Lübeck – Abstiegssorgen, fehlende Zuschauer und noch keine externe Neuverpflichtung. So sieht es derzeit beim VfB Lübeck in der Regionalliga aus. Wie ist das ganze finanziell zu betrachten, wenn der neue Trainer Rolf Landerl ab Sommer das Zepter an der Lohmühle im Bereich der Mannschaft schwingt? Auf Rosen ist er nach so einer Saison sicher nicht gebettet, darum stellte sich Finanzvorstand Andreas Popien (Foto) den Fragen von HL-SPORTS.

HL-SPORTS: Hallo Andreas, die Saison steht kurz vor dem Ende. Ihr seid im Abstiegskampf gelandet. Wie geht man bei euch damit um?

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Andreas Popien: „Wir bereiten uns sorgfältig und intensiv auf jedes Spiel vor und haben Vertrauen in die Mannschaft. Wir haben es selbst in der Hand.“

HL-SPORTS: Finanziell ist die Spielzeit nicht so rosig gelaufen. Die Trainerbeurlaubung und vor allem die fehlenden Fans reißen ein großes Loch in die Kasse. Man spricht von Minimum rund 120.000 Euro, die durch die Eintrittsgelder fehlen. Wie fangt ihr das auf?

Andreas Popien: „Da muss ich erst einmal zurückfragen, weil die Prämissen der Fragestellung nicht stimmen. Wie kommt ihr darauf, dass die Trainerbeurlaubung bei uns ein Loch in die Kasse reißen könnte? Das ist nicht der Fall. Und wer spricht von Minimum 120.000 Euro, die durch Eintrittsgelder fehlen? Der Betrag ist deutlich niedriger. Thomas hat dazu neulich auf Eure Nachfrage schon gesagt, dass wir gehofft hatten, wegen der DFB-Pokaleinnahmen mit einem schönen Überschuss in die neue Saison gehen zu können und das durch die geringeren Zuschauereinnahmen leider nichts wird. Aber unabhängig von den Pokaleinnahmen, die wir erzielt haben, machen wir natürlich keine Etatplanung mit ehrgeizigen Zuschauerzahlen ohne Absicherung. Erfreulich ist auch, dass die Zahl der Sponsoren und Unterstützer wächst.  Wir rechnen weiterhin mit einem ausgeglichenen Ergebnis.“
 
HL-SPORTS: Welche Auswirkungen hat das auf die kommende Saison, in der ihr einen hauptamtlichen Trainer eingestellt habt? Wird es die angekündigten Verstärkungen geben oder eher ein Sparprogramm?

Andreas Popien: „An unseren Planungen ändert sich nichts. Die Saison ist solide finanziert. Wir handeln einerseits sparsam und werden aber gleichzeitig auch  das Team verstärken.“
 
HL-SPORTS: Zum Aufstiegsspiel gegen Braunschweig waren rund 6.000 Fans im Stadion. Der VfB hat also schon Anhänger – wo sind die und wie kann man die Lübecker weiter zu einem festen Bestandteil der Lohmühle machen?

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Andreas Popien: „Das Potential ist da. Das freut uns. In erster Linie erreicht man die Fans natürlich durch sportliche Leistung. Aber wir versuchen natürlich auch, das gesamte Umfeld attraktiv zu gestalten und die Lübecker emotional mitzunehmen. Der VfB wird zunehmend positiv wahrgenommen.“
 
HL-SPORTS: Die Insolvenz ist noch nicht lange her. Was tut ihr dafür, dass der Verein nicht noch einmal in so eine Schieflage gerät und wie aufreibend war die Zeit, als ihr den Verein vor der Liquidierung gerettet habt – auch für dich persönlich?

Andreas Popien: „Diese Zeit ist abgeschlossen, sowohl für den Verein als auch für uns. Wir schauen nur noch nach vorne.  Und wir geben nur das Geld aus, das wir auch tatsächlich haben.“
 
HL-SPORTS: Was ist rund um die Lohmühle in der nächsten Zeit geplant? Eine LED-Wand war vor kurzem im Test. So etwas birgt auch Kosten. Wie kann man so etwas auf Dauer installieren?

Andreas Popien: „Der Test war ein voller Erfolg. Die Rückmeldungen waren ausserordentlich positiv. Wir sammeln zur Zeit Zusagen von Sponsoren für die Finanzierung ein und kommen dabei gut voran. Die Wand soll sich quasi selbst finanzieren. Sobald dies erreicht ist, wird diese dauerhaft installiert. Ich bin nach wie vor zuversichtlich, dass dies noch in  2016 gelingt.“
 
HL-SPORTS: Das Landespokal-Finale steigt Ende Mai im VfB-Stadion. Was erwartest du sportlich von dem Spiel gegen Weiche und wie wichtig ist die Teilnahme am DFB-Pokal aus finanzieller Sicht?

Andreas Popien: „Die Teilnahme am DFB-Pokal ist aus finanziellen Gründen und aus Vermarktungsgründen natürlich sehr wichtig. Es würde uns einen weiteren Schritt nach vorne bringen. Aber wir kalkulieren natürlich nicht mit diesem Geld. Die mit dem Lizenzantrag eingereichte Planungsrechnung erreicht auch ohne DFB-Pokal eine Kostendeckung.“

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