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Ratzeburg – Am Riemann stehen alle Zeichen auf Angriff. Die Ratzeburger Löwen sind gut drauf und haben noch eine Menge vor. Die SH-Liga wurde als langfristiges Ziel herausgegeben. Keine Utopie für den Lauenburger Verein, der in dieser Saison oben mitmischt. Durch die Querelen beim WSV Tangstedt könnte sogar die Verbandsliga in diesem Jahr schon erreicht werden. Zuvor war das Ziel er erst für die kommende Spielzeit als Ergebnis ausgegeben worden. Was hinter dem RSV steht und welche Voraussetzungen an der Riemannstraße für die „Vision 2025“ zutreffen müssen, hat HL-SPORTS in einem Interview mit Abteilungsleiter Finn Hofmann (Foto) erfahren.

HL-SPORTS: Hallo Finn, wie bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

Finn Hofmann: „Wir haben uns vor der Saison zum Ziel gesetzt, unter die ersten fünf zu kommen. Davon sind wir nicht weit weg. Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft dieses Ziel auch erreichen wird. Allerdings trauern wir alle einigen fahrlässig vergebenen Punkten hinterher. Mit ein wenig mehr Cleverness stehen wir zwei, drei Plätze weiter oben.“

HL-SPORTS: Die Liga ist eng beisammen. Rechnet ihr euch noch Chancen auf den Aufstieg aus?

Finn Hofmann: „Wenn die Mannschaften vor uns Punkte liegen lassen, müssen wir da sein.
Wir haben unser Budget, was Punktverluste angeht, eigentlich schon aufgebraucht. Wir dürfen uns jetzt keine weiteren Schwächephasen mehr erlauben und müssen jedes Spiel gewinnen wollen. Ich halte den BSSV fußballerisch nicht für die beste Mannschaft der Liga, allerdings überzeugen sie durch Konstanz. Und das ist etwas, was uns noch ein wenig abgeht und woran wir arbeiten müssen. Wer am konstantesten spielt, steigt am Ende auch auf. Tangstedt stand für mich schon seit Saisonbeginn als Aufsteiger fest. Nachdem nun bekannt wurde, dass der Verein der gesamten Liga gekündigt hat, wahrscheinlich ein Platz frei. Wir haben eine Hypothek von sechs Punkten auf den SC Elmenhorst. Wir stehen definitiv bereit, sollten die Mannschaften vor uns Federn lassen.“

HL-SPORTS: Rund um den RSV passiert viel und ihr habt eine Vision, die "SH-Liga 2025" heißt. Wie geht ihr an das Thema heran?

Finn Hofmann: „“SH-Liga 2025“ war natürlich eine schöne Schlagzeile. Wir kennen die Medienlandschaft ja nur zu gut und wussten, dass wir uns damit zumindest mal eine Portion Aufmerksamkeit sichern, um unsere Pläne möglichst breit zu teilen. Nichtsdestotrotz haben wir sowohl bei der Vorstellung des Konzeptes, als auch in den Nachberichten immer davon gesprochen, dass wir dieses Konzept, und eben auch die SH-Liga im Jahre 2025, auf den gesamten Verein beziehen. SH-Liga ist für den RSV ja auch kein unbekanntes Gebiet. Unsere Frauen spielten jahrelang dort, stiegen sogar in die Regionalliga auf. Auch in der Jugend konnten wir schon eine gute Rolle in der SHL spielen. Und genau da wollen wir wieder hin.
Im Herrenbereich tue ich mich einfach schwer damit, den RSV als Kreisligisten zu betrachten. Wir haben den Anspruch, Verbandsliga zu spielen. Und wir haben alle Möglichkeiten dazu. Die Vereinsstruktur gibt das her, die Jugendarbeit und natürlich auch unsere Sportanlage, um die uns sicherlich viele Vereine beneiden, gibt dies ebenfalls her. Primäres Ziel im Seniorenbereich der Männer ist es also erst einmal in die Verbandsliga aufzusteigen und sich dort langfristig zu etablieren. Und dann müssen wir ohnehin erst einmal die Reformpläne des SHFV abwarten.“

HL-SPORTS: Welche Voraussetzungen müssen dafür zusätzlich geschaffen werden?

Finn Hofmann: „Es sind bereits viele Voraussetzungen geschaffen. Wir haben unseren Weg ja gerade erst eingeschlagen und sind noch lange nicht am Ende. Im Prinzip soll unser Weg auch gar kein Ende haben. Fakt ist aber, dass unser Vorstand eine junge, hoch motivierte Truppe ist, deren Mitglieder eine sehr genaue Vorstellung von unserem gemeinsamen Weg haben. Jeder bringt sich mit seinen persönlichen Stärken ein, sodass am Ende der RSV profitiert. Es gibt so viele tolle Dinge, wie wir anstoßen und begleiten wollen. Unsere Abteilung zählt an die 430 Mitglieder. Wir wollen möglichst viele davon begeistern, sich in irgendeiner Art und Weise ins Vereinsleben einzubringen. Und wir merken bereits, dass viele von unseren Mitgliedern richtig Bock haben, mit anzupacken. Wichtig ist nur, dass alle Spaß dabei haben und intrinsisch motiviert sind. Wenn man etwas gerne macht, macht man es auch gut.“

HL-SPORTS: Thema: Trainings- und Punktspielbetrieb. Wie steht es um das Projekt "Kunstrasen"?

