Justus Hollatz: Erinnerung der besonderen Art an Oldenburg (Foto: Lobeca/Roberto Seidel)

Hamburg – Nach acht Erfolgen in Serie empfangen die Hamburg Towers am Mittwoch (20.30 Uhr) die EWE Baskets Oldenburg. Das Spiel gegen den Tabellenvierten überträgt Magenta Sport live ab 20.15 Uhr.

Es mag Gegner geben, mit denen die Hamburg Towers deutlich positivere Erinnerungen verbinden als mit den EWE Baskets Oldenburg. Das liegt weniger an der ewigen Bilanz, die nach lediglich zwei Aufeinandertreffen noch klar bei den Niedersachsen liegt, sondern eher an den wenigen Sekunden, die im Hinspiel über Sieg und Niederlage entschieden. Trotz des unglücklichen Endes wollen die Towers die Erfahrungen aus dem ersten Saisonduell aber nicht in die Kategorie ‚Negativerlebnis‘ verbuchen. „Wir lagen bis 5,3 Sekunden vor Schluss vorn und haben dann noch den Gamewinner von Hornsby kassiert. Vielleicht hätten wir defensiv ein bisschen besser sein können. Nichtsdestotrotz haben wir eigentlich ein gutes Spiel gemacht“, erinnert sich Justus Hollatz.

- Anzeige -

Mit Ausnahme der ersten Spielminuten, in denen die Oldenburger zehn Wurfversuche in Folge im Korb unterbrachten, konnte sich im weiteren Spielverlauf keines der beiden Teams mehr als fünf Punkte absetzen. Vor dem Rückspiel ist das Team von Pedro Calles gewarnt. „Wir treffen auf ein sehr talentiertes Offensivteam. Auch wenn wir in der Defensive so gut wie alles richtig machen würden, haben sie immer noch die Fähigkeit und Qualität, Punkte zu erzielen“, so der Spanier. „Es muss das Ziel sein, wie bereits in den letzten Spielen, mit viel Energie herauszukommen. Wir wissen, was wir defensiv draufhaben“, gibt sich Youngstar Justus Hollatz vor dem Rückspiel selbstbewusst und ergänzt: „Unabhängig vom Ausgang des Hinspiels wollen wir gewinnen.“

Mit fast 95 erzielten Punkten pro Partie stellen die EWE Baskets die mit Abstand erfolgreichste Offensive der BBL. Bereits neun Mal erzielten die Niedersachsen mehr als 100 Punkte – drei Hunderter gelangen während der letzten vier Siege. „Sie haben zu viele Optionen, daher gibt es nicht die eine Lösung in der Defensive. Sie können im Post punkten, aus der Distanz, aus dem Pick & Roll und aus Blöcken abseits des Balles“, spricht der Hamburger Head Coach die offensive Variabilität an. Die Rolle des Topscorers teilen sich Keith Hornsby (15,7 PpS), verantwortlich für den spielentscheidenden Buzzerbeater im Februar, und BBL-Legende Rickey Paulding (15,5 PpS).

Als Reaktion auf den verletzungsbedingten Ausfall von Nathan Boothe präsentierten die Oldenburger mit Tomiaslav Gabric einen Last-Minute-Zugang, der sich mit 20 Punkten bei seiner Premiere nahtlos in sein neues Team einfügte. „Er passt sehr gut herein, aber deswegen hat sich das Oldenburger Spiel nicht verändert“, so der Eindruck von Pedro Calles nach den ersten beiden Partien des kroatischen Nationalspielers. Da der Neuzugang „keinen großen Einfluss auf die Ausrichtung der Oldenburger“ hat, ist es laut Calles das wichtigste, „ihr Tempo zu drosseln und ihren Spielfluss zu unterbinden“. Es gilt vor allem den Wirkungsradius der Kreativkräfte Phil Pressey (4,1 ApS), Braydon Hobbs (3,9 ApS) und Rasid Mahalbasic (3,8 ApS) einzuschränken.

