Mit Rückenwind zum ersten Auswärtsspiel

(Foto: Lobeca/Marcus Kaben)

Hamburg – Bei s.Oliver Würzburg bestreiten die Hamburg Towers am Sonntag (ab 14.45 Uhr LIVE bei Magenta Sport) ihr erstes Auswärtsspiel der Saison. Der Einsatz von Youngstar Justus Hollatz ist fraglich, Hans Brase steht vor seinem Comeback.

Beide Kontrahenten gehen mit einem Erfolg aus der letzten Partie in das Aufeinandertreffen am Sonntag (Tipoff 15 Uhr). Doch während die Hamburg Towers nach ihrem Auftaktsieg gegen Bamberg (78:75) am vergangenen Wochenende aufgrund einer Quarantäne-Anordnung für das Team der Gießen 46ers (Nachholtermin für das ausgefallene Spiel ist der 10.12.20, 19 Uhr) ohne Einsatz blieben, bestritten die Würzburger in Vechta bereits ihr fünftes Pflichtspiel. Für die Towers steht die Siegquote also immer noch bei 100 Prozent. Das hat zwar für den Verlauf der noch jungen Saison wohl keine Aussagekraft, ist mit einem Blick auf die aktuelle Tabelle aber dennoch marginal bedeutsam. Denn von den 17 Teams, die bereits mindestens ein Hauptrundenspiel bestritten haben – nur Gießen wartet nach überstandener Quarantäne noch auf ihren BBL-Auftakt –, zählt die Mannschaft von Head Coach Pedro Calles zu den „nur“ sechs Teams ohne Niederlage. Das Würzburger Team gehört in dieser doch recht trivialen Statistik dagegen zu den elf Mannschaften mit mindestens einer Niederlage. Nimmt man die drei sieglosen Auftritte im Magenta Sport BBL Pokal dazu, steht das Team von Denis Wucherer bei einer 20-prozentigen Siegquote. „Jeder Gegner in dieser Liga ist ein starker Gegner – unabhängig der bisherigen Ergebnisse. Wir haben in der Vorbereitung bereits gegen sie gespielt. Seitdem hat sich ihr Team nochmals verändert. Daher erwarte ich ein ganz anderes Spiel als im Oktober“, versichert Head Coach Pedro Calles, der für Sonntag einen anderen Spielverlauf als im Alles-Paletti-Cup-Finale (100:63) erwartet.

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Dieses doch eher zu vernachlässigende Rechenbeispiel ist wohl das kleinste Problem der Würzburger. Denn während die Stadt im Früh- und Spät-Sommer jeweils als Corona-Hotspot Schlagzeilen machte, sorgte der Virus auch bei den Basketballern für einschneidende Veränderungen. Trotz Platz Acht zum Zeitpunkt des coronabedingten Saisonabbruchs ließ sich für die Unterfranken eine Teilnahme am Final-Turnier in München nicht realisieren. Vier Leistungsträger, die durchschnittlich für 61,5 Prozent aller erzielten Punkte im Würzburger Spiel verantwortlich waren, verabschiedeten sich im Sommer. Das bedeutet nicht nur mehr Verantwortung für die beiden deutschen Youngster Obiesie und Haßfurther, sondern sind auch große Fußstapfen für die neuen Importspieler, die es zu füllen gilt. Die Hauptlast schultern derzeit die drei US-Amerikaner Tayler Persons, Micah Downs und Mark Ogden. Bemerkenswert: Downs und Ogden stießen erst im Oktober zum Team, sind beide mit Kurzzeitverträgen bis Dezember ausgestattet – um die noch verletzten Chapman und Sears zu ersetzen – und erzielen im Schnitt 15,0 (Ogden) und 15,5 (Downs) Punkte pro Spiel. Unangefochtener Anführer ist der 25-jährige Point Guard Persons. Das 1,91 Meter große und 94 Kilogramm schwere Kraftpaket führt die Würzburger in den meisten statistischen Kategorien an – Topscorer (15,5 Pps), Top-Rebounder (6,0 RpS) und Top-Vorlagengeber (4,0 Aps). Dem Match-Up mit Würzburgs Go-to-Guy muss sich auch Hamburgs kleinster und leichtester Akteur stellen. „Sicherlich wird es auch ab und an zu einem direkten Duell kommen. Aber unsere Verteidigung ist eine Teamaufgabe. Es geht nicht um individuelle Match-Ups“, hat Shorts den Gameplan seines Coaches verinnerlicht.