Finn Hofmann: „Auf Grund einer Haushaltssperre der Stadt Ratzeburg im Jahr 2015 wurde die Finanzierung auf Eis gelegt. Die Aktiv-Region hat jedoch ein Darlehen von 100.000 Euro in Aussicht gestellt. Die restlichen rund 130.000 Euro übernimmt der Ratzeburger SV in Form eines Darlehens. Der Deal sieht vor, dass wir der Stadt über den Zeitraum bis zur Tilgung des Kredits keine Nutzungsentgelte für den Riemannsportplatz, sowie das Sportheim inklusive Kabinen zahlen müssen. Dem entsprechenden Antrag wurde auf der Mitgliederversammlung des RSV einstimmig zugestimmt. Der Bau des Kunstrasens soll im April beginnen und Anfang Juni 2016 fertig gestellt sein. Die Herausforderung wird sein, die vielen Mannschaften während der Umbauphase fremd unterzubringen. Hier sind wir mit der Stadt und den Ämtern im Gespräch und werden Lösungen finden. Glücklicherweise ist es in den Abendstunden auch schon wieder einigermaßen hell, sodass auch unsere Rasenplätze genutzt werden können.“

HL-SPORTS: Du bist nicht nur Spartenleiter sondern auch Sportlicher Leiter für die Herren. Was kommt hier an zusätzlichen Aufgaben hinzu?

Finn Hofmann: „Prinzipiell ist das eine reine Formalie gewesen, weil ich die Aufgaben des Sportlichen Leiters in meinen Job des Abteilungsleiters schon 2015 integriert habe. Der Posten des Ligaobmanns war unbesetzt, weshalb ich gerne einsprang. Zum Jahr 2016 haben wir einige Posten einfach auch namentlich modernisiert. Eine meiner Aufgaben als Sportlicher Leiter ist es, die A-Junioren in den Herrenbereich zu integrieren. Hierfür führe ich gemeinsam mit den Trainern der 1. und 2. Herren Gespräche mit den jeweiligen Spielern, bei denen wir sie erstens dafür begeistern, weiterhin im Ratzeburger Herrenbereich zu spielen und zweitens gemeinsam planen, in welcher Mannschaft wir sie brauchen. Zudem stehen Gespräche mit externen Spielern auf dem Programm. Wir versuchen, Spieler für den RSV zu gewinnen, die uns nicht nur sportlich weiterbringen, sondern auch charakterlich eine Verstärkung darstellen. Den Abteilungsvorstand sehe ich auch als eine Art Mannschaft, die es immer wieder punktuell zu verstärken gilt. Ich bin der Meinung, dass man auch im Vorstand jährlich frischen Wind hinein bringen muss. Dafür begeistern wir Menschen, die für diese Aufgabe entsprechende charakterliche Voraussetzungen mitbringen. Mein Vorgänger Dennis Sontopski hat seinerzeit gehörig frischen Wind in den Verein gebracht. Ich arbeite daran, dass mein Nachfolger selbiges über mich erzählen können wird. 2018 endet meine Amtszeit als Abteilungsleiter. Dann muss ein neuer Wind her und ich werde mich ausschließlich auf die Sportliche Leitung im Herrenbereich konzentrieren.“

HL-SPORTS: Im Sommer kommt ein neuer Trainer. Warum habt ihr euch für Marc Kliesmann entschieden und was erwartet ihr von ihm?

Finn Hofmann: „Marc Kliesmann ist ein junger, aufstrebender Trainer, der in seiner aktiven Zeit ausnahmslos in höherklassigen Mannschaften im Verbandsligabereich gespielt hat. Zudem kennt er den Verein bestens und verfügt über ein umfangreiches Netzwerk guter Kontakte. In den langen und intensiven Gesprächen hat er uns vollkommen von sich überzeugt, sodass wir nach kurzer Bedenkzeit entschieden, mit ihm einen neuen Weg einzuschlagen. Die Erwartungshaltung des RSV ist von vorn herein klar gewesen. Wir wollen aufsteigen. Diese Erwartungshaltung haftet aber nicht nur am Trainer, sondern auch an der Mannschaft und uns Verantwortlichen. Wir müssen gewisse Voraussetzungen schaffen, damit Trainer und Mannschaft möglichst optimal arbeiten können. Generell haben wir alle denselben Anspruch, dem wir gerecht werden wollen. Und eines ist klar: Im Hintergrund laufen die Planungen für die kommende Saison schon seit Wochen auf absoluten Hochtouren!“