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Lübeck – „Willkommen in Hildesheim!“ – So begrüßt der Aufsteiger die Fans des VfB Lübeck zum Regionalligaspiel am kommenden Sonntag um 15 Uhr auf der vereinseigenen Internetseite. Wenn die Grün-Weißen beim VfV Borussia 06 Hildesheim nach der Begegnung an die Trave zurückkehren, wird das Team von Trainer Denny Skwierczynski mit vier Partien insgesamt über 700 Kilometer zurückgelegt haben. Zu wünschen wäre dann auch der erste Auswärts-Dreier der Saison nach vier Spielen, wobei man drei in der Fremde absolvieren musste. Nicht auszudenken, was passieren würde, sollte das nicht klappen. Bei einer Niederlage rutscht der VfB auf einen Abstiegsplatz, denn die Niedersachsen zögen an den Grün-Weißen vorbei.

Dabei ist das Lübecker Team stärker einzuschätzen, als noch in der Aufstiegssaison im vergangenen Jahr – nur scheint der „Auswärts-Knoten“ noch nicht zu halten oder zu platzen. In Havelse führte man früh 2:0, verlor mit 3:5. Beim BSV Rehden hatte man ebenfalls in der Anfangsphase die Chance Weichen zu stellen, doch ein Elfmeter wurde verschossen. Das Endergebnis ist bekannt – 0:3. Mit dem erneuten Ausfall von Jonas Toboll (sah in Rehden die Rote Karte) entpuppt sich Neuzugang Kennet Kostmann (Foto) zum derzeitigen Stamm-Keeper. An ihm lag es bisher nicht, dass man diese „Auswärtsschwäche“ an den Tag legt.

Zumindest kann Skwierczynski (bis auf Toboll) aus dem Vollen schöpfen und der Kader seine Qualität unter Beweis stellen. „Erfreulicherweise haben wir keine Verletzten zu beklagen“, macht der 41-Jährige bei HL-SPORTS Mut auf einen erfolgreichen Auftritt in der Bistumsstadt. Dabei hört man aber auch heraus, dass diese „neverending“ gefühlten Auswärtstouren den Rhythmus etwas durcheinander bringen. „Das nächste schwere Auswärtsspiel in Hildesheim steht an. Danach geht es am Mittwoch gleich auswärts in Schilksee weiter“, meint er und fasst die ersten Wochen in der neuen Spielzeit wie folgt zusammen: „Wir trainieren und arbeiten alle sehr intensiv miteinander, um den bislang eher unglücklich verlaufenden Saisonstart in der Punktrunde positiver zu gestalten.“

In Hildesheim ist man grundlegend guter Dinge, gegen Lübeck zu bestehen. Hat man eine Statistik veröffentlicht, die sich sehen lässt. Die Bilanz aus Sicht des Aufsteigers: 3 Siege – 4 Remis – 1 Niederlage. Davon keine Heimpleite. Alles aus den 60er Jahren. Das ist lange her und die Borussen haben gemerkt, dass in der Regionalliga ein anderer Wind weht. Vier Spiele, davon drei Niederlagen und ausgerechnet gegen den gleichen Gegner, wie der VfB, siegt man und zwar mit 4:1. Die U23 musst, wie an der Lohmühle, dran glauben. Beim ETSV Weiche musste man eine bittere 1:6-Pille schlucken und gegen Rehden ging es in der Folgewoche ebenfalls mit einem 0:2 vom Feld – das übrigens zuhause. Nicht einkalkuliert war vermutlich die 0:1-Niederlage beim Mitaufsteiger SV Drochtersen. VfV-Innenverteidiger Sotiris Panagiotidis sitzt auf der Tribüne. Der 24-Jährige sah in der vergangenen Begegnung die Ampelkarte und darf quasi neben Toboll Platz nehmen.

Einer freut sich sicher auf das Aufeinandertreffen beider Clubs. Ex-VfBer Dominic Hartmann ist mit drei von insgesamt fünf Saisontreffern bester Torschütze bei den Hildesheimern. Über die Jugend von Hannover 96 kam er vor vier Jahren nach Lübeck, verließ den Club allerdings nach dem Zwangsabstieg in die SH-Liga und wechselte in die gleichgestellte Oberliga Niedersachsen zu den Borussen, mit denen er in diesem Jahr den Aufstieg schaffte.

Zurück zu Skwierczynskis Aussage „Unglücklich“ – Das trifft es, denn der VfB steht derzeit dort, wo ihn vor der Saison niemand vermutet hätte. Aber das soll sich am Sonntag ab 15 Uhr ändern. Mit drei Punkten im Gepäck lässt es sich etwas aufatmen und vor allem mit einem positiven Gefühl zum nächsten Aufsteiger fahren. Mittwoch geht’s zum TSV Schilksee. Aber erst einmal muss in Hildesheim bestanden werden. HL-SPORTS ist pünktlich zum Anpfiff per Liveticker dabei.  

Die Regionalliga hat allerdings noch mehr zu bieten. Das Spitzenspiel des 5. Spieltags wird in Wolfsburg ausgetragen, beim Duell des Titelfavoriten VfL II gegen Eintracht Braunschweig II – eine spannende Partie. Eng ging es auch zu im Nachholspiel am Mittwoch zwischen dem TSV Schilksee und dem SV Meppen: Nach dem Gegentor durch Schilksees Felix Schlagelambers (31.) setzte sich der SVM dank der Treffer von Marc Schnier (37.) und Max Kremer (43.) am Ende knapp durch.

VfL Wolfsburg II – Eintracht Braunschweig II (Freitag, 18 Uhr)

Niedersachsen-Derby und Spitzenspiel – bereits am Freitag findet eine der spannendsten Partien dieser Runde statt. Dass die Eintracht als Tabellendritter dabei einen Rang vor dem Topfavoriten aus Wolfsburg platziert ist, zählt zu den interessanten Randnotizen. Der Gastgeber trennte sich zuletzt mit einem 1:1 vom SV Meppen, trat dabei aber rund 20 Minuten in Unterzahl an. „Die entscheidende Szene war der Platzverweis, er hat letztlich zur Punkteteilung geführt“, meinte Trainer Valerien Ismael, der eine „starke Vorstellung“ seiner Mannschaft gesehen hatte. Beim dritten Sieg im vierten Saisonspiel machte auch die Braunschweiger Eintracht eine gute Figur, jedenfalls bis zur deutlichen Führung gegen den TSV Schilksee. „Ich muss bemängeln, dass wir den Druck nach dem 3:0 nicht weiter hochgehalten haben“, so Henning Bürger. Einen „guten Start“ attestierte der Eintracht-Coach seinem Team nach dem 3:1-Erfolg dennoch. Es ist also angerichtet…

Goslarer SC – TSV Havelse (Samstag, 14 Uhr)

Endlich – dank des überraschenden 4:1-Erfolgs bei 96 II brachte der GSC im vierten Saisonspiel endlich den ersten Saisonerfolg unter Dach und Fach. Nun tritt ausgerechnet der TSV Havelse in Goslar an, um sich für die Niederlage der Hannoveraner zu revanchieren. Allerdings aus einem ganz eigenen Interesse: Der Gast kassierte am vergangenen Spieltag eine unerwartete 0:1- Heimniederlage gegen den Lüneburger SK.

TSV Schilksee – Hannover 96 II (Samstag, 15 Uhr)

Neues Spiel, neues Glück? Gegen Hannover 96 II unternimmt der TSV bereits den fünften Anlauf auf den ersten Saisonsieg. Der Neuling (0-1-3) ist mittlerweile ans Tabellenende gerutscht – und trifft nun auf einen Gegner, der sich ebenfalls rehabilitieren möchte. Denn mit der 1:4-Heimniederlage gegen den Goslarer SC waren die Niedersachsen natürlich alles andere als zufrieden.

ETSV Weiche Flensburg – Hamburger SV II (Sonntag, 14 Uhr)

Eine Partie von besonderem Interesse. Beide Teams gelten als Kandidaten auf einen Spitzenplatz und deshalb auch als härteste Konkurrenten des Topfavoriten VfL Wolfsburg II. Beide erwischten allerdings keinen optimalen Start. Die Flensburger kassierten zuletzt beim 1:2 in Norderstedt die erste Saisonniederlage und belegen den sechsten Tabellenplatz (2-11); der HSV kam gegen den BV Cloppenburg nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. Er rangiert mit einer ausgeglichenen Bilanz (1-2-1) auf dem neunten Platz. Weshalb es in dieser Partie nicht nur um drei Punkte geht, sondern auch darum, den Anspruch auf die Ligaspitze zu untermauern.

BV Cloppenburg – SV Meppen (Sonntag, 14 Uhr)

Die Saison ist noch jung, und deshalb sind auch keine verlässlichen Prognosen zulässig. Doch bislang zählt der BV Cloppenburg sicher zu den positiven Erscheinungen. Obwohl er kein leichtes Auftaktprogramm hatte, rangiert der Gastgeber mit einer ausgeglichenen Bilanz (1-2-1) auf dem zehnten Tabellenplatz. Damit fehlen dem BVC lediglich zwei Plätze auf den SV Meppen. Der Gast wusste beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg II zuletzt allerdings auch zu überzeugen und gewann auch das Nachholspiel in Schilksee mit 2:1.

Lüneburger SK – FC St. Pauli II (Sonntag, 15 Uhr)

Der Gastgeber zählt zweifellos zu den positiven Überraschungen der jungen Spielzeit. Zuletzt gewann der Tabellenachte (2-1-1) unerwartet mit 1:0 beim TSV Havelse. Der Vorletzte aus Hamburg (0-1-2) wartet dagegen nach vier Saisonspielen noch auf den ersten dreifachen Punktgewinn, er verlor am vergangenen Spieltag mit 2:3 gegen den VfB Oldenburg. Für Trainer Remigius Elert ergaben sich nach diesem Spiel allerdings einige Ansätze: „Leider haben wir aus den vielen Torchancen, die wir uns herausgespielt haben, zu wenig Tore erzielt. Zudem haben wir die Gegentore zu leicht bekommen, das darf uns nicht passieren.“

VfB Oldenburg – BSV Rehden (Sonntag, 15 Uhr)

Auch ein Spitzenspiel, schließlich empfängt der Tabellenzweite den Fünften. Diese beiden Mannschaften dürften also sehr zufrieden sein mit ihrem Saisonstart. Während der BSV zuletzt einen souveränen 3:0-Heimsieg über den VfB Lübeck feierte, hatte der VfB sein Auswärtsspiel bei St. Pauli II mit 3:2 für sich entschieden. Der Sieger dieses Duells hat nun sogar Chancen auf die Tabellenführung – und der Verlierer dürfte sich angesichts der komfortablen Situation schon bald mit seiner Niederlage abfinden.

SpVgg Drochtersen/Assel – Eintracht Norderstedt (Sonntag, 15 Uhr)

Endlich. Am vergangenen Spieltag, beim 1:0 über Hildesheim, landete der Gastgeber den ersten Saisonerfolg und nun darf die Spielvereinigung ja erneut auf eigenem Platz antreten. Der nächste Gegner dürfte allerdings noch etwas stärker sein als der Mitaufsteiger VfV. Die Eintracht entschied zuletzt auch das Duell mit Weiche Flensburg für sich (2:1) und kommt nun als Spitzenreiter nach Drochtersen.