TJ Shorts: 27 Punkte in Berlin (Foto; Lobeca/Marcus Kaben)

Berlin – Die Hamburg Towers haben Alba Berlin im zweiten Playoff-Viertelfinale  einen harten Kampf geliefert – und hatten dennoch mit 83:95 (41:48) das Nachsehen. Die dritte Partie am Pfingstmontag vor 200 Zuschauern wird so zum Do-or-Die-Spiel.

Deutlich aggressiver, deutlicher wacher – mit deutlich mehr Towers-Style – begannen die Hamburger das zweite Viertelfinalspiel. Auf Berliner Seite netzte Peyton Siva zwar sieben schnelle Zähler, die Führung gehörte zur Mitte des ersten Viertels aber dem Team von Pedro Calles (10:9, 5.). Der Vorsprung hätte sogar deutlicher ausfallen können, hätten die Towers mehr als nur vier ihrer ersten 15 Versuche in Korbnähe erfolgreich abgeschlossen. Mit starker Quote aus der Distanz und viel Einsatz in der Defensive machten die Hamburger die Abschlussschwäche am Ring zunächst wett, konnten die knappe Führung der Albatrosse – die ihrerseits vor allem im Zweierbereich Gefahr ausstrahlten – zum Ende der ersten zehn Minuten dennoch nicht verhindern. Ein Full-Court-Treffer von TJ Shorts verließ unglücklicherweise Zehntelsekunden nach Ertönen der Sirene die Hand – so leuchte ein 22:27-Rückstand auf der Anzeigetafel.

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Angeführt vom kleinsten Tower, der in kurzer Zeit acht Punkte erzielte, fiel nach drei weiteren Minuten dann aber erst der Ausgleich, einen Angriff später erzielte Bryce Taylor aus der Ecke per Dreier die erneute Führung, die wiederum TJ Shorts zur Mitte des zweiten Abschnittes absicherte (35:33, 15.). Eine Berliner 2-3-Zonenverteidigung rund um ihren 2,21-Meter-Riese Koumadje sorgte allerdings für ein jähes Ende des Hamburger Momentums. Zeitgleich spielten sich die Hauptstädter offensiv in einen Rausch – entweder trafen Albas Flügelspieler oder die Guards aus der Distanz oder Koumadje dunkte sich durch die Zone. Nach dem höchsten Rückstand in der ersten Hälfte führte TJ Shorts, der bis zu Halbzeit bereits 17 seiner 27 Punkte erzielt hatte, seine Hamburg Towers mit viel Herz zur Halbzeitpause auf 48:41 heran.

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Pedro Calles nutzte fast die vollen 15 Minuten für seine Ansprache, sein Team freute sich gleichzeitig über die willkommene Verschnaufpause. Denn mit Wiederbeginn setzen die Hamburg Towers ihre kräftezehrende, energiegeladene Defensivarbeit fort. Leisteten sich die Towers im zweiten Viertel nur zwei Fouls, war das Limit zur Mitte des dritten Viertels bereits erreicht – von der Freiwurflinie baute Berlin die Führung aus (62:49, 26.). Mit einem 11:0-Lauf drehten die Hamburger nun auch offensiv wieder auf. Berlin wechselte prompt erneut in ihre Zonenvariante – das Spiel wurde zwar langsamer, die Towers fanden in Person von Jordan Swing, der mit acht Punkten in zwei Minuten heiß lief, dennoch gute Abschlüsse und brachten sich vor dem Schlussviertel auf 68:65 heran. Mit Beginn vierten Abschnittes entbrannte ein offener Schlagabtausch, in einer hektischen Phase behielten dann die Berliner aber den klareren Kopf. Erst kassierte Jordan Swing sein fünftes persönliches Foul, dann zog Alba erneut zweistellig davon (81:70, 35.). Zwei weitere Berliner Dreier ließen die Hypothek auf 17 Zähler anwachsen –  zu viel für die Hamburg Towers, die zwar auch in den Schlussminuten um jeden Ball kämpften, aber nicht mehr entscheidend verkürzen konnten. Topscorer TJ Shorts schmiss sich 26 Sekunden vor dem Ende nach einem fast verloren gegangenen Ball, wurde anschließend sichtlich erschöpft ausgewechselt. Nach einem unglaublichen Kampf können die Hamburg Towers trotz der 83:95-Niederlage im zweiten Viertelfinale mit Selbstvertrauen in die Do-or-Die-Partie am Pfingstmontag in Hamburg gehen.

Towers-Statistiken: Shorts (27 Punkte, 4 Reb., 8 Ass.), Swing (15), DiLeo, Rich, Kotsar (3, 10 Reb.), Richter (3), Hollatz (2, 6 Ass.), Allen (10), Ogunsipe (1), Cuthbertson (13, 4 Reb.), B. Taylor (9), Spencer (PM Towers)

Bildquellen

  • lobeca_41197_marcus_kaben_20201227: Lobeca/Marcus Kaben
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