Lübeck – Die Schlägerei beim Jugend-Turnier des SC Buntekuh am vergangenen Wochenende zieht weite Kreise. Der D-Jugend-Cup am Sonntag musste nach einer Schlägerei zwischen Betreuern und Eltern abgebrochen werden (HL-SPORTS berichtete). Im Stadtteil ist man fassungslos und kündigt Maßnahmen an.

SCB-Abteilungsleiter Markus „Blacky“ Schwarz (Foto) sagte am Montagabend zu HL-SPORTS: „Leider hatten einige Trainer und Zuschauer ihre Emotionen beim 10. Sommercup des SCB nicht im Griff, so dass es bei einer umkämpften Partie zu einem Zwischenfall kam, den wir als Gastgeber nicht akzeptieren konnten. Nachdem sich die Gemüter nicht beruhigten, sah sich die Turnierleitung gezwungen, das Turnier abzubrechen. Hier wurden Fairness und respektvolles Miteinander mit Füßen getreten, und das wollen wir als SC Buntekuh nicht tolerieren! Die uns bekannten Beteiligten müssen mit Konsequenzen rechnen. Denn nicht nur, dass es hier einzelnen Personen gelungen ist, eine tolle Veranstaltung zu ruinieren, so ist uns auch ein enormer wirtschaftlicher Schaden entstanden. Wir als SC Buntekuh können uns nur bei allen beteiligten Mannschaften entschuldigen und hoffen, dass nicht diese eine negative Aktion den guten Ruf unserer traditionsreichen Veranstaltung schadet.“

Peter Geese ist Beauftragter für Gewaltprävention beim Kreisfußballverband Lübeck und sieht die Schwierigkeiten nicht erst seit Buntekuh. „Konkret kann ich zu diesem Fall momentan nichts sagen. Generell ist das ja schon oft von uns, dem KFV und dem KSA Lübeck, dargelegt worden, dass die Gewalt, die ja sehr vielschichtig ist, gerade im Jugendbereich zunimmt. Wobei sie ja selten, zumindest bei den jungen Jahrgängern bis E-Jugend, direkt auf dem Spielfeld ihren Lauf nimmt. Offizielle Veranstaltungen, die vom KFV Lübeck und vom SHFV, die zu diesem Thema angeboten werden, sind bisher nur sehr mäßig von den Vereinen genutzt worden. Eine Sensibilisierung ist sehr willkommen. Von diesem Angebot wissen die Vereine zum Beispiel aus meinem Rechenschaftsbericht zum Kreistag. Dort war es deutlich für jeden nachlesbar. Traurig ist, dass bei der letzten Veranstaltung in diesem Jahr nur drei Vereine vertreten waren.“

Dabei liegt die Problematik nicht immer bei den Vereinsvertretern, wie man im „Fall Buntekuh“ erkennt. Oftmals sind es übermotivierte Eltern, die sich nicht unter Kontrolle haben.

Am kommenden Wochenende startet der zweite Teil der Turniere am Koggenweg. Schwarz sieht keine Probleme. „Das Turnier wird stattfinden. Wegen drei oder vier Idioten muss man nicht ständig alles hinterfragen. Wir hatten in den vergangenen zehn Jahren über 2.000 Mannschaften zu Gast und es gab nie Rote Karten oder zuvor Spielabbrüche“, meinte „Blacky“ abschließend.