Pedro Calles (Towers, Head Coach) bespricht sich auf dem Feld mit TJ Shorts (#0, Towers), Terry Allen (#25, Towers), Max DiLeo (#3, Towers) und weiteren Hamburger Spielern während einer kurzen Spielunterbrechung Foto: Lobeca/Roberto Seidel

Hamburg – Nur drei Tage nach der knappen Niederlage gegen den Tabellenführer Ludwigsburg treffen die Hamburg Towers heute (19 Uhr) auf das beste Offensivteam der Liga. Magenta Sport überträgt das Spiel bei ratiopharm ulm live ab 18.45 Uhr.

Lobende Worte gab es viele nach der starken Partie der Hamburg Towers am vergangenen Sonntag gegen Tabellenführer Ludwigsburg. Was blieb war jedoch zunächst ein wenig Frust und Enttäuschung nach einer möglicherweise verpassten Chance. Für das heutige Spiel der Hamburger gegen den Tabellennachbarn ratiopharm ulm bietet die 67:73-Niederlage indes stärksten Anreiz, um die für den Towers-Spielstil notwendigen Extra-Prozente aus sich herauszukitzeln. „Nach jeder Niederlage sucht man sofort nach der nächsten Möglichkeit, um es besser zu machen. Es ist auf jeden Fall eine Art Extra-Motivation da“, gibt sich Verteidigungsspezialist Max DiLeo kampfeslustig.

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Bereits im Hinspiel agierten beide Mannschaften auf Augenhöhe – mit einem 13:1-Lauf setzten sich die Ulmer zu Beginn des vierten Viertels ab und brachten ihren Vorsprung gegen eine Hamburger Aufholjagd über die Zeit (69:73). „Im ersten Spiel hatten wir mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. In der zweiten Halbzeit konnten wir unser Tempo und unsere Bewegung nicht mehr hochhalten. Ich erwarte, dass wir morgen über 40 Minuten stabiler agieren. Es wird ein harter Kampf“, so Head Coach Pedro Calles.

In den letzten drei Partien feierten die Schwaben deutliche Siege – erzielten im Schnitt 94 Punkte, dem Gegner erlaubten sie durchschnittlich 25 Zähler weniger. In der Offensive setzen die Ulmer mit Vorliebe auf den Distanzwurf – immerhin 46 Prozent ihrer Abschlüsse, und damit mehr als bei jedem anderen Team, kommen von hinter der 6,75-Meter-Linie. Dabei ist die Trefferquote (41,6%) ligaweit die beste. „Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass kein Team öfter als Ulm an der Freiwurflinie steht, zudem treffen sie hier auch am besten. Wir müssen es also schaffen, die Räume an der Dreierlinie engzumachen und sie gleichzeitig nicht zu oft an die Freiwurflinie zu schicken“, verrät Pedro Calles.

Während Dylan Osetkowski (14,7 PpS), Ulms Topscorer, weiterhin die Zonen unsicher macht, strahlt das Backcourt-Duo Obst (14 PpS) und Klepeisz (11 PpS) die größte Gefahr von Downtown aus. „Ulm hat die besseren Schützen. Wir müssen also aktiver sein, unsere Hände in den Passwegen haben, ihnen die freie Sicht nehmen und schnell unseren Gegenspieler aufnehmen“, kennt Max DiLeo die defensiven Stellschrauben. Dennoch „müssen wir unseren Regeln folgen und daran festhalten, wir dürfen uns das Spiel nicht von ihrer Offensive diktieren lassen“, so der Hamburger Verteidigungsexperte. Ein Auge sollten die Towers auch auf Ulms Kapitän Per Günther werfen, der in den letzten drei Spielen im Schnitt 14 Punkte auflegte und nach eigener Aussage derzeit einen dritten oder vierten Karrierefrühling erlebt.