Um die großen Jungs bei Würzburg wird sich voraussichtlich auch Hans Brase wieder kümmern können. Im ersten Saisonspiel noch nicht dabei, arbeitete der 2,06 Meter große Forward in den letzten Wochen zuerst im Einzeltraining und seit dem vergangenen Wochenende auch wieder im Teamtraining an seiner Rückkehr auf das Parkett. „Es wird von Tag zu Tag besser. Ich hatte schon ein paar Verletzungen in meiner Karriere und weiß, dass man nichts überstürzen sollte. Ich versuche jeden Tag immer ein Prozent besser zu sein als gestern – das ist mein Motto“, gibt sich Hans Brase hoffnungsvoll, dass er gegen s.Oliver Würzburg wieder dabei sein kann. Ob Justus Hollatz am Sonntag eingesetzt werden kann, entscheidet sich erst kurzfristig. „Beim Auswärtsspiel des SC Rist Wedel er einen Schlag auf das Schambein bekommen und konnte bis Mittwoch nicht mit dem Team trainieren“, berichtet Head Coach Pedro Calles, der unter der Woche weiter an den offensiven und defensiven Automatismen seiner Spielphilosophie arbeitete. Routinier Bryce Taylor gibt sich indes zuversichtlich, dass sich die Towers treffsicherer zeigen als beim Saisonauftakt. „78 Punkte insgesamt sind für den Spielstil, den wir in diesem Jahr zeigen wollen, ein bisschen zu wenig. Wir müssen versuchen mehr Tempo in unseren Angriff zu bekommen“, analysierte der 367-fache BBL-Spieler im Anschluss an sein Comeback nach neunmonatiger Verletzungspause. Mehr Tempo ist das richtige Stichwort für TJ Shorts, der sich vornimmt, „von Spiel zu Spiel besser zu werden. Ich arbeite im Training gerade an meinen Führungsqualitäten. Ich möchte ein Coach auf dem Feld werden“, so der Floor-General, der zum Einstand gegen Bamberg bereits sechs Assists auflegte.

Los geht der Trip nach Würzburg am Sonnabend mit dem Bus. Nach einer Übernachtung absolviert das Team am Sonntagmorgen keinen obligatorischen Shootaround, da bereits um 15 Uhr die Partie in der Arena in Würzburg startet – Magenta Sport beginnt die Übertragung um 14.45 Uhr.

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Kurzer Schnack vor dem Spiel:

Pedro Calles: „Jeder Gegner in dieser Liga ist ein starker Gegner – unabhängig der bisherigen Ergebnisse. Wir haben in der Vorbereitung bereits gegen sie gespielt. Seitdem haben sie sich nochmal verstärkt. Daher erwarte ich ein ganz anderes Spiel als im Oktober. Durch den Ausfall letzte Woche konnten wir noch keinen Rhythmus entwickeln, daher müssen wir im Training versuchen konstant auf einem hohen Level zu arbeiten. Wir versuchen unsere Automatismen in der Offensive und Defensive zu festigen und die verletzten Spieler ins Team einzugliedern. Wir werden als Team zusammen versuchen Würzburg zu stoppen. Es geht nicht um einzelne Spieler oder einzelne Match-Ups.“

TJ Shorts: „Es geht nicht um individuelle Match-Ups. Unsere Verteidigung ist eine Teamaufgabe. Sicherlich wird es auch ab und an zu einem direkten Duell gegen Persons kommen. Dann versuche ich ihn zu stoppen, gemeinsam mit dem Team. Die BBL ist eine Top-Liga in Europa. Es ist sehr physisch. Die Spielweise ist eine andere als in Lettland. Jede Partie bringt seine eigenen Herausforderungen mit sich. Gemeinsam wollen wir versuchen einen Rhythmus zu finden und von Spiel zu Spiel besser zu werden. Ich arbeite im Training gerade an meinen Führungsqualitäten. Ich möchte ein Coach auf dem Feld werden.“

Hans Brase: „Ich hoffe beim nächsten Spiel gegen Würzburg wieder dabei zu sein. Es wird von Tag zu Tag besser. Ich hatte schon ein paar Verletzungen in meiner Karriere und weiß, dass man nichts überstürzen sollte. Ich versuche jeden Tag immer ein Prozent besser zu sein als gestern – das ist mein Motto.“ (PM HT)

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  • Basketball: (Foto: Lobeca/Marcus Kaben)
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