Chemnitz – Im Nachholspiel des 22. Spieltags endet die Siegesserie der Hamburg Towers mit einer 97:98-Niederlage – nach einem 16-Punkte-Rückstand! – in Chemnitz.

Nicht ganz zwei Jahre ist es her, dass die Hamburg Towers Chemnitzer Träume zerplatzen ließen und sich das sportliche Aufstiegsrecht in die Basketball-Bundesliga sicherten. Genau 720 Tage später kehrten die Hamburger an den Ort des Geschehens zurück und scheinbar war der Geist der Zweiten Liga und der Chemnitzer Frust noch immer nicht verflogen. Zwar gehörte der erste Ballbesitz den Towers, die ersten Punkte erzielten aber die Chemnitzer – nach Ballgewinn an der Mittellinie ließ es King für die Hausherren krachen. Nachdem es zunächst den Anschein gemacht hatte, als sollte sich kein Team absetzen können, initiierte und beendete Maik Kotsar einen Hamburger 9:0-Lauf jeweils per Dunk und brachte sein Team erstmalig spürbar in Führung. Zwar gelang es den NINERS anzuschließen, doch dank starker Offensive – nicht zuletzt durch sechs Zähler in Folge von TJ Shorts – behielten die Towers zum Ende des ersten Viertels (29:20) die Oberhand. Das sollte sich jedoch schnell ändern. Wie schon im Hinspiel brillierte Chemnitz mit Fabelquoten. Bis zur Halbzeit fielen acht Dreier (67 %), nur ein Zweier fand bei zehn Versuchen nicht das Ziel. So machten sich auch die zehn Ballverluste, die die Hamburger mit ihrer Defensive forcierten, nicht negativ bemerkbar. Nach einem 16:0-Lauf war die Partie gekippt, per Dreier beendete Kameron Taylor eine offensive Durststrecke seines Teams. Zwar schafften es die Towers zwischenzeitlich auszugleichen, weil es aber weiterhin nicht gelang, die Wurflaune der Chemnitzer entscheidend zu stören, ging es mit einem Drei-Punkte-Rückstand (45:48) in die Halbzeit.

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Und auch nach dem Seitenwechsel waren es die Hausherren, die das Spielgeschehen bestimmten. Zwar mühten sich die Towers, einen Weg zurück in die Partie zu finden, doch zwei Chemnitzer Dreier, begünstigt durch ein unsportliches Foul von TJ Shorts, ließen den Rückstand erstmalig zweistellig werden. Die Hamburger fanden noch immer keinen Weg zurück ins Spiel, mit einem 13-Punkte-Rückstand (66:79) ging es in die letzten zehn Minuten. Und zunächst sah es so aus, als würden die NINERS Chemnitz frühzeitig für die Entscheidung sorgen. Nachdem King einmal mehr seine Flugkünste unter Beweis gestellt hatte, ließ der US-Forward den Rückstand durch einen Dreier auf 16 Punkte anwachsen. Knapp acht Minuten blieben den Towers, den Spielverlauf auf den Kopf zu stellen. Und auch wenn es Thornton schafften, der ersten aufkeimenden Hoffnung einen Dämpfer zu verpassen, arbeiteten sich die Towers Punkt um Punkt zurück. TJ Shorts krönte nach einem Steal von Kameron Taylor einen 10:0-Lauf. Dann war es Maik Kotsar, der seinem Team einen weiteren Energieschub verpasste, ehe Kameron Taylor aus der Distanz das 94:95 erzielte. Gleich zwei Chancen ließ Chemnitz in der letzten Spielminute ungenutzt, sodass Max DiLeo die Aufholjagd der Hamburg Towers mit einem Dreier finalisierte. Doch in den letzten Sekunden, in denen die Towers über das gesamte Spielfeld verteidigten, rutschten erst Maik Kotsar, dann Kameron Taylor unglücklich aus, sodass sich für Thornton eine Lücke bot – der spielentscheidende Dreier besiegelte die 97:98-Niederlage.

Kurzer Schnack nach dem Spiel:

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Pedro Calles: „Chemnitz hat guten Basketball gespielt und sehr gut von der Dreierlinie getroffen. Das waren die Hauptgründe für das Ergebnis heute. Ich rechne meinen Spieler ihren Einsatz und ihre mentale Stärke hoch an, aber die Konzentration, gerade im dritten Viertel, war heute nicht da. Wenn wir über dem Foullimit waren, haben wir zu viele blöde Fouls begangen und Chemnitz an die Linie geschickt. Das hat dazu geführt, dass wir mit 16 Punkten zurücklagen. Meine Spieler haben alles versucht, aber Thornton gehörte der Schlusspunkt.“

Justus Hollatz: „Hamburg gegen Chemnitz ist immer ein besonderes Spiel. Es gibt diese besondere Vergangenheit, die jeden pusht. Das hat man auch heute wieder gesehen. Chemnitz wollte unbedingt gewinnen, das hat man heute wieder gesehen. Sie haben wieder hochprozentig von der Dreierlinie getroffen. An manchen Tagen treffen sie, an manchen nicht – heute hatten sie das Glück, auch mit dem letzten Wurf. Da kann man nichts machen, damit müssen wir leben.“

Towers-Statistiken: Shorts (19 Punkte, 4 Ass.), Swing (2), DiLeo (6), K. Taylor (23, 6 Reb.), Kotsar (10, 7 Reb.), Richter (8), Hollatz (12, 4 Reb.), Allen (9, 4 Ass.), Cuthbertson (8) (PM Towers – Foto: Lobeca/Roberto Seidel)

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