Auch bei Hamburgs Kleinstem, TJ Shorts (14,2 PpS), zeigt die Leistungskurve zuletzt steil nach oben – die Partien gegen Gießen und Ludwigsburg waren seine stärksten im Towers-Trikot. Mit fünf Rebounds sammelte der 1,75 Meter große Wirbelwind zudem die zweitmeisten Abpraller im letzten Spiel. Trotz durchschnittlich „nur“ 33,2 Rebounds (12. im Ligaranking) oder dem deutlichen Ungleichgewicht im letzten Spiel (30:47 für Ludwigsburg) können den Hamburg Towers weder mangelnde Einstellung noch fehlender Einsatz im Kampf um den Rebound nachgesagt werden. Stattdessen sieht Pedro Calles die Ursache in Hamburgs größter Stärke, der aggressiven Defense. „Entsprechend des hohen Drucks, den wir in der Verteidigung ausüben wollen, verlieren wir manchmal die gute Position fürs Rebounding. Dazu kommt, dass wir nicht unbedingt das größte oder athletischste Team sind, das ist ein weiterer Faktor“, so der Towers Coach, der mit seinem Team an einer besseren Balance arbeitet.

So gibt es den ein oder anderen Abpraller, der den Towers entweder glücklich in die Hände fällt oder eben unglücklich zum Gegner springt. „Manchmal geht es nur um kleine Details, die man nicht immer kontrollieren kann. Ich denke, je besser wir unser Spiel spielen, desto mehr Glück haben wir“, ist sich Pedro Calles sicher, dass sich sein Team für den unermüdlichen Einsatz auch wieder belohnen wird. „Wir können uns als Team aber nicht nur auf das Glück verlassen“, weiß Calles, dass harte Arbeit und Kampf gegen Ulm der Schlüssel zum Erfolg sein werden.

Kurzer Schnack vor dem Spiel

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Pedro Calles: „Ich erwarte einen harten Kampf. Im ersten Spiel hatten wir mit Verletzungsproblemen zu kämpfen – Kameron Taylor und Bryce Taylor sowie die Langzeitverletzten waren nicht dabei. In der zweiten Halbzeit konnten wir unser Tempo und unsere Bewegung nicht mehr hochhalten. Ich erwarte, dass wir über 40 Minuten stabiler agieren.“

„Oldenburg und Ulm sind die zwei besten Offensivmannschaften. Beide Teams treffen am hochprozentigsten von der Dreierlinie. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass kein Team öfter als Ulm an der Freiwurflinie steht, zudem treffen sie hier auch am besten. Wir müssen es also schaffen, die Räume an der Dreierlinie eng zu machen und sie gleichzeitig nicht zu oft an die Freiwurflinie zu schicken.“

„Ich denke, je besser wir unser Spiel spielen, desto mehr Glück haben wir. Manchmal geht es nur um kleine Details, die man nicht immer kontrollieren kann. Wir können uns als Team aber nicht nur auf das Glück verlassen.“

„Wir spielen mit viel Einsatz. Entsprechend des hohen Drucks, den wir in der Verteidigung ausüben wollen, verlieren wir manchmal die gute Position fürs Rebounding. Dazu kommt, dass wir nicht unbedingt das größte oder athletischste Team sind, das ist ein weiterer Faktor. Ich möchte mich nicht über unsere Reboundarbeit beschweren, aufgrund unseres Systems haben wir nicht immer die beste Position. Wir versuchen das anzupassen und auch beim Rebounding eine bessere Balance herzustellen.“

Max DiLeo: „Nach jeder Niederlage sucht man sofort nach der nächsten Möglichkeit, um es besser zu machen. Es ist auf jeden Fall eine Art Extra-Motivation da.“

„In der Verteidigung geht es darum, unseren Regeln zu folgen und daran festzuhalten, wir dürfen uns das Spiel nicht von ihrer Offensive diktieren lassen. Wir wissen, es gibt einige Teams, die bestimmte Dinge besser können als wir – beispielsweise hat Ulm die besseren Schützen. Wir müssen also aktiver sein, unsere Hände in den Passwegen haben, ihnen die freie Sicht nehmen und schnell unseren Gegenspieler aufnehmen. Auch Rebounding ist wichtig, damit hatten wir im letzten Spiel unsere Mühe.“

„Ich schaue nicht so sehr auf persönliche Auszeichnungen. Ich versuche das zu tun, was meinem Team am besten hilft. Wenn ich also Verantwortung übernehmen kann, indem ich den besten Angreifer des gegnerischen Teams verteidige, dann nehme ich diese so gut ich kann an. Ich sehe noch immer viele Punkte, in denen ich mich verbessern kann, auch defensiv habe ich noch viel Verbesserungsmöglichkeiten. Ich nehme das als Kompliment, werde mich damit aber nicht zufriedengeben.“ (PM Towers)

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