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Lübeck – Es stand 3:1 für den VfL Bad Schwartau III am Sonntagmittag auf der Falkenwiese im Spiel gegen die Gastgebermannschaft des Türkischen SV II in der Kreisklasse B, als es leider zu einem Ausraster eines Spielers kam, der in einem Polizeieinsatz endete.

Ein faires Spiel, bei dem es, auch wenn es sich hart anhört, drei Feldverweise gab. Eine Gelb-Rote Karte für die Gäste vom Riesebusch, wegen zu starker Freude über ein erzieltes Tor (vorher wegen taktischem Foul gelb) und eine Ampelkarte für den Türkischen SV wegen andauernden Meckerns. Also eigentlich nichts los. Bis zur 75. Minute…

In einem Zweikampf um den Ball gerieten der Keeper der Hausherren und ein Schwartauer Stürmer aneinander. Der Schlussmann hatte den Ball, beide lagen auf dem Boden, doch der Torhüter des Türkischen SV trat anscheinend nach. Der VfL-Kicker fragte ihn, warum er das gemacht hat und fing sofort einen Faustschlag an der Schläfe, der ihn zu Boden brachte. Klare Sache: Rote Karte für den türkischen Schlussmann. Dieser war mit der Entscheidung nicht einverstanden und ging auf den Schiedsrichter los. Geschubse und harte Worte musste sich der ebenfalls türkischstämmige Unparteiische gefallen lassen. Die Mitspieler und Betreuer des Türkischen SV gingen dazwischen und brachten die Sache ruhig zu Ende. Der Sünder ging widerwillig vom Platz und das Spiel konnte fair zu Ende geführt werden.

Nach der Partie beruhigte sich der TüSV-Torwart immer noch nicht und drohte dem Schwartauer Spieler weitere Schläge an. Dieser musste unter dem Schutz seiner Mitspieler vom Platz gebracht werden, doch für den Straftäter war das nicht genug. Er wartete auf den Schiedsrichter. Es dauerte rund 90 Minuten nach Spielende und brauchte einen Anruf bei der Polizei, der dem Spuk ein Ende bereitete. Die Beamten kontrollierten die Lage und begleiteten den Referee vom Sportgelände an der Falkenwiese. Beim Eintreffen der Polizei machte sich der Rot-Sünder der Gastgeber aus dem Staub. Die Strafanzeige ist ihm sicher, denn diese nahmen die Beamten auf.

Ferdi Corbayrami, Präsident des Türkischen SV war geschockt und sagte gegenüber HL-SPORTS: „Es tut mir sehr leid, was passiert ist. Unsere harte ehrenamtliche Arbeit wird von einem Einzelnen mit Füßen getreten. Ich möchte mich in aller Form im Namen unseres Vereins bei dem Schiedsrichter, dem Spieler und dem VfL Bad Schwartau für den Vorfall entschuldigen. Das hat Konsequenzen für unseren Spieler. Er wird nicht mehr für den Türkischen SV spielen.“ Knallharte Linie des Club-Chefs, der noch am Abend seinen Worten Taten folgen ließ. Er meldete den Rot-Sünder und Schläger vom Verein ab. Trotzdem wird es wohl ein Nachspiel auf Sport- und Zivilgerichtsebene geben. Bleibt zu hoffen, dass es in der noch jungen Saison der einzige Vorfall bleibt und so etwas nicht wieder vorkommt. Die Partie endete übrigens 3:2 für den VfL.

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