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Barmenia Roland Kahl

Schönberg – Am kommenden Samstag wird der Landespokalsieger 2016 von Mecklenburg-Vorpommern gesucht. In Neustrelitz stehen sich der Regionalliga-Aufsteiger FC Schönberg 95 und Hansa Rostock aus der 3. Liga gegenüber. Um 14.30 Uhr wird die Partie im Parkstadion angepfiffen. Viele Hansa-Fans drücken ihrem Club vor Ort die Daumen, aber auch im Fernsehen wird darüber live berichtet. Die ARD bietet eine Konferenzschaltung zu den anderen Spielen an, die um diese Zeit beginnen.

Einer der dem Spiel mit größter Aufmerksamkeit entgegenfiebert ist Schönbergs Trainer Axel Rietentiet (Foto). Der 46-Jährige kam vor zweieinhalb Jahren aus der Hansestadt zu den Maurine-Kickern, rettete diese vor dem Abstieg aus der Oberliga, führte sie zum Aufstieg und aktuell zum Klassenerhalt in der Regionalliga Nordost.

Rietentiet ist Rostocker und Ex-Hansa-Coach. Seit seinem 13. Lebensjahr spielte für die Blau-Weißen – davon 28 Mal in der DDR-Oberliga, zwei Mal Europa-Pokal und einmal in der 2. Bundesliga (insgesamt über 200 Mal im Hansa-Trikot oder als Coach für die Rostocker im Einsatz). Nun steht er zum ersten Mal in einem Finale auf der anderen Seite. HL-SPORTS traf ihn zum Interview.

HL-SPORTS: Hallo Axel, der Klassenerhalt ist geschafft, doch fertig seid ihr noch nicht. Wie lautet dein Saisonfazit bisher?

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Axel Rietentiet: „Mit dem Klassenerhalt, den wir frühzeitig geschafft haben, kann ich als Aufsteiger gut leben. Wir haben uns das verdient, wenn man vor allem unseren Super-Rückrundenstart sieht. Halberstadt, Jena und Auerbach mit neun Punkten. Dass wir am Ende doch noch etwas abrutschten, ärgert mich etwas dabei, aber in Schönberg kann man stolz sein – ich bin es!“

HL-SPORTS: Wie bewertest du die zweieinhalb Jahre beim FC 95?

Axel Rietentiet: „Die Bedingungen waren nicht die besten, doch peu à peu sind sie entstanden und dabei haben alle mitgeholfen; die Sportliche Führung, der Verein und die Sponsoren. Das Team war qualitativ gut zusammengestellt. Und mit dem bisher erreichten, kann ich gut leben. Es geht ja noch weiter und wir haben noch eine Menge vor.“

HL-SPORTS: Du stehst am Samstag gegen deinen Ex-Verein an der Seitenlinie. Welches Gefühl hast du dabei im Vorwege?

Axel Rietentiet: „In meinem Herzen bin ich Hansa-Fan, weil ich dort groß geworden bin und sogar Trainer war. Das sind Highlights, wenn man gegen seinen Ex-Arbeitgeber spielt und damit eine schöne Geschichte. Dieses Finale ist keine Weltmeisterschaft und nach unseren Pokalauftritten, in denen wir uns nicht immer mit Ruhm bekleckert haben, einfach nur das i-Tüpfelchen zum Schluss. Der Klassenerhalt war mir viel wichtiger.“

HL-SPORTS: Wie geht ihr in das Spiel?

Axel Rietentiet: „Man muss die Kirche mal im Dorf lassen, denn Hansa ist ganz klar der Favorit. Wenn wir einen guten Tag erwischen, wollen wir sie ein bisschen kitzeln. So teuer, wie möglich verkaufen, heißt es für uns und uns gut aus der Affäre ziehen. Offensiv wünsche ich mir mein Team wie in Neugersdorf und in Defensive sowie gegen den BAK. Machen wir uns aber nichts vor. Hansa ist viertbeste Rückrundenmannschaft der 3. Liga, aber wir haben viele Rostocker in der Mannschaft, die sich zerreißen werden. Wenn wir über uns hinauswachsen wird es interessant und möglichicherweise eine Pokalüberraschung. Im Normalfall ist es aber recht klar, wie die Rollen verteilt sind.“

HL-SPORTS: Danke für das Interview und viel Erfolg.