Gerade im Duell mit den beiden Oldenburger Guards wartet eine weitere Herausforderung auf Justus Hollatz. „Spiele gegen starke Teams helfen mir sehr für meine Entwicklung“, so der Youngstar, der in den letzten drei Partien mindestens acht Punkte erzielte und jeweils über 25 Minuten auf dem Feld stand. „Ich darf trotzdem Fehler machen, ich mache Fehler, dafür bin ich dankbar und deswegen freue ich mich auf jedes weitere Spiel“, so der erst 19-Jährige, der seine zweite BBL-Spielzeit bestreitet.

Ausgangspunkt Hollatz‘ steigender Leistungskurve ist nach Einschätzung seines Coaches Pedro Calles „die größere Konstanz in der Trainingsarbeit“. Zudem freut es den Hamburger Head Coach, dass sich sein Schützling auf dem Feld zuletzt deutlich aggressiver präsentierte. „Er vertraut mehr und mehr in seine Fähigkeiten. Sein Selbstbewusstsein entwickelt sich in die richtige Richtung, daher hat er mehr Einfluss auf das Spiel“, so Pedro Calles. Für den spanischen Übungsleiter ist Lernen ein Geben und Nehmen. „Auch ich lerne jeden Tag von meinen Spielern. Als Team haben wir gelernt, wie wir Spiele erfolgreich beenden können“, so die Einschätzung von Calles, der resümiert: „Insgesamt spielen wir besser als zu Saisonbeginn.“

Anzeige
AOK
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kurzer Schnack vor dem Spiel:

Pedro Calles: „Wir treffen auf ein sehr talentiertes Offensivteam. Auch wenn wir in der Defensive so gut wie alles richtig machen würden, haben sie immer noch die Fähigkeit und Qualität, Punkte zu erzielen. Sie haben zu viele Optionen, daher gibt es nicht die eine Lösung in der Defensive. Sie können im Post punkten, aus der Distanz, aus dem Pick & Roll und aus Blöcken abseits des Balles. Es wird also sehr schwierig. Das wichtigste wird sein, ihr Tempo zu drosseln und ihren Spielfluss zu unterbinden. Tomislav Gabric hat die letzten beiden Spiele bestritten. Als Neuzugang hat er aber keinen großen Einfluss auf die Ausrichtung der Oldenburger. Er passt sehr gut herein, aber deswegen hat sich das Oldenburger Spiel nicht verändert. Dass Justus Konstanz in seine Trainingsarbeit bekommen hat, war in meinen Augen sein erster wichtiger Entwicklungsschritt in diesem Jahr. Über die ersten drei Monate konnte er nicht immer voll mit uns trainieren. Das hat sich im letzten Monat gelegt. Auf dem Feld ist er zuletzt aggressiver aufgetreten. Er vertraut mehr und mehr in seine Fähigkeiten. Sein Selbstbewusstsein entwickelt sich in die richtige Richtung, daher hat er mehr Einfluss auf das Spiel.“

Justus Hollatz: „Wir lagen bis 5,3 Sekunden vor Schluss vorn und haben dann noch den Gamewinner von Hornsby kassiert. Vielleicht hätten wir defensiv ein bisschen besser sein können. Nichtsdestotrotz haben wir eigentlich ein gutes Spiel gemacht. Aber unabhängig vom Ausgang des Hinspiels wollen wir gewinnen. Es muss das Ziel sein, wie bereits in den letzten Spielen, mit viel Energie herauszukommen. Wir wissen, was wir defensiv draufhaben. Wir wollen uns an unseren Plan halten. Mit unserer Energie und unserem Kampf haben wir gute Chancen. Spiele gegen starke Teams helfen mir sehr für meine Entwicklung. Das Niveau war nochmal etwas höher. Ich darf trotzdem Fehler machen, ich mache Fehler, dafür bin ich dankbar und deswegen freue ich mich auf jedes weitere Spiel.“ (PM Towers)

Zum Foto:

Justus Hollatz: Erinnerung der besonderen Art an Oldenburg (Foto: Lobeca/Roberto Seidel)

Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.