeit in Richtung Bank ging (4. Minute). Der Coach hielt jedoch am selben Quintett fest, Radosavljevic dankte das Vertrauen direkt mit einem erfolgreichen Fadeaway. Dennoch besaßen die Gäste weiterhin Probleme mit der intensiven Göttinger Verteidigung in der äußerst atmosphärischen Sparkassen-Arena (4:14/5.). Die Umstellung auf eine Zonen-Defense sorgte für etwas Entlastung am anderen Ende. Zwar verwandelten die Niedersachsen starke fünf Dreier im ersten Viertel, allerdings ging ihnen der Rhythmus verloren. Auf der Gegenseite glückten zudem auch einige Aktionen. Vor allem Carrera war extrem gut aufgelegt und hielt seine Mannschaft in Schlagdistanz (20:23).

Gewollt, den Start in den nächsten Abschnitt nicht zu verschlafen, glich Beau Beech im ersten Angriff direkt per Dreier zum 23:23 aus. Und der zuletzt selten eingesetzte Kevin Yebo radierte umgehend jegliche Sorgen aus, dass er Rost angesetzt hätte. Sein Korbleger brachte die erste Führung seit dem 2:0 (27:26/12.). Der Tabellenzehnte antwortete unbeeindruckt – 16:0-Lauf. Die Veilchen hatten sich speziell darauf fokussiert, die etatmäßigen Leistungsträger des Aufsteigers aus dem Spiel zu nehmen: Gutierrez, Yanna Franke und Schaffartzik hatten allesamt Schwierigkeiten. Letztgenannter beendete den gegnerischen Run zumindest mit einem rotzfrechen Dreier zum 30:42 (17.). Der Effekt war minimal, da die BG zwei weitere ihrer überragenden zwölf Distanztreffer folgen ließ. Und damit war es nicht genug, bis zur Halbzeit war der Rückstand auf ein fatales 37:58 angewachsen. Beech ließ durch einen Buzzer-Beater wenigstens etwas Hoffnung aufflammen.

Bereits im ersten Aufeinandertreffen waren die Wilhelmsburger mit einer enormen Hypothek in die Pause gegangen, damals auf drei Punkte herangekommen. In Erinnerung daran, begannen sie nach dem Seitenwechsel engagiert. Der Ball wurde nun ähnlich gut verteilt wie auf der Gegenseite. Resultat: Nach einem Carrera-Korbleger zum 51:65 (26.) wurde Göttingens Trainer Johan Roijakkers zumindest so unruhig, dass er eine Auszeit anforderte. Das anschließende Dunking des bärenstarken Venezolaners, abermals nach Gutierrez-Assist, brachte den Großteil der 3447 Zuschauer in der ausverkauften Halle immerhin für Sekunden zum Schweigen. Während der Mexikaner seinen Groove im Spielaufbau gefunden hatte, stieg die Anspannung, und hätten die Norddeutschen keine Nerven von der Freiwurflinie gezeigt (9/14), wären sie noch näher als bis auf 67:75 herangekommen. So oder so: ein ganz starkes Viertel.

2:25 Spielminuten später war die Stimmung beim Liga-Neuling wieder unten angelangt. Auszeit Taylor, nachdem Veteran Adam Waleskowski aus der Ecke den 15. Dreier zum 82:70 verwandelt hatte. Aber: Die Towers blieben ruhig. Ohne voreilige Aktionen, dafür mit verbesserter Verteidigung näherten sie sich wieder auf 77:82 (36.) an. Von nun an tauschten beide Kontrahenten Jabs aus, landeten aber keine Wirkungstreffer mehr. Der Dreipunktwurf von Franke zum 88:94 (40.) kam zu spät, um die Universitätsstädter nochmals ernsthaft ins Wanken zu bringen.

„Göttingen hat verdient gewonnen, besonders durch den Lauf im zweiten Viertel. Unser Kampfgeist nach der Halbzeit hat mich gefreut, abgesehen davon war der Auftritt heute ein Rückschritt. Vor allem unsere Gameplay-Fehler in der Verteidigung enttäuschen mich. Dazu müssen wir effizienter werden“, kommentierte Taylor.

Hamburg Towers: Franke (16 Punkte), Holland (10), Beech (13), Gutierrez (6/10 Assists), Schaffartzik (6), Radosavljevic (10), Hollatz, Carrera (31/9 Rebounds), Ogunsipe, Yebo (2).

Kommenden Sonntag kommt es für Taylor zu einem Wiedersehen mit seinem Ex-Klub. Um 15 Uhr gastiert ratiopharm ulm in der ed

Göttingen, 7. März 2020. Wie im Hinspiel hat eine verkorkste erste Hälfte die Hamburg Towers um einen Erfolg gegen die BG Göttingen gebracht. Die deutliche Leistungssteigerung in Durchgang zwei kam zu spät, und so verlor das Schlusslicht der easyCredit Basketball Bundesliga knapp mit 95:101 (67:75, 37:58, 20:23). Es war die achte Pleite in Serie.

Nahezu über seine Bestbesetzung verfügend, begann Cheftrainer Mike Taylor zunächst mit Jorge Gutierrez, Heiko Schaffartzik, Demarcus Holland, Michael Carrera und Bogdan Radosavljevic. Diese Formation harmonierte anfangs allerdings nicht. Zwei Zähler von Carrera wurden von drei Ballverlusten sowie acht gegnerischen Punkten überschattet, sodass es schnell wieder zur Auszeit in Richtung Bank ging (4. Minute). Der Coach hielt jedoch am selben Quintett fest, Radosavljevic dankte das Vertrauen direkt mit einem erfolgreichen Fadeaway. Dennoch besaßen die Gäste weiterhin Probleme mit der intensiven Göttinger Verteidigung in der äußerst atmosphärischen Sparkassen-Arena (4:14/5.). Die Umstellung auf eine Zonen-Defense sorgte für etwas Entlastung am anderen Ende. Zwar verwandelten die Niedersachsen starke fünf Dreier im ersten Viertel, allerdings ging ihnen der Rhythmus flöten. Auf der Gegenseite glückten zudem auch einige Aktionen. Vor allem Carrera war extrem gut aufgelegt und hielt seine Mannschaft in Schlagdistanz (20:23).

Gewollt, den Start in den nächsten Abschnitt nicht zu verschlafen, glich Beau Beech im ersten Angriff direkt per Dreier zum 23:23 aus. Und der zuletzt selten eingesetzte Kevin Yebo radierte umgehend jegliche Sorgen aus, dass er Rost angesetzt hätte. Sein Korbleger brachte die erste Führung seit dem 2:0 (27:26/12.). Der Tabellenzehnte antwortete unbeeindruckt – 16:0-Lauf. Die Veilchen hatten sich speziell darauf fokussiert, die etatmäßigen Leistungsträger des Aufsteigers aus dem Spiel zu nehmen: Gutierrez, Yanna Franke und Schaffartzik hatten allesamt Schwierigkeiten. Letztgenannter beendete den gegnerischen Run zumindest mit einem rotzfrechen Dreier zum 30:42 (17.). Der Effekt war minimal, da die BG zwei weitere ihrer überragenden zwölf Distanztreffer folgen ließ. Und damit war es nicht genug, bis zur Halbzeit war der Rückstand auf ein fatales 37:58 angewachsen. Beech ließ durch einen Buzzer-Beater wenigstens etwas Hoffnung aufflammen.

Bereits im ersten Aufeinandertreffen waren die Wilhelmsburger mit einer enormen Hypothek in die Pause gegangen, damals auf drei Punkte herangekommen. In Erinnerung daran, begannen sie nach dem Seitenwechsel engagiert. Der Ball wurde nun ähnlich gut verteilt wie auf der Gegenseite. Resultat: Nach einem Carrera-Korbleger zum 51:65 (26.) wurde Göttingens Trainer Johan Roijakkers zumindest so unruhig, dass er eine Auszeit anforderte. Das anschließende Dunking des bärenstarken Venezolaners, abermals nach Gutierrez-Assist, brachte den Großteil der 3447 Zuschauer in der ausverkauften Halle immerhin für Sekunden zum Schweigen. Während der Mexikaner seinen Groove im Spielaufbau gefunden hatte, stieg die Anspannung, und hätten die Norddeutschen keine Nerven von der Freiwurflinie gezeigt (9/14), wären sie noch näher als bis auf 67:75 herangekommen. So oder so: ein ganz starkes Viertel.

2:25 Spielminuten später war die Stimmung beim Liga-Neuling wieder unten angelangt. Auszeit Taylor, nachdem Veteran Adam Waleskowski aus der Ecke den 15. Dreier zum 82:70 verwandelt hatte. Aber: Die Towers blieben ruhig. Ohne voreilige Aktionen, dafür mit verbesserter Verteidigung näherten sie sich wieder auf 77:82 (36.) an. Von nun an tauschten beide Kontrahenten Jabs aus, landeten aber keine Wirkungstreffer mehr. Der Dreipunktwurf von Franke zum 88:94 (40.) kam zu spät, um die Universitätsstädter nochmals ernsthaft ins Wanken zu bringen.

„Göttingen hat verdient gewonnen, besonders durch den Lauf im zweiten Viertel. Unser Kampfgeist nach der Halbzeit hat mich gefreut, abgesehen davon war der Auftritt heute ein Rückschritt. Vor allem unsere Gameplay-Fehler in der Verteidigung enttäuschen mich. Dazu müssen wir effizienter werden“, kommentierte Taylor.

Hamburg Towers: Franke (16 Punkte), Holland (10), Beech (13), Gutierrez (6/10 Assists), Schaffartzik (6), Radosavljevic (10), Hollatz, Carrera (31/9 Rebounds), Ogunsipe, Yebo (2).

Kommenden Sonntag, 15. März, kommt es für Taylor zu einem Wiedersehen mit seinem Ex-Klub. Um 15 Uhr gastiert ratiopharm ulm in der edel-optics.de Arena. (PM)